<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144</id><updated>2012-02-05T13:52:58.707+01:00</updated><title type='text'>von pelmazo klug geschissen</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>94</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-7727548551627741634</id><published>2012-02-05T12:55:00.000+01:00</published><updated>2012-02-05T13:52:58.717+01:00</updated><title type='text'>Posthum konvertiert</title><content type='html'>Kann man einem Atheisten unterstellen, daß ihm völlig egal ist was mit ihm nach seinem Tod passiert?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin einer, und mir ist es nicht egal. Ich rede nicht von meinem Körper, obwohl ich es auch nicht gut fände wenn man mit meiner Leiche Schindluder treiben würde. Menschliche Würde hört nicht in dem Moment auf an dem die Hirnströme versiegen. Ich kann selbst nichts mehr davon wahrnehmen, und es schon gar nicht beeinflussen, aber die Aussicht darauf, daß andere Leute nur auf den Moment warten, an dem ich mich nicht mehr wehren kann, um sich über meine Interessen hinweg zu setzen und womöglich völlig falsche Legenden über mich in die Welt setzen, macht mich nervös.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es heißt, Voltaire habe gegen Ende seines Lebens mit diesem Problem zu kämpfen gehabt. Zu seiner Zeit war die Furcht wohl auch berechtigt, man könnte ihm ein ordentliches Begräbnis verweigern, oder Schlimmeres zufügen. Vielleicht haben Gerüchte einer Bekehrung zum Christentum auf seinem Totenbett sogar Schlimmeres verhindert, obwohl ich nicht an eine Bekehrung glaube - das wäre gerade bei Voltaire unverständlich gewesen. Für gerissen genug halte ich ihn aber schon, womöglich hat er daher bewußt etwas Unsicherheit gestreut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es läuft mir kalt den Rücken hinunter wenn ich daran denke wie ich in einer ähnlichen Situation wohl handeln würde. Ich hoffe inständig, daß sich die Frage nie stellt, aber wenn ich mir die Nachrichten aus dem amerikanischen Vorwahlkampf ansehe bin ich mir da nicht so sicher. Mitt Romney, der im Moment wohl aussichtsreichste republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur, ist bekanntlich ein &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mormone" target="_blank"&gt;Mormone&lt;/a&gt;. Mormonen sind Angehörige der "Church of Latter Day Saints", und was ich bislang nicht wußte ist, daß die kein Problem damit sehen, Leute auch nach ihrem Tod noch zu taufen. So wie z.B. im Fall des Schwiegervaters von Mitt Romney, der zu seinen Lebzeiten ein überzeugter Atheist gewesen sein soll, und &lt;a href="http://gawker.com/5879888/yes-the-romneys-converted-mitts-dead-atheist-father+in+law-to-mormonism" target="_blank"&gt;14 Monate nach seinem Tod zum Mormonen getauft&lt;/a&gt; wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die übrige Familie seiner Frau hatten sie schon zu Lebzeiten erfolgreich zu Mormonen konvertiert, fehlte also noch der Schwiegervater. Vielleicht dachten die Romneys, daß er einfach zu früh gestorben ist, und im Falle längeren Lebens bestimmt auch noch konvertiert wäre. Daß man also mit der posthumen Taufe bloß eine Art "Mißgeschick" repariert, und dem Toten so nachträglich noch einen Gefallen tun kann. Zudem hängt ja nach religiöser Überzeugung auch sein Wohlbefinden in der Ewigkeit davon ab. Man kann also davon ausgehen, daß er die Taufe zu Lebzeiten gewollt hätte, wenn er da schon gewußt hätte wie es nach dem Tod weitergeht, nicht wahr? Die Taufe ist also im Interesse aller, auch und insbesondere des Toten selbst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem hilft es natürlich auch der mormonischen Kirche, und den Romneys selbst. Man kann schließlich so die makellose mormonische Familie vorführen, in der alle von gleichen Glauben überzeugt sind, und der Zweifel keinen Platz hat. Alles in Ordnung also. Genau das was man für eine erfolgreiche politische Karriere braucht, und was die mormonische Kirche für ein makelloses Image braucht, nicht wahr?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für jemanden, der in der Lage und willens ist, sich in die Haut eines Atheisten wie Schwiegervater Edward Davies oder mich zu versetzen, wird das kaum eine Beruhigung sein können. Da vertritt man zeitlebens eine klare atheistische Linie, und ist dabei tolerant genug seinen Angehörigen in diesen Dingen ihren eigenen Willen zu lassen, und muß dann befürchten, nachträglich einfach "eingemeindet" zu werden, wenn man sich nicht mehr wehren kann. Daß es posthum so hingedreht wird als habe man im Grunde genau das Gegenteil von dem geglaubt, was man immer gesagt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Mormonen sind dabei anscheinend so weit gegangen, manche katholischen Päpste &lt;a href="http://www.reuters.com/article/2007/02/04/us-religion-mormons-baptism-idUSL0218416820070204?pageNumber=1&amp;amp;virtualBrandChannel=0" target="_blank"&gt;posthum zu Mormonen zu machen&lt;/a&gt;, zum Protest der katholischen Kirche. Wobei es da wenigstens eine mächtige Organisation gibt, die sich wehren kann, wenngleich ich auch da bezweifle daß das immer im Interesse der Betroffenen geschieht. Aber welcher Hahn kräht nach einem auf diese Weise in seiner Würde mißachteten verstorbenen Atheisten? Wäre das überhaupt heraus gekommen wenn Romney nicht Präsident werden wollte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immerhin hat Bill Maher in seiner Show das Unrecht der unfreiwilligen Taufe &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=nZf0xlgJrkY" target="_blank"&gt;zeremoniell rückgängig gemacht&lt;/a&gt; und damit der Würde zurück auf die Beine geholfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was, so frage ich mich, kann jemand zu seinen Lebzeiten tun um so etwas zu verhindern? Müßte man zusätzlich zu seinem "materiellen" Testament, in dem man regelt wer welchen Teil des Vermögens erbt, auch noch eine Art von "intellektuellem" Testament schreiben, wo drin steht welche Überzeugungen man vertreten hat und vertritt, und sich verbittet daß das posthum jemand so hin dreht wie es ihm paßt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schockierend auch, was für Arschlöcher die eigenen Familienmitglieder sein können, besonders wenn's um religiöse Fragen geht oder um eine Präsidentschaftskanditatur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stelle mir vor meine Tochter heiratet in eine Audiophilen-Familie, wo mit audiophilen Devotionalien ein Haufen Geld verdient wird, und nach meinem Tod wird dann überall verbreitet, ich sei in Wirklichkeit selber ein Audiophiler gewesen, und hätte auch geglaubt, daß da noch etwas sein müsse was man nicht in Meßwerten ausdrücken kann. Ein passendes Zitat von mir könnte man sicher problemlos finden, das man aus dem Zusammenhang reißen kann um das glaubhaft zu machen. Die Message wäre: "Seht her, alles in Ordnung mit Eurem Glauben, sogar der alte Motzknochen hat dazugehört".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder bin ich da zu paranoid oder zu empfindlich, &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=4&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024" target="_blank"&gt;was meint Ihr&lt;/a&gt;?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-7727548551627741634?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7727548551627741634'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7727548551627741634'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2012/02/posthum-konvertiert.html' title='Posthum konvertiert'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-6989149606825811865</id><published>2011-12-27T17:34:00.000+01:00</published><updated>2011-12-27T17:34:28.837+01:00</updated><title type='text'>FAQ USB-Audio</title><content type='html'>Man &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=1&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=1760"&gt;fetzt &lt;/a&gt;sich mal wieder über dem Thema USB-Kabel im Hifi-Forum. Das ist eigentlich nichts Neues, denn man kann sich ja bekanntlich über alle Arten von Kabeln fetzen, und ein gestandener Audiophiler läßt sich nun einmal nicht dazu bringen, seine eigenen Hörerlebnisse in Frage zu stellen, auch wenn alle Vernunft gegen sie spricht. Mir wird die Unwissenheit bei diesem Thema hier immerhin zum Anlaß für meinen dritten FAQ-Artikel (nach &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/05/faq-symmetrie.html"&gt;FAQ Symmetrie&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/05/faq-symmetrie.html"&gt;FAQ Digitaltechnik&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Wie ist das nun, ist USB das bessere oder das schlechtere Audiointerface? Zu dieser Frage kursieren die unterschiedlichsten Meinungen!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das liegt daran, daß es auf diese Frage keine eindeutige Antwort gibt. Es ist hier noch leichter als anderswo, Äpfel mit Birnen zu verwechseln, denn es gibt schon innerhalb von USB mehrere Arten der Audioübertragung (genauer gesagt der Synchronisation), und entsprechende Unterschiede in der Art und Weise, wie ein Hersteller mit den sich daraus ergebenden "Eigenheiten" umzugehen sich entschließt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Generell gilt aber, daß man mit praktisch jeder Anschlußtechnik einwandfreie Ergebnisse erzielen kann, wenn man es "richtig" macht. Und man kann mit jeder Anschlußtechnik Mist bauen, vorzugsweise wenn man etwas nicht recht verstanden hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu kommt noch, daß USB gelegentlich Dinge zur Last gelegt werden, die mit USB an sich gar nichts zu tun haben. Mein Lieblings-Gebiet "Masse" ist so ein Beispiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Was sind das für Synchronisationsarten bei USB, und was ist der Unterschied?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht dabei um die Frage, woher letztlich der Takt für das digitale Audiosignal kommt. Drei Alternativen sind bei USB möglich, und die heißen auf Englisch "Synchronous", "Asynchronous", und "Adaptive".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Betriebsart &lt;i&gt;"Synchronous"&lt;/i&gt; wird der Audiotakt direkt am USB-"Herzschlag" von 1 kHz orientiert. Das ganze USB-Protokoll (egal ob Audio oder andere Daten übertragen werden) unterliegt ja einem Raster von 1 kHz, das der Busmaster (also normalerweise der PC) für alle angeschlossenen Geräte vorgibt. Dieses Raster kann man in einem angeschlossenen Audiogerät auch als Grundlage für den Wordclock verwenden. Dazu braucht es eine PLL-Taktsynthesizer, für den das 1 kHz-Signal die Referenz bildet. In diesem Szenario gibt also der PC die Frequenz vor, und das Audiogerät muß sich daran orientieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Betriebsart &lt;i&gt;"Asynchronous"&lt;/i&gt; wird der Audiotakt im Audiogerät autonom erzeugt, entweder durch einen eigenen, freilaufenden Oszillator, oder indem ein externer Takt dort eingespeist wird (z.B. ein externer Wordclock). Der PC als USB-Master muß sich daran orientieren. Die Betriebsart heißt so, weil der USB-"Herzschlag" (bzw. USB-Bustakt) nichts mit dem Audiotakt zu tun hat. Die beiden Takte sind voneinander unabhängig und damit asynchron.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die dritte Betriebsart &lt;i&gt;"Adaptive"&lt;/i&gt; schließlich bindet den Audiotakt an die Ankunft der eigentlichen Audiodaten. Der Empfänger der Datenpakete mit den Audiodaten muß aus der Häufigkeit der Pakete auf die Taktfrequenz schließen. Er muß sich also anhand der ankommenden Audiodaten automatisch in der Frequenz anpassen, daher der Name. Dafür braucht's in der Praxis wieder einen PLL-Frequenzsynthesizer; diesmal wird als seine Referenz nicht der USB-Bustakt genommen, sondern die ankommenden Datenpakete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Was wird denn in der Praxis genommen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist eben nicht einheitlich. Ein wesentliches Kriterium für den Hersteller eines USB-Audiogeräts ist die Frage nach der Treiberunterstützung. In einem Betriebssystem gibt es meist schon einen fertigen USB-Audiotreiber, aber der kann nicht mit allen beliebigen Varianten umgehen. Der Hersteller muß also entscheiden, ob er eine Variante benutzt, die vom Betriebssystem schon unterstützt wird, oder ob er selber einen Treiber mitliefert. Letzteres ist natürlich aufwendiger und teurer, denn man hat zusätzlichen Entwicklungsaufwand. Außerdem ist es unbequemer für den Kunden, da er einen separaten Treiber installieren muß, weil das Gerät nicht einfach so nach dem Einstecken läuft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kommt noch dazu, daß unterschiedliche Betriebssysteme und Betriebssystem-Versionen sich in den Varianten unterscheiden, die sie unterstützen. Die obige Frage für den Hersteller stellt sich also für jede dieser Versionen getrennt, und ein Hersteller könnte sich veranlaßt fühlen, sich für den kleinsten gemeinsamen Nenner zu entscheiden, den alle Versionen unterstützen. Dabei kommt dann oft eine Entscheidung heraus, die nicht von der Audioqualität bestimmt ist, sondern von Aspekten der Kompatibilität und der Einfachheit der Benutzung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei D/A-Wandlern ist das in der Vergangenheit oftmals auf den "Adaptive"-Modus hinaus gelaufen, und gerade dieser Modus ist am schwierigsten zu beherrschen, was die saubere Takterzeugung angeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Darf ich raten? Es läuft wieder auf den Jitter hinaus, stimmt's?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bingo! Prinzipiell kann man mit allen drei Modi auf niedrigen Jitter kommen, aber mit einem unterschiedlichen Aufwand, und mit unterschiedlichen Kompromissen. Oder aber man scheut den Aufwand und findet sich mit im Einzelfall hohem Jitter ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der für die Takterzeugung einfachste und beste Fall ist bei einem D/A-Wandler (und auch A/D-Wandler), daß der Takt direkt beim Wandler erzeugt wird, und sich die anderen Geräte danach richten. Dann hängt die Qualität des Taktes nicht von einer Taktrekonstruktion durch eine PLL ab, und die Faktoren, die einen Qualitätseinfluß haben, werden minimiert. Diese Art der Takterzeugung würde bei D/A-Wandlern den asynchronen Modus nahelegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Modus muß es aber zusätzlich zum Datenpfad, der vom PC zum D/A-Wandler geht, auch einen Taktpfad in die entgegengesetzte Richtung geben. Der vom Wandler erzeugte Takt muß ja an den PC gehen, damit der die Daten im richtigen Rhythmus schicken kann. Dafür braucht es zusätzliche sog. "Endpoints", was die Implementierung der USB-Funktion in den Geräten geringfügig verteuert. Es gibt also einen Anreiz, wenigstens für die allerbilligsten Implementierungen, hier durch Wahl eines anderen Modus zu sparen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den beiden anderen Modi, "synchronous" und "adaptive", kommt der Takt vom PC und muß im D/A-Wandler rekonstruiert werden. Dazu braucht es eine PLL, und deren Auslegung ist Kompromissen unterworfen. Für niedrigen Jitter wäre es wünschenswert, die Regelung "träge" zu machen, um den Jitter besser herauszufiltern. Das geht aber auf Kosten der Zeit, die es braucht, bis die PLL am Beginn der Übertragung eingerastet ist. Das wäre bei "synchronous" nicht ganz so schlimm, denn der Bustakt liegt ja schon vor Beginn der Audioübertragung an, folglich kann man hier meist "vorsorglich" synchronisieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei "adaptive" ist man aber dazu verdammt, auf die Audiopakete zu warten, bevor man mit der PLL-Regelung anfangen kann, und dann müßte man ja eigentlich schon fertig spielfähig sein. Das läuft zwangsläufig auf einen Zielkonflikt zwischen niedrigem Jitter und schnellem Start hinaus. Hier findet man oft Lösungen, die gute Jitterperformance opfern, um schnell spielfähig zu sein. Es kommt noch erschwerend hinzu, daß hier auch noch die Referenz selbst schlechter ist als beim synchronen Modus, denn der Bustakt kommt am USB-Gerät mit weniger Jitter an als die Audio-Pakete, folglich gibt's im Fall der adaptiven Übertragung auch noch mehr Jitter, den die PLL rausfiltern muß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Wenn der adaptive Modus der schlechteste ist, wieso gibt's ihn dann überhaupt, bzw. wieso wird er überhaupt genommen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist für den PC ein bequemer Modus, der Aufwand entsteht schließlich bloß im Audiogerät. Und selbst wenn man im Audiogerät nur einen Minimalaufwand treibt, kommt immerhin für viele Anwendungen ganz brauchbarer Schall raus. Deswegen war das auch der Modus, mit dem die Betriebssysteme am frühesten zurecht kamen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Problem hat im Übrigen damit hauptsächlich ein D/A-Wandler. Andere Arten von Audiogerät müssen unter Umständen gar keinen Takt rekonstruieren, bzw. haben keine besonderen Jitteranforderungen. Für die reicht "adaptive" ganz locker.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Wieso ist der Jitter überhaupt ein Problem? Schriebst Du nicht schon früher, der sei sowieso nicht hörbar?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er kann schon hörbar werden wenn er heftig genug wird. Ich habe auf Untersuchungen &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/06/jitter-verwirrungen.html"&gt;verwiesen&lt;/a&gt;, die herausfinden wollten wieviel Jitter unter welchen Umständen hörbar ist, bzw. ab wann er nicht mehr hörbar ist. Dabei kommen Werte heraus, die nicht besonders schwierig zu erreichen sind. Daraus habe ich eine Einschätzung gewonnen, ab welchem Punkt man davon ausgehen kann, auf der sicheren Seite zu sein. Wenn man aber z.B. im Fall USB-"adaptive" keine besonderen Maßnahmen ergreift, dann kommen da u.U. ziemlich große Jitterwerte zustande, die eben nicht auf der sicheren Seite sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob man das dann hört ist beileibe nicht sicher, aber eben auch nicht ausgeschlossen. Für anständige Hifi-Geräte sollte man - Hörbarkeit hin oder her - auch anständige Jitterwerte erwarten können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Woher weiß ich überhaupt, in welchem Modus mein Gerät arbeitet?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn's die Dokumentation des Herstellers nicht hergibt, dann wirst Du auf USB-Analyse-Tools zurückgreifen müssen. Je nach Betriebssystem gibt's da freie und kommerzielle Produkte, aber in aller Regel ist das nichts für den Laien, denn was da angezeigt wird versteht man bloß, wenn man sich mit den USB-Dokumenten und der USB-Technik im Detail vertraut gemacht hat. Ich bin aber selbst für gute Tipps dankbar, denn ich habe auch keinen erschöpfenden Überblick über alles was es da so gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Und wenn ich jetzt tatsächlich mit dem "asynchronous"-Modus arbeite, heißt das dann die Qualität ist besser als bei anderen Schnittstellen, wie z.B. S/P-DIF?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Voraussetzungen für guten D/A-Wandler-Takt sind in der Tat besser, denn der kommt bei "asynchronous" aus dem USB-Audio-Gerät selbst, während er in aller Regel bei S/P-DIF aus dem ankommenden Signal rekonstruiert werden muß. Wie gut er dann schlußendlich ist, kann nur eine Messung klären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein guter Takt ist aus dem S/P-DIF-Signal normalerweise leichter zu extrahieren als bei USB-"synchronous" oder USB-"adaptive", weil die Signalquelle üblicherweise schon weit weniger jittert. Wollte ich eine Hierarchie für D/A-Wandler aufmachen, nicht der &lt;i&gt;tatsächlichen &lt;/i&gt;Taktqualität, sondern der Schwierigkeit für den Hersteller, eine gute Taktqualität zu erreichen, dann würde die von &lt;i&gt;einfach &lt;/i&gt;nach &lt;i&gt;schwierig &lt;/i&gt;so aussehen:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;USB-"asynchronous"&lt;/li&gt;&lt;li&gt;S/P-DIF&lt;/li&gt;&lt;li&gt;USB-"synchronous"&lt;/li&gt;&lt;li&gt;USB-"adaptive"&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Die tatsächliche Taktqualität hängt von den konstruktiven Lösungen im Gerät ab und muß daher nicht dieser Reihe folgen, vielmehr kann man mit allen Alternativen einen guten Takt erzeugen, wenn man es darauf anlegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Hängt das dann auch vom Kabel ab?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist in der Praxis ziemlich unwahrscheinlich, wenn auch nicht völlig ausgeschlossen. Wenn es Einflüsse gibt, dann haben die normalerweise ziemlich profane Gründe, die z.B. mit der Masse zusammenhängen, nicht aber mit USB. Eine USB-Verbindung stellt immer auch eine Masseverbindung her, und darauf reisen oft Störströme. Der PC ist in aller Regel ja auch als elektrische Störquelle bekannt. Für ein USB-Audiogerät stellt sich das Problem, wie man solche Störungen, die unweigerlich auf der Masse-Leitung und der Stromversorgung (USB transportiert ja auch noch eine 5 V Versorgung) daher kommen, aus den empfindlichen Schaltungsteilen heraus hält.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die empfindlichen Schaltungsteile sind dabei insbesondere die analogen Schaltungsteile nach dem eigentlichen D/A-Wandler, aber es gehört auch die Takterzeugung und -aufbereitung dazu. In beiden Fällen besteht eine elektrische Verbindung zur digitalen Masse auf dem USB-Kabel, und damit zum PC.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe es z.B. schon erlebt, daß man auf diese Weise im USB-Audiosignal die PC-Festplatte hat arbeiten hören, aber das hat mit USB im Grunde nichts zu tun, sondern mit der Tatsache, daß die Festplatte auf die Stromversorgung Einfluß hat, und sich das über das USB-Kabel in das angeschlossene Audiogerät fortpflanzen kann. Und es hat was damit zu tun ob und wie man solchen Problemen im Audiogerät konstruktiv entgegen getreten ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein USB-Kabel kann auf diese Situation einen Einfluß haben, weil die Masse-Verbindung unterschiedliche Impedanzen haben kann, und weil höherfrequente Störungen bei manchen Kabeln durch Ferrithülsen bekämpft werden (das sind diese Verdickungen im Kabel in der Nähe der Stecker).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Grund für die Anschaffung von "High-End"-Kabeln ist das aber nicht. Mit Geld ist da nicht viel ausgerichtet, zumal die Wirkungsweise solcher Kabel völlig im Dunkeln liegt, und davon auszugehen ist, daß die behaupteten Wirkungen frei erfunden sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besser ist man dran, wenn man sich die generelle Topologie der Masseverkabelung genauer anschaut, Masseschleifen aufspürt, und nach Möglichkeit unterbindet. S/P-DIF bietet in dieser Hinsicht einen Vorteil gegenüber USB, weil es leicht galvanisch zu trennen ist, besonders wenn man die optische Variante nimmt. Dieser Vorteil kann in der Praxis weitaus größere Bedeutung haben, als die Unterschiede zwischen den einzelnen Modi bei USB.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Das erinnert mich an Deinen &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/08/netzwerkkabel-und-die-leidige-masse.html"&gt;Artikel &lt;/a&gt;über die Netzwerkkabel.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurecht! USB ist in dieser Hinsicht einem Netzwerk ähnlich. Im Gegensatz zu Ethernet ist bei USB aber keine galvanische Trennung drin, man kann also nicht auf einfache Weise wie mit einem ungeschirmten Patchkabel die Massen trennen. Bei USB ist immer eine Masseverbindung mit drin, da kommt man bloß mit hohem Aufwand drum herum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kommt daher, daß USB nicht für größere Entfernungen ausgelegt ist, und die kleinen Entfernungen nicht als problematisch in Sachen unterschiedliche Massepotenziale angesehen wurden. Für die meisten Fälle stimmt das auch, aber bei Audio kommt es leicht zu ausgedehnten Massenetzen, besonders über Schutzleiter und/oder Antennenerdung, und das führt immer wieder zu Problemen. Eine galvanische Trennung zwischen der Computerwelt und der Audiowelt wäre da in vielen Fällen sehr nützlich. Mit Ethernet und optischem S/P-DIF geht das sehr einfach, mit USB oder HDMI aber nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Mit der eigentlichen Datenübertragung hat das also nichts zu tun?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein. Die Bits kommen immer noch unverändert an. Wenn's mal so schlimm wird, daß das nicht mehr gesichert ist, dann resultieren deutlichere Störungen als eine subtile Klangänderung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Daten falsch ankommen werden sie übrigens nicht nochmal geschickt. Da gibt's anscheinend bei vielen Leuten ein falsches Verständnis. USB unterscheidet zwischen "Bulk"-Daten und "Isochronous"-Daten. Erstere werden gesichert, und die Übertragung wird im Fehlerfall wiederholt. Letztere werden nicht gesichert und auch nicht wiederholt, denn es wird davon ausgegangen daß es für so etwas gar keine Zeit gibt. Man nimmt an, daß "Isochronous"-Daten sofort gebraucht werden, und daß ein nochmaliges Verschicken im Fehlerfall ohnehin zu spät käme. Audiogeräte arbeiten aus nachvollziehbaren Gründen mit "Isochronous"-Daten, während z.B. ein Speicher-Stick mit "Bulk"-Daten arbeitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Jetzt weiß ich zwar viele Details, ich weiß aber immer noch nicht was ich konkret bevorzugen soll. Was würdest Du denn nehmen?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe einen Vorteil, denn ich kann im Zweifel messen ob mir die gebotenen Eigenschaften reichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hätte ich das nicht, dann würde ich in den meisten Fällen erst einmal auf eine klar eingegrenzte Masseverkabelung achten, und das kann schnell den Ausschlag zugunsten S/P-DIF oder genereller zugunsten einer galvanisch getrennten Schnittstelle geben. Wenn's eine USB-Lösung sein soll, dann würde ich in Abwesenheit genauerer Information auf den asynchronen Modus Wert legen, was möglicherweise mit einem eigenen Treiber des Herstellers einher geht. Die Qualität des Treibers wird dann ohnehin eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung spielen. Wenn das Gerät die Möglichkeit bietet, einen externen Wordclock entgegen zu nehmen, was generell wünschenswert ist, dann ist der asynchrone Modus sowieso der einzig sinnvolle Modus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Kommentare gilt das &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Übliche&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-6989149606825811865?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6989149606825811865'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6989149606825811865'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/12/faq-usb-audio.html' title='FAQ USB-Audio'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-6583782685788876763</id><published>2011-12-24T15:39:00.000+01:00</published><updated>2011-12-24T15:39:48.863+01:00</updated><title type='text'>Brummen oder Brennen?</title><content type='html'>Es ist ja schon schlimm genug wenn das von "wohlmeinenden Tippgebern" in einem Forum kommt, aber wenn's ein Hersteller quasi offiziell im Handbuch seines Produktes empfiehlt, dann wird's kriminell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht um die Bekämpfung von Brummschleifen durch Aufhebung der Schutzleiterverbindung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer in seiner Audioanlage Geräte mit Schutzleiterverbindung hat, den trifft mit einer relativ großen Wahrscheinlichkeit auch das Problem der Brummschleife. Ich habe schon mehrfach über dieses mit der Masse zusammenhängende Problem geschrieben und werde das hier nicht wiederholen. Leider kursieren als Abhilfe immer wieder Tipps, man solle es bei einem oder mehreren Geräten eben mit dem Auftrennen der Schutzleiterverbindung probieren. Dazu gehört das Abkleben der Schutzleiterkontakte am Stecker, oder Manipulationen in den Steckern oder in den Geräten. Und das hilft ja oftmals auch gegen das Brummen, denn dadurch wird die Schleife tatsächlich aufgetrennt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Beseitigt hat man dabei aber auch die Schutzfunktion, für die der Schutzleiter da ist. Man hat eine Unannehmlichkeit durch eine Gefahr ersetzt. Eine Gefahr nicht bloß für sich selbst, was man vielleicht noch moralisch vertretbar finden könnte, sondern eine Gefahr für unbeteiligte Dritte. Deswegen ist so etwas auch verboten, und falls tatsächlich was passieren sollte sieht man auch bei etwaigen Schadenersatzforderungen und Haftungsfragen ziemlich schlecht aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Hifi-Forum findet sich bei solchen Tipps zum Glück schnell jemand, der den Tippgeber rüffelt. Insofern ist da das Risiko gering, daß jemand zu illegalen und gefährlichen Handlungen angeleitet wird, ohne daß er sich dessen bewußt würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anders ist das wenn ein &lt;a href="http://audialonline.com/"&gt;Hersteller&lt;/a&gt; das in einer &lt;a href="http://audialonline.com/html/model-s-usb/usermanual.pdf"&gt;Bedienungsanleitung&lt;/a&gt; empfiehlt. Dort findet man auf der sechsten Seite folgenden Hinweis:&lt;br /&gt;&lt;blockquote class="tr_bq"&gt;&lt;i&gt;"However, if capacitors or directly coupled output is used, then only one connection to the safety earth is required, otherwise ground loop may occur. This means that either DAC or (say) amplifier should use a 3-lead /3-pin earthed connection, but not both."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;Der Autor scheint zu glauben, daß die Sicherheit auch dann gewährleistet ist, wenn nur ein Gerät mit dem Schutzleiter verbunden ist, weil die anderen Geräte, z.B. über die Masse einer Cinch-Verbindung, dann indirekt ebenfalls am Schutzleiter hängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist aber ein schwerer Irrtum!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fürchte der Irrtum ist relativ häufig, weswegen eine Erklärung hier wohl angebracht ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Schutzleiter ist dazu da, zu verhindern daß der ahnungslose Benutzer eines fehlerhaften Gerätes mit Netzspannung in Berührung kommen kann, und dadurch zu Schaden kommt. Es ist wichtig, sich klar zu machen welche Fehlerszenarien dadurch abgedeckt werden sollen, denn dadurch erkennt man wie der Schutzleiter wirken soll, und warum der Hinweis des Herstellers falsch und gefährlich ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Audiogerät hat üblicherweise ein metallisches Gehäuse, und das kann Strom leiten. Wenn durch einen Defekt im Gerät ein Draht, der Netzspannung führt, mit dem Gehäuse in Kontakt kommt, dann liegt die Netzspannung frei berührbar am Geräteäußeren und stellt eine Gefahr dar. Es gibt zwei verschiedene Arten wie man dieser Gefahr begegnet:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Ein schutzisoliertes Gerät enthält intern verstärkte Maßnahmen, um die Isolation der Netzspannung vom Gehäuse zu gewährleisten. Eine Schuzleiterverbindung ist dann nicht nötig und auch gar nicht erlaubt. Dieser Fall ist der übliche Fall bei Hifi-Anlagen. Die Geräte haben meist einen flachen 2-poligen "Eurostecker".&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Das Gehäuse des Gerätes ist mit dem Schutzleiter verbunden, so daß bei Kontakt der Netzspannung mit dem Gehäuse ein Kurzschluß entsteht, und durch den entstehenden Stromfluß eine Sicherung auslöst, wodurch die Netzspannung unterbrochen wird. Die Schutzleiterverbindung ist bei so einem Gerät Pflicht, und der Stecker ist 3-polig (die beiden seitlichen Kontakte beim Schuko-Stecker zählen als eine Verbindung).&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Daraus sieht man, daß die Schutzleiterverbindung den Strom aushalten können muß, der zum Auslösen der Sicherung nötig ist. Deswegen ist vorgeschrieben, daß die Schutzleiterverbindung mit einem Draht gemacht sein muß, der mindestens so dick ist wie die anderen Drähte im Netzkabel. In Deutschland sind die meisten Steckdosen mit 16 A abgesichert, das heißt der Schutzleiter muß 16 A vertragen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist aber nicht der Fall wenn die Schutzleiterverbindung über ein Cinch-Kabel geht. Wenn man Glück hat ist da genug Kupfer drin daß die Masseverbindung so einen Strom aushält, aber es gibt viele Kabel bei denen es bei weitem nicht reicht. Was dann im Fehlerfall passieren kann ist schnell beschrieben: Das Cinch-Kabel wird heiß und fängt im Extremfall an zu brennen. Die Sicherung löst nicht aus, stattdessen brennt das Kabel durch, und es liegt jetzt tatsächlich Netzspannung am Gehäuse an. Die Schutzleiterverbindung hat sich selbst deaktiviert, anstatt die Gefahr zu beseitigen, und ist sogar selbst zur Gefahr geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und es gibt noch einen weiteren Grund warum der Tipp des Herstellers gefährlich ist: Wenn manche Geräte auf diese Weise indirekt geerdet sind, dann ist es einfach, sie am Netz zu lassen während die Schutzleiterverbindung unterbrochen wird. Man braucht ja bloß die NF-Leitung abzuziehen, schon ist der Schutz weg, ohne daß gleichzeitig auch die Netzverbindung aufgehoben wäre. Man konstruiert die Netzstecker ja nicht umsonst so, daß die Schutzleiterverbindung immer automatisch hergestellt wird, wenn man einsteckt. Sie wird sogar durch voreilende Kontakte beim Einstecken zuerst hergestellt, und beim Ausstecken zuletzt getrennt. Wenn die Verbindung über separate Leitungen und Stecker geht, dann ist es mit diesem Automatismus vorbei. Damit wird es in der Praxis viel zu einfach, daß man den Schutz verliert, ohne daß es auffällt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den ganzen elektrischen Schutzmaßnahmen ist das dahinter stehende Prinzip, daß man vom Desaster immer mindestens zwei voneinander unabhängige Schritte entfernt sein will. Wenn ein Fehler reicht um die Katastrophe auszulösen, dann ist es eine Frage der Zeit bis sie eintritt. Der Schutzleiter ist ein Beispiel für diese zweite Barriere, die dann auf den Plan tritt wenn ein Fehler passiert ist. Das heißt aber auch daß man das Fehlen der zweiten Barriere nicht bemerkt, so lange alles in Ordnung ist. Fehlt sie aber, dann hindert nichts mehr, daß sich ein Fehler in Sekundenbruchteilen von einer harmlosen Kleinigkeit zu einem echten Problem größeren Ausmaßes entwickelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deswegen sind solche faulen Tipps so problematisch: Sie suggerieren, daß alles in Ordnung ist, und wenn sie auch noch das Brummen beseitigen, dann scheint der Zustand sogar verbessert worden zu sein. In Wirklichkeit hat man einen Sicherheitsmechanismus unterlaufen, dessen Fehlen zum Verhängnis führen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich ist so etwas ein Killer-Kriterium für einen Hersteller, da können seine sonstigen Leistungen sein wie sie wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Diskussionen gibt's wie üblich &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;diesen Thread&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-6583782685788876763?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6583782685788876763'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6583782685788876763'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/12/brummen-oder-brennen.html' title='Brummen oder Brennen?'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-686072044945589320</id><published>2011-12-11T11:19:00.001+01:00</published><updated>2011-12-11T14:12:34.031+01:00</updated><title type='text'>Gottesmarketing</title><content type='html'>Gerade als in &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024&amp;amp;postID=4117#4117"&gt;meinem Thread&lt;/a&gt; im Hifi-Forum über die Rolle der Presse im Lautheitskrieg diskutiert wird, rauscht ein anderes Thema durch den Blätterwald, an dem meiner Meinung nach die Mechanismen der Medienlandschaft noch besser aufgezeigt werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es brodelt die Gerüchteküche, daß das &lt;a href="http://www.cern.ch/"&gt;CERN&lt;/a&gt; in Kürze den Nachweis des schon lange gesuchten &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Higgs-Boson"&gt;Higgs-Bosons&lt;/a&gt; verkünden könnte. Oder zumindest einen deutlichen Hinweis auf dessen Existenz. Für die Physik ist das eine außerordentlich wichtige Nachricht. Das für mein heutiges Thema Interessanteste dabei ist aber, daß sich in der allgemeinen Medienlandschaft inzwischen praktisch niemand mehr verkneifen kann, beim Higgs-Boson vom sogenannten "Gottesteilchen" zu reden. Egal ob &lt;a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,802261,00.html"&gt;Spiegel&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/der-kitt-des-universums-physiker-finden-hinweis-auf-gottesteilchen-1.1231166"&gt;Süddeutsche&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.bild.de/news/2010/cern/suche-nach-dem-gottes-teilchen-higgs-boson-12040144.bild.html"&gt;Bild&lt;/a&gt;, ob &lt;a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1572831/"&gt;Deutschlandfunk&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36000/1.html"&gt;Heise&lt;/a&gt;, keiner widersteht der Versuchung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber hat dieses Teilchen mit Gott zu tun?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ursprung dieser Bezeichnung ist schnell erzählt: Der Physiker und Nobelpreisträger &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leon_Max_Lederman"&gt;Leon Lederman&lt;/a&gt; veröffentlichte 1993 mit einem &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dick_Teresi"&gt;populärwissenschaftlichen Coautor&lt;/a&gt; zusammen ein &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_God_Particle:_If_the_Universe_Is_the_Answer,_What_Is_the_Question%3F"&gt;Buch über das Higgs-Boson&lt;/a&gt; und seine Rolle im physikalischen Weltmodell. &lt;a href="http://www.guardian.co.uk/science/2008/jun/30/higgs.boson.cern"&gt;Angeblich&lt;/a&gt; wollte Lederman das Teilchen ursprünglich &lt;i&gt;"that goddamn particle"&lt;/i&gt; nennen, aber da war sein Lektor dagegen. Stattdessen wurde es dann zum &lt;i&gt;"god particle"&lt;/i&gt;, was in der Retrospektive eine wirtschaftlich gesehen clevere Wahl war, denn wie man sieht hängt der Begriff bis heute in den Hirnen der Journalisten und ihrer Leser fest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Teilchen hat also genau das mit Gott zu tun, daß Gott auf dem Umschlag eines populärwissenschaftlichen Sachbuches eine umsatzsteigernde Wirkung hat, besonders wenn der Autor ein Physiker mit Nobelpreis ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr ist da nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Begriff "Gottesteilchen" ist damit nichts Anderes als eine "Urban Legend", ein sich aus sich selbst heraus weiter verbreitendes Gerücht, ein "&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mem"&gt;Mem&lt;/a&gt;", das die Hirne in unserer Medienwelt befällt und sie dazu bringt, es zu vervielfältigen. Die vom Begriff suggerierte Verbindung zwischen Physik und Metaphysik existiert dabei aber gar nicht, der Begriff ist leer, eine Mogelpackung ohne Inhalt. Es ist ein Trick des Marketings, um im umkämpften Sachbuchmarkt auf die vorderen Plätze zu kommen. Wer da in den entsprechenden Ranglisten nicht in die ersten 10 Plätze vorstößt, der taucht bei vielen Leuten gar nicht erst auf dem Radar auf. Einen Begriff zu erfinden, der etwas suggeriert das das Buch hinterher dann gar nicht einlöst, gehört da noch zu den harmloseren Finten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber warum machen die ganzen Journalisten dabei mit? Sicher nicht um Lederman und seinem Verlag zu mehr Umsatz zu verhelfen! Worin besteht die Faszination und die Wirkung dieses Begriffs, der doch eigentlich gar nichts aussagt (und das was er suggeriert ist gelogen), und bloß als Verkaufshilfsmittel erfunden wurde?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist es sicher so, daß der Begriff "Higgs-Boson" in der Überschrift eines Zeitungsartikels weniger Leser anziehen wird, als das Wort "Gottes-Teilchen". Aber da gäbe es noch andere Möglichkeiten, die zum gleichen Ergebnis führen würden. Wie wär's zum Beispiel mit: "Teufels-Teilchen", "Todes-Teilchen", "Phantom-Teilchen", "Sex-Teilchen" oder "Märtyrer-Teilchen"? Wenn es nur darum geht Aufmerksamkeit zu erregen, ohne Rücksicht auf den damit transportierten Inhalt, dann ist es doch völlig egal, mit welchem reißerischen Hohlwort man das Teilchen verbindet! Dann hätte auch der Begriff "Gottverdammtes Teilchen" funktioniert, den der Lektor damals abgelehnt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber ich denke unter all diesen Alternativen ist es nicht zufällig der Begriff "Gottes-Teilchen" geworden. Es ist derjenige Begriff, der am ehesten "geht". Warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt unbestreitbar ein großes unterschwelliges Bedürfnis, die Naturwissenschaften, und speziell auch die Physik, mit dem Metaphysischen in Verbindung und in Einklang zu bringen. Gerade die Physik hat sich auf der einen Seite immer weiter von der Vorstellungswelt eines "normalen" Menschen entfernt, andererseits tritt sie im Gebiet der "Welterklärung" gegen die Religionen an, und kann für sich geradezu spektakuläre Erfolge verbuchen, die immer auch als Niederlage der Religion aufgefaßt werden können. Wenn der Nachweis des Higgs-Bosons nun gelungen sein sollte, dann wäre das ein weiterer spektakulärer Erfolg der Physik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das zu würdigen fällt einem als physikalisch nicht entsprechend vorgebildetem Mensch zusehends schwerer, angesichts des sich von der normalen Erfahrungswelt immer weiter entfernenden Themas. Vielleicht ist es daher nicht ganz überflüssig wenn ich das kurz einzuordnen versuche. Beim Higgs-Boson geht es nicht um Gott, und ich habe auch wenig Verständnis für die Metapher, das Teilchen würde das Universum zusammen halten. Das Teilchen hält eine wissenschaftliche Theorie, ein Erklärungsmodell zusammen. Es ist gewissermaßen der Schlußstein in diesem Modell und damit seine Bestätigung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vergleichen kann man das mit dem &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Periodensystem"&gt;Periodensystem der Elemente&lt;/a&gt;, das im 19. Jahrhundert als Theorie aufgestellt wurde. Diese Theorie hat das Verständnis, wie Materie aufgebaut ist, entscheidend voran gebracht. Das hat viele Anwendugen, besonders auch in der Chemie, erst möglich gemacht, und hat auch das Verständnis vom Aufbau der Atome befördert. Aus der Theorie folgten aber auch Vorhersagen über die Existenz von Elementen, die bis dahin noch nicht bekannt waren, für die es aber im Periodensystem einen Platz gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So etwas ist für die wissenschaftliche Arbeit extrem wichtig, denn es bietet eine Möglichkeit, die Theorie zu testen. Wenn man aus der Theorie die Existenz von etwas bisher Unbekanntem folgern kann, dann kann man experimentell nach diesem Unbekannten suchen, denn aufgrund der Theorie kann man genauer sagen was für Eigenschaften das Gesuchte haben müßte. Wenn es daraufhin gefunden wird, dann ist das eine überzeugende Bestätigung für die Theorie. Wenn man es nicht findet, muß man eine plausible Erklärung finden warum man das Gesuchte nicht finden konnte, ansonsten sieht die Theorie alt aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Periodensystem hat das ausgezeichnet geklappt. Schon &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dmitri_Iwanowitsch_Mendelejew"&gt;Mendelejew&lt;/a&gt;, einer der beiden Entdecker des Periodensystems, postulierte auf dessen Basis die Existenz dreier bis dahin unbekannter Elemente, weil im Periodensystem an diesen Stellen Lücken auftraten. Alle drei Elemente (Gallium, Scandium und Germanium) wurden daraufhin gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Higgs-Boson ist das einzige Teilchen aus der als "&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Standardmodell"&gt;Standardmodell der Elementarteilchenphysik&lt;/a&gt;" bekannten Theorie, für welches man bisher noch keinen Nachweis hatte. Higgs und ein paar andere Physiker haben schon vor Jahrzehnten vorausgesagt, daß es ein solches Teilchen geben müßte wenn das Standardmodell stimmt. Es ist die gleiche Situation wie damals bei den Lücken im Periodensystem: Wenn man das findet was in die Lücken reingehört, dann ist das eine schlagende Bestätigung für die Theorie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wichtige ist also nicht das Teilchen, sondern die Theorie. Ohne die Theorie hätte man gar keinen Grund nach dem Teilchen zu suchen, und keinen Anhaltspunkt wie und wonach man suchen müßte. Und man hätte auch keine Rechtfertigung für das viele Geld, das man dafür ausgeben muß. Die Wichtigkeit dieser Frage kann man daran erkennen, wieviel Geld man in den Bau des Apparates hineingesteckt hat, mit dem man so ein Teilchen suchen kann. Es wirkt zugegebenermaßen etwas paradox, daß man immer größere Anlagen bauen muß, um immer kleinere Teilchen aufzuspüren, aber das ist wohl der Gang der Physik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn also das Higgs-Boson nun zu einem erneuten Triumph der Physik werden sollte, dann ist das so weit von Gott entfernt wie es nur sein könnte. Gott hat weder etwas mit der Entstehung der zugrunde liegenden Theorie zu tun, aufgrund derer die Existenz des Teilchens vorhergesagt wurde, noch mit der Suche nach einem experimentellen Nachweis. Higgs selbst glaubt nicht an Gott, so wenig wie wahrscheinlich die Mehrheit seiner Fachkollegen. Das Teilchen erklärt einen Aspekt der physikalischen Realität, für den man nun keine religiöse Erklärung mehr braucht; es hat damit Gott um ein ganz klein wenig überflüssiger gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich sollte sich damit die Notwendigkeit reduziert haben, auf Metaphysik zurückzugreifen, aber erstaunlicherweise führt es dazu, daß mal wieder die metaphysischen Assoziationen ins Kraut schießen, gerade so als wäre die nackte Wissenschaft unerträglich, und müßte in eine Art religiöser Watte gepackt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich meine, den beteiligten Wissenschaftlern kann das nicht recht sein. Ich verstehe auch nicht wirklich, warum sich ein Lederman von seinem Verlag so manipulieren läßt. Seine Botschaft wird dadurch jedenfalls verfälscht, und er gibt sich als Kronzeuge für etwas her, das gar nicht Seines ist. Ich empfinde hier die Religion als ein Kuckucksei im naturwissenschaftlichen Gelege, das von den Wissenschaftlern mit ausgebrütet wird. Um ihres eigenen Marketingerfolges willen betreiben sie das Geschäft derer, die ganz andere Ziele haben: Gottesmarketing. Und wie es beim Kuckuck so ist, könnte es sein daß am Ende die eigenen Küken aus dem Nest geschmissen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare wie üblich bitte &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-686072044945589320?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/686072044945589320'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/686072044945589320'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/12/gottesmarketing.html' title='Gottesmarketing'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-1214768758725873087</id><published>2011-12-02T11:13:00.001+01:00</published><updated>2011-12-02T14:43:25.767+01:00</updated><title type='text'>Der Fluch der besseren Technik</title><content type='html'>Wenn heute jemand behauptet, Analog klänge besser als Digital, dann muß ich ihm in gewisser Weise sogar recht geben. Eine CD beispielsweise klingt nicht selten heutzutage beschissener als das gleiche Material auf der LP. Und auch im Radio hat die Digitaltechnik anscheinend eher zu einer Verschlechterung als einer Verbesserung der Klangqualität geführt. Haben die alten Analog-Verfechter am Ende doch recht behalten? Was ist faul an der Digitaltechnik?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, technisch gesehen ist nix daran faul. Technisch gesehen ist die Digitaltechnik eindeutig besser. Die meisten angeblichen Vorteile der Analogtechnik basieren auf teilweise grobem Unverstand der Digitaltechnik. Die Digitaltechnik ist das Opfer ihres eigenen Erfolges, und ihrer Möglichkeiten, geworden. Auch diese Revolution hat mal wieder &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Vergniaud"&gt;ihre Kinder gefressen&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das klingt erst einmal paradox, aber wenn man sich die Entwicklung der letzten 30 Jahre anschaut, erkennt man den roten Faden und die Triebkräfte. Ein sehr wichtiger Faktor war dabei der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Loudness_war"&gt;Lautheitskrieg&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die CD auf der Bildfläche erschien, gab es zwar schon einen Lautheitswettbewerb bei Analogmedien, wie z.B. der LP, aber die damaligen technischen Möglichkeiten waren noch recht bescheiden. Zum Lautmachen braucht man technische Hilfsmittel, allen voran die sog. Dynamikkompressoren, die den Unterschied zwischen laut und leise verkleinern. Dadurch kann man die durchschnittliche Lautheit anheben, ohne daß die gelegentlichen Pegelspitzen die technischen Grenzen des Mediums sprengen. Solche Dynamikprozessoren gab es zwar schon als Analoggeräte, aber mit vergleichsweise einfachen Möglichkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Grenzen des Mediums sind dabei bei Analogmedien weniger scharf definiert als bei der Digitaltechnik. Das Analogband fängt z.B. an der Pegelgrenze zunehmend an zu verzerren, aber ein hartes Limit gibt's nicht. Letztlich wirkt das Analogband selbst als eine Art Dynamikkompressor, und es ist auch schon früh zu genau diesem Zweck eingesetzt worden. Bei der LP ist das anders, da gibt's aber ebenfalls keine scharfe Grenze. Es steigt lediglich bei steigendem Pegel die Wahrscheinlichkeit, daß die Nadel aus der Rille fliegt. Man würde also riskieren, daß eine steigende Zahl von Käufern sich beschweren und das Produkt umtauschen will. Bei UKW-Rundfunk gibt's eine von der damaligen Post als der für die Sender verantwortlichen Behörde überwachte Modulationsgrenze. Heutzutage ist die &lt;a href="http://www.bundesnetzagentur.de/"&gt;Bundesnetzagentur&lt;/a&gt; dafür zuständig, die Modulationsgrenze ist nach wie vor die gleiche. Diese Grenze wird durch einen hart einsetzenden Limiter erzwungen, eine technische Grenze gibt es dagegen in dieser Form nicht. Das Limit ist hier also ein rechtliches, und kein technisches Limit wie bei den anderen Medien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Digitaltechnik ist die Situation einfacher, denn die Codierung der Abtastwerte als Zahl bedingt eine Grenze, die durch den maximalen und minimalen Zahlenwert definiert ist. Diese Grenze ist hart und absolut. Da gibt's keinen allmählichen Übergang, entweder die Zahl paßt in den vorgesehenen Bereich, oder eben nicht. Wenn nicht, dann liegt Übersteuerung vor, und dann wird die Zahl auf den Maximalwert begrenzt, was mit dem Begriff Clipping beschrieben wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Technisch gesehen ist sowohl das analoge als auch das digitale Übersteuern unerwünscht, denn die Klangqualität leidet. Bei digitalem Clipping leidet sie wegen dem scharfen Einsatz und der damit verbundenen spektralen Auswirkungen weitaus mehr. Deswegen war schon den Digitaltechnik-Pionieren vor 30 Jahren klar daß Clipping unbedingt zu vermeiden ist, und man deshalb mit großzügigem Headroom arbeiten muß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese technisch wohlbegründeten Ansichten passen aber schlecht zum Lautheitskrieg, wo die Triebfeder ja gerade die ist, innerhalb der technischen Möglichkeiten eine möglichst hohe Lautheit hinzukriegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Folge war also, daß jeder technische Fortschritt im Bereich der Dynamikprozessoren dahingehend genutzt wurde, um die Lautheit immer weiter zu steigern. Und gerade die Digitaltechnik hat im Bereich der Dynamikprozessoren einiges an zusätzlichen Möglichkeiten eröffnet, die im Analogzeitalter außer Reichweite waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Multibandkompressoren sind so eine Entwicklung, die zuerst Eingang in die Rundfunkanstalten fand. Das lange Zeit dominante Produkt ist der berühmt-berüchtigte &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Optimod"&gt;Optimod&lt;/a&gt; der Firma &lt;a href="http://www.orban.com/"&gt;Orban&lt;/a&gt;. Der Name deutet schon an, daß es darum ging, die erlaubten Modulationsgrenzen möglichst optimal auszunutzen. Die Überlegung dahinter ist, daß ein so bearbeitetes Signal beim "Durchkurbeln" der Sender am Radio lauter und druckvoller klingt, und daß ein Hörer so leichter bei diesem Sender hängen bleibt, als bei anderen, leiser wirkenden Sendern. Zudem steigt die Reichweite eines solchen Senders etwas an, also die Entfernung, in der er noch brauchbar zu empfangen ist. Beides sind insbesondere für kommerzielle Radiosender wichtige Argumente, denn sie wirken sich direkt auf die Werbeeinnahmen aus, aus denen der Sender sich finanziert. Es wird daher wenig überraschen, daß die kommerziellen Sender die Vorreiter beim Einsatz solcher Geräte waren. Letztlich haben sie dadurch aber auch die restlichen Sender in Zugzwang gesetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine solche Signalbearbeitung ist nicht qualitätsneutral. Eine gemäßigte Dynamikbearbeitung kann die empfundene Signalqualität verbessern, aber es liegt im Naturell eines aus Konkurrenz gespeisten Wettbewerbs, daß die Sache nicht gemäßigt bleibt, sondern auf die Spitze getrieben wird. So lange die Hörerschaft nicht in Scharen flieht wird es immer einen Sender geben, der den Optimod noch etwas radikaler einstellt, und den daraus resultierenden kaputten Klang in Kauf nimmt. Die Wirkung ist dabei vor allem auf den vordergründigen Effekt ausgelegt, das Signal springt einen regelrecht an und wirkt daher sehr druckvoll, wird aber auch sehr schnell nervig und ermüdend, und wirkt bei allem Druck leblos, atemlos und verstopft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Möglichkeiten eines Optimod sind natürlich auch bei der Musikproduktion nicht unbemerkt geblieben, und bei der Werbebranche erst recht nicht. Auch wenn man da nicht unbedingt die gleichen Geräte wie im Rundfunk benutzt, so wurden doch die gleichen technischen Möglichkeiten herangezogen, um im Rahmen dessen was das Medium CD hergibt die Lautheit zu maximieren. So lange die CD noch ein Medium für eine qualitätsbewußte Minderheit war, also in den 80ern, war das nicht so prominent, aber in den 90ern, als die CD zum Massenmedium wurde und die LP in den Minderheitsstatus drängte, war der Lautheitskrieg auch da in vollem Gang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Motivation fehlt zwar da die Vorstellung vom Hörer, der die Sender "durchkurbelt" und am lautesten Sender hängen bleibt. Es gab aber immer auch schon Kompilationen von Titeln mehrerer Interpreten aus den Charts auf einer CD, und fast nie wurde dafür noch eine eigene Pegelanpassung gemacht, damit alle Titel gleich laut erscheinen. Das wäre zu viel Arbeit gewesen. Stattdessen hat man einfach die betreffenden Titel ohne weitere Bearbeitung zusammengestellt (was mit der Digitaltechnik besonders einfach wurde), und wenn sie unterschiedlich laut produziert wurden, dann war das auf dem Kompilat eben so zu merken. Es liegt auf der Hand, daß mindestens einmal bei denjenigen Musiksparten, zu deren Vermarktung solche Kompilationen ("Sampler") üblich sind, der Lautheitskrieg tobte. Kein Musikproduzent wollte auf einem Sampler gegen die "Konkurrenz" verlieren, weil das direkt die Verkaufszahlen beeinflußt hätte. So jedenfalls die verbreitete Überzeugung. Die Konsequenz ist eine seit Anfang der 90er stetig steigende Lautheit der CD-Produktionen, die inzwischen ein absurdes Ausmaß erreicht hat, das auch sehr auffällige Klangprobleme in Kauf nimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da die LP inzwischen nicht mehr das Massenmedium ist, ist dort der Druck zum Lautmachen weitgehend weggefallen. Ironischerweise hat das dazu geführt, daß die empfundene Klangqualität trotz der schlechteren technischen Ausgangslage in vielen Fällen heute besser ist als bei der entsprechenden CD.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war auch mal eine Zeitlang für alternative digitale Medien wie DVD-A und SACD der Fall. Die Hoffnung war, daß man für den qualitätsbewußten Teil des Marktes damit ein anderes Medium etablieren kann, für das auch ein besseres Mastering zu höherer empfundener Qualität führt. Dem Marketing folgend, hat ein großer Teil der Kundschaft die besseren technischen Daten dieser Medien für den besseren Klang verantwortlich gemacht, also z.B. die höhere Abtastfrequenz, aber die wirklichen klanglichen Vorteile gehen auf ein anderes Mastering zurück, das auf eine kompromißlose Maximierung der Lautstärke verzichtet, und nicht auf die besseren technischen Daten gegenüber der CD.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Rechnung ging aber nicht auf, und diese neueren Formate konnten sich nicht auf dem Markt etablieren. Meiner Meinung nach gibt es dafür mehrere Gründe:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die neueren Formate hatten einen Kopierschutz, und die Kundschaft hatte die wohl nicht unberechtigte Befürchtung, daß damit auch der Preis hoch gehalten werden sollte. Zudem hatte man begonnen, die Vorteile eines frei kopierbaren Formates wertzuschätzen, z.B. indem man sich eine Kopie für's Auto anfertigt, oder den Computer zur Jukebox macht. Solche Bequemlichkeiten wären mit einem Kopierschutz gleich mit entfallen. Zudem hatte man den Ruf eines Kopierschutzes mit ein paar mißglückten Versuchen bei der CD nachhaltig ruiniert.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Da man sowieso eine CD herstellen muß, verdoppelt sich der Aufwand, denn nun hat man den Produktionsaufwand für die CD und das neue Format. Zudem ist bei der SACD die Möglichkeit einer CD-kompatiblen Schicht vorhanden. Wenn man aber bei der CD-Schicht einfach das Material von der kriegerisch lauten Normal-CD nimmt, dann sieht die SACD-Schicht im Vergleich dazu schlecht aus. Man müßte also auch die SACD-Schicht entsprechend laut machen, oder die CD-Schicht anders produzieren als die Normal-CD, was den Aufwand auf das Dreifache steigern würde.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Parallel dazu steigt der Kostendruck bei Musikproduktionen immer weiter an, so daß das Budget für den zusätzlich entstehenden Aufwand immer knapper wird. Das führt dazu, daß man qualitative Kompromisse macht, die den Vorteil der DVD oder SACD schmälert, und ihre Attraktivität weiter verringert.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Ob dem aktuellen erneuten Versuch mit der Audio-Blu-ray gelingen kann, aus diesem Dreieck zu entkommen, bleibt abzuwarten. Ich bin nicht besonders optimistisch. Auch da wird erneut der Fehler gemacht, daß man versucht dem Kunden die größere Abtastrate und/oder Wortlänge als wesentlichen Vorteil zu verkaufen. Das ist aber nicht das entscheidende Problem, denn die tatsächliche Klangqualität der CD liegt aufgrund des Lautheitskrieges ja auch erheblich unter den technischen Möglichkeiten. Es käme darauf an, zu zeigen wie man das bei einem anderen Format vermeiden will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Zusammenhang mit dem Lautheitskrieg muß aber auch noch die Rolle der Werbebranche erwähnt werden. In Radiosendern, die sich ganz oder zum Teil aus Werbeeinnahmen finanzieren, hat es seit jeher Diskussionen über die Lautheit der Werbespots gegeben. Die Werbekunden wollen üblicherweise mit ihrem Spot möglichst viel Aufmerksamkeit erregen, und das versuchen sie - wer hätte es gedacht - über die Lautheit zu erreichen. Der Spot soll lauter als das umgebende Programm sein, und am besten auch lauter als andere Spots davor oder danach. Wenn also schon der Lautheitskrieg bei den Sendern selbst eingesetzt hatte, so tobte er noch schärfer bei den Werbespots. Dort werden Kompression und Übersteuerung noch radikaler eingesetzt, ohne Rücksicht auf den höchst nervenden Effekt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das Verhältnis zwischen den Werbekunden und den Sendern ist dabei ein ganz eigenes Problem. Der Werbekunde zahlt für den Spot. Er hat daher kein Interesse daran daß ein Tontechniker im Sender den zu lauten Spot einfach herunterregelt. Und der Sender hat kein Interesse an einer juristischen Auseinandersetzung darüber ob der Spot nun zu leise gesendet wurde oder nicht, und er hat schon gar kein Interesse daran den Werbekunden zu verlieren. Also werden die Werbespots mit einer genau definierten, für alle Spots gleichen Reglerstellung abgespielt. Gegen die lautmacherischen Tricks der Werbekunden hat man folglich keine praktische Handhabe. Wenn man mit seinem eigenen Programm nicht abfallen will und hohe Pegelsprünge in Kauf nehmen will, die Hörerbeschwerden hervorrufen würde, dann muß man in diesem Spiel mitmachen. Da ja außerdem auch die Musiktitel von der CD dem gleichen Phänomen unterworfen sind, bleibt einem fast nichts Anderes übrig, als die Lautstärkeunterschiede durch eine entsprechende Einstellung des Optimod am Ende der Signalkette zu nivellieren. Das bedeutet noch mehr Kompression, und einen entsprechenden Verlust an Klangqualität für das ganze Programm, und nicht bloß die Werbung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ganze ist eine Spirale, und sie führt abwärts. Die Digitaltechnik liefert für diesen Krieg immer ausgefeiltere Waffen, die aus der technischen Sicht zwar auch für die Verbesserung der Klangqualität eingesetzt werden könnten, de facto aber zum genauen Gegenteil benutzt werden. Von Qualität wird &lt;i&gt;geredet&lt;/i&gt;, der Lautheitskrieg wird &lt;i&gt;gemacht&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen ist den meisten Leuten klar, daß hier großflächig verbrannte Erde hinterlassen wird, was dem vielleicht etwas drastisch empfundenen Begriff des Krieges weitere Rechtfertigung gibt. Die Qualitätsprobleme bei Radio, Fernsehen und Musikproduktion haben ein Ausmaß erreicht, das auch unkritischen Verbrauchern anfängt, auf die Nerven zu gehen, von der qualitätsbewußten Minderheit ganz zu schweigen. Mein eigener CD-Konsum hat schon seit Längerem drastisch abgenommen, und das hat rein gar nichts mit illegalem Kopieren zu tun. Auch bei Radiosendern gibt's nur noch wenige die ich länger als eine halbe Stunde ertragen kann, und es sind nicht zufällig die, wo keine Werbung läuft. Man könnte es mit dem Alter abtun, aber ich bin mir sicher daß da mehr dahinter steckt, daß da wirklich die (Digital-)Revolution ihre Kinder frißt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber vielleicht hatte Hölderlin ja recht als er dichtete: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch!". Für den Rundfunk und das Fernsehen könnte das Rettende in Form der &lt;a href="http://www.ebu.ch/"&gt;EBU&lt;/a&gt;-Empfehlung &lt;a href="http://tech.ebu.ch/webdav/site/tech/shared/r/r128.pdf"&gt;R128&lt;/a&gt; kommen. Was da so technisch daher kommt, könnte der Hebel sein, mit dem man diese Abwärts-Spirale aufbrechen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie soll das gehen? Nun, R128 baut auf einem relativ neuen technischen Verfahren auf, mit dem die Lautheit eines Audiosignals bestimmt werden kann. Die Lautheit ist etwas Anderes als der Pegel, das sollte aus dem schon Gesagten klar geworden sein. Die Lautheit ist an der menschlichen Empfindung orientiert, nicht an der elektrischen Signalstärke. Es finden darin Erkenntnisse Verwendung, die aus psychoakustischen Forschungen resultieren. Das entsprechende Lautheits-Meßverfahren ist als ITU-R BS.1770 genormt, und die EBU-Empfehlung besagt, daß man dieses Verfahren verwenden solle, um die gesendeten Beiträge auf eine einheitliche Lautheit zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das könnte zwar auch ein menschlicher Toningenieur machen, wenn man ihn denn ließe. Der Vorteil des neuen Verfahrens ist aber, daß die Gefahr juristischer Auseinandersetzungen mit den Werbekunden vermieden werden kann. Menschlicher Eingriff kann immer als willkürlich angegriffen werden, aber ein wohldefiniertes Verfahren hat einen objektiven und unparteiischen Charakter. Zudem hat man im Zuge der Umstellung auf Selbstfahrer-Studios die separaten Tontechniker im Radio überflüssig gemacht. Der Moderator regelt selbst, und könnte die dauernde Anpassung ohnehin nicht leisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn also eine Rundfunkanstalt sich auf die Empfehlung R128 festlegt, dann kann die Werbebranche wenig dagegen einwenden, denn diese Entscheidung ist ja für alle gleich. Wenn der eigene Werbespot nun um 1 dB lauter produziert ist als der der Konkurrenz, dann führt R128 dazu daß er entsprechend leiser ausgestrahlt wird. Der Lautstärkevorteil ist dahin, aber der dadurch entstehende kaputte Klang bleibt. Was zuvor ein Vorteil war, wird so zum Nachteil. Die dadurch veränderten technischen Randbedingungen verursachen für die Werbebranche eine stark veränderte Interessenlage, und man hofft daß dies der Klangqualität zugute kommt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ob das auch auf die Musikproduktion einen positiven Einfluß haben wird ist weniger klar. Die CD-Produktion und das damit zusammenhängende Download-Geschäft ist von dieser Empfehlung erst einmal nicht betroffen. Trotzdem hofft man, daß man dadurch letztlich auf eine weniger krasse Einstellung der Optimod-Prozessoren zurück gehen kann, und so auch die Qualität des ganzen Programms wieder besser wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob das alles so eintreffen wird, bleibt zu sehen. Die Rundfunkanstalten scheinen aber wenigstens in Europa stark motiviert zu sein, sich diese Möglichkeit nicht durch die Lappen gehen zu lassen. Die ARD hat zum Beispiel &lt;a href="http://www.ard-werbung.de/6408.html"&gt;angekündigt&lt;/a&gt;, ab dem neuen Jahr im Fernsehen für die Produktion und die Werbung die R128-Empfehlung anzuwenden. Einige Staaten haben sogar zu gesetzgeberischen Mitteln gegriffen, oder wollen zu ihnen greifen, um entsprechende Regelungen für Radio und/oder TV zwingend zu machen. Allenthalben merkt man Erleichterung, daß nun eine objektive Handhabe besteht, die man zur Grundlage solcher verbindlichen Regeln machen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spannend ist es jetzt, zu sehen welche Tricks den Werbeproduzenten nun einfallen, um sich unter den neuen Umständen einen Vorteil zu verschaffen, und ob das dann weniger nervt als bisher. Und ich frage mich auch, wie's mit der Musikproduktion weiter geht. Dort ist der Antrieb für den Lautheitskrieg nicht beseitigt, und ob die veränderte Lage beim Funk darauf einen signifikanten Einfluß hat kann bezweifelt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immerhin: Es ist neue Digitaltechnik, die das Problem beheben soll, was mir die Hoffnung gibt daß man mittelfristig den Eindruck vermeiden kann, die Digitaltechnik sei das Problem, und die Analogtechnik besser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eure Meinung ist wie immer &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=2&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt; gefragt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-1214768758725873087?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1214768758725873087'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1214768758725873087'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/12/der-fluch-der-besseren-technik.html' title='Der Fluch der besseren Technik'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-6413044868053440186</id><published>2011-10-23T13:20:00.001+02:00</published><updated>2011-10-23T13:20:10.042+02:00</updated><title type='text'>Fuchshafte Erkenntnisse</title><content type='html'>Eigentlich wollte ich ja was über die &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=1&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3731"&gt;neuliche Häufung von Dilettanten&lt;/a&gt; schreiben, die sich im Hifi-Forum als Ingenieure oder langjährige Entwickler vorstellen, und dabei erkennbar völlig unfähig sind. Aber das wird mit der Zeit langweilig. Bezeichnend ist allenfalls, daß sich deren Thematik am meisten um die simpelsten Komponenten der Hifi-Technik drehen, nämlich den Kabeln, denn da kann man wenig falsch machen. Ein einigermaßen funktionierendes Kabel kann auch der größte Dilettant noch zusammenpfriemeln, auch wenn im Falle von Netzkabeln dabei immer wieder die relevanten Sicherheitsvorschriften übergangen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wobei, es gibt genaugenommen eine Klasse von Leuten, die noch größere Dilettanten sind, nämlich diejenigen, die Nippes verkaufen der überhaupt keine Funktion hat. Irgendwelche Objekte aus Stein, Holz, Metall oder Filz, die nichts bewirken, und daher auch nichts falsch machen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man dabei bedenkt, wie weit solche Leute wohl kämen wenn es darum ginge, ein Gerät von einer nennenswerten Komplexität eigenständig zu entwickeln, dann ist man froh daß sie bei Kabeln bleiben. Die wären oft schon mit dem Nachbau eines fertig entwickelten Bauplans überfordert. Nennenswerte Komplexität fängt bei einem Verstärker gerade mal an, und wirklich interessant wird's erst bei so Dingen wie einem AV-Receiver, einem Netzwerk-Streaming-Player, oder einem Aktivlautsprecher mit Aktivweiche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessanter finde ich es aber, wenn Leute dem Voodoo Vorschub leisten, die es eigentlich besser wissen müßten. Leute, die schon gezeigt haben daß man sie nicht als Dilettant abtun kann. Leute, die sich nicht deswegen mit Kabeln beschäftigen weil sie für schwierigere Dinge zu blöd wären. Wo man aus diesem Grund den Verdacht bekommt, daß sie entweder einen seltsamen blinden Fleck in ihrem technischen Blickfeld haben, oder aber einen blinden Fleck in ihrer Moral, verbunden mit dem Willen, von der hohen Gewinnspanne bei Kabeln zu profitieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drum beschäftige ich mich heute mal mit den &lt;a href="http://volpe.at/volpe/start_frame.php?Pfad=12_42&amp;amp;BL=10"&gt;"Erkenntnissen"&lt;/a&gt; von Walter Fuchs, die er schon seit etlichen Jahren auf der &lt;a href="http://volpe.at/"&gt;Webseite seiner Firma&lt;/a&gt; stehen hat, ohne daß er sich mit Kritik daran in irgend einer erkennbaren Form auseinader setzen würde. Und diese Kritik gibt's schon lange, wie man z.B. &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/viewthread-18-35-1.html"&gt;hier&lt;/a&gt; sehen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fuchs hat schon etliche Male gezeigt daß er funktionierende und verkaufsfähige Audiogeräte eigenständig entwickeln kann (z.B. &lt;a href="http://www.sac.de/"&gt;SAC&lt;/a&gt; IGEL). Dilettantismusverdacht besteht also definitiv nicht. Warum veröffentlicht er dann ursprünglich in der Hörerlebnis Ausgabe 23, und seither auf seiner Webseite, so ein kritikwürdiges Machwerk? Er könnte und müßte es besser wissen! Es paßte zwar zur Klientel des Hörerlebnis, aber warum konserviert man die Peinlichkeit unkommentiert und unkorrigiert über viele Jahre auf seiner eigenen Webseite? Weil man sich bei einer audiophil eingestellten Kundschaft als Dienstleister anbiedern will, und dafür gern auch mal die eigene Seriosität auf's Spiel setzt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Peinlichkeit besteht dabei nicht darin, daß falsche Aussagen gemacht würden, sondern darin, daß immer dann, wenn es darum ginge, einer angerissenen Frage auf den Grund zu gehen, und ein konkretes Beispiel mal bis zum Ergebnis durchzuziehen, Fuchs vorher mit einer Suggestivformulierung genau an dem Punkt aufhört, an dem man Farbe bekennen müßte, und nach dem sich dann auch herausstellen würde wie falsch die Richtung ist, in die die Suggestivformulierung deutet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gehen wir das mal im Einzelnen durch, und zwar am Beispiel des Abschnitts "&lt;a href="http://volpe.at/volpe/start_frame.php?Pfad=12_42_43&amp;amp;BL=10"&gt;Lautsprecherkabel&lt;/a&gt;".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fuchs beginnt seine Argumentation mit dem Anspruch an Lautsprecherkabel, sie sollen nämlich &lt;i&gt;"möglichst verlustfrei und ohne eigene Klangfärbung das Signal vom Endverstärker zur Lautsprecherbox transportieren"&lt;/i&gt;. Das sollte einigermaßen selbstverständlich sein, und ich bin mit ihm darüber einig. Sollte man dann nicht erwarten können daß er genau diese Punkte untersucht? Daß er also untersucht, a) wieviel Verlust, und b) wieviel Klangverfärbung in einem realistisch gewählten, konkreten Beispiel auftreten wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tut er aber nicht. Er fängt mit dem ganz Grundsätzlichen an, wogegen nichts spräche wenn das dann als Grundlage für die weitere Argumentation gebraucht würde. Es bleibt aber stecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß ein Kabel mit den vier Parametern Widerstand, Ableitung, Kapazität und Induktivität beschrieben ist, so lange man noch keine Welleneffekte berücksichtigen muß, ist einfache Leitungstheorie. Wenn es aber darum gehen würde, sie anzuwenden, kneift Fuchs. Man könne nichts Generelles sagen wenn es um die Frage geht welches Lautsprecherkabel es brauche, meint er. Wozu hat er dann die Leitungstheorie eingeführt? Und wovon konkret hängt die Frage dann ab? Die Pauschalaussage &lt;i&gt;"Von Verstärker und Lautsprecher"&lt;/i&gt; ist ein Allgemeinplatz, der keinen Millimeter weiterhilft. Und es werden bereits Empfehlungen aus der dünnen Luft gezogen (&lt;i&gt;"möglichst wenig Widerstand"&lt;/i&gt;), von denen nicht zu sehen ist wie sie aus den eben vorgestellten Grundlagen folgen. Nicht daß ich sagen wollte sie wären falsch, aber sie sind eben nicht begründet worden, und schon gar nicht auf die dargestellten Grundlagen gegründet worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Allgemeinplatz wird stattdessen zum Anlaß genommen, den Begriff des Dämpfungsfaktors einzuführen, was gleich zum nächsten Allgemeinplatz führt: Das Kabel sollte möglichst kurz sein. Das als Argument für Aktivboxen zu werten ist allerdings für einen Verstärkerentwickler wie Fuchs ziemlich lahm. Kurze Lautsprecherkabel kriegt man auch mit Monoblocks und Passivboxen. Der entscheidende Vorteil von Aktivboxen besteht darin, daß man jedem Chassis seinen eigenen Verstärker geben kann, und die Passivweiche wegfällt. Im Wegfall der Passivweiche liegt erheblich mehr Potenzial als im kürzeren Kabel, wenn es um die von Fuchs angesprochene "Kontrolle" geht. Die Argumentation pro Aktivbox hat daher mit der Kabelfrage ziemlich wenig zu tun; der Wegfall eines LS-Kabels ist ein Vorteil, aber ein eher nebensächlicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Statt konkreter wird's hier immer windiger. So wird über mögliche Unterschiede des Kabelverhaltens zwischen dem Großsignalverhalten und dem Kleinsignalverhalten spekuliert, ohne daß auch nur ein Funken eines Hinweises darauf gegeben würde warum da ein Unterschied überhaupt auftreten soll. Die Induktivität und die Kapazität liefern prinzipbedingt dafür keinen Anhaltspunkt, weil sie nicht pegelabhängig sind, und einen anderen erwähnt Fuchs nicht. Ich habe auch nirgends einen Hinweis gesehen daß Fuchs inzwischen die von ihm angemahnten Untersuchungen durchgeführt hätte, und an der Zeit hat es seither bestimmt nicht gefehlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Hinweis auf die Gleichzeitigkeit verschiedener Frequenzen und verschiedener Pegel beim Abspielen von Musik ist schließlich vollends peinlich. Fuchs weiß sehr wohl daß ein Verstärker keine Frequenzen verstärkt, sondern einen Kurvenzug im Zeitbereich, egal wieviele Frequenzen in welcher Stärke darin enthalten sind. Die "Komplexität" des Signals für einen Verstärker hat mit dessen Frequenzgehalt ziemlich wenig zu tun. Ein Rauschsignal enthält alle Frequenzen gleichzeitig, und ist für einen Verstärker auch nicht schwieriger zu verstärken als ein Sinussignal. Ein Verstärker hat seine Grenzen in einer oberen und einer unteren Grenzfrequenz, und in der Last, die er höchstens antreiben kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem: Wenn er meint, ein Verstärker habe ein spezifisches Problem mit bestimmten Frequenzen oder Frequenzgemischen, also z.B. mit einer niedrigen Impedanz des Lautsprechers bei bestimmten Frequenzen, dann ist es kein Problem ein dafür passendes Testsignal zu erzeugen und den Effekt zu messen. Statt zu theoretisieren hätte er da mal ein konkretes Beispiel machen können, mit realistischen Werten und Geräten und Messungen. Hat er aber nicht. Er bleibt beim "Handwaving".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein konkretes Beispiel nach all der Theorie ist demnach auch ein im Ansatz steckengebliebener Versuch. Ein eigentlich begrüßenswerter Ansatz, das anhand praxisgerechter Zahlen durchzurechnen, ist das definitiv, aber dafür müßte man es auch durchziehen. Zudem wäre es nett, wenn er mit seinen Grundannahmen halbwegs konsistent wäre. In seiner vorigen Diskussion kommt der Lautsprecher einmal mit 8 Ohm Impedanz daher, später dann mit einem Impedanzminimum von 1,5 Ohm, und in der Konkretisierung danach redet er von einem angeblich "harmlosen" Beispiel mit einer Nennimpedanz von 4 Ohm, das nichtsdestotrotz (unausgesprochen) ein Impedanzminimum von um die 2,5 Ohm hat und damit eigentlich nicht mehr als legitime 4 Ohm Box durchgehen kann. Warum? Wofür das angezettelte Chaos?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gezeigte Stromkurve ist dann auch nicht überraschend. Der maximale Strom kommt eben bei der Frequenz vor an dem das Impedanzminimum des Lautsprechers zu finden ist. Und es sind Stromwerte, mit denen ein üblicher Verstärker problemlos umgehen können sollte. Klar, bei einigen Frequenzen ist es fünfmal mehr als bei anderen, aber warum sollte das ein Problem sein so lange der Verstärker den Strom liefern kann? Was hat das mit dem Kabel zu tun? Ein Kabel, das auf 5 Meter gerade mal 5 Milliohm Widerstand hat, sollte mit solchen Strömen erst recht kein Problem haben. Das ist Pillepalle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was er mit der Verstärkung darstellen will wird vollends obskur. Um den Verstärkungswert des Verstärkers kann es sich nicht handeln, das Kabel hat überhaupt keine Verstärkung, und das was er an der vertikalen Achse des Diagramms stehen hat ist eine Abschwächung, und keine Verstärkung. Es kann sich auch nicht um die Kabeldämpfung handeln. Und an dieser obskuren Stelle hört's auf und geht abrupt in eine Diskussion von Kontaktwiderständen an Klemmen über, die auch wieder keine konkreten Daten bietet. Fuchs hat eine krumme Kurve geliefert, damit scheint er schon zufrieden zu sein, und wenn es bloß letztlich die Impedanzkurve seines Lautsprecher-Simulationsmodells ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieviel Verlust durch das Kabel verursacht wird, zeigt Fuchs nicht. Und welche Klangänderung es bewirkt, zeigt er ebensowenig. Im Grunde verfehlt er damit sein eigenes, im ersten Satz genanntes Ziel zu 100%. Er zeigt gar nichts, denn kein Argument wird zuende geführt. Es hört immer an einer Stelle auf, an der Fuchs den Eindruck einer Bedeutung oder Bedeutsamkeit erweckt hat, ohne der Sache auf den Grund gegangen zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist genau das Verhalten, das auch die Dilettanten im Hifi-Forum gerne zeigen: Man klatscht eine halbfertige, halbgare Argumentation hin, die einen gewissen Suggestivcharakter hat, und überläßt es dem Gegenüber, oder fordert ihn offen dazu auf, sich das mal durch den Kopf gehen zu lassen. Gerade so als ob der Beweis darin irgendwie verborgen wäre und durch Nachdenken offenbar würde. Wird er aber nicht. Es wird stattdessen offenbar, daß das Argument oder der angebliche Beweis immer an den entscheidenden Stellen aufhört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare bitte an der &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;üblichen Stelle&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-6413044868053440186?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6413044868053440186'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6413044868053440186'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/10/fuchshafte-erkenntnisse.html' title='Fuchshafte Erkenntnisse'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-6411908583054913787</id><published>2011-09-04T17:01:00.000+02:00</published><updated>2011-09-04T17:01:50.714+02:00</updated><title type='text'>Meßversager</title><content type='html'>Ah, diese Meßfuzzis von den Hifi-Zeitschriften! Kann es sein daß in deren Labors die letzte Garde der Ingenieure endet, mit denen man anderswo nichts anfangen kann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Vermutung drängt sich geradezu auf wenn man Artikel liest wie &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/extURL.php?goURL=http://www.hifi-tuning.com/Review/Klangtuning_HT511.pdf"&gt;diesen hier&lt;/a&gt; von &lt;a href="http://www.hifitest.de/testkompetenz-ausgabe.php?aid=315"&gt;Michael Voigt&lt;/a&gt; von der &lt;a href="http://www.hifitest.de/"&gt;Hifi Test TV Video&lt;/a&gt; 5/2011. Wer so einen Schwachsinn fabriziert, und das mit seinem Namen unterzeichnet, der muß mit dem Ingenieursdasein abgeschlossen haben, denn er zeigt damit, daß von dem, was er als Ingenieur mal gelernt haben sollte, nicht mehr viel übrig sein kann. Wenn der Job bei der Zeitschrift mal flöten gehen sollte, wer würde so jemanden dann noch einstellen, wenn er offenkundig noch nicht mal die einfachsten Grundlagen im Griff hat? Sicher nicht auf einen Posten bei dem gemessen werden muß!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht mal wieder um Feinsicherungen. Darüber habe ich &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/10/sicherung-durchgebrannt.html"&gt;hier&lt;/a&gt; schon voriges Jahr geschrieben, und wie man sieht geht's um die gleiche Firma &lt;a href="http://www.hifi-tuning.com/index_de.html"&gt;Hifi-Tuning&lt;/a&gt;. Damals wurde ebenfalls "gemessen", allerdings von einem kommerziellen Meßlabor mit audiophilem Bazillus und auffälligem Mangel an Verantwortungsbewußtsein. Diesmal also eine Zeitschrift. Das Ergebnis ist der gleiche Unfug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie man sieht, fängt der Bericht mit der wundersamen Bekehrung des Redakteurs/Meßtechnikers an, wo die Sicherung das Herz des angeblich zuerst skeptischen Elektronikers im Sturm erobert ob ihrer Klangwunder. Das scheint ein audiophiles Lieblingsmotiv zu sein: Gefühlsarmer Meßknecht wagt es, über seinen Schatten zu springen und öffnet sein Skeptikerherz für die Wunder des Tunings. Es kommt wie es in Groschenromanen immer kommt: Die Mauerblume findet ihr Glück, erblüht, und entdeckt neue Dimensionen des Daseins.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein solches Erweckungserlebnis bräuchte eigentlich keine weitere Bestätigung, aber dennoch arbeitet das alte skeptische Leben im Geiste des Erweckten weiter, und nagt an der neuen Überzeugung mit kleinlichen Einwänden wie: „Ein 2 cm langes Stück Draht in der Sicherung – welchen Einfluss auf den Klang soll das haben?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein echtes Problem, denn nun muß man eine Erklärung erfinden, die durch real aussehende Messungen, die bei genauerem Hinsehen unsinnig sind, den Eindruck erweckt als wäre hier die Meßtechnik und die Emotion im Einklang, wenn man nur richtig mißt. Und man muß sich darauf verlassen daß niemand genau hinsieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tun wir also mal das Undenkbare und sehen genau hin was der Mann da eigentlich macht, Spielverderber wie wir sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als erstes erfährt man von einer Messung des Dämpfungsfaktors. Der soll sich beim Denon PMA 1510 von vorher 350 durch Einbau der Wundersicherung auf 500 erhöht haben. Und das soll für "gefühlte 100% Klangsteigerung" verantwortlich sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was natürlich kompletter Unfug ist. Es gibt kein vorstellbares Szenario in dem der Dämpfungsfaktor-Unterschied zwischen 350 und 500 klanglich relevant sein könnte. Beide Werte sind weit jenseits dessen was man bereits als problemlos ansehen kann. Selbst wenn die Werte nur ein Zehntel dessen wären was hier angegeben ist würde man immer noch keinen Unterschied hören. Voigt scheint dagegen dem Glauben zu erliegen, ein Unterschied zwischen 350 und 500 entspräche einem Unterschied von 100%! Da kann man fühlen wie man will, das ist einfach grotesk, egal welchen Schwurbelfaktor man da hineinrechnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu kommt, daß ein solcher Unterschied beim Dämpfungsfaktor nicht zu erklären ist, wenn man dazu bloß die Netzsicherung auswechselt. Es wird zwar der unterschiedliche Widerstand der Sicherung als Grund angeführt, und dem Laien mag das auch plausibel erscheinen, es ist aber völlig abwegig. Der relativ hohe Dämpfungsfaktor des Verstärkers zeigt daß er - wie die meisten Verstärker - recht stark gegengekoppelt ist. Anders wäre ein solcher Dämpfungsfaktor realistischerweise nicht zu erreichen. Eben diese Gegenkopplung macht aber den Widerstand der Sicherung irrelevant, weil er ihre Einflüsse ausregelt, so wie sie eine Reihe anderer Störeffekte, die weitaus stärker sind, ebenfalls ausregelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit anderen Worten: Voigt muß bei der Messung des Dämpfungsfaktors geschlampt haben. Die Sicherung kann nicht dafür verantwortlich sein. Und seine Erklärung vernachlässigt den hier entscheidenden Einfluß der Gegenkopplung, was - falls er nicht absichtlich unterschlagen wurde - den völligen Unverstand des Autors über die Funktionsweise des Verstärkers bedeuten würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist aber noch nicht alles. Er will "eine aufwendige neue Messanordnung erdacht" haben, mit der er die Sicherung vermessen hat, und einen Meßschrieb erzeugt hat, der im Artikel abgedruckt ist. Es stellt sich heraus, daß er letztlich die über die Sicherung abfallende Spannung in Abhängigkeit vom durch sie fließenden Strom gemessen hat. Das ist eine der einfachsten Meßaufgaben der Elektronik, die man sich denken kann. Dazu reicht schon ein Multimeter und ein Labornetzgerät mit Konstantstrom-Funktion. Wenn das für ihn schon "aufwendig" ist, dann ist er bei jeder ernsthaften Audio-Messung definitiv überfordert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was er dabei aber anscheinend übersieht, ist der Zeitfaktor. Der Schmelzdraht einer Sicherung ist in seinem Widerstand stark von der Temperatur abhängig, und weil der Strom bei der Messung den Draht aufheizt, was ein bißchen dauert, fällt die Kurve, die er gemessen hat, sehr unterschiedlich aus je nachdem wie schnell die Messungen erfolgen. Wenn man das Meß-Timing passend hinbiegt, dann könnte man unter Umständen sogar beide Kurven im Diagramm von der &lt;i&gt;gleichen&lt;/i&gt; Sicherung bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es versteht sich von selbst, daß durch diesen Umstand die gezeigten Kurven nur interpretiert werden können, wenn man mindestens mal weiß wie der Zeitverlauf der Messung war. Davon ist im Artikel aber nichts gesagt. Aus diesem Grund wird diese Art der Messung für Sicherungen auch gar nicht gemacht, denn sie hat keinen praktischen Aussagewert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schließlich übernimmt er gleich noch kritiklos diverse Behauptungen des Herstellers, die - wenn sie stimmen würden - Anlaß zu Besorgnis geben würden. Angeblich soll der Schmelzdraht aus einer Silber/Gold-Legierung bestehen, was edel klingt, aber für einen Sicherungsdraht kontraproduktiv wäre, weil da eine vernünftige Durchschmelzcharakteristik kaum hinzukriegen wäre. Daß der Draht auch noch von Schrumpfschlauch umgeben sein soll ist vollends Unfug, denn im Falle des Durchschmelzens würde das die Gefahr bieten, daß verkohlter Schrumpfschlauch den Stromfluß weiter aufrecht erhält, und den Zweck der Sicherung ad absurdum führt. Ich bin sicher daß man so etwas nicht zugelassen kriegen würde. Das scheint aber Voigt nicht zu kümmern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe daher mal wieder meine eigene Theorie:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube nicht an die ganzen Edelmetalle. Ich vermute, der Schmelzdraht und die restlichen Materialien der Sicherung sind die gleichen wie bei einer Standard-Sicherung für ein paar Cent. Der einzige Unterschied besteht aus der Lackierung und Bedruckung des Röhrchens. Das erspart die getrennte Zulassung mit dem zusammenhängenden Papierkrieg, und man riskiert keinen Ernstfall in dem man für irgendwelche Schäden haftet. Die ganzen Edelmetall-Kryo-wasweißich-Behauptungen sind im Bewußtsein gemacht daß das ohnehin keiner nachprüfen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich glaube nicht daran daß Voigt überhaupt etwas gemessen hat. Ich glaube er hat den Artikel "trocken" geschrieben, vermutlich nach einer Vorlage von Hifi-Tuning. Wozu selber messen, wenn die Messungen sowieso unsinnig sind? Da kann man das Ergebnis auch gleich am Computer malen. Hätte er tatsächlich gemessen, dann hätte er mindestens eine durchgebrannte Wundersicherung gehabt. Die hätte er natürlich auseinander nehmen können. Schon um den Schrumpfschlauch darin zu suchen. Hätte sich als Foto im Artikel gut gemacht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wer will das schon wissen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare wie üblich in "meinem" &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Thread&lt;/a&gt; im Hifi-Forum.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-6411908583054913787?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6411908583054913787'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6411908583054913787'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/09/meversager.html' title='Meßversager'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-1129713494353301340</id><published>2011-08-07T17:32:00.000+02:00</published><updated>2011-08-07T17:32:08.313+02:00</updated><title type='text'>Netzwerkkabel und die leidige Masse</title><content type='html'>Über die Masse und den sich darum rankenden Unverstand habe ich hier im Blog ja schon vor längerer Zeit &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/12/die-masse-das-unbekannte-wesen.html"&gt;geschrieben&lt;/a&gt;. Wir leben inzwischen in den Zeiten von Streaming und Computernetzwerken, und die Audio-, Video-, Telefon- und Computerinstallation in einem Haushalt hat die starke Tendenz zu einem untereinander verbundenen Ganzen zusammen zu wachsen. Da ist es natürlich nicht überraschend daß auch das schnöde Netzwerkkabel inzwischen in den Stand einer "Komponente" erhoben wurde, das diffizile Auswirkungen auf den Klang haben soll, obwohl es sich um rein digitale Kommunikation handelt. Was dabei üblicherweise völlig unterschlagen wird ist die sich daraus ergebende Masse-Situation. Falls aber eventuelle Klangunterschiede nicht frei eingebildet sind, was bei weitem die wahrscheinlichste Erklärung ist, dürfte die Masse der nächstwahrscheinliche Grund dafür sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Computer-Netzwerk hat ein paar spezifische Aspekte in Bezug auf die Masse, die ich hier in einigem Detail ins Auge fassen will. Das wird unweigerlich technisch werden, und wer sich dafür interessiert tut gut daran, sich zuerst mit meinem &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/12/die-masse-das-unbekannte-wesen.html"&gt;alten Masse-Artikel&lt;/a&gt; vertraut zu machen. Meine "Message" ist in einem Satz die, daß - entgegen der üblichen Vorstellung - in einem gemischten Audio- und Netzwerksystem die &lt;i&gt;ungeschirmten&lt;/i&gt; Netzwerkkabel meist besser sind, weil sie keine Masseverbindung zwischen den Geräten herstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie es so meine Art ist, werde ich zur Erklärung ein wenig ausholen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die unsymmetrischen Audioverbindungen einer Audioanlage sind seit Alters her für kurze Wege vorgesehen gewesen. Das ist überhaupt der Grund warum man damit ausgekommen ist, und nicht die störfestere symmetrische Verbindung verwendet hat. Ich habe schon erklärt warum das heutzutage immer problematischer wird, auch bei Heim-HiFi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Computernetzwerke sind demgegenüber von vorn herein darauf ausgelegt worden, größere Distanzen und Kabellängen zu erlauben. Es sollten damit ganze Gebäude und Bürotrakte verkabelt werden, nicht nur ein paar Geräte in einem Zimmer. Die maximale Kabellänge für ein CAT 5e Netzwerkkabel, wie es für 100 MBit/s und 1000 MBit/s Ethernet benutzt wird, ist z.B. mit 100 Meter angesetzt. Dabei geht man von maximal 90 m Installationskabel in der Wand oder im Kabelkanal aus, und an beiden Enden dann noch einmal je 5 m flexibles Patchkabel zwischen der Wanddose und dem Gerät.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei solchen Distanzen muß man mit signifikanten Unterschieden im Massepegel auf beiden Seiten rechnen, wogegen sich auch kaum etwas unternehmen läßt. Die einzige Chance besteht darin, die Übertragung vom Massepegel unabhängig zu machen, deswegen ist bei praktisch allen Netzwerktypen die galvanische Trennung mit Übertragern und die symmetrische Übertragung mit verdrillten Drahtpaaren Pflicht. Um die Kosten trotzdem niedrig zu halten, hat man die Übertragung so ausgelegt daß die Übertrager sehr klein und billig sein können. Teils werden sie heute bereits in die RJ45-Buchse des Gerätes integriert und sind als eigenständiges Bauteil gar nicht mehr sichtbar. Vorhanden sind sie aber immer, denn es ist nicht erlaubt sie einzusparen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Kabel selbst sind 4 getrennt verdrillte Drahtpaare enthalten, die auf 8 Kontakte am Stecker gelegt sind. Fast Ethernet mit 100 MBit/s benutzt davon nur zwei Paare (die anderen Paare könnte man theoretisch für andere Zwecke benutzen), bei GBit Ethernet werden dagegen alle vier Paare benutzt. So weit ist das alles noch recht einfach, aber bei der Schirmung geht es mit der Komplexität schon los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im einfachsten Fall gibt es gar keine Schirmung. Die vier Drahtpaare liegen einfach nebeneinander in einer gemeinsamen schützenden Plastikumhüllung. Das heißt in der englischen Abkürzung UTP (Unshielded Twisted Pair). Ein solches Kabel stellt keine Masseverbindung zwischen den Geräten her, denn es verbindet nur die Signalleitungen, und die sind per Übertrager in jedem Gerät galvanisch getrennt. Oft ist das Kürzel UTP auf dem Kabel aufgedruckt, aber an fertig konfigurierten Patchkabeln erkennt man UTP auch daran, daß die Stecker keine Blechumhüllung haben, sondern bloß aus (meist transparentem) Plastik bestehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis hoch zu CAT 5e funktioniert das ohne Schirmung auch einwandfrei. Als Endbenutzer hat man in aller Regel von einem geschirmten Patchkabel keinen Vorteil, so lange man nicht über 1 GBit/s hinaus will. Die Schirmung kostet bloß zusätzliches Geld. Ein CAT 5e Kabel ist für eine Signalfrequenz von bis zu 100 MHz spezifiziert, und die Netzwerksysteme bis hin zu Gigabit Ethernet sind so ausgelegt daß sie innerhalb dieses Frequenzbereiches bleiben. Die Störfestigkeit wird in ausreichendem Maß durch die Verdrillung und Symmetrie der Drahtpaare erreicht, und in einer Heiminstallation wird man sich schwer tun, ein solches Ausmaß an Störungen zu produzieren daß sich davon die Übertragung beeindrucken läßt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In professionellen Installationen ist das nicht ganz so eindeutig. Dort kommt es öfter vor daß Netzwerkkabel zu Dutzenden gebündelt im gleichen Kabelkanal nebeneinander liegen, und das auf zig Meter Distanz. In solchen Situationen kann das Übersprechen zwischen benachbarten Leitungen ein Ausmaß annehmen daß man Kommunikationsstörungen bemerkt. Dagegen kann Schirmung helfen, oder auch einfach ein größerer Abstand der Leitungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Problem mit den Störungen durch Übersprechen wird immer größer, je mehr Kabel parallel zueinander verlegt sind, je dichter gepackt sie sind, je länger sie parallel laufen, und je höher die beteiligten Frequenzen werden. Der Schritt von Gigabit Ethernet zu 10 GBit Ethernet war daher ziemlich kritisch. Hier reichen die 100 MHz von CAT 5e nicht mehr, man braucht mindestens 250MHz, und auch das erlaubt nicht die volle Distanz von 100 m. Für 100 m bei ausreichender Signalstärke und Störimmunität muß man tiefer in die Trickkiste greifen. Zwar kann man das immer noch völlig ohne Schirm hinkriegen, aber man muß dann für größere Distanz zwischen den Drahtpaaren sorgen, was das Kabel dicker macht. Die Konstruktion von CAT 6a Kabel enthält ein Plastikkreuz, das die vier Drahtpaare voneinander entfernt hält. Das betrifft in erster Linie die Installationskabel, und der Nachteil ist daß in einem gegebenen Kabelkanal deutlich weniger Kabel dieser Sorte Platz haben. Für größere Installationen kann damit das geschirmte und damit eigentlich teurere CAT 7 Kabel günstiger sein, denn es braucht weniger Platz bei sogar besserer Störsicherheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den Heimanwender sollte das aus gleich mehreren Gründen irrelevant sein:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Der Fall von vielen parallel im selben Kanal laufenden Kabeln dürfte sehr unwahrscheinlich sein.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die maximale Kabellänge von 100 m wird auch kaum einer brauchen, selbst wenn Kabel in der Wand verlegt sind.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Für 10 GBit/s gibt's in Heimnetzwerken wohl auf absehbare Zeit keinen Bedarf; 1 GBit/s sind da schon reichlich.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Das heißt daß der Heim-Netzwerker für geschirmte Netzwerkkabel schlicht keinen Bedarf hat. Mindestens einmal Patchkabel brauchen nicht geschirmt zu sein. Bei Installationskabeln in der Wand wird man ein wenig weiter in die Zukunft planen wollen, und auch für 10 GBit/s gerüstet sein wollen, folglich gibt's da für CAT 7 noch eher gute Gründe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Schirmung findet man Folienschirme und Geflechtschirme, und es macht auch noch einen Unterschied ob das Kabel nur im Ganzen geschirmt ist, oder zusätzlich jedes Drahtpaar einzeln. Mit S/FTP bezeichnet man ein Kabel, das im Ganzen geflechtgeschirmt ist, und jedes Drahtpaar zusätzlich foliengeschirmt ist (CAT 7 verlangt das). Dagegen hat F/UTP bloß einen Folienschirm im Ganzen, und die Drahtpaare haben keinen eigenen Schirm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Schirm im Kabel muß, damit er wirksam ist, in den Buchsen und Steckern vorschriftsmäßig angeschlossen sein. Das ist, wenn man es selber machen will, z.B. in der Hausinstallation, gar nicht so einfach, besonders bei Folienschirmen. Zumal man die ungeschirmten aufgedröselten Strecken ganz kurz halten muß, um weiterhin konform zu CAT 7 zu sein - wenn nicht könnte man CAT 7 auch ganz bleiben lassen. Das bewirkt letztlich, daß der Metallkragen in der Buchse und am Stecker mit dem Schirm im Kabel verbunden ist, und wenn man ein derart geschirmtes Kabel nimmt um zwei Geräte zu verbinden, dann verbindet man ihre metallischen Gehäuse (und damit die Massen) über den Kabelschirm miteinander. Abschirmungsmäßig ist das auch genau das was man haben will, aber die Masseverbindung kann den gleichen Ärger machen wie ich das schon früher beschrieben habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Empfehlung ist daher die Folgende:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wer fest installierte Kabel in der Wand oder im Kabelkanal verlegen will, der soll dafür gute, geschirmte Ware nehmen (z.B. CAT 7), und den Schirm auf den Dosen und den Patchfeldern ordentlich auflegen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Für Verbindungen am Patchfeld, oder zwischen einem Switch und einem festinstallierten Kabel, oder zwischen Switchen, sollte man geschirmte Patchkabel nehmen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Für Verbindungen zwischen einem Endgerät (Computer, Drucker, Streaming-Box, ...) und dem nächsten Switch, oder der nächsten Wanddose, sollte man ungeschirmte Patchkabel nehmen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Wer sich daran hält wird keine merklichen zusätzlichen Netzwerkstörungen bekommen, und er wird den Nutzen aus der galvanischen Trennung haben, die ihm Ärger durch Masseschleifen in der Audioanlage ersparen kann. Die Netzwerk-Masse wird dann von der Audio-Masse getrennt sein, und das ist ein sehr wünschenswerter Zustand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Nutzer von drahtlosen Netzwerken ist das natürlich kalter Kaffee, die sind schon galvanisch getrennt, und müssen sich bloß über die Kanalbelegung mit der Nachbarschaft einigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Ihr das völlig falsch findet könnt Ihr Euch &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt; beschweren. Mich würde interessieren welche Erfahrungen mit Netzwerk und Masse Ihr so gemacht habt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-1129713494353301340?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1129713494353301340'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1129713494353301340'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/08/netzwerkkabel-und-die-leidige-masse.html' title='Netzwerkkabel und die leidige Masse'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-3069924975205945328</id><published>2011-07-08T11:29:00.000+02:00</published><updated>2011-07-08T11:29:33.693+02:00</updated><title type='text'>Animismus und Komplexität</title><content type='html'>Ihr lest bestimmt immer mal wieder einen dieser Artikel in denen jemand Hörerlebnisse berichtet. Zeitschrift oder Forum, egal. Wo dann davon die Rede ist, daß Verstärker X oder CD-Spieler Y oder Kabel Z den besseren Überblick behielt, das Klanggeschehen gelassener rüberbrachte und komplexe Klangstrukturen besser aufgedröselt hat. Anfangs habe ich das einfach für blumige, metaphernreiche Sprache gehalten. Eine Weile lang liest sich das ja auch ganz nett und nicht so trocken. Ich dachte man könnte davon ausgehen daß sich die Leute bei aller blumigen Sprache durchaus bewußt sind daß sie es da mit einem leblosen Ding zu tun haben, das vielleicht kompliziert ist und in seinen inneren Funktionen unverstanden und mysteriös, das aber sicher keine Fähigkeiten hat die sonst Menschen vorbehalten bleiben, weil sie eine Gehirnleistung erfordern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen glaube ich eher, daß eine ganze Reihe von Leuten solche Texte viel wörtlicher verstehen als ich gedacht hätte. Sie reagieren einfach so daß sich diese Annahme aufdrängt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Offenbar ist der Animismus unter den Leuten nach wie vor weit verbreitet, aller Bildungsanstrengung zum Trotz. Immer wenn ein Ding, das man nicht durchschaut, etwas zu tun scheint ohne daß man das selbst bewirkt hätte, dann vermutet man eine Art Geist oder eine Seele darin. Das Ding bekommt einen eigenen Willen, und eine eigene Intelligenz zugesprochen. Bei komplexen Dingen wie einem Computer oder einem Flugzeug ist das vielleicht noch eher verständlich, aber für manche Leute gilt das sogar für Steine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gebe zu daß ein Reflex in diese Richtung wohl eine allgemein menschliche Eigenschaft ist. Wenn ich mir beim Hämmern auf den Finger geklopft habe kann es schon passieren daß ich auf den Hammer wütend bin. Wenn der Schmerz nachgelassen hat und mein Verstand wieder funktioniert, dann ist mir natürlich klar daß der Hammer nichts dafür kann, daß er kein Eigenleben hat und mir keins auswischen wollte, daß er einfach ein totes Ding ist das ich entweder zu meinem Nutzen oder zu meinem Schaden gebrauchen kann. Daß &lt;b&gt;ich&lt;/b&gt; es bin der mir auf den Finger geklopft hat und nicht der Hammer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Kabel ist kein deutlich komplexeres Ding als ein Hammer, außer daß sein Zweck und seine Funktion mit der Elektrizität zusammenhängt, für deren Wahrnehmung der Mensch keinen Sinn hat, und die daher etwas mysteriös erscheint. Für manche Leute reicht das schon. Ein elektronisches Gerät ist aber wesentlich komplexer, und die Komplexität der Geräte wächst auch rasant mit dem technischen Fortschritt. Das macht sie undurchsichtig, und weil man nicht weiß was darin vor sich geht, scheinen viele Leute de facto zu glauben daß die Dinger ein "Eigenleben" haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was dabei auch eine Rolle zu spielen scheint ist dieses: Viele Leute scheinen mit ihrem eigenen Unbewußten auf Kriegsfuß zu stehen. Was sie in Wirklichkeit selbst bewirkt haben, muß auf etwas Anderes oder auf jemand Anderes übertragen werden, weil man nicht akzeptiert daß eine Seite von einem selbst dahinter steckt, die man nicht unter Kontrolle hat. Wenn ein Verstärker anscheinend eine komplexe Klangstruktur aufgedröselt hat, dann ist es selbstverständlich der Hörer selbst, der das getan hat. Ohne daß er sich dessen bewußt ist, und vielleicht auch ohne daß er es bewußt wollte. Der Verstärker jedenfalls hat es nicht getan, der ist bloß ein totes Ding.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Verstärker braucht dazu überhaupt nichts beigetragen zu haben. Er braucht noch nicht einmal anders geklungen zu haben, es reicht wenn der Hörer durch irgend etwas dazu animiert wurde, ein bißchen genauer hinzuhören, und dadurch mehr mitzukriegen. Dieses "etwas" kann der Anblick der Frontplatte des Verstärkers sein, oder einfach die Stimmung des Hörers im gegebenen Augenblick. Auch hier, wie beim Hammer, ist der aktive Part beim Menschen selbst, und nicht beim Ding. Das Ding muß allenfalls als Projektionsfläche herhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn es Leute gibt die keine Probleme damit haben selbst einfachsten Objekten ein Eigenleben zu unterstellen, so scheint es doch umso leichter zu werden je komplexer und undurchsichtiger das Ding ist. Das hat auch damit zu tun wie viel man von den Zusammenhängen versteht. Ein Verstärker ist auch nicht komplexer als eine Kettensäge. Wenn man mal die grundlegenden Zusammenhänge begriffen hat, ist das kein mysteriöses Ding mehr. Es mag zwar hier wie da unendlich viele kleine Details geben an denen man herumoptimieren kann und unterschiedliche "Designphilosophien" verwirklichen kann, aber es ist eigentlich immer dasselbe Funktionsprinzip am Werk. Eigenleben ist da keines drin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laut Arthur C. Clarke's drittem Gesetz ist eine hinreichend fortschrittliche Technologie nicht von Magie zu unterscheiden. Das ist in Ordnung, bloß mache ich mir Sorgen wenn Leute schon bei recht einfacher Technologie geradezu scharf darauf zu sein scheinen, Magie darin zu entdecken. In Kabeln sogar! In Regalen! Warum? Bloß um den Beitrag des eigenen Unbewußten zur Wahrnehmung zu verleugnen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manche Leute verteidigen das mit dem Argument, daß diese Magie letztlich viel spannender und interessanter wäre als die trockene Technik. Ich bin da mal wieder anderer Meinung. Was kann ich denn mit Magie anderes anfangen als verständnislos und glotzäugig davor zu sitzen? Um etwas Konstruktives anzufangen mit den Dingen muß ich wenigstens ansatzweise verstehen was sie machen und wie sie funktionieren, und dann ist die Magie weg. Der Spaß geht dann aber los, denn jetzt kann ich aktiv werden, während ich bei Magie bloß staunen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist kein Zufall daß die Anhänger dieser Art von Magie in ganz profanen Audiogeräten so oft auf Komplexität herumreiten. Das Argument mit den komplexen Klangstrukturen kommt ja sehr regelmäßig immer dann wenn man versucht deutlich zu machen daß die Technik im Grunde gar nicht so undurchschaubar ist, und daß man mit der Kenntnis einiger Grundlagen schon weit kommen kann. Weil Musik so komplex sein kann, so der Tenor der Argumentation, muß es die Technik auch sein, bzw. die Betrachtung der Technik. Jede Reduktion auf einfache Prinzipien wird so aufgefaßt als würde man dadurch auch die damit wiederzugebende Musik auf diese Einfachheit reduzieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Verstärker zum Beispiel verstärkt ein veränderliches elektrisches Signal. Über die Zeitachse aufgetragen ergibt das einen Kurvenzug wie man ihn von Oszilloskopschirmen oder von der Bildschirmdarstellung einer Audiosoftware kennt. Egal wie einfach oder komplex die Klangstrukturen sein mögen, der Verstärker sieht bloß einen Kurvenzug, und verstärkt ihn. Inhalts- und strukturloses Rauschen ist für ihn genauso komplex wie ein Orchesterstück mitsamt großem Chor. Auch ein einfaches Sinussignal ist schon ein ständig sich änderndes elektrisches Signal, und damit durchaus geeignet als Testsignal für Verstärker. Die Vorstellung, daß er auf komplexe Signale ganz anders reagieren könnte als auf einfache, verkennt völlig auf welcher Ebene ein Verstärker arbeitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letztlich wird dadurch klar wohin das Komplexitätsargument zielt: Damit soll nichts erklärt werden, sondern eine Erklärung quasi verhindert werden. Es geht um die Verteidigung eines animistischen Weltbildes, in dem die Magie und das "belebte" Ding ihren Platz behalten sollen. Die sind durch eine analytische und die Komplexität reduzierende technische Betrachtungsweise in Gefahr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hab ich recht oder seid Ihr anderer Meinung? Diskussionsbeiträge bitte &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-3069924975205945328?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3069924975205945328'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3069924975205945328'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/07/animismus-und-komplexitat.html' title='Animismus und Komplexität'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2041735261147636072</id><published>2011-06-12T20:32:00.000+02:00</published><updated>2011-06-12T20:32:44.349+02:00</updated><title type='text'>Missionare und Aufklärer</title><content type='html'>Es ist Pfingsten und ich schreibe über Missionare. Paßt doch gut, oder? Im Christentum feiert man an diesem Tag den "heiligen Geist", der sich in Form von "Feuerzungen" auf die Gläubigen herab ergießt. Das wird vielfach mit der Mission in Zusammenhang gebracht, ja als Ausgangspunkt der christlichen Mission angesehen. Die hat es dann in der Folge auch gelegentlich mal selbst mit Feuerzungen probiert, aber nicht unbedingt zum Vorteil der Betroffenen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In hitzigen Diskussionen mit Audiophilen ist der &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6117"&gt;Vorwurf&lt;/a&gt; schnell bei der Hand, man sei ein Missionar, wenn man darauf besteht seine ablehnende Meinung zu audiophilen Hirngespinsten offen zu vertreten, drum habe ich mir gedacht ich nehme diese Schublade mal etwas genauer in Augenschein. Und wenn wir schon dabei sind geht's auch gleich noch um die Nachbarschublade mit den Aufklärern, die aus der Sicht der Audiophilen keinen wesentlich besseren Ruf haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kann man bequem in einem Satz miteinander kombinieren: "Die Aufklärer mit ihrem missionarischen Eifer ...", was gleich einen historischen Faux-Pas darstellt. Das wird aber nur Leuten auffallen, die ein wenig geschichtliches Wissen vorweisen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Zeitalter der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert hatte ja die Berufung auf die &lt;i&gt;Vernunft&lt;/i&gt; als urteilende Instanz zum Inhalt. Das war im genauen Gegensatz zur Auffassung der christlichen Missionare, die schon lange davor den &lt;i&gt;Glauben&lt;/i&gt; als die zentrale Instanz propagierten. Missionare und Aufklärer waren damit Gegner, und haben das in dieser Zeit auch ausführlich ausgefochten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Philosoph &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant"&gt;Kant&lt;/a&gt; definierte bekanntlich einmal die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung"&gt;Aufklärung &lt;/a&gt;so:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="left: 0.15em; letter-spacing: 0.3em; position: relative;"&gt;&lt;/span&gt; &lt;i&gt;"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet  ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des  Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner  ohne Leitung eines anderen zu bedienen. &lt;tt&gt;Sapere aude!&lt;/tt&gt; Habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;Es ist nicht ganz überflüssig, darauf hinzuweisen daß es nach dieser Definition nicht darum geht, einen &lt;i&gt;Anderen&lt;/i&gt; aufzuklären, sondern &lt;i&gt;sich selber&lt;/i&gt;! Wer keinen Verstand hat, dem kann man auch keinen einbleuen, und wer seinen Verstand nicht benutzen will, dem kann man die Benutzung nicht aufzwingen. Man braucht dazu "Entschließung und Muth", denn beim Gebrauch des Verstandes können Einsichten heraus kommen, die unwillkommen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist schon von der Idee her etwas ganz anderes als das Herabregnen von Geist auf eine Gruppe von Leuten, die dann wie angezündet herumrennen und den Geist an die Anderen verteilen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufklärung möchte erreichen daß der Betreffende &lt;i&gt;denkt&lt;/i&gt;, Mission möchte erreichen daß er &lt;i&gt;glaubt&lt;/i&gt;. Der Unterschied könnte kaum größer sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der "missionarische Aufklärer" ist daher eigentlich ein Widerspruch in sich, aber taugt als billige Verunglimpfung nichtsdestotrotz. Dahinter steckt die Vorstellung und Unterstellung, daß das was der Aufklärer vertritt letztlich auch nur eine andere Form von Glauben sei, daß er also letztlich ein Missionar einer anderen Religion ist (der "Vernunftreligion"), und es somit zwischen Aufklärer und Missionar eigentlich gar keinen wesentlichen Unterschied gibt. Und je umtriebiger und entschlossener er zu Werke geht, desto eher kann man ihm noch den Eifer zum Vorwurf machen, der als Zeichen von Fanatismus hingestellt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kant &lt;a href="http://de.wikisource.org/wiki/Beantwortung_der_Frage:_Was_ist_Aufkl%C3%A4rung%3F"&gt;fährt fort&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Theil der  Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei  gesprochen,  dennoch gerne Zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so  leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem,  unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen  Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt der für mich die Diät  beurtheilt, u.&amp;nbsp;s.&amp;nbsp;w. so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich  habe nicht nöthig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden  das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;Ich hätte für unsere Audiophilen hinzufügen können:&amp;nbsp; &lt;i&gt;"Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur hören kann..."&lt;/i&gt;, aber das würde vernachlässigen daß sie ja in Wirklichkeit gar nicht besser hören als der Rest der Welt, sondern bloß &lt;i&gt;glauben&lt;/i&gt; daß sie besser hören. Wofür sie dann ja auch bereitwillig bezahlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was für Kant die Aufklärung voranschreiten läßt ist der &lt;i&gt;öffentliche Gebrauch der Vernunft&lt;/i&gt;, der damit auch zu den Freiheitsrechten gehört. Der öffentliche Gebrauch ist für ihn der Gebrauch als &lt;i&gt;Gelehrter&lt;/i&gt;, wobei er den Gelehrten nicht formell auffaßt, als jemanden der einen Titel trägt, sondern als jemanden der sich in den Dingen von denen er schreibt gebildet oder informiert hat. Wie er es formuliert hätte wenn er das Internet und Foren gekannt hätte weiß ich nicht, aber es wird klar daß er damit nicht die Freiheit gemeint hat daß jeder unterschiedslos sagen darf was er mag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kant wußte daß das lange dauern würde, bis es sich durchsetzt, war aber optimistisch daß es sich durchsetzen würde. Ich bin das auch, aber wenn man Zeuge wird wie sich Leute nicht nur weigern, zu denken, sondern alles daran setzen um ein paar simple Erkenntnisse der Vernunft von ihrem Bewußtsein fernzuhalten, dann kann man schon mal daran verzweifeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die meisten Leute zu faul und zu feige zum Gebrauch ihres Verstandes sind, und lieber glauben, dann hat der Missionar gegenüber dem Aufklärer einen Vorteil. Er muß allerdings dafür sorgen daß seine Lehre &lt;i&gt;gerne&lt;/i&gt; geglaubt wird. Wenn sie dem Narzissmus der Leute schmeichelt, so daß sich die Gläubigen für was besseres halten können, dann geht's leichter. Bei den Audiophilen ist das ziemlich einfach zu sehen: Ein gewisser Elitarismus kommt bei den meisten ziemlich schnell zum Vorschein, und auf den Nichtgebrauch des Verstandes ist man sogar stolz, hat man doch sein unbestechliches Gehör, zudem hält man sich für Genuß- und Gemütsmenschen, und der Verstand wäre dem bloß im Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Missionar ist nicht viel schwieriger zu durchschauen als der Missionierte. Zu den psychologischen Triebfedern gehören:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Selbstversicherung.&lt;br /&gt;Wenn alle dasselbe glauben braucht man keine Zweifel zu haben. Jedem Glauben ist daher ein abweichender Glaube ein Dorn im Auge. Dann braucht man einen Grund und eine Rechtfertigung für den eigenen Glauben, denn er ist nicht mehr selbstverständlich. Das ist umso lästiger als man eben für etwas das man einfach glaubt normalerweise &lt;i&gt;keine&lt;/i&gt; gute Rechtfertigung hat. Bei Religionen ist das offensichtlich: Welche Rechtfertigung gibt es für den Glauben an die Jungfrauengeburt? An die leibliche Himmelfahrt? An die göttliche Inspiration ausgerechnet des &lt;i&gt;eigenen&lt;/i&gt; heiligen Buches? Solche Sachen haben keine Rechtfertigung, die glaubt man weil man damit aufgewachsen ist, und nicht weil man das nach reiflicher Überlegung als die beste Erklärung erkannt hat. Jeder abweichende Glaube ist damit eine Herausforderung und ein Infragestellung der eigenen Position. Deshalb muß er verschwinden, wenn nicht physisch dann wenigstens aus dem geistigen Blickfeld.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Identitätsstiftung&lt;br /&gt;Wer missioniert muß eine Entscheidung für sein Glaubenssystem (und gegen andere) getroffen haben, und betrachtet sich daraufhin als zugehörig zu einer Gruppe. Das stiftet Identität.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Narzissmus&lt;br /&gt;Wenn man es schafft andere von seinen Glaubenssätzen zu überzeugen dann steigt dadurch das Selbstwertgefühl. Man kommt sich bestätigt und wertgeschätzt vor.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Machtstreben&lt;br /&gt;Das tritt besonders dann in Vorschein wenn Missionare in größeren Gruppen auftreten. Da merkt man die Lust daran, Anderen seine Ansichten aufzuzwingen, was gerade in den Religionen bis heute sichtbar ist, und teils auch ganz offen in den religiösen Schriften gefordert wird. Entsprechend fanden (und finden) viele der Beteiligten nichts dabei die Ungläubigen zur Konversion zu zwingen, und bei Nichtbefolgen abzuschlachten.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Eigennutz&lt;br /&gt;Gerade bei den Religionen wird sichtbar daß sich Anhänger oft schon deswegen missionarisch betätigen weil sie sich dadurch einen Vorteil zu erringen hoffen, nämlich im Jenseits. Das Paradies gibt's nicht umsonst, man muß dafür anschaffen gehen. Wenn's extrem kommt schmeißen die Leute ihr diesseitiges Leben weg und katapultieren sich über ein Märtyrerdasein gleich auf dem kurzen Weg ins Paradies, was merkwürdigerweise ebenfalls missionarisch wirksam sein kann.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Nun will ich nicht bestreiten daß es auch dem Narzissmus eines Aufklärers schmeicheln kann wenn er Erfolg hat und Andere beim Gebrauch ihres Verstandes auf die gleichen Einsichten kommen wie er. Der Missionar und der Aufklärer können von den gleichen unterschwelligen Motiven getrieben sein. Die werden aber leichter durchschaut von Leuten die denken. Leute die glauben neigen eher dazu sich ihre Helden sauberzuglauben. Wenn ein Aufklärer erfolgreich ist, dann hat er sich damit gleichzeitig erschwert, verehrt zu werden. Seine "Zielgruppe" kann selber denken und braucht die Verehrung nicht mehr. Der größte Erfolg eines Aufklärers ist, sich überflüssig gemacht zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist natürlich nicht automatisch so das man die Missionare bei den Audiophilen finden würde, und die Aufklärer bei den Holzohren. Es gibt beiderlei Sorten auf beiden Seiten, aber auf der audiophilen Seite wird erheblich mehr geglaubt. Die Analogien zur Religion, und der ihr gegenüber stehenden Aufklärung, sind beileibe nicht zu weit her geholt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie denkt Ihr drüber? Kommentare &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-2041735261147636072?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2041735261147636072'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2041735261147636072'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/06/missionare-und-aufklarer.html' title='Missionare und Aufklärer'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-8408240495554921841</id><published>2011-06-05T13:53:00.000+02:00</published><updated>2011-06-05T13:53:18.571+02:00</updated><title type='text'>FAQ Digitaltechnik</title><content type='html'>Vor einem Jahr gab's von mir schon mal einen &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/05/faq-symmetrie.html"&gt;FAQ-Artikel&lt;/a&gt;, und ich habe das Gefühl es wird Zeit für den zweiten. Die Digitaltechnik ist im Hifi-Sektor mit der Entwicklung der CD vor 30 Jahren endgültig angekommen gewesen, obwohl sie schon ein paar Jahre zuvor im professionellen Bereich angefangen hatte Fuß zu fassen. Man sollte sich immer wieder vor Augen halten wie lange das schon her ist, dann bekommt man ein Gefühl dafür wie blödsinnig die Vorstellungen mancher Audiophiler sind, die alle möglichen Rätsel und unverstandenen Probleme darin entdecken. Die meisten dieser Rätsel wären keine wenn man nur mal verstehen würde was man auch vor 30 Jahren schon über die Digitaltechnik wußte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mache mir zwar keine Illusionen daß mein Fix Abgehandelter Quatsch (=FAQ) hier an den Vorstellungen dieser Leute etwas ändern wird, denn die sind für ihre Lernresistenz bekannt. Vielleicht hilft's aber Anderen, die das Denken noch nicht verlernt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;1. Analog wird immer besser sein als digital. Bei Digitaltechnik ist die Bitanzahl beschränkt, weshalb man beim Wandeln immer (Rundungs-)Fehler bekommt, dagegen ist das Signal bei Analogtechnik kontinuierlich und unendlich fein aufgelöst.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier wird eine theoretische Analogtechnik, wie sie in der Praxis gar nicht möglich ist, mit der praktischen Digitaltechnik verglichen. Es fällt aus dem Text nicht unbedingt auf, es ist aber ein schiefer Vergleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Analogtechnik hat es in der realen Welt immer mit Rauschen zu tun. Rauschen ist eine physikalische Realität, um die man nicht herum kommt. Dieses Rauschen begrenzt die Auflösung des analogen Signals genauso wie durch die begrenzte Bitanzahl die Auflösung des digitalen Signals begrenzt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist sogar so daß bei einem korrekt arbeitenden Digitalsystem die Fehler, die durch das Runden beim Wandeln entstehen, dem analogen Rauschen genau entsprechen. Die Auswirkungen auf das Nutzsignal sind genau die gleichen, egal ob wir im digitalen oder analogen Bereich sind. Analog ist daher nicht besser als digital, das Argument ist falsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;2. Moment mal, hat man uns nicht immer versucht weiszumachen, Digitaltechnik sei rauschfrei und "perfekt"?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer das so pauschal behauptet hat, hat die Sache vielleicht selbst nicht ganz verstanden gehabt. Es gibt durchaus etwas bei der Digitaltechnik, was man mit einigem Recht als "perfekt" bezeichnen kann, und das ist das Übertragen, Speichern und Kopieren des Signals. Bei der Digitaltechnik geht das ohne jeden Verlust, bei der Analogtechnik ist dagegen immer ein gewisser Qualitätsverlust damit verbunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das soll aber nicht heißen daß an der Digitaltechnik &lt;i&gt;alles&lt;/i&gt; "perfekt" wäre. Schon einfache Signalbearbeitung läuft auf Rechenschritte hinaus, die Rundungsfehler hervorrufen. Das kann man nicht mehr wirklich perfekt nennen. Man kann sich der Perfektion allerdings annähern, und dazu hat man bei der Digitaltechnik weitaus bessere Voraussetzungen als bei der Analogtechnik, denn man kann auf einfache Weise durch Vergrößerung der Rechengenauigkeit, also durch Rechnen mit mehr Bits, den Fehler beliebig klein machen. Man ist da keinen physikalischen Grenzen unterworfen wie bei der Analogtechnik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heißt aber auch: Der Entwicklungsingenieur, der ein Audiogerät baut oder eine Audio-Software schreibt, muß sich überlegen welche Rechengenauigkeit oder welche Bitanzahl er braucht um den Fehler in seinem System in allen realistischen Situationen klein genug zu halten. Es gilt eine Entscheidung zu treffen. Der daraus resultierende Kompromiß braucht nicht unbedingt Jedem zu gefallen. In der Anfangszeit der Digitaltechnik war das ein weitaus schwierigeres Problem als heute, denn damals waren solche Entscheidungen potenziell teuer, heute dagegen ist Rechenleistung und Digitalhardware so billig geworden, daß man bequem überdimensionieren kann ohne daß die Kosten davon merklich betroffen wären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Entscheidung für 16 Bit bei der CD war zur damaligen Zeit von vielen Leuten auch schon als Überdimensionierung gesehen worden. Aus der Sicht vieler Leute hätten für ein Distributionsmedium für den Massenmarkt auch 13 bis 14 Bits gereicht, und wenn man sich aus heutiger Sicht ansieht was für ein totkomprimierter Schrott auf CD gepreßt wird, dann bekommt man das Gefühl daß sogar das noch überdimensioniert gewesen wäre. Beim DAT-Recorder wurde, manch einer wird das vielleicht noch wissen, damals auch ein Long-Play-Modus eingeführt, der mit einer nichtlinearen 12-bit-Kodierung arbeitete (und mit 32 kHz Abtastung), und wer so etwas ausprobiert hat wird sagen können daß der Unterschied &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/viewthread-29-9079.html"&gt;oftmals&lt;/a&gt; nicht zu merken ist. Die Einsparung von ein paar Bits wurde bei der CD aber wohl als nicht hinreichend lohnend angesehen, so daß es schließlich 16 bit wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;3. Aber 16 bit sind doch nicht genug um der Analogtechnik Paroli zu bieten!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommt darauf an. Bei der Speicherung von Audiosignalen ist es bereits mehr als genug um der Analogtechnik Paroli zu bieten. Kein analoges Speichermedium, egal ob Schallplatte oder Band, kann diesbezüglich mit der Digitaltechnik mithalten. Bei den Bandmaschinen im professionellen Bereich kam man unter erheblichem Aufwand (Dolby-Rauschreduktionsverfahren) noch am nächsten, aber letztlich war schon sehr früh klar daß die analoge Speichertechnik keine Chance gegen die Digitaltechnik haben würde. Die Speicherung war der eigentliche Motor, der die Digitaltechnik in der Anfangszeit befördert hat, weil gerade da die Analogtechnik ihre größten Probleme hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Übertragung und Bearbeitung der Signale ist die Analogtechnik weitaus besser als bei der Speicherung, und wenn man damit auf der Digitalseite gleich ziehen will, dann braucht man mehr Bits als 16. Das ist der Grund warum man z.B. bei der AES/EBU-Schnittstelle (und der damit verwandten S/P-DIF-Schnittstelle) von Anfang an Platz für 24 Bit vorgesehen hatte. Das ist also keineswegs ein Problem das man erst im Nachhinein gefunden hätte. Es war den Verantwortlichen von Beginn an klar daß für ein Digitalsignal, das von der Qualität her den analogen Möglichkeiten ebenbürtig sein sollte, 16 bit nicht reichen würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die 16 bit der CD sind eine (auch heute noch) richtige Wahl für ein &lt;i&gt;Distributionsformat&lt;/i&gt; gewesen, also ein Format das &lt;i&gt;nach&lt;/i&gt; aller Signalbearbeitung kommt, und bloß noch wiedergegeben wird. Für ein Format im Studio, &lt;i&gt;während&lt;/i&gt; der Signalbearbeitung, war das zu wenig, und deswegen gab es auch schon frühzeitig größere Genauigkeit in Mischpulten, bei Mehrspurrecordern und in Effektgeräten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;4. Woher soll ich wissen ob 24 bit genug sind? Du behauptest ja sogar daß 16 bit genug sind für so etwas wie die CD. Heißt das Du hältst die DVD oder die BR-Scheiben mit ihren hochauflösenden Formaten für überflüssig?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Distributionsformat halte ich 24 bit in der Tat für überflüssig. Im Studio sind 24 bit dagegen sehr wohl angebracht. Letztlich ist es einfach eine Frage des Dynamikumfangs des Formates, und was man damit praktisch anfangen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;16 bit bieten genug Dynamikumfang für die Wiedergabe, einfach weil der Maßstab dort die Fähigkeiten des menschlichen Gehörs sind, und die akustische Situation beim Hören. Gemessen an diesem Maßstab sind die Möglichkeiten, die sich aus 16 Bit bieten, mehr als ausreichend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;24 bit bieten genug Dynamikumfang für die Signalbearbeitung, weil dort der Maßstab durch die in der Analogtechnik erreichbare Signalqualität gegeben ist. Das hat nichts mit den menschlichen Hörfähigkeiten zu tun, oder mit der Situation im Wohnzimmer. Man will ganz einfach mindestens so gut sein wie die analoge Elektronik, und das ist bei 24 bit weitgehend der Fall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ganze läuft letztlich bloß auf eine Betrachtung der Rauschwerte im System hinaus. Mehr ist da nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;5. Dann glaubst Du wohl auch daß höhere Abtastfrequenzen nichts bringen, stimmt's?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, da sieht's ganz ähnlich aus. Die Abtastrate bei der CD ist zwar mit ihren 44100 Hz ein wenig krumm geworden, aber das hat damit zu tun daß man in der Anfangszeit der CD für die Produktion auch ein Aufnahmemedium gebraucht hat, das man als "Masterband" bei der CD-Fabrik abgeben konnte, so daß die daraus die CD fabrizieren konnten. Statt ein völlig neues Magnetbandsystem aus dem Boden zu stampfen hat man sich dafür entschieden, ein Bandaufzeichnungssystem für Video zu zweckentfremden. Man hat einen sog. PCM-Adapter gebaut, mit dem man das Audiosignal digitalisieren und in ein Signal umformen konnte, das für den Videorecorder so aussah als wäre es ein Videosignal. Für relativ kurze Zeit konnte man sich das sogar als ambitionierter Hifi-Kunde anschaffen wenn man wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist heute alles Schnee von vorgestern, aber die Abtastfrequenz der CD ist als Relikt davon noch übrig geblieben, denn diese Signalumformung hat es damals erfordert daß die Zeilenfrequenz des Videosignals und die Abtastfrequenz in einem bestimmten festen Verhältnis zueinander standen. Der Rest der Digital-Audio-Welt hätte lieber eine weniger krumme Frequenz genommen, wie z.B. 48000 Hz oder 50000 Hz, aber es herrschte Einigkeit daß die Frequenz in diesem Bereich liegen muß um die Hörfähigkeiten des Menschen abzudecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da sich die Hörfähigkeiten seither nicht geändert haben, ist die Entscheidung heute so richtig wie damals. Seit den Untersuchungen von Nyquist ist ja klar gewesen daß man die Abtastfrequenz wenigstens doppelt so hoch wählen muß als die höchste interessierende Signalfrequenz. Und es war ebenfalls klar daß man in der Praxis kein beliebig steiles Filter bauen kann welches die uninteressanten, aber störenden Frequenzen abschneidet, folglich brauchte man einen Übergangsbereich in dem so ein Filter vom Durchlaßbereich in den Sperrbereich übergeht. Je nachdem wieviel Platz im Frequenzspektrum man diesem Filter zugestehen will, ergibt sich eine Wunsch-Abtastfrequenz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;6. Du hältst es also für ausgemacht daß der menschliche Hörbereich bei 20 kHz endet.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo er genau endet ist eine etwas akademische Frage. Die Menschen unterscheiden sich in dieser Hinsicht voneinander, und es ändert sich ja bekanntlich auch mit dem Lebensalter. Es kann schon sein daß manche, vor allem junge, Leute über 20 kHz hinaus kommen. Es sind aber nur sehr wenige, und ich bin überzeugt davon daß es eine Menge Leute gibt die zwar glauben sie hörten solche hohen Frequenzen, die das aber nie ordentlich nachgeprüft haben. Es ist ein Unterschied ob man die hohen Frequenzen direkt hört, oder ob man Mischprodukte hört, die aufgrund von Nichtlinearitäten aus den höheren Frequenzen entstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber egal wie nun die Hörfähigkeiten im Einzelnen aussehen mögen halte ich diese hohen Frequenzen auch für musikalisch und klanglich irrelevant. In diesen Frequenzen ist nichts enthalten was eine musikalische Darbietung besser, authentischer oder "livehaftiger" machen würde. Es sind höchstens Nebeneffekte die zur Musik nichts beitragen, sonst wären ja die Mehrzahl der Leute, die vielleicht bloß noch bis 16 kHz hören, schon außen vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich würde also durchaus sagen daß 20 Hz bis 20 kHz ein bereits großzügig bemessener Frequenzbereich ist, innerhalb dessen sich alles abspielt was für die Musikdarbietung relevant ist. Es gibt keinen vernünftigen Grund warum man für ein Distributionsformat mehr brauchen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;7. Da ist es wieder: "Distributionsformat". Im Studio hältst Du also höhere Frequenzen für sinnvoll?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jein. Es gibt Fälle in denen es sinnvoll sein kann. Das hat etwas mit Spiegelfrequenzen zu tun, die dann entstehen wenn man ein Signal nicht ordentlich bandbegrenzt. Manche Leute glauben, daß das bloß ein Problem bei der Wandlung zwischen analog und digital ist ("Aliasing"). Es kann aber auch im digitalen Bereich selbst ein Problem sein, nämlich immer dann wenn das Signal nichtlinear verarbeitet wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichtlineare Bearbeitung ist hier im mathematischen Sinne zu verstehen; nichtlineare Bearbeitungen erzeugen neue Frequenzen, während lineare Bearbeitung nur die relative Stärke schon vorhandener Frequenzen ändert. Ein einfaches Beispiel für nichtlineare Bearbeitung ist das Clipping, bei dem Signalspitzen abgeschnitten werden, z.B. als Folge einer Übersteuerung. Das Resultat sind harmonische Verzerrungen, und die gehen mit der Erzeugung von Frequenzen einher die Vielfache der Signalfrequenzen sind, zudem können Mischprodukte entstehen. Diese entstehenden Frequenzen machen im Digitalsystem nicht an der halben Abtastfrequenz halt, die höheren Anteile werden einfach nach unten gespiegelt und tauchen als Spiegelfrequenzen im "Basisband" wieder auf. Das hat dann mit "harmonisch" nichts mehr zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bedeutet, daß nichtlineare Bearbeitungsfunktionen im Digitalbereich mit besonderer Sorgfalt zu implementieren sind, damit keine Frequenzprodukte daraus über eine Spiegelung im hörbaren Bereich auftauchen. Das gilt egal ob die nichtlineare Funktion nun absichtlich und bewußt, oder unabsichtlich erfolgt. Neben dem Clipping betrifft das vorwiegend die Dynamikbearbeitung, also Kompressoren, Limiter, usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man dafür sorgen würde daß alle diese Bearbeitungen ordentlich und ohne Spiegelfrequenzen ablaufen, dann bräuchte man auch keine höheren Abtastfrequenzen. Wenn man das aber nicht sicherstellt, dann tut man besser daran eine höhere Abtastrate zu benutzen, denn dann wird ein guter Teil der gespiegelten Frequenzen im unhörbaren Bereich landen, und der Fehler umso weniger auffallen. Hat man nur die unbedingt nötige Abtastfrequenz gewählt, dann landet fast aller gespiegelte Müll im hörbaren Bereich, und verfärbt im Extremfall den Klang merklich. Das ist z.B. einer der Gründe warum sich digitale Übersteuerung schlechter anhört als analoge Übersteuerung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz gesagt hilft die höhere Abtastfrequenz im Studio dabei, die negativen Auswirkungen unsauberer Bearbeitungen besser zu kaschieren. Besser wäre es zwar, die Unsauberkeiten gleich von vorn herein zu vermeiden, aber es ist das Endergebnis was zählt, und wenn dazu eine höhere Abtastfrequenz hilft soll's mir recht sein. Bei der Übertragung auf das Distributionsmedium ganz am Schluß der Verarbeitungskette kann man ja auf die niedrigere Abtastfrequenz konvertieren, und wird dabei den Müll los der sich eventuell im Ultraschallbereich angesammelt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;8. Das hört sich gerade so an als bräuchten vor allem die schlechten Toningenieure die höheren Frequenzen.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist was dran. Im Radio und Fernsehen, wenigstens dem qualitätsbewußteren Teil davon, versucht man ja nach Möglichkeit, bei der Bearbeitung den nötigen Headroom einzuhalten, und Schweinereien zu vermeiden. Bei Filmvertonung ebenso. Dort reicht überall 48 kHz als Abtastfrequenz, über höhere Frequenzen denkt da kaum einer ernsthaft nach. Bloß in der Musikproduktion wird alles gedreht was man drehen kann, und seit man alles auf dem PC bearbeiten kann ist eine Schwemme von Leuten in der Musikproduktion zu Gange die im Grunde keine Ahnung haben was sie da tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da reicht als Argument oft schon daß 96 eben höher ist als 44,1 und es deswegen halt auch besser sein muß. Ungefähr so wie ein 200 Watt Verstärker ja auch besser als ein 100 Watt Verstärker ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;9. Was ist dann von den Leuten zu halten die von Unterschieden berichten zwischen CD und DVD, zwischen 44,1 kHz und 96 kHz?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist erst einmal die Frage was die da überhaupt vergleichen. Woher wollen sie wissen ob auf beiden Medien das Gleiche drauf war, abgesehen von Abtastfrequenz und Bitrate? Oftmals ist das Material für die beiden Medien separat gemastert worden, und der Unterschied hat nichts mit dem Medium zu tun, sondern mit dem unterschiedlichen Mastering.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts der Schwemme an übersteuerten CDs ("Loudness War") kommt noch dazu, daß die Auswirkungen der Übersteuerung anders ausfallen können je nachdem mit welcher Abtastfrequenz man arbeitet. Das hat wieder mit den Spiegelfrequenzen zu tun. Die beiden unterschiedlichen Formate mögen daher auf unterschiedliche Art falsch klingen. Das ist nicht unbedingt ein Vorteil für irgendeine Seite.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für einen fairen Vergleich müßte man das hochauflösende Format (also z.B. 24/96) als Ausgangspunkt nehmen, und es z.B. mit einem guten Abtastratenwandler auf das andere Format konvertieren (z.B. 16/44,1), wobei man darauf achten muß, Übersteuerungen zu vermeiden. Es wird also u.U. nötig sein, die Pegel auf beiden Seiten zu reduzieren. Wenn mal einer auf diese Weise sorgfältig gearbeitet hat, und dann immer noch Unterschiede nachweislich hört, dann erst wird's interessant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bloß wird's die Luft da auch sehr dünn, und ich warte noch auf eine Untersuchung die diesen Fall wirklich überzeugend klären würde. Bis dahin gehe ich davon aus daß die "traditionellen" Ansichten zum nötigen Frequenzbereich gelten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;10. Und die Leute, die mit der zeitlichen Auflösung argumentieren, sind das Spinner? Die Abtastwerte liegen ja mehr als 20 µs auseinander, das reicht doch nicht für das Gehör!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Leute haben nicht verstanden daß der zeitliche Abstand der Abtastwerte keine Grenze darstellt für den zeitlichen Abstand zweier Signale in verschiedenen Kanälen. Es ist kein Problem, auf der CD ein Signal aufzuzeichnen, das zwischen dem linken und dem rechten Kanal z.B. einen Zeitunterschied von 5 µs hat. Das mag manchen überraschen, läßt sich aber relativ leicht demonstrieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar geht das nicht indem man einfach das Signal vom einen Kanal um einen Schritt verzögert. Man muß schon ein bißchen mehr Aufwand treiben. Beispielsweise könnte man das so lösen daß man das Signal in eine höhere Abtastrate wandelt, in der die gewünschte Verzögerung in ganzen Schritten darstellbar ist, also im Falle von 5 µs z.B. 200 kHz. Dann verzögert man auf einfache Weise in ganzen Schritten, und wandelt das Ergebnis zurück in die ursprüngliche Abtastfrequenz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann den Erfolg überprüfen indem man das Resultat ins Analoge wandelt und z.B. auf dem Oszilloskop betrachtet. Linker und rechter Kanal sind dann um z.B. unsere 5 µs gegeneinander verschoben, obwohl die zeitlichen Abstände der Abtastwerte viel größer sind. Die ganze Argumentation mit der zeitlichen Auflösung beruht also auf einem Denkfehler, den man durch relativ einfache Experimente als solchen entlarven kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt immer wieder Versuche, die Grundlagen der Digitaltechnik in Zweifel zu ziehen und zu suggerieren daß damit etwas nicht stimmt. In Wirklichkeit stimmt in solchen Fällen sehr wahrscheinlich etwas mit der Argumentation nicht. Diese Grundlagen sind schon seit ziemlich langer Zeit bekannt und theoretisch ziemlich gut durchdrungen. Nyquist gilt, wer glaubt das in Zweifel ziehen zu können muß schon ausgesprochen sattelfest sein. So einer muß mir erst noch begegnen. Stattdessen begegne ich immer wieder Leuten, die offensichtlich nicht verstanden haben was Bandbegrenzung bedeutet, also die eine Grundvoraussetzung nicht verstehen auf der die Funktion der Digitaltechnik in der Signalverarbeitung beruht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;11. Was ist denn so schwierig daran?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gute Frage. Die Nyquist-Regel ist einfach und eindeutig, aber sie sagt etwas im Frequenzbereich aus. Das gedanklich in den Zeitbereich zu übertragen fällt vielen schwer. Daher kommen vermutlich die ganzen Verständnisprobleme. Besonders auffällig ist das wenn mit Impulsen oder Rechtecksignalen hantiert wird. Da ist eigentlich grundsätzlich erhöhte Wachsamkeit angeraten, weil einem damit unterschwellig oftmals eine Verletzung des Bandbreitenkriteriums von Nyquist untergejubelt werden soll. Aus falschen Voraussetzungen folgen aber nicht immer richtige Schlüsse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer zum Beispiel die zeitliche Auflösung in Zweifel ziehen will hat mit dem Rechteck ein anschauliches Mittel dazu, denn man kann ein "digitales Rechteck" nicht um eine halbe Abtastperiode verschieben. Das Auflösungsvermögen für digitale Rechtecke ist tatsächlich durch die Abtastfrequenz beschränkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat aber nichts zu sagen, denn das Rechteck ist selbst schon eine Verletzung des Nyquist-Kriteriums. Korrekt bandbegrenzte Signale hingegen haben dieses Problem nicht. Sie haben keine abrupten Sprünge wie ein Rechteck, und sie lassen sich um Bruchteile einer Abtastperiode verschieben ohne daß sich dazu die rekonstruierte Signalform ändern würde. In dem Moment in dem man die Regeln einhält ist das Problem verschwunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;12. Bedeutet das, daß die Digitaltechnik prinzipielle Probleme mit Impulsen hat?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommt darauf an was Du damit meinst. Ein idealer Impuls hat eine unendlich steile Flanke, und so etwas gibt's schon analog nicht. Wenn Du es also am theoretischen Idealfall mißt, dann hat schon die Analogtechnik Probleme damit, da braucht man gar nicht erst zur Digitaltechnik überzugehen. Es sieht vielleicht bei der Digitaltechnik eher so aus, weil man dort durch einen Sprung zwischen zwei Abtastwerten so etwas wie die Illusion eines unendlich steilen Sprunges haben könnte. Er ist aber schon deswegen nicht unendlich steil weil von einem Abtastwert zu nächsten ja eine gewisse Zeit vergeht. Allein das ist schon eine Grenze für die maximale Steilheit. Die eigentliche Grenze ergibt sich aber aus der Bandbegrenzung, aus der nicht bloß eine maximale Signalsteilheit folgt, sondern auch die Bedingung daß es keine Ecken im Signal geben darf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letzlich definiert die Bandbreite des Systems wie "scharf" ein Impuls sein kann, egal ob dieses System analog oder digital arbeitet. Beide Technologien sind damit in dieser Hinsicht gleich gestellt. Bei Hifi ist es bloß so daß analoge Geräte oftmals eine größere Bandbreite haben als digitale Systeme. Das ist deswegen so weil man für die Begrenzung der Bandbreite extra Aufwand betreiben müßte, den man sich auch sparen kann. So hat dann ein Verstärker gern mal eine Bandbreite von &amp;gt;100 kHz, also ein Mehrfaches dessen was er für Audio eigentlich bräuchte. Das heißt er verstärkt auch noch Signale, die man nicht hört, aber das wird nicht als Problem aufgefaßt und hat den Nebeneffekt daß Impulse "sauberer" verstärkt werden. Wenn man sich das Ergebnis auf dem Oszilloskop betrachtet sieht es dann so aus als wäre das analoge Gerät besser als das digitale, wenn man die "Impulstreue" als Maßstab nimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob man das hören kann steht auf einem ganz anderen Blatt. Besonders schmunzeln lassen mich immer wieder die Behauptungen, die Impulstreue "im Baßbereich" sei besser geworden. Der Baßbereich besteht ja aus den tiefen Frequenzen, und wenn es dort Impulse gibt, dann sind sie derart harmlos daß sich die Anstiegssteilheiten derart weit weg von den Grenzen auch des digitalen Systems befinden, daß ein eventueller Klangunterschied sicherlich damit überhaupt nichts zu tun haben kann. Ob diese Leute jemals die Signalform gesehen haben die aus einer Kickdrum herauskommt? Oder aus einer Baßgitarre?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die "Impulse", mit denen man es in der Musik real zu tun hat, sind auch für die Bandbreite eines digitalen Systems langsam genug. Und auch das Gehör ist für noch schnellere Anstiegszeiten schlecht gerüstet. Solche steilen Flanken werden schon von der Luft gedämpft, und auch das schräge Auftreffen oder Abstrahlen von Membranen in Mikrofonen, Lautsprechern, und auch dem Trommelfell des Ohrs, sorgt dafür daß Impulse verschliffen werden. Es ist also schlicht kein für die Realität relevantes Problem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare bitte im inzwischen gewohnten &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Thread&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-8408240495554921841?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/8408240495554921841'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/8408240495554921841'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/06/faq-digitaltechnik.html' title='FAQ Digitaltechnik'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-4821624960821865196</id><published>2011-05-29T14:25:00.001+02:00</published><updated>2011-05-31T11:34:33.285+02:00</updated><title type='text'>Gleiche Bits, und gleichere Bits</title><content type='html'>Inzwischen hat die Aufregung ja wieder nachgelassen, vielleicht ist das die richtige Zeit um diese Akku-Farce ein wenig aufzuarbeiten. Mit ein bißchen Distanz sieht man die Dinge vielleicht klarer, und eine kleine Chronik ist für den bequemeren Überblick der Nachwelt vielleicht auch nicht schlecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was bisher (nach meinen Recherchen) geschah:&lt;br /&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;Im "&lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showthread.php?t=3610"&gt;Colorfly-Thread&lt;/a&gt;" des &lt;a href="http://www.open-end-music.de/"&gt;OEF&lt;/a&gt; kam Otwin Maas ("lotusblüte") in &lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showpost.php?p=79016&amp;amp;postcount=46"&gt;Beitrag #46&lt;/a&gt; mit der Anregung, gerippte Dateien miteinander zu vergleichen, und zwar zwischen Versionen die mit Akkuversorgung gerippt wurden, und solchen die mit Netzstromversorgung gerippt wurden. Er bekam sogleich Unterstützung von "Sam", der dazu einen kleinen Blindtest durchgeführt haben wollte. Wohlgemerkt: Es geht um das Rippen, also um den Transfer der Audiodaten von der CD auf Dateien im Rechner. Später abgehört, sollen sich deutliche Unterschiede vernehmen lassen, mit einer deutlichen Präferenz für die mit Akku gerippte Variante.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man &lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showpost.php?p=79091&amp;amp;postcount=56"&gt;beachte&lt;/a&gt; wie schnell die eigentlich selbstverständliche Erwiderung, daß zwei gleiche Dateien auch gleich klingen müssen, sofort in den &lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showpost.php?p=79106&amp;amp;postcount=64"&gt;Vorwurf&lt;/a&gt; mündet man wolle in Persönliches abgleiten und einen Thread kaputtmachen. Beliebigen unausgegorenen Unsinn zu posten ist in diesem Forum ok, Erwiderungen darauf müssen aber jeden Anflug von Kritik vermeiden, besonders wenn man daraus ablesen kann daß man die gehörten Phänomene für eingebildet hält. Ganz speziell wenn der Betroffene auch noch als Moderator am Drücker sitzt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Einen entsprechenden, bestätigenden &lt;a href="http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=18&amp;amp;t=2037&amp;amp;start=1"&gt;Bericht&lt;/a&gt; verfaßte dann Franz im &lt;a href="http://www.aktives-hoeren.de/"&gt;AHF&lt;/a&gt; und startete dadurch eine parallele Diskussion. Wichtiges Detail hier: Er fragte ausdrücklich die "Fachleute" nach "sachlichen" Erklärungen für dieses Phänomen. Für Leute, die mit diesen audiophilen Figuren noch nicht vertraut sind, wäre noch zu bemerken, daß sich gerade bei Franz solche Spielchen schon seit Jahren wiederholen, ohne daß auch nur ein Funke eines Erkenntniszuwachses zu verzeichnen wäre. Er hätte sonst wissen müssen daß eine solche Frage an die Techniker ziemlich sinnlos ist, so lange keine Anstrengung unternommen wurde, das Phänomen auch als real zu demonstrieren. Was es dazu bräuchte müßte auch ihm seit Jahren bekannt sein, zum Beispiel daß man in so einem Fall erst einmal überprüft ob die Dateien bitidentisch sind. Ansonsten erntet man die vorhersehbare Antwort:&lt;i&gt; "Entweder Du hast beim Rippen Mist gebaut, oder Du hast Dir den Unterschied eingebildet"&lt;/i&gt;. Bloß daß eben Franz diese absolut auf der Hand liegende Antwort genauso absolut nicht haben will. Und die Farce nimmt ihren Lauf...&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Bemerkenswert auch, wie z.B. Franz mit dem Begriff Blindtest umgeht. Er behauptet einfach so, Blindtests durchgeführt zu haben, ohne auch nur im Mindesten Auskunft darüber zu geben was er da getan hat und wie er vorgegangen ist. Die Möglichkeiten sind gleich Null, nachzuvollziehen ob das Ganze Hand und Fuß hat. Dabei täte man gerade bei Franz gut daran, ihm in solchen Sachen genau auf die Finger zu schauen. Zu dieser Verballhornung des Blindtest-Begriffs gibt's hier im Blog schon einen &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/06/blindtest-begriffsdiebstahl.html"&gt;Artikel&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Das Thema metastasiert. Im Colorfly-Thread selbst hört man nun auch Unterschiede zwischen verschiedenen Speicherkärtchen, ein eigener Thread zum Thema "&lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showthread.php?t=3652"&gt;bitgenau&lt;/a&gt;" beginnt mit den tiefenphilosophischen Worten &lt;i&gt;"Mir fällt es jedoch schwer, zwischen bitgenau und bitgenau  eine Grenze zu sehen"&lt;/i&gt;. (Das muß ein echtes Wahrnehmungsproblem sein, meine Anerkennung für den Mut, das offen zuzugeben!). Auch in anderen Foren wird man auf das Thema aufmerksam, z.B. im Hifi-Forum, in &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024&amp;amp;postID=3369#3369"&gt;meinem Blog-Thread&lt;/a&gt;, und in einem &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=1707&amp;amp;postID=34#34"&gt;Thread über Software-Klang&lt;/a&gt;, der sich (zufällig?) in etwa zur gleichen Zeit aufgrund eines Artikels in der STEREO ergab. Genauso im österreichischen Pendant, wo ebenfalls im Rahmen eines &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showpost.php?p=202787&amp;amp;postcount=21"&gt;Threads über den STEREO-Artikel&lt;/a&gt; die Akku-Rip-Thematik entdeckt wurde. Später dann noch im Forum &lt;a href="http://multichannel-professional.de/index.php?page=Thread&amp;amp;threadID=1214"&gt;Multichannel Professional&lt;/a&gt;, und womöglich an weiteren Stellen* die mir entgangen sind (Tips willkommen!).&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Ein "Blindtest" wird &lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showpost.php?p=79522&amp;amp;postcount=148"&gt;angedacht&lt;/a&gt;, und nach beträchtlichem hin und her gibt's dann auch &lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showpost.php?p=80219&amp;amp;postcount=485"&gt;Ergebnisse&lt;/a&gt;. Es fällt aus wie zu erwarten war, und die Reaktionen darauf auch. Das hin und her selbst ist allerdings ebenfalls interessant, weil auch Leute die sonst jedes harte Wort gegenüber Audiophilen dreifach wägen, in diesem Fall &lt;a href="http://www.open-end-music.de/vb3/showpost.php?p=80117&amp;amp;postcount=399"&gt;aus der Haut fahren&lt;/a&gt;. Und in die Falle tappen: Wer den Holocaust erwähnt, verliert. Egal wie recht er damit auch hat.&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;Abgesehen vom etwas morbiden und zynischen Vergnügen, das man bei der Lektüre dieser Farce hat, können wir daraus auch etwas lernen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir fallen ein paar Dinge ein:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wer seine eigene Wahrnehmung über alles stellt, der wird auch nicht vor den einfachsten mathematischen Tatsachen halt machen, wenn er sich seine "Realität" so zusammenbastelt daß sie diese Wahrnehmung stützt. Wenn die Wahrnehmung suggeriert daß 1+1=3 ist, dann deklariert man eben daß das "1+1=2" der bisherigen Mathematik noch nicht das letzte Wort ist. Da hilft kein Appell an den gesunden Menschenverstand, der Wahn ist stärker, selbst wenn es um eigentlich völlig selbstverständliche Dinge geht.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wer seine eigene Wahrnehmung über alles stellt, der lernt nichts dazu. Alles Wissen was er sich aneignen könnte, trägt die Gefahr in sich daß es mit späteren Wahrnehmungen kollidiert und dann wieder aufgegeben (oder "relativiert") werden muß. Da kann man das Lernen gleich bleiben lassen, die Wahrnehmung ist sowieso wichtiger. Entsprechend sinnlos ist es, solchen Leuten etwas beibringen zu wollen. Selbst wenn sie eine Weile lang den Eindruck machen als würden sie die Erkenntnisse aufnehmen und integrieren, so werden sie doch bereitwillig den ganzen geistigen Plunder wieder über Bord werfen wenn sie eine neue Wahrnehmung machen. Auch das Umgekehrte kommt vor, daß sie eine unzureichend verstandene Wahrheit verallgemeinern, und an den unpassendsten Stellen zur Geltung bringen, wobei die Autosuggestionsfähigkeit die Wahrnehmung passend hinbiegt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wer seine eigene Wahrnehmung über alles stellt muß auch sein Selbstwertgefühl darauf aufbauen, und dabei kommt schnell jedes Korrektiv abhanden, was einen normalerweise auf dem Teppich hält. Was Wunder daß es dann zu so grotesken Überspitzungen kommt wie dem schon tragikomischen Extrem-Elitarismus des &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024&amp;amp;postID=3072#3072"&gt;Highender1980 im Hifi-Forum&lt;/a&gt; (der allem Anschein nach mit Otwin Maas bzw. lotusblüte identisch ist). Das schlägt sogar die väterliche Großspurigkeit von Charly.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wer seine eigene Wahrnehmung über alles stellt ist ein Problem für jede Moderation. Er bringt Andere mühelos zur Weißglut, einfach durch völlige Argumentations- und Erkenntnisresistenz, und braucht dazu in seinen eigenen Beiträgen keinerlei anstößigen Formulierungen zu benutzen. "Powertrolling" hat so etwas mal jemand im Hifi-Forum genannt, und ich vermute daß sich diese Masche weiter verbreiten wird, nachdem sie sich als wirksam herausstellt. Und wirksam ist sie in allen den Fällen wo die Moderation es nicht als ihre Aufgabe ansieht, eine vernünftige Diskussion zu gewährleisten, sondern lediglich zu verhindern daß es zu Unflätigkeiten kommt. Siehe den &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/03/das-trollunwesen.html"&gt;Artikel&lt;/a&gt; den ich kürzlich zu diesem Thema geschrieben habe. Die Hilflosigkeit der Moderation ist in meinem &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Blog-Thread&lt;/a&gt; deutlich zu spüren. Der Thread ist auf moderiert gesetzt, wird aber nicht wirklich moderiert. Es ist lediglich erkennbar daß sich die Moderatoren seeehr viel Zeit lassen bis ein Beitrag freigegeben wird, das kann fast einen Tag lang dauern.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Aber ich bin auch daran interessiert was Euch so als "die Moral von der Geschicht'" einfällt. Euer individuelles Fazit könnt Ihr &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt; verfassen, ich hoffe Ihr laßt Euch von der Trägheit der Moderation nicht abschrecken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;* Weitere Stellen, die mir inzwischen bekannt geworden sind: Das &lt;a href="http://www.piega.info/showpost.php?p=12223&amp;amp;postcount=532"&gt;Piega-Forum&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-4821624960821865196?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4821624960821865196'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4821624960821865196'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/05/gleiche-bits-und-gleichere-bits.html' title='Gleiche Bits, und gleichere Bits'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-7750424938678529075</id><published>2011-05-08T00:34:00.001+02:00</published><updated>2011-05-08T09:58:14.276+02:00</updated><title type='text'>Schöne Rechtecke</title><content type='html'>Audiosignale kann man im Zeitbereich oder im Frequenzbereich darstellen. Im Zeitbereich sieht man einen Wellenzug, wie man ihn typischerweise auf dem Schirm eines Oszilloskops sehen würde, oder in der Anzeige eines Sound-Editors auf dem PC. Im Frequenzbereich sieht man ein Spektrum, wo einzelne Töne als senkrechte Linien über einem Rauschteppich erscheinen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden Darstellungen sind Sichtweisen auf die gleiche Realität, so unterschiedlich sie auch aussehen mögen. Viele Leute haben Schwierigkeiten sich die Verbindung zwischen diesen beiden Darstellungen vor dem geistigen Auge zu vergegenwärtigen. Was bedeutet eine bestimmte Wellenform für das Spektrum? Wie wirken sich Änderungen im Spektrum auf die Wellenform aus? Was hat das alles zu tun mit dem was man hört?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Fragen sind sehr wichtig für das Verständnis der diversen Diagramme und Meßbildchen die man im Zusammenhang mit der Audiotechnik antrifft. Sogar Leute die immer wieder betonen daß es ihnen nur auf den Klang ankäme arbeiten überraschend oft mit solchen Darstellungen. Es hilft also nicht bloß Fachleuten wenn man sich über die Zusammenhänge ein paar Gedanken macht. Meßdiagramme findet man eben auch in Testzeitschriften, selbst wenn die im Vergleich zu den Klangbeschreibungen bloß wenig Platz einnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darstellungen im Zeitbereich haben auf der waagrechten Achse eine Zeitskala. Für ein Sinussignal von 1 kHz braucht man eine Millisekunde um eine ganze Periode darzustellen. Eine entsprechende Darstellung werden viele Leute kennen. Ein &lt;a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Sine_cosine_one_period.svg&amp;amp;filetimestamp=20100716201555"&gt;Beispiel aus Wikipedia&lt;/a&gt; zeigt eine solche Periode als mathematische Funktion, auf dem &lt;a href="http://people.sinclair.edu/nickreeder/eet114/PageArt/WaveSinePhoto.jpg"&gt;Oszilloskop&lt;/a&gt; sieht das ganz ähnlich aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Frequenzbereich zeigt die waagrechte Achse Frequenzen. Meist ist die Darstellung logarithmisch, das heißt daß für den Bereich von 100 Hz bis 1 kHz genauso viel Platz ist wie für 1kHz bis 10 kHz. Für den Audiobereich von 20 Hz bis 20 kHz bedeutet das, daß die Mitte bei logarithmischer Darstellung etwa bei 600 Hz ist, während sie bei linearer Darstellung etwa bei 10 kHz ist. Ein Sinussignal von 1 kHz ist in der Spektraldarstellung eine vertikale Linie bei der 1 kHz-Markierung. Das sieht etwa &lt;a href="http://www.testaudio.com/testaudio/images/spectrum_1k_sine.jpg"&gt;so&lt;/a&gt; aus. Auffällig ist dabei daß man nicht nur eine vertikale Linie sieht, sondern eine glockenförmige Kurve. Was dahinter steckt, dazu kommen wir später. In der Theorie wäre es nur eine senkrechte Linie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wichtig ist, daß man sich klar macht daß beide Darstellungen das gleiche bedeuten, so unterschiedlich sie auch aussehen mögen. Das bedeutet im positiven Sinn, daß man sich für jeden Fall diejenige Darstellung aussuchen kann, durch welche das konkrete Problem besser zu erkennen und zu begreifen ist. Umgekehrt kann man das Verständnis aber auch verkomplizieren indem man eine unpassende Darstellung wählt. Erfahrenene Ingenieure haben das so weit verinnerlicht, daß sie zwischen den Bereichen nahtlos wechseln, oft ohne sich dessen bewußt zu sein. Ein Laie hat dann womöglich Probleme zu folgen, wenn nicht klar wird welcher Bereich jetzt gemeint ist. Wer von einem Spektrum redet meint üblicherweise den Frequenzbereich. Wenn jemand von Phase redet hat er üblicherweise den Zeitbereich im Sinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was hat das alles mit dem zu tun was man hört?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muß dazu erst mal das Ohr selbst ansehen, und wie es arbeitet. Es arbeitet durchaus nicht wie ein Mikrofon, das die als Druckschwankungen in der Luft ankommenden Wellenzüge direkt in elektrische Wellenzüge verwandelt. Das Ohr produziert zwar ebenfalls elektrische Signale in den Nerven, aber die sehen völlig anders aus. Vor der Umwandlung in Nervenreize werden die Frequenzen räumlich voneinander getrennt, und zwar in der Gehörschnecke. Die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rschnecke"&gt;Gehörschnecke&lt;/a&gt; ist eine Art mechanischer Spektrumanalysator, und die Sinneshärchen darin, die die Vibrationen erkennen und in Nervenimpulse umwandlen, sind dadurch jeweils auf ihre Frequenz spezialisiert. Wenn man das auf Diagramme im Frequenzbereich überträgt, dann könnte man sagen daß die waagrechte Achse eines solchen Diagramms in der Gehörschnecke aufgewickelt ist. Die tiefen Frequenzen sind weit innen zu finden, die hohen Frequenzen am Anfang der Schnecke.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bedeutet daß die Darstellung im Frequenzbereich näher am Ohr ist als die Darstellung im Zeitbereich. Wenn es um die Hörbarkeit oder generell um den Einfluß auf den Höreindruck geht, dann sind Darstellungen besser, die die Frequenz auf der waagrechten Achse haben. Darstellungen im Zeitbereich sind wesentlich problematischer, was den Bezug zum Gehör angeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht umsonst sind daher viele Diagramme zu Audiogeräten im Frequenzbereich dargestellt. Bei Lautsprechern oder Mikrofonen wird der Pegel über die Frequenz aufgetragen (der "Frequenzgang"), so daß man gleich sieht ob bestimmte Frequenzen bevorzugt werden, und sich dadurch eine klangliche Charakteristik ergibt. Bei vielen Geräten trägt man über die Frequenz auf was sich aus einem Sinussignal ergibt, weil man so leicht sieht ob harmonische Verzerrungen vorhanden sind. Im Zeitbereich würde das weit schwieriger zu sehen sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dummerweise ist die Darstellung im Frequenzbereich schwieriger zu kriegen wie die im Zeitbereich. Es ist heutzutage wesentlich einfacher als vor ein paar Jahrzehnten, aber auch heute ist noch das Oszilloskop, oder ähnliche Mittel, die solche Kurven anzeigen können, das bevorzugte Hilfsmittel, um Audio optisch darzustellen und zu messen. Gerade auch im Hobby-Bereich findet man schnell mal ein Oszilloskop-Bild, aber daß mal jemand einen Frequenzgang oder ein Verzerrungsspektrum mißt ist immer noch deutlich seltener.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun will ich bestimmt nicht gegen das Oszilloskop argumentieren. Für einen Selbstbauer wie für einen Ingenieur ist das Oszi nach dem Multimeter und dem Lötkolben immer noch und mit vollem Recht das wichtigste Arbeitsgerät auf dem Labortisch, aber das liegt daran daß es sehr gut dazu taugt in einer Schaltung Probleme aufzuspüren und herauszufinden warum sie nicht wie erwartet funktioniert. Mit klanglichen Fragen hat das erst einmal gar nichts zu tun. Klar gibt es klangliche Effekte die auch auf dem Oszilloskopschirm ihre Spuren hinterlassen, und klar gibt's in etlichen Fällen die Möglichkeit aus einem Schirmbild auf dem Oszi auf ein klangliches Problem zu schließen, aber meine Erfahrung und mein Argument ist, daß das alles andere als einfach ist, und daß dazu einige Erfahrung nötig ist, die man von Laien oder Anfängern nicht erwarten kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Klangdiskussionen mit Oszilloskopbildern untermauert werden ist daher immer Vorsicht oder gar Skepsis angebracht. Auf diesem Gebiet verarschen sich Leute regelmäßig selbst, oder sie verarschen Andere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dieser langen Einleitung bin ich damit bei meiner Überschrift angekommen, denn dieses Problem findet man nirgends deutlicher und eindeutiger als bei der Diskussion um die Wiedergabe von &lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_u_EoD7hGIPI/StgsTjzDjgI/AAAAAAAAASw/Ww3MUvrJdP0/s400/C22+1KHz+square+wave.JPG"&gt;Rechtecksignalen&lt;/a&gt;. Egal ob es um D/A-Wandler, um Verstärker oder um andere Geräte geht, man findet fast unweigerlich Leute die mit Rechtecksignalen auf die Suche nach Problemen gehen, die sie dann für klangliche Eigenheiten verantwortlich machen. Während man mit Sinussignalen oft nichts Erwähnenswertes findet, findet man mit einem Rechtecksignal eigentlich fast immer etwas "Auffälliges". Entweder sind die Flanken, die eigentlich maximal steil sein sollten, mehr oder weniger "&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_ZVgJtItVgnk/R2CGYQdyI7I/AAAAAAAAAKc/iQcpX-JueAs/s400/10kHz-square.jpg"&gt;verschliffen&lt;/a&gt;", oder es gibt &lt;a href="http://www.parttimeprojects.com/audio/diy/Images/Test_Tones/screen1KHzSquarewav.jpg"&gt;Überschwinger&lt;/a&gt;, oder die horizontalen Strecken sind &lt;a href="http://i398.photobucket.com/albums/pp69/mod8888/P15-10-10_1719.jpg"&gt;schräg&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.duntech.com.au/images/about-us/technology/2a.jpg"&gt;gebogen&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die "Fehler" sehen oft ziemlich drastisch aus, und für einen Laien wird praktisch unmittelbar klar daß das erhebliche klangliche Einflüsse haben muß, wenn die Wellenform derart verbogen wird. Da ist eigentlich gar keine weitere Erklärung nötig, die bildliche Darstellung zwingt einen fast zur entsprechenden Schlußfolgerung. Sie ist aber meist falsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit verschliffenen Flanken assoziiert man z.B. gerne Probleme im Impulsverhalten oder der "Präzision" oder der "Schnelligkeit" der Anlage. Einfach weil das nahe zu liegen scheint. Es gibt aber keine "hard facts" die das bestätigen würden. Es ist eine "Selbstverständlichkeit", die sich aus der optischen Darstellung nahelegt, aber nicht aus dem Klang selbst. Die suggestive Kraft des Bildes wirkt da, mit dem Ohr hat es nichts zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein schönes Rechteck braucht vor allem eine große Bandbreite. Die Beziehung zwischen dem Zeitbereich und dem Frequenzbereich wird mathematisch beschrieben durch die Fouriertransformation. Wenn man die für ein Rechtecksignal ausführt stellt man fest daß im Rechtecksignal nicht bloß die Grundfrequenz drin ist, sondern auch die "ungeraden Oberwellen" bis ins Unendliche (siehe &lt;a href="http://users.tpg.com.au/users/ldbutler/SpectrumFig2.jpg"&gt;hier&lt;/a&gt; z.B. eine Darstellung eines Spektrumanalysators, diesmal mit linearer Frequenzachse anstatt der üblichen logarithmischen Darstellung, weil damit die Oberwellen gleiche Abstände voneinander haben). Also die dreifache Frequenz, die fünffache, und so weiter. Das Rechtecksignal hat ein unendliches Spektrum, und da ein reales physikalisches System immer eine begrenzte Bandbreite hat kann ein ideales Rechtecksignal nicht physikalisch realisiert werden. Je näher man ihm kommen will, desto größere Frequenzbereiche muß man abdecken, und schnell ist man weit jenseits des Bereiches der für Audio eigentlich nötig wäre. Das Ohr hat für solche Frequenzen einfach keine zuständigen Sinneshärchen mehr, ob sie da sind oder nicht spielt folglich keine praktische Rolle. Es geht dann um reine Rechteckkosmetik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während man bei einem Verstärker noch relativ problemlos "überschüssige" Bandbreite spendieren kann, ohne daß das großen Aufwand oder große Probleme zur Folge hätte, macht die Sache bei der digitalen Audiotechnik wesentlich größere Schwierigkeiten. Die digitale Audiotechnik basiert auf dem Prinzip daß die Signalbandbreite auf den Audiobereich begrenzt ist. Diese Bedingung ist absolut fundamental für die Technik, und beruht auf Gesetzmäßigkeiten die lange vor der praktischen Anwendbarkeit schon theoretisch durchdrungen und bekannt waren. Mehr als die halbe Abtastfrequenz ist nicht drin, in der Praxis sogar etwas weniger. Darum ist z.B. bei der CD mit ihren 44100 Hz Abtastfrequenz nicht viel mehr als 20 kHz drin, egal was man macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter solchen Bedingungen ist die bestmögliche Annäherung an ein Rechtecksignal dadurch zu erreichen daß man angefangen mit der Grundwelle alle ungeraden Oberwellen im richtigen Verhältnis kombiniert, und unterhalb der halben Abtastfrequenz abbricht. Ein Rechteck mit 1 kHz würde dann aus einer Addition der folgenden Sinuskurven bestehen: 1 kHz, 3 kHz, 5 kHz, 7 kHz ... 21 kHz. Wirklich rechteckig ist das noch nicht. Besser geht's aber nicht, und alle Versuche dem Rechteck noch näher zu kommen enden in Verstößen gegen das Grundgesetz der Digitaltechnik. Für das Gehör hat das auch keine Relevanz. Auch Phasenverschiebungen zwischen den Oberwellen können die Wellenform stark verbiegen, ohne daß das einfach so hörbar wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eben deswegen sind Rechteck-Oszillogramme so populär bei Befürwortern der &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/08/nos.html"&gt;NonOS-D/A-Wandler&lt;/a&gt;, die im Grunde nichts richtig machen außer daß sie schöne Rechtecke für das Oszilloskop ausspucken. Für das Oszilloskop, wohlgemerkt, und nicht für das Ohr. Das Ohr hat keinen Sinn für Rechtecke. Nur ein Beispiel aus vielen, wo Rechtecksignale zur Verteidigung und Rechtfertigung von NonOS-Wandlern benutzt werden ist &lt;a href="http://www.dddac.de/ma_dac21.htm"&gt;hier&lt;/a&gt;  zu finden (runterscrollen bis etwa zur Mitte der Seite). Es ist auch  die einzige Möglichkeit, NonOS-Wandler meßtechnisch in einem guten Licht  darzustellen, denn andere Messungen, die relevanter für Audio wären,  fallen übel aus. Das Beispiel zeigt auch gleich noch die suggestive Argumentation die sich daran anschließt. Unmittelbar nach dem Oszilloskopbild liest man:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;"&lt;span style="color: navy; font-family: Comic Sans MS; font-size: x-small;"&gt;So the idea behind all this is, that if the transients are more precise in time and not smeared around, the stereo image will be more in focus and more pin point.&lt;/span&gt;"&lt;/blockquote&gt;Den Rest erledigt dann der "Confirmation Bias", denn die dergestalt "informierten" Nutzer achten verstärkt auf den Fokus des Stereobildes, und weil sie mehr darauf achten kommt es ihnen auch so vor als wäre er nun besser. Was dann wiederum als Beweis dafür hergenommen wird daß die "Idee" stimmt. Die Idee hat sich in eine selbsterfüllende Prophezeihung verwandelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor ich angefangen habe den Artikel zu schreiben ging mir deshalb als Überschrift der Begriff "Rechtecklüge" durch den Kopf. Reißerischer wäre er gewesen, und oft genug dienen die Rechtecke ja auch genau dazu, eine Lüge zu untermauern, aber noch öfter ist es einfach eine Täuschung, der man erliegt weil der Blick auf etwas gerichtet wird, das nicht die Bedeutung hat die man aus der bildlichen Darstellung vermuten würde. Ich will auch nicht so weit gehen und das Streben nach sauberen Rechtecken in Audiogeräten prinzipiell zu verdammen. Ein Gerät, das ein Rechteck sauber überträgt, kann vom Frequenzgang her nicht gar so weit daneben liegen. In den Händen von Fachleuten kann es daher nützlich sein, mit Rechtecksignalen zu messen um bestimmte Aspekte des Gerätes zu studieren und ggf. zu verbessern. Vor den Augen des Laien haben solche Bildchen aber nichts zu suchen, denn die werden sie falsch interpretieren. Genau deswegen werden sie von den Scharlatanen der Branche so gern gezeigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor ich hier Schluß mache ist noch ein Wort zu den Spektraldarstellungen angesagt, speziell warum die nicht einfach vertikale Linien haben, sondern glockenartige Kurven. In der Regel ist das ein Artefakt der Meßmethode. Je genauer man eine Frequenz messen will, desto feiner muß man filtern, oder desto länger muß man messen. Eine ideale vertikale Linie für eine bestimmte Frequenz im Spektraldiagramm würde eine unendliche Meßdauer erfordern. So viel Geduld haben die meisten Leute nicht, und für reale Meßaufgaben ist solche Perfektion auch gar nicht nötig. In die Breite der Glockenkurve spielen etliche Faktoren hinein, und es wäre interessant das im Detail aufzudröseln, weil man dabei auch was über die Meßmethoden und die dahinter stehenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten erfährt, aber für diesen Artikel hier wäre das stark übertrieben. Ob ich dazu in einem späteren Artikel Lust habe wird sich zeigen müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Eure &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=1&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Kommentare&lt;/a&gt; gilt das Übliche.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-7750424938678529075?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7750424938678529075'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7750424938678529075'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/05/schone-rechtecke.html' title='Schöne Rechtecke'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2021980220628336384</id><published>2011-04-29T13:57:00.001+02:00</published><updated>2011-04-29T15:21:07.250+02:00</updated><title type='text'>Bullshit-Multiplikatoren</title><content type='html'>Mein Blog ist unwichtig, vernachlässigbar, nicht ernstzunehmen. Man brüstet sich, ihn entweder gar nicht erst zu lesen, oder spätestens nach drei Absätzen gelangweilt aufzuhören. Und zur Bekräftigung kürzt man sogar mein Pseudonym auf den ersten Buchstaben ab, was aber immer noch als zu viel betrachtet wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Folge meines &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/04/techniker-im-audiophilen-soziotop.html"&gt;letzten Artikels&lt;/a&gt; im Blog hier bemühen sich ein paar Teilnehmer nun schon auf der vierten Seite eines &lt;a href="http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=31&amp;amp;t=2005"&gt;Threads im AHF&lt;/a&gt;, mein Blog &lt;b&gt;nicht&lt;/b&gt; zu diskutieren. Was sich aber offenbar als schwierig erweist. Wer eigentlich lieber Tiefschläge austeilen würde, der kann sich offenbar nur schwer an seinen eigenen Rat halten, zu schweigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da werden die übelsten psychologischen "Expertisen" zu meiner Person vorgestellt, und es wird über die kommunikative Metaebene geschwafelt, auf der man, wenn man das ganze aus einer nüchternen Distanz betrachten würde zu der dort kaum einer fähig zu sein scheint, deutlich sehen würde daß dort Projektionen und grobschlächtigste Immunisierungsversuche fröhliche Urständ feiern. Die Hauptsache scheint zu sein: Sich ja nicht mit dem Inhalt des Blogs beschäftigen! So tun als gäbe es gar keinen Inhalt, oder wenigstens keinen von irgendeiner Relevanz! Am Besten man beschuldigt mich genau der Niederträchtigkeiten die man selbst im Begriff ist zu begehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine bessere Bestätigung daß ich mit meiner Kritik auf einen wunden Punkt getroffen habe hätte ich kaum bekommen können. Das Pfeifen im Walde ist nicht zu überhören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich könnte zufrieden sein, daß die Sachlage dadurch so deutlich geworden ist, aber ich möchte noch den Blick darauf lenken wie viele Meinungs-Multiplikatoren an dieser Komödie beteiligt sind. Von den Leuten die da meinen Charakter so unvorteilhaft portraitieren sind mindestens drei als Redakteur oder Chefredakteur an der Zeitschrift &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2008/11/stars.html"&gt;Hifi-Stars&lt;/a&gt; beteiligt. Und obwohl unberechtigterweise mir der Vorwurf gemacht wird, ich würde die Foren abgrasen, sind es die dortigen Teilnehmer denen man regelmäßig in den verschiedensten Foren begegnet. Auch hier wirft man mir vor was man in Wirklichkeit selbst betreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun will ich die Bedeutung und den Einfluß von Hifi-Stars nicht überbewerten, es ist ein Nischenblättchen, aber dennoch handelt es sich um Multiplikatoren, und wenn man sich ansieht was für eine Argumentation diese Leute gerade im aktuellen Fall abliefern, dann ist schon die Frage ob man so einen Bullshit auch noch multipliziert haben will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=31&amp;amp;t=2005&amp;amp;start=36"&gt;Nehmen&lt;/a&gt; wir mal Winfried Dunkel, den Chefredakteur, und lassen wir mal die Auslassungen zu meiner Person gnädigerweise beiseite. Was übrig bleibt ist immer noch verantwortungloser Mist, der einem Chefredakteur eigentlich zur Unehre gereichen sollte:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"Wer Jitter nicht bemerkt, dürfte noch nie Musik live erlebt, niemals ein  Instrument real gesehen und gehört haben. "Toll, wie die auf den Geigen  blasen" - das scheint mir der musikalische Background der P-Blogger zu  sein... Sollen sie doch weiter ihre erkenntnisfreien geistigen Abwässer  runtertippen - uns muß das nicht berühren."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;Abgesehen davon daß er zeigt daß Ihn das eben doch berührt, ist das ein derart lächerlich unlogischer Stuß daß man sich fragt ob der Mann noch bei Trost ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es scheint ihm nicht aufzugehen daß Jitter bei Livemusik überhaupt nicht auftritt. Wie sollte man da dann Jitter bemerken? Oder will er damit sagen daß ein Unterschied zwischen dem Klang von Livemusik und dem von Konservenmusik immer auf Jitter zurückzuführen ist? Das wäre genauso unsinnig. Was Dunkel da zusammentippt ist ein derart verständnisloser und ressentimentgeschwängerter Kopfsalat, daß zu wünschen wäre daß die Hifi-interessierte Öffentlichkeit davon verschont bleibt, und das sogar auch in seinem eigenen Interesse, wenngleich er das vielleicht nicht so wahrnimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dunkel ist eines der Beispiele des Phänomens aus meinem letzten Artikel, wo Leute davon überzeugt sind daß sie wüßten wie Jitter klingt. Dabei würde ich jederzeit wetten daß Dunkel noch kein einziges Mal tatsächlich Jitter gehört hat, also etwas gehört hat wo die Klangverfälschung die er gehört haben will tatsächlich den Jitter als Ursache hat. Ich behaupte daher: Er hat in Wirklichkeit keine Ahnung wie Jitter klingt. Er hat keine Ahnung ob das was er gehört hat tatsächlich etwas mit Jitter zu tun hat. Er hat noch keine Anstrengungen unternommen, diesen Zusammenhang auch wirklich nachzuweisen, und andere Ursachen auszuschließen. Er hat wahrscheinlich auch keinen Jitter gemessen. Er hat allenfalls Geräte vergleichsgehört, von denen er geglaubt hat daß ihr Jitter unterschiedlich ist (weil z.B. der Hersteller das so angibt), und weil diese Hörtests wohl kaum glaubwürdig verblindet waren, kann er noch nicht einmal sicher sein ob die Klangunterschiede überhaupt vorhanden waren. Und sollten sie wirklich vorhanden gewesen sein weiß er nicht sicher ob es dafür nicht eine andere Ursache gegeben hat als den Jitter. Seine Überzeugung beruht offenbar auf Glaube und audiophiler Hybris, und er hat anscheinend sogar Probleme das Phänomen Jitter in eine halbwegs schlüssige Argumentation zu integrieren, jedenfalls wenn man seine oben zitierten Aussagen als Maßstab nehmen will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wäre er ein einfacher Privatmann, der seine Ansichten in Foren, Blogs, Leserbriefen oder dergleichen unter's Volk bringt, dann wäre das ein vergleichsweise kleines Problem. Er ist aber ein Multiplikator in der Branche und hätte seiner größeren Wirkung entsprechend auch eine größere Verantwortung. Davon ist aber nichts zu merken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In so einem Zusammenhang wird dann auch die im letzten Artikel angesprochene Verantwortung des Technikers größer. Seine Fehlleistungen werden unter solchen Umständen ziemlich schnell auch noch über seinen unmittelbaren Einflußbereich hinaus multipliziert. Der Redakteur der Hifi-Postille legitimiert seinen eigenen Stuß mit dem Stuß des Fachmannes. Im Grunde ist das ähnlich wie die Sache damals mit den &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/01/verstarker-metechnik-sensation-versuch.html"&gt;Verstärkermessungen von Stereoplay&lt;/a&gt;, wo man auch mit allen Mitteln versucht hat eine schon im Ansatz unsinnige Messung seriös aussehen zu lassen, indem man sich auf die Fachleute im Meßlabor abgestützt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Parteien ergänzen sich so auf eine ziemlich unselige Weise, nämlich die der "audiophilen Techniker", und die der "audiophilen Multiplikatoren". Dem Laien gegenüber versucht man damit mit einigem Erfolg eine Seriosität vorzugaukeln, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Der so produzierte Bullshit wird dann gleich noch multipliziert. Von den Redakteuren bin ich das gewohnt, das gehört inzwischen anscheinend zu ihrem Selbstverständnis, aber ich habe immer noch Probleme damit wenn "Techniker" als Zulieferer für diese Farce auftreten, die es eigentlich besser wissen könnten und müßten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Hier&lt;/a&gt; könnt Ihr kommentieren, wenn Ihr wollt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-2021980220628336384?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2021980220628336384'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2021980220628336384'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/04/bullshit-multiplikatoren.html' title='Bullshit-Multiplikatoren'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-3753281638413264396</id><published>2011-04-22T11:11:00.000+02:00</published><updated>2011-04-22T11:11:08.810+02:00</updated><title type='text'>Techniker im audiophilen Soziotop</title><content type='html'>Daß man als "Techniker" von audiophiler Seite "vereinnahmt" wird ist sogar mir selbst schon passiert, trotz meiner eher konfrontativen Art. Charly versuchte z.B. mal eine Weile lang, mich quasi als Kabelklang-Kronzeugen heranzuziehen, weil ich mal einen &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=43&amp;amp;thread=181"&gt;Artikel&lt;/a&gt; schrieb in dem ich für Kabelklang die Störströme verantwortlich machte, die durch Masseschleifen zustande kommen können. Tenor von Charly: Kabelklang gibt's doch, seht her, selbst pelmazo bestätigt das!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß ich mit diesem Artikel damals zeigen wollte daß es sich eben nicht um Kabelklang handelt, sondern daß die Ursache ganz woanders liegt, fiel dabei unter den Tisch. Ich weiß seither wie dringend manche Audiophilen bestrebt sind, ihre eigenen Hirngespinste dadurch zu "rechtfertigen" daß sie nach Technikern suchen, die sie "adoptieren" können. "Gute" Techniker also, die die eigenen Ansichten zumindest scheinbar bestätigen, im Gegensatz zu "schlechten" Technikern, die sie widerlegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht allen ist eine solche Adoption allerdings so zuwider wie mir. Manche sind dafür vielleicht einfach zu harmoniebedürftig, und lassen den Audiophilen lieber ihr Pläsir anstatt gegen die verzerrten Darstellungen einzuschreiten. Manchen ist es anscheinend wichtiger, von einer kleinen Schar audiophiler Anhänger gebauchpinselt zu werden, als ihre eigene Seriösität aufrechtzuerhalten. Manchen geht's wohl auch einfach darum, ein Geschäft zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anschauungsmaterial dazu gab's in jüngerer Zeit wieder mal reichlich, am Beispiel von "fortepianus" und seiner &lt;a href="http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=30&amp;amp;t=1819"&gt;Tuningmaßnahme an einem Streaming-Player&lt;/a&gt;, mit der die leidige Jitter-Diskussion wieder neue Nahrung bekommen hat. Zum Jitter-Thema habe ich technischerseits hoffentlich schon genug geschrieben, z.B. &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/06/jitter-verwirrungen.html"&gt;hier&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=42&amp;amp;thread=64"&gt;hier&lt;/a&gt;, und im Grunde ist das beschriebene Tuning auch nichts Anderes als das was so gut wie jeder Tuner tut, nämlich eine Mücke zum Elefanten aufzublasen und dann zu behaupten daß das Ergebnis per Gehör erfaßt werden müsse und sich der Meßbarkeit entzieht. Eine kleine Schar von Anhängern findet sich eigentlich immer, die das dann auch tatsächlich deutlich gehört haben wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich will das nicht nochmal durchkauen, stattdessen soll hier interessieren, worin wohl die Motivation eines "Technikers" besteht, sich auf so etwas einzulassen. Schließlich kann man sich damit auch höchst lächerlich machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann fortepianus ein recht gutes Verständnis der Jitterthematik kaum absprechen, was ihn aber nicht daran hindert ziemlichen Unsinn von sich zu geben. Die für mich spannende Frage ist bei so etwas immer wieder, wie weit dem Betreffenden das bewußt ist, also ob er sich damit selbst täuscht oder die Anderen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So schreibt er in einer Liste von Thesen zu Jitter nach 3 im Wesentlichen korrekten Punkten im vierten Punkt dies:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"4. Wackelt dieser Takt z. B. mit einer Frequenz von 50Hz, wird jeder  Ton, der vom DAC analog rausgeschrieben wird, ein Seitenband bei seiner  Frequenz plus 50Hz und minus 50Hz haben. Zu deutsch: Einem reinen Sinus  mit 1kHz wird zusätzlich ein Sinus von 1,05kHz und einer mit 0,95kHz zur  Seite gestellt. Was nicht gerade harmonisch klingt. Die Größe der  Nebentönchen hängt direkt von der Amplitude des Jitters ab. Je mehr  Jitter, desto mehr Nebendreck. Da der Jitter in der Regel keine feste  Frequenz hat, sondern ein ganzes Spektrum, gesellt sich zu einem ins  Analoge gewandelten Ton eine Art Hof drum rum - das ist der typische  verpönte Digitalklang, unsauber, scharf, verzischte Sibilanten, flach."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;Das mit den Seitenbändern stimmt, aber was den klanglichen Effekt angeht ist er völlig im Wilden. Zwar gibt er keine Größenordnungen an, aber eine Modulation mit 50 Hz in einem Taktgeber wie man ihn in normalen Digitalgeräten findet ist zwangsläufig sehr gering. Dagegen müßte aufgrund der gehörmäßigen Maskierungseffekte die Amplitude der Modulation in diesem Fall sogar recht groß sein um bemerkbar zu sein. Gerade bei "Nebentönchen", die derart nahe am Grundton liegen, ist also die Hörbarkeit besonders gering. Das bedeutet daß das Gehör für niederfrequenten Jitter weitaus unempfindlicher ist als für höherfrequenten Jitter. Das ergibt sich sowohl aus theoretischen Überlegungen als auch aus praktischen Versuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zudem weiß man ebenfalls aus theoretischen Überlegungen wie aus praktischen Versuchen, daß man Jitter noch am ehesten bemerkt, wenn man speziell dafür optimierte Testsignale benutzt, und eben nicht wenn man einfach Musik nimmt. Benjamin/Gannon fanden in ihrer Untersuchung beispielsweise heraus, daß nur wenige Musikbeispiele dafür überhaupt brauchbar waren, allesamt von Soloinstrumenten, und daß selbst da der Jitter zehn mal stärker sein mußte um hörbar zu werden als bei speziellen Sinus- und Jittersignalen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dagegen will fortepianus von irgendwoher wissen daß gerade daraus der angeblich typische Digitalklang resultieren soll. Ich glaube er hat nicht die geringste Vorstellung davon wieviel Jitter es braucht bis er selbst hört daß ein Musikstück dadurch unsauber, flach und scharf wird. Ich wette er hat das genausowenig seriös ausprobiert wie die vielen anderen seiner Diskussionspartner, die auch genau zu wissen vorgeben wie Jitter klingt. Fujak ist z.B. so ein Kandidat, der &lt;a href="http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=30&amp;amp;t=1812"&gt;hier&lt;/a&gt; sogar mit Zahlen aufwartet, ohne daß erkenntlich wäre woher sie kommen, realistisch sind sie jedenfalls nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Punkt ist auch nicht besser:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;"5. Der Jitter muss also vor dem DAC weg. Dazu gibt's allerlei Verfahren  der Neutaktung. Wie auch immer diese durchgeführt wird (wenn überhaupt),  hat sich das Problem herauskristallisiert, dass man den Jitter mit  diesen Methoden (Neutaktung durch z. B. Big Ben, asynchrone  Sampleratenkonverter etc.) leider nie ganz weg kriegt. Der Grund ist,  dass der Takt eine recht hohe Frequenz im MHz-Bereich hat - jedes  Stückchen Draht, jede Leiterbahn und jedes Bauteil wirkt als eine kleine  Antenne, die sowohl senden wie auch empfangen kann. Das nennt man  Übersprechen. Auch wenn man neu taktet, wird also der alte Wackeltakt  auf den neuen etwas übersprechen. Was den neuen Takt wieder etwas  wackeln lässt, wenn auch weniger, als den alten - gesetzt den Fall, dass  der neue Takt besser ist als der alte."&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt;Das ist ein roter Hering. Es gibt ohnehin keinen jitterfreien Takt, der Versuch einen jitterfreien Takt zu erzeugen oder wiederzugewinnen ist also von vorn herein vergeblich. Es ist aber auch gar nicht nötig. Wichtig ist, ob der Jitter niedrig genug ist für die gegebenen Anforderungen. Und das kriegt man auf die verschiedensten Arten hin, einschließlich der Neutaktung, auch im Beisein von Übersprechen. Was zählt ist was hinten rauskommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Charakteristisch bei solchen Argumentationsweisen ist die Vermeidung jeder quantitativen Diskussion, und damit die Beförderung der Suggestion beim unbedarften Leser, die erwähnten Effekte müßten bedeutend sein und schwierig zu beherrschen. So ist das aber nicht. Klar gibt es alle diese Effekte, wie Übersprechen und datenabhängiger Jitter. Die Existenz streitet niemand ernsthaft ab. Es geht immer um die Größenordnungen, ab denen die Effekte relevant werden, denn einen irrelevanten Wert noch weiter zu verbessern ist aus klanglicher Sicht unnütz, wenngleich er den technischem Ehrgeiz noch immer herausfordern kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen technischen Ehrgeiz kann ich gut nachvollziehen, und ich habe insofern auch mit fortepianus eine gewisse Sympathie. Mein eigener Ansatz geht aber eher dahin, wie weit man solche Faktoren wie Jitter in einem gegebenen System verbessern kann, auch über das nötige Maß hinaus, &lt;i&gt;ohne&lt;/i&gt; daß man es dadurch merklich teurer macht. Das ist in meinen Augen die eigentliche Ingenieurskunst. Klotzen kann jeder, und wenn man sinnlos klotzt wird's peinlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich dagegen nicht nachvollziehen kann, und worauf ich allergisch reagiere, ist diese zur Schau getragene Sicherheit was die klanglichen Auswirkungen angeht. Keiner prüft auch nur ansatzweise nach inwiefern die Effekte tatsächlich auf den Jitter zurückzuführen sind, noch nicht einmal die bloße Einbildung wird glaubwürdig ausgeschlossen, und das allen über Jahre hinweg bis zum Erbrechen durchdiskutierten Einflußfaktoren zum Trotz. Diese systematische Verdrängung und Verweigerung ist vielleicht das eindeutigste Indiz dafür wenn jemand, ob ansonsten "Techniker" oder nicht, die professionelle Vorsicht ad acta legt und sich den audiophilen Hirngespinsten hingibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber vielleicht ist das auch nur so weil es sich lohnt. Im Falle der Tuningmaßnahmen von fortepianus scheint der Hype inzwischen groß genug zu sein um diesen Faktor nicht ganz unbedeutend erscheinen zu lassen, besonders wenn stimmt was schon im Januar geschrieben wurde, nämlich daß bereits über 50 solcher Tunings durchgeführt worden sein sollen. Bei Einzelkosten von mehreren Hundert Euro macht das einen Gesamtumsatz der nicht mehr so recht als reines Hobby durchgeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob sich das genug lohnt um seine Seriösität dafür auf's Spiel zu setzen ist eine andere Frage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Hier&lt;/a&gt; ist der Platz für Kommentare.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-3753281638413264396?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3753281638413264396'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3753281638413264396'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/04/techniker-im-audiophilen-soziotop.html' title='Techniker im audiophilen Soziotop'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-4251315591214615858</id><published>2011-04-03T13:43:00.000+02:00</published><updated>2011-04-03T13:43:04.161+02:00</updated><title type='text'>Strahlen und Reflexe</title><content type='html'>Es ist viel passiert seit meinem letzten Beitrag hier im Blog. Die Bilder der Naturkatastrophe in Japan haben mich ziemlich erschüttert, aber nach einer Weile geht der Verstand dann doch wieder in den Normalbetrieb über, und die emotionale Überwältigung macht Platz für nüchternere Gedanken darüber was da eigentlich passiert ist und noch passiert, was das für uns und für die Welt bedeutet, und welche Schlüsse man daraus ziehen soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für's Erste aber scheint mir daß anstatt der nüchternen Überlegung eher die Reflexe Hochkonjunktur haben. Schon ehe die Erde in Japan bebte war mir das auf den Senkel gegangen, denn ich hatte es mit Leuten zu tun, die bei der Lektüre meines letzten Blog-Beitrags nicht über den ersten Satz hinaus gekommen waren, und offenbar meinten das reiche schon für eine Beurteilung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das wurde dann schnell von größeren Fragen überschattet, als die Katastrophe über Japan hereinbrach. Wie im Kleinen so im Großen, zumal in der Politik. Wieder Reflexe wo man hinschaut. Wobei ich die aus dem Volk diesmal für gar nicht so besorgniserregend halte wie die aus der Politik. Es hat zwar eine ziemlich heftige Gewichtsverschiebung bei den kürzlichen Landtagswahlen gegeben, aber wenn man sich die Ergebnisse genauer anschaut, dann scheint das Ausschlaggebende gewesen zu sein daß eine größere Zahl von Leuten zur Wahl gegangen sind, die letztes Mal nicht hin gegangen waren. Die Wähler, die von einer Partei zur anderen gewechselt haben waren viel weniger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das paßt zur Tatsache daß in Deutschland auch schon vor dem Erdbeben in Japan eine mehrheitliche Ablehnung der Kernkraft da war, und daß wohl viele Leute einfach an der Politik verzweifelt sind, die nicht dazu zu kriegen war die Energiewende auch konsequent anzupacken. Kaum hatte man mal (nach Jahrzehnten der Diskussion!) einen konkreten Ausstiegsplan, und der Ersatz durch alternative Energiequellen ging sogar besser voran als gedacht, da dreht eine neue Regierung das Rad wieder zurück und gewährt Laufzeitverlängerungen. Daß sich da Leute von der Politik und von Wahlen abwenden wundert mich nicht. Fukushima hat daher womöglich im Volk gar kein so großes Umdenken bewirkt, aber es hat Leute mobilisiert, ihrem auch vorher schon vorhandenen, frustrierten Willen mehr Geltung zu verschaffen. Man sollte nicht vergessen daß das Thema in Deutschland seit über 30 Jahren köchelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich denke das ist der Hintergrund für die Reflexe, die man besonders bei den Regierungsparteien in Stuttgart und Berlin in den letzten Wochen beobachten konnte. Aber sie haben sich damit eben auch keinen Gefallen getan, denn sie haben damit demonstriert wie zynisch sie mit dem Wählerwillen umgehen. Daß sie in Sachen Kernkraft viele Jahre lang gegen den expliziten Willen des Volkes agiert und entschieden haben, und der Wille des Volkes in diesem Themengebiet bloß in Sonntagsreden vorkam. Und daß ihnen das klar war zeigt die hektische 180°-Wende auch. Sie wußten daß das Thema zu weit nach vorn gerückt war um von anderen Themen überschattet zu werden, und daß sie mit der bisherigen Strategie nicht mehr würden reussieren können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich meine sie wären besser beraten gewesen sie hätten dem Reflex widerstanden und hätten den bisherigen Kurs erst einmal beibehalten. Sie hätten die Wahlen vielleicht noch ein wenig krasser verloren, aber hätten sich wenigstens einen Rest Glaubwürdigkeit bewahrt oder auf längere Frist gar zurückerobert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt müssen sie auf Teufel komm raus eine neue Faktenlage postulieren, die es im Grunde überhaupt nicht gibt. Jedenfalls keine neue &lt;i&gt;sicherheitstechnische &lt;/i&gt;Faktenlage, und genau damit wurde ja das dreimonatige Moratorium begründet. Die Kernkraftwerke sind so sicher oder unsicher wie vorher auch. Und man kann nicht so tun als wäre es einem erst jetzt eingefallen nach Szenarien zu suchen in denen die bisher vorgesehenen Sicherheitsmechanismen versagen. Gerade in Deutschland diskutiert man darüber schon seit Beginn der Auseinandersetzungen um die Atomkraftwerke. Wir wissen schon lange daß es Szenarien gibt, bei denen unsere eigenen Kraftwerke versagen würden. Die interessante Frage ist eher, welche dieser Szenarien gesellschaftlich toleriert werden können und welche nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine neue Faktenlage liegt höchstens beim Thema dieser Toleranz vor. Man könnte behaupten daß mit dem Unglück in Japan eine Verschiebung der gesellschaftlichen Toleranz eingetreten ist. Aber selbst das würde ich in Frage stellen. Ich glaube die Gesellschaft hat auch schon vor dem Fukushima-Unglück keine Toleranz für solche Risiken gehabt. Fukushima hat bloß vorgeführt, daß die Risiken real sind, und nicht bloß eine abstrakte Zahl auf dem Papier irgend einer Studie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kann daher gut sein daß der Moratoriums-Reflex außer der Glaubwürdigkeit der Politiker auch noch einen Haufen Geld kosten wird, denn wenn ein Gericht entscheidet daß es keine ausreichende Änderung der Faktenlage gegeben hat, dann steht den Kraftwerksbetreibern Schadenersatz zu, und den muß letztlich die Allgemeinheit zahlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr noch als das macht mir jedoch Sorgen, daß mit der Moratoriums-Argumentation im Grunde der Versuch verbunden ist, das Thema Reaktorsicherheit - wie schon so oft - zu einem &lt;i&gt;technischen&lt;/i&gt; Problem zu erklären. An dieser Stelle trifft sich die Sache mit einem anderen Reflex in der Gesellschaft, der das Versagen einer technischen Anlage gleich zum Versagen der Technik (oder gar der Wissenschaft) erklären will. Ich halte das für fatal, und geradezu für eine Ursache solcher Probleme. Und zwar nicht deswegen weil ich Technik und Wissenschaft für fehlerfrei halten würde, das sind sie bestimmt nicht, sondern weil man dadurch dazu neigt, die Augen vor noch viel wichtigeren Problemen zu verschließen. Und bei der Kernkraft &lt;i&gt;sind&lt;/i&gt; diese anderen Probleme in meinen Augen viel wichtiger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reaktorsicherheit ist zwar durchaus &lt;b&gt;auch &lt;/b&gt;ein technisches Problem. Aber bei der ganzen Diskussion muß man sich im Klaren sein daß selbst simple technische Systeme nicht völlig sicher sein können. Es gibt bei Allem ein "Restrisiko", von dem man oft noch nicht einmal genau sagen kann wie groß es ist. Z.B. leben wir in Deutschland wohl fast alle in Häusern, die ein Beben wie das in Japan nicht überstehen würden. Würde so etwas bei uns passieren, dann hätten wir es mit Sicherheit mit zahlreichen Todesopfern zu tun. Wir glauben aber dieses "Restrisiko" eingehen zu können, weil wir in einer seismisch weniger problematischen Region leben. Vorher wissen kann man's aber nicht, wie man immer wieder sieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man könnte natürlich erbebensicherer bauen, das wäre eine &lt;i&gt;technische &lt;/i&gt;Lösung für das Problem. Man muß dazu bloß festlegen, für welchen Fall man die Häuser auslegen will, und kann dann für diesen Fall das Haus ausreichend stabil machen, so daß es stehen bliebt und die Leute darin nicht umbringt. Im Grunde bedeutet das, daß man das Haus für ein "Größtes Anzunehmendes Beben", ein GAB, sicher macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daran machen sich zwei sehr wichtige Dinge fest, die man bei jeder Diskussion um technische Sicherheit im Auge behalten muß, die aber offenbar in der öffentlichen Diskussion nicht zur Geltung kommen - ich habe sogar oftmals den Eindruck daß damit sogar die Journalisten überfordert sind:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die Entscheidung darüber, was man als die maximale "Belastung" annimmt für die man die technische Konstruktion auslegen will, ist willkürlich. Es gibt keine natürliche Grenze die sich automatisch anbieten würde. Irgendwo muß man &lt;i&gt;bewußt &lt;/i&gt;die Grenze ziehen, und das heißt auch daß sie &lt;i&gt;irgendwer &lt;/i&gt;ziehen muß. Dieser Irgendwer hat Interessen, und diese Interessen werden zwangsläufig in die Entscheidung einfließen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Technische Sicherheitsmaßnahmen kosten Geld. Womöglich sogar sehr viel Geld. Da Geld nicht beliebig vermehrbar ist, stellt sich immer die Frage der möglichst sinnvollen Verwendung der vorhandenen Mittel. Das Geld was man an einer Stelle investiert, hat man an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung. Geld das man in Sicherheitstechnik investiert hat produziert erst einmal nichts. Ein Haus das für ein Beben der Stärke 9.0 ausgelegt wird, ist viel zu teuer wenn so ein Beben niemals auftritt. Bis zu welchem Punkt kann man da von jemandem verlangen daß er sein Geld auf diese Weise "unproduktiv" ausgibt? Produktiv wird das Geld im Grunde nur dann wenn der "Auslegungsfall" auch tatsächlich eintritt, was weder wünschenswert noch besonders wahrscheinlich ist.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Man hätte die japanischen Reaktoren bestimmt auch so bauen können daß sie das jüngste Erdbeben und den darauf folgenden Tsunami überstanden hätten. Sie hätten dann bloß wesentlich mehr Geld gekostet. Für mich bedeutet das, daß die Reaktorsicherheit letztlich &lt;i&gt;eben kein&lt;/i&gt; technisches Problem ist, sondern ein &lt;i&gt;gesellschaftliches &lt;/i&gt;Problem. Man tut sich überhaupt keinen Gefallen wenn man es in der Diskussion zu einem technischen Problem macht. Und dazu noch tut man der Technik bzw. den Technikern damit unrecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein GAU ist der "größte &lt;i&gt;anzunehmende &lt;/i&gt;Unfall", was darauf hindeutet daß es ein Fall ist mit dem man rechnet, und für den man die Anlage technisch auslegt. Die Katastrophe ist das folglich noch nicht.&lt;br /&gt;Erst ein noch größerer Unfall bringt dann die Katastrophe, und den nennt man hierzulande salopp den "Super-GAU", ein Begriff der nicht auf ungeteilte Gegenliebe stößt. Egal wie man's nennt: Diese zwei Begriffe, bzw. das was sie bedeuten, trennt eine Linie die irgendwer einmal mehr oder weniger willkürlich gezogen hat. Wo diese Linie hingehört, ist meiner Meinung nach eine zu wichtige Frage als daß man es Gutachtern und Spezialisten überlassen könnte, denn das ist keine technische Frage, sondern eine der gesellschaftlichen Akzeptanz und gehört vor diesem Hintergrund diskutiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer das liest könnte dem Reflex verfallen, ich wäre ein Kernkraftbefürworter. Daß man mir das zutrauen würde bezweifle ich nicht, schließlich texte ich ja auch sonst öfter gegen den Trend und die "politische Korrektheit". Aber ich bin schon vor 30 Jahren in Menschenketten gegen Atomkraft gestanden und habe meine Meinung seither auch nicht wesentlich geändert. Die technische Sicherheit oder Unsicherheit der Reaktoren steht dabei für mich allerdings nicht im Vordergrund, Tschernobyl und Fukushima zum Trotz, die sich beide seither ereignet haben. Ich lehne die Kernkraftnutzung vor allem aus zwei Gründen ab, die mit der Technik eher indirekt zu tun haben:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die Problematik der radioaktiven Abfälle. Ich halte dieses Problem nicht für zufriedenstellend lösbar, und ich halte es für unverantwortlich die Nachwelt mit so etwas zu belasten.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Ich halte diese Technik für gesellschaftlich nicht tragbar.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Während ich zum ersten Punkt nichts weiter zu sagen brauche, muß ich den zweiten wohl etwas genauer erklären:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann bei jeder technischen Anlage zwar ein bestimmtes Maß an Sicherheit oder Robustheit gegenüber abnormen Belastungen einbauen. Das macht die Anlage aber nicht automatisch sicher. Es kommt immer auch darauf an wie sich die Betreiber der Anlage verhalten. Damit meine ich das Betriebspersonal, aber durchaus auch die Besitzer der Anlage, und das Management.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Betriebspersonal verliert womöglich über die Jahre, wenn die Routine sich einschleift, den Blick für die Risiken, und es schleichen sich Unvorsichtigkeiten, Schlamperei und Bequemlichkeit ein. Prozeduren werden "abgekürzt", Fehler weniger ernst genommen als es nötig wäre, Vorschriften werden "kreativ" ausgelegt. Wer sich Berichte über in der Vergangenheit stattgefundene Unglücke und Störfälle genauer ansieht wird regelmäßig finden daß solche Faktoren dabei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Management steht unter dem Druck, den Gewinn des Anlagenbetriebs zu maximieren. Das ist nicht unbedingt bloße Gier und Eigeninteresse, denn die Firmen sind in der Regel Aktiengesellschaften, und der Gewinn wird von den Aktionären schlicht und einfach eingefordert. Dazu gehören in der Regel auch eine ganze Menge von Kleinaktionären aus dem normalen Volk, die direkt und über Aktienfonds daran mitverdienen. Das heißt es wird am Betriebspersonal gespart so weit es geht, sei es indem man die Zahl der Leute minimiert, oder an ihrer Qualifikation und Ausbildung spart. Und es wird an den Betriebskosten gespart, indem man Reparaturen hinausschiebt, und indem man generell kreativ dabei ist den Spielraum auszunutzen, den die Vorschriften bieten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um so etwas zu verhindern, muß man unabhängige Kontrollen einführen, und ein Kräfteverhältnis schaffen das die nötigen Maßnahmen auch wirksam erzwingen kann. Das Problem dabei ist, daß auch diese Struktur einer gewissen Erosion unterworfen ist. Schon bei der Einrichtung der Kontrollbehörden sind ja Interessen im Spiel, und diejenigen die kontrolliert werden sollen versuchen Einfluß darauf zu nehmen, was die Kontrolleure dürfen und was nicht. Zusätzlich bleibt es nicht aus daß sich Kontrolleure und Kontrollierte kennenlernen und sich eine gewisse Verfilzung ergibt, zumal es dabei ja auch um viel Geld gehen kann. Es reicht schon wenn eine Kontrolle auf diese Art im Voraus rechtzeitig beim Kontrollierten bekannt wird, und schon kann diese Kontrolle nutzlos sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine kerntechnische Anlage wird für eine Gebrauchsdauer von mehreren Jahrzehnten gebaut, und das bedeutet daß die beteiligten Personen sich ggf. über ihr gesamtes persönliches Berufsleben hindurch kennen. Zudem hat eine Regierung, die für die effektive Kontrolle der Anlage zuständig sein sollte, in der Regel selbst ein Interesse daran daß die Anlage läuft, und ist daher womöglich geneigt ein oder zwei Augen zuzudrücken. Dazu muß man noch keine Korruption unterstellen, das ist schon aufgrund der Interessenlage so. Umso mehr noch ist die Unabhängigkeit in Frage gestellt wenn Korruption noch hinzu kommt, was angesichts der in Frage stehenden Summen nicht ganz so unwahrscheinlich ist wie man es wohl gern hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist daher gar nicht so einfach, eine gesellschaftliche Kontrolle der Reaktorsicherheit zu installieren, die über die Betriebsdauer der Anlagen hinweg ausreichend wirksam bleibt. Ich bin der Überzeugung daß wir hier in Deutschland einen relativ sicheren Betrieb der Anlagen haben, nicht etwa weil diese technisch auf einem hohen Stand wären, wie immer wieder suggeriert wird, sondern weil entsprechender gesellschaftlicher Druck vorhanden ist, wie er in vielen anderen Ländern fehlt. Und wenn sie tatsächlich &lt;i&gt;technisch &lt;/i&gt;sicherer sein sollten als anderswo, dann ist das ebenfalls diesem gesellschaftlichen Druck geschuldet, und nicht etwa besseren technischen Fähigkeiten der Ingenieure hierzulande. Um es salopp auszudrücken: Nicht Siemens macht die Reaktoren sicherer, sondern die Atomkraftgegner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir können uns aber nicht dauerhaft als Gesamtgesellschaft vom Vorhandensein einer solchen kritischen und aktivistisch ausgerichteten Protestszene abhängig machen. Die gesellschaftliche Akzeptanz der teils recht militanten Protestaktionen hängt ja ebenfalls an einem seidenen Faden, und man muß es schon als einen Glücksfall ansehen daß über die langen Jahre dieses Thema genug im breiten Volk verankert geblieben ist, daß die Protestbewegung eben nicht einfach vom Tisch gewischt werden konnte, wie das eine Menge von Industriemanagern und Politikern liebend gerne getan hätten. Vielleicht ist es an dieser Stelle daher angebracht mal inne zu halten und sich bewußt zu werden was wir dieser Protestbewegung eigentlich verdanken, und wie viel näher wir ohne sie an dem wären was im Augenblick die Japaner plagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht ist es auch angebracht, hier die Querbeziehung zu knüpfen zu einem anderen Thema, das in den 1980er Jahren groß in der Diskussion war: Der Datenschutz. Der war als Folge durch die daraufhin geschaffenen Gesetze auf einem im internationalen Vergleich sehr hohen Niveau. Bloß ist das öffentliche Interesse daran ziemlich zurückgegangen, mit der Folge daß inzwischen auf diesem Feld vieles im Argen liegt. Teils ist das darauf zurückzuführen daß damals der Datenschutz als ein Konfliktthema zwischen dem Bürger und der Obrigkeit aufgefaßt wurde, und das Verhältnis zwischen Konsument und den Unternehmen kaum beachtet wurde. Wäre das Thema aber präsenter geblieben in der Diskussion, hätte man sicher auch eher nachgebessert. Diese Thematik zeigt daß Sicherheitsdenken und Kontrollstrukturen wesentlich schneller erodieren können, wenn das gesellschaftliche Interesse nachläßt, als man wegen der Lebensdauer der betroffenen Strukturen wollen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem Satz: Selbst wenn die Reaktoren nach bestem technischen Können sicher wären, &lt;i&gt;gesellschaftlich &lt;/i&gt;sind sie nicht sicher zu kriegen. Angesichts des Ausmaßes in dem die Öffentlichkeit und Umwelt beeinträchtigt wird, wenn es schief geht, ist so etwas gesellschaftlich nicht tragbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und noch ein Aspekt ist wichtig, der seinen Einfluß hat, auch wenn überhaupt nichts schief geht:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kernkraft ist eine Technik, deren Eigenschaften es im Grunde erzwingen daß sie als Großtechnologie betrieben wird. Mehr noch: Die Gesellschaft wird immer für die Restrisiken haften müssen, darum wird auch kein Versicherer eine Haftpflichtversicherung für so ein Kraftwerk anbieten können. Der Versicherungsfall kann ja, wie man sieht, eine Dimension erreichen die eine ganze Volkswirtschaft vor große Probleme stellt. In Deutschland wird ebenfalls deutlich daß auch im Normalfall der Staat herangezogen wird, um den Betrieb sicherzustellen. Die Polizei wird z.B. für die Sicherung der Castor-Transporte beschäftigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letzlich heißt das, daß ein Kernkraftbetreiber ein Druckmittel in der Hand hat, das er gegen den Staat, die Gesellschaft und die Bürger einsetzen kann, was eine andere Technologie nicht in dieser Form auslösen würde. Und es heißt, daß unvermeidlicherweise die Gesellschaft einen Teil des Risikos tragen muß für etwas, woraus der Kraftwerksbetreiber den Profit macht. Das ist keine gesunde Situation, und als Bürger müßte man eigentlich ein starkes Interesse daran haben daß man solche Abhängigkeiten möglichst vermeidet. Ich bin überzeugt davon daß die großen Schwierigkeiten, die man hierzulande hat, die Politik dazu zu bringen die Kernkraftnutzung zu beenden, mit genau diesem Abhängigkeitsszenario zu tun hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Japan hat man diese Abhängigkeiten zwischen Kraftwerksbetreiber und Regierung plastisch vorgeführt bekommen. Es war schon fast körperlich spürbar wie sehr die Regierung und mit ihr das ganze Volk letztlich von einer Firma abhängig war und noch ist, ohne die sie noch nicht einmal zuverlässig erfahren konnte wie die Lage ist. Eine Firma zudem, die nicht den Eindruck macht als ob eine offene und halbwegs vollständige Information der Regierung, geschweige denn der Öffentlichkeit, überhaupt in ihrem Interesse liegt. Und es ist anzunehmen daß das im Ernstfall in Deutschland kein bißchen besser wäre. Vertuschung und Verharmlosung sind auch hierzulande keine Unbekannten, wie schon das Beispiel Vattenfall zeigen dürfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Völlig unabhängig von CO&lt;span style="font-size: xx-small;"&gt;2&lt;/span&gt;-Bilanzen und der Klimadiskussion ist der wichtigste Grund pro erneuerbare Energien für mich daher der, daß es dezentralere Formen der Energiegewinnung sind, die weniger anfällig für Monopolistengehabe und Kollektivhaftung sind. Also ein &lt;i&gt;struktureller, gesellschaftlicher &lt;/i&gt;Grund, und wieder nicht ein &lt;i&gt;technischer &lt;/i&gt;Grund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fände daher daß es an der Zeit ist, die eigentlich wichtige Frage zu diskutieren, nämlich ob und in welcher Form wir die Nutzung der Kernkraft mit ihren gesellschaftlichen Implikationen akzeptieren können. Die Frage der technischen Sicherheit ist trotz der Ereignisse in Fukushima dabei ein ziemlich begrenztes Einzelproblem. Dazu gehört daß man mal die verständlichen Reflexe aller Beteiligten etwas beiseite schiebt, und nicht mehr auf Kernschmelzen und Strahlenwerte glotzt, nicht mehr glaubt mit Moratorien und Sicherheitsdiskussionen weiter zu kommen, und stattdessen darüber redet wie man sich seine Gesellschaft eigentlich vorstellt, und ihre Energieversorgung. Man könnte dabei zum Schluß kommen, daß nicht bloß Kernkraftwerke ein Auslaufmodell sind, sondern mit ihnen gleich auch staatlich protegierte börsennotierte Energiemonopolisten, für die man im Ernstfall ja doch die Kohlen (oder die Brennstäbe) aus dem Feuer holen müßte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Kommentare&lt;/a&gt;, Ihr wißt schon...&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-4251315591214615858?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4251315591214615858'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4251315591214615858'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/04/strahlen-und-reflexe.html' title='Strahlen und Reflexe'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-520462165915734744</id><published>2011-03-07T08:48:00.003+01:00</published><updated>2011-03-07T10:00:07.317+01:00</updated><title type='text'>Das Trollunwesen</title><content type='html'>Meine Güte was ein &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=1693"&gt;Arschloch&lt;/a&gt;! Erstaunlich wie viele Teilnehmer sich trotzdem noch bemühen, eine zivilisierte Diskussion daraus zu machen. Warum tut man sich das an? Masochismus? Training für die Aufnahmeprüfung ins buddhistische Kloster?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Kerl hat die Stirn, einen Thread anzufangen der bereits im Titel eine handfeste Provokation enthält (den Vorwurf der Lüge, ganz pauschal in die Runde gestreut), und bezichtigt dann einen auch für seine Verhältnisse ziemlich zivil antwortenden -scope- sogleich des "Bashings" und maßregelt ihn von oben herab. Da weiß man eigentlich gleich wo der Hase lang läuft, und im Beitrag #5 sieht man auch die Erwartungshaltung offen dastehen:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;"&lt;span class="norm"&gt;Ich halte das garnicht für so schwierig, falls man  von Natur aus mit ausreichend großen Hoden ausgestattet ist, um sich  einer antizipierten Trollphalanx zu stellen &lt;img src="http://www.hifi-forum.de/images/smilies/5.gif" border="0" /&gt; Selbst wenn man schon &lt;i&gt;zuvorkommend&lt;/i&gt; so einen Thread in der Voodoo-Ecke startet ist es eh zu erwarten, daß man größtenteils vollgetrollt wird.&lt;/span&gt;"&lt;/blockquote&gt;Er wußte vorher schon was ihn erwartet ("Trollphalanx"), gibt sich die allergrößte Mühe genau diese erwartete Reaktion zu provozieren, und hält sich für ausreichend behodet um mit dieser Reaktion auch angemessen umzugehen. Was natürlich an dieser Stelle schon klar macht daß sein inhaltliches Thema bloß ein Vorwand ist. Das eigentliche Motiv ist die pyromanische Lust, und das Ziel ist es, ein paar von ihm so genannte "&lt;span class="norm"&gt;Schreihälse mit Pavlov-Dog-Syndrome&lt;/span&gt;" herauszufordern und vorzuführen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit anderen Worten, sein eigenes Verhalten ist geradezu ein Musterbeispiel für das was er Anderen unterstellt: Es ist &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29"&gt;Trolling&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie wenig er an den scheinbar inhaltlichen Fragen die er zu Beginn stellt interessiert ist, wird im Verlauf des Threads mehr als offensichtlich. Er zeigt keinerlei Neigung, seine behaupteten Eindrücke auch nur einer rudimentär systematischen Nachprüfung zu unterziehen, erwartet aber von seinen Diskussionspartnern sachdienliche Hinweise zu ihrer Erklärung. Und fährt ihnen dann übel über's Maul wenn ihm die Antworten nicht in den Kram passen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Thread scheint nach ein paar Dutzend Beiträgen im Sande zu verlaufen, was darauf hindeutet daß das Nichtfüttern des Trolls hier mal funktioniert hat. Wenn mein Blogbeitrag ihn nicht wieder hochpuscht. Es ist mir klar daß ich mit meinem Beitrag hier genau das tue was er will: Aufmerksamkeit erregen. Trotzdem muß das Problem mal angesprochen werden:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muß sich im Hifi-Forum anscheinend alle paar Tage mal von einem neuen Idioten einen Thread gefallen lassen, in dem er seinen Frust darüber, daß er in der sachlichen Argumentation kein Land sieht, dadurch abreagiert, daß er durch blanke Unverschämtheiten seine Diskussionsgegner zu Grobheiten herausfordert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man sollte solche Leute eigentlich hochkant aus dem Forum befördern, denn wenn schon beim ersten Beitrag so klar wird worauf das hinaus laufen soll, dann braucht man nicht auch noch eine Bühne dafür zu bieten. Bloß führt das mit Sicherheit zu Sekundärdiskussionen um Zensur und Moderationsverhalten, die nicht weniger hysterisch, scheinheilig und abgedreht ablaufen wie die Originaldiskussion verlaufen wäre. Wenn jemand destruktiv sein will, dann findet er einen Weg, egal wie die Regeln auch immer ausfallen mögen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Hifi-Forum ist zu diesem Thema wohl schon so gut wie alles ausprobiert worden. Halten sich die Moderatoren eher zurück, dann eskaliert die Diskussion weil nicht jeder normale Teilnehmer es fertigbringt, den Troll zu ignorieren. Machen die Moderatoren aktiv mit, dann müssen sie sich Belehrungen darüber gefallen lassen wie sich ein Moderator in so einer Diskussion gefälligst zu verhalten habe, und zwar gerade von denjenigen Leuten die selber jede Freiheit zu Provokation nutzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=1693"&gt;erwähnten Thread&lt;/a&gt; findet man vielleicht noch die beste Methode damit umzugehen: Man versucht sachlich zu bleiben, und die Provokationen ins Leere laufen zu lassen. Das muß man erst einmal nervlich durchstehen. Aber selbst wenn man das schafft, dann erreicht man damit leider daß dem Troll der Anschein einer Ernsthaftigkeit zuteil wird, die er keineswegs verdient.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gratwanderung, zu der man gezwungen wird, besteht darin daß man das destruktive Verhalten des Trolls klar benennt und sichtbar macht, ohne sich in das Spiel hineinziehen zu lassen, in dem man unweigerlich als Täter hingestellt werden wird (was ein Hauptziel des Trolls ist). Dazu braucht's ein Ausmaß an Abgebrühtheit und Distanz zu dem ich auch selber nicht immer in der Lage bin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei allem Ärger gibt's aber auch eine gute Seite an dem ganzen Trollunwesen: Es zeigt daß die Subjektivisten ins Hintertreffen gekommen sind. Wer so deutlich vorführt wie blank er da steht wenn's um vernünftige Argumente geht, so daß er sich auf rein destruktive Diskussionspraktiken verlegt, der verschafft sich dadurch vielleicht eine gewisse Genugtuung wenn er wieder mal ein paar "&lt;span class="norm"&gt;Schreihälse mit Pavlov-Dog-Syndrome&lt;/span&gt;" geärgert hat, aber er hat sich damit gleichzeitig als ernstzunehmender Faktor in der Sache eliminiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare wie üblich &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-520462165915734744?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/520462165915734744'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/520462165915734744'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/03/das-trollunwesen.html' title='Das Trollunwesen'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-1263861467471485146</id><published>2011-02-28T11:33:00.003+01:00</published><updated>2011-02-28T13:29:21.037+01:00</updated><title type='text'>Gorilla-Blindheit</title><content type='html'>Ich wundere mich seit geraumer Zeit wieso &lt;a href="http://www.simonslab.com/videos.html"&gt;der unsichtbare Gorilla&lt;/a&gt; eine so große Rolle in Blindtestdiskussionen spielt. Inzwischen finde ich aber einen gewisse, hintersinnige Relevanz darin: Die Diskussion selbst (und nicht der Blindtest) ist nämlich ein Beispiel wie diese "&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Unaufmerksamkeitsblindheit"&gt;Unaufmerksamkeitsblindheit&lt;/a&gt;" praktisch genutzt werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber der Reihe nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Zusammenhang mit Blindtests scheint das Argument zu sein, daß Unaufmerksamkeitsblindheit dafür verantwortlich sein könnte daß die Tester manche Dinge nicht hören von deren Hörbarkeit sie überzeugt sind. Und daß es sich dabei auch durchaus um sehr deutliche und eigentlich offensichtliche Dinge handeln kann. Das sekundäre Argument ist deshalb, daß aus der Tatsache, daß in einem Blindtest etwas nicht gehört wurde, nicht geschlossen werden kann, daß der Effekt nicht vorhanden oder allenfalls sehr klein gewesen sein kann. Es könnte, so die Analogie, ein akustischer Gorilla gewesen sein, der einem da durch die Lappen gegangen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Argument hat den Charakter einer "&lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/12/die-relativitat-von-falsch.html"&gt;Deepity&lt;/a&gt;". Es gibt eine eher offensichtliche und auch offensichtlich richtige Bedeutungsebene, die aber recht trivial ist. Und es gibt eine tiefere Bedeutungsebene, die alles andere als offensichtlich oder gar offensichtlich richtig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon klar: Die Konzentration auf eine Sache verbessert zwar die Fähigkeit, diese Sache zu entdecken, aber vermindert gleichzeitig die Fähigkeit, eine ganz andere, unerwartete Sache zu bemerken. Letztlich ist das ganz einfach das Wesen der Konzentration. Man konzentriert sich ja nicht einfach ganz allgemein, sondern man konzentriert sich auf etwas ganz Bestimmtes. Das ist gewollt, exakt deswegen konzentriert man sich ja.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Grunde wußten wir das auch schon vor den Gorilla-Videos. Man wundert sich bei aller Selbstverständlichkeit höchstens wie groß ein Objekt oder ein Effekt werden kann und trotzdem noch unbemerkt bleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zusammenhang mit den Blindtests ist allerdings eher fragwürdig. Ich finde wer dieses Argument auf sie anwendet hat nicht recht verstanden wofür Blindtests eigentlich da sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Niemand würde Blindtests veranstalten um bisher unbekannte Effekte zu finden. Man testet ja gerade deswegen blind um die Konzentration zu fokussieren und alle sachfremden Einflüsse so gut es geht auszuschließen. Schon die Vorstellung, das sei irgendwie gegen die Hörtester gerichtet, also eine Art Schikane, ist eigentlich ein Blödsinn. Der Ausschluß dieser sachfremden Einflüsse macht das Ergebnis außerdem glaubwürdiger, ich hoffe ich muß nicht mehr ausführen wieso.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit anderen Worten, die Konzentration ist beim Blindtest ausdrücklich erwünscht, und zwar in vollem Bewußtsein daß dadurch auch Unaufmerksamkeitsblindheit auftreten kann. Der Effekt nach dem man sucht muß wenigstens in Form einer Hypothese vor dem Test bekannt sein, und man muß die Testgestaltung und die Auswahl des Testmaterials daran ausrichten. Das Ergebnis bestätigt dann diese Hypothese oder eben nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer nach bisher unbekannten Effekten sucht, sollte daher erst einmal eine testbare Hypothese entwickeln, bevor diese dann in einem Blindtest untersucht werden kann. Und er sollte sich vorher überlegen wie Test und Testmaterial aussehen müssen, um die besten Aussichten zu haben daß der Test ein aussagefähiges Ergebnis liefert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich finde daher daß bei genauerer Betrachtung das Gorilla-Argument alles andere als angemessen ist, wenn es um Blindtests geht. Es offenbart ein verkehrtes Blindtest-Verständnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich mir allerdings ansehe wie die Blindtest-Diskussion läuft, mit welcher Hartnäckigkeit und Hysterie man da versucht, Blindtests zu diskreditieren, und bei gemachten Tests auch noch die absurdesten Argumente herauszieht, um sie in Zweifel zu ziehen, dann sehe ich den Gorilla an einer ganz anderen Stelle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Gorilla, der sich so auffällig ins Bild drängt, und den man partout nicht sehen will, ist die Autosuggestion. Wenn man den schon nicht aus dem Bild herausbekommt, dann versucht man die Aufmerksamkeit auf irgendwelches Klein-Klein zu richten, damit man wenigstes so tun kann als wäre er nicht da. Um beim Gorilla-Video zu bleiben: Es wäre analog dazu daß man nicht bloß dauernd einen Ball im Kreis herum spielt, sondern darum auch noch ein möglichst großes Spektakel macht. Und sobald man merkt, daß jemand in Richtung Gorilla guckt, spielt man ihm unter großem Tamtam einen Ball zu damit er erstmal abgelenkt ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kann schon ein gültiges Argument sein, das man da in die Runde wirft, wie z.B. die durchaus sinnvolle Diskussion der Frage, welche Schlußfolgerung man aus einem gemachten Test ziehen  kann und welche nicht. Oder auch die Feinheiten der Statistik kann man sinnvollerweise diskutieren. Mir ist bloß der Ablenkungseffekt dieser Nebendiskussionen ein bißchen zu offensichtlich als daß ich dahinter reine und lautere Ziele voraussetzen kann. Es gibt schon auch Mäuse, und sie sind nicht immer unbedeutend, aber man sollte sie nicht zum Gorilla aufblasen um den wirklichen Gorilla zur Maus schrumpfen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Kommentare gibt's den bekannten &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=1&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Thread&lt;/a&gt; im Hifi-Forum.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-1263861467471485146?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1263861467471485146'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1263861467471485146'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/02/gorilla-blindheit.html' title='Gorilla-Blindheit'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-6580579759030397917</id><published>2011-02-12T21:57:00.001+01:00</published><updated>2011-02-13T01:45:52.143+01:00</updated><title type='text'>Hobby: Unterschiedhören</title><content type='html'>Komisch, nicht? Man argumentiert gegen die verbreitete Desinformation, die Quacksalberei und den Schwindel in der Hifi-Branche, und schon bekommt man vorgeworfen, man mache &lt;span style="font-style: italic;"&gt;das Hobby&lt;/span&gt; kaputt. Man sollte doch denken daß es viel angenehmer ist wenn man es mit ehrlichen, kompetenten und uneigennützigen Gesprächspartnern zu tun hat. Daß dann auch das Hobby mehr Spaß macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich jedenfalls fühle mich nicht besonders wohl in einem Laden, in dem ich merke daß da ein gewiefter Verkäufer zwar wenig technische Ahnung, aber dafür umso mehr Standes- und Umsatzbewußtsein hat, und dazu wenig Skrupel. Es ging bei mir so weit daß ich ein Dutzend Jahre lang mit dem Hifi-Zirkus nichts mehr zu tun haben wollte. Keine Zeitschriften, keine Ladenbesuche beim Edelgerätehändler, bloß noch Tonträger, und das auch weniger als vorher. Mir wurde das Hobby vergällt durch genau das was ich jetzt anprangere. Und ich bin mir sicher daß es vielen Anderen genauso ergangen ist und noch ergeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kann sich also, würde ich meinen, nicht um das gleiche Hobby handeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt wird zwar oft behauptet es gehe um das Musikhören, aber wenn es darum wirklich so unmittelbar und ausschließlich gehen würde, was tun diese Leute dann in Forendiskussionen über Geräte, Zubehörteile und in Voodoo-Streitereien? Wäre es nicht viel sinnvoller wenn man einfach Musik hören würde und sich allenfalls noch an Diskussionen über Musik beteiligen würde? Es kann mir niemand erzählen daß man für den Spaß an der Musik das ganze High-End und Voodoo-Gedöns braucht! Ich hatte Spaß an Musik in Live-Gigs mit beschissenem Sound, und ich habe den Fußwippfaktor in Mono mit der Klangqualität eines Küchenradios erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gute Musik groovt weitgehend unabhängig vom Klang, und mit die wichtigste Voraussetzung daß der Funke überspringt liegt im eigenen emotionalen Zustand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar ist eine gute Anlage geil, aber es soll mir doch keiner weismachen daß man sie zum Musikhören &lt;span style="font-style: italic;"&gt;brauche&lt;/span&gt;. Es ist ein Luxusartikel, und so schön es ist ihn zu haben, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;nötig &lt;/span&gt;ist er nicht. Auch zum Musikhören nicht. Es ist wie mit allen Luxusartikeln, man schafft sie sich an weil man es sich leisten kann (zuweilen auch um zu &lt;span style="font-style: italic;"&gt;zeigen &lt;/span&gt;daß man sich's leisten kann), und weil es ein gutes Gefühl ist, etwas Edles zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hab das ja auch, ich will gar nicht im Ruf stehen daß ich gegen Luxus wäre, oder gegen den Genuß. Ich hab kein Problem damit wenn jemand was kauft einfach für's gute Gefühl, was "amtliches" zu haben. Etwas, was über der Kritik steht. Nicht so gut wie halt nötig, sondern so gut wie's geht. Ja, ich kann das verstehen, und ich hab das auch. Aber kann man denn nicht erwarten daß man dabei ehrlich ist mit sich selbst und gegenüber Anderen? Muß man sich dafür irgend einen Mist einreden? Einreden lassen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß ich etwas von der Technik verstehe macht es mit in dieser Branche nicht einfacher, sondern schwieriger. Gerade die teuren und angeblich "hochwertigen" Geräte kommen sehr oft mit ziemlich zweifelhaften technischen Lösungen daher, und fast immer mit einem Marketing das mich mit seiner Verlogenheit anwidert. Hochwertigkeit wird da mit teuren Materialien (möglichst viel davon), und mit zweifelhaften Konstruktionsprinzipien (anders als die Anderen = besser) gerechtfertigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist also das Hobby das angeblich in Gefahr ist wenn man wie ich das Maul aufmacht? Musik hören kann's nicht sein. Freude an hochwertiger Technik kann's auch nicht sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe meine Theorie: Das Hobby heißt: Unterschiedhören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer dieses Hobby hat braucht keine technische Perfektion, denn die führt zu weniger hörbaren  Unterschieden. Der braucht keine Blindtests, denn damit hört man keine Unterschiede. Der braucht kein technisches Verständnis, denn das könnte höchstens die gehörten Unterschiede in Zweifel ziehen. Der braucht die Musik zum Hören der Anlage, und nicht die Anlage zum Hören von Musik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man das Unterschiedhören als das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;eigentliche &lt;/span&gt;Hifi-Hobby auffaßt dann ergibt plötzlich der ganze Irrsinn einen Sinn. Wenn zwei Hifi-Geräte gleich klingen dann ist &lt;span style="font-style: italic;"&gt;der Hifi-Anhänger&lt;/span&gt; im Wortsinn (HiFi = High Fidelity) beruhigt, denn es können nicht zwei Geräte gleichzeitig High-Fidelity sein wenn sie unterschiedlich klingen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Der Unterschiedhörer&lt;/span&gt; aber ist enttäuscht. Die Unterschiede sind der Sinn des Ganzen, also wozu sollen unterschiedliche Geräte gut sein wenn sie nicht unterschiedlich klingen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von daher ist auch das Argument verständlich, das wohl schon so manches Gesicht in Verzweiflung in den Händen begraben hat: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wenn alles gleich klingt, warum gibt's dann überhaupt so viele verschiedene Geräte?"&lt;/span&gt; Der Unterschiedhörer bringt das im völligen Ernst vor, überzeugt ein schlagendes Argument gefunden zu haben, das sein Gegenüber zum Denken bringen muß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Argument hat für den Unterschiedhörer eine selbstverständliche Logik, so hoffnungslos bescheuert es für den Rest der Welt auch klingen mag. Zugleich ist es ein eindeutiges Erkennungszeichen für einen Unterschiedhörer. Niemand sonst wäre in der Lage so ein Argument zu äußern ohne das Gesicht zu verziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die "Fachpresse" hat sich aus leicht einsehbarem Grund auf die Seite des Unterschiedshörers geschlagen. Das hat über die letzten Jahre und Jahrzehnte dazu geführt daß sich das Unterschiedhören als die vorherrschende Form des Hobbies in der öffentlichen Wahrnehmung durchsetzen konnte. Mit dem Ergebnis daß sich inzwischen Unterschiedshörer oft als die einzig legitimen und wahren Vertreter des Hobbies empfinden. Andersdenkende™ werden als "Techniker" und "Meßfetischisten" verunglimpft, in Verkennung der Tatsache daß sie damit diejenigen Leute schmähen die ihnen das Hobby erst ermöglicht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch inzwischen verschaffen sich die Vertreter der anderen Hobby-Spielarten vermehrt Gehör, mit der Folge daß die Unterschiedshörer von apokalyptischen Visionen geplagt werden und ihr Hobby untergehen sehen. Das stellt die "Fachpresse" vor interessante Herausforderungen. Man muß inzwischen zugleich für und gegen Blindtests sein. Es ist spannend zu sehen welche Konzepte zur Bewältigung dieses Dilemmas gefunden werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine verhältnismäßig neue Spielart ist es, so zu tun als würde man "selbstverständlich" blindtesten, dabei aber so gut wie nichts einhält was gemeinhin zu Blindtests gehört, sofern man überhaupt etwas über die Modalitäten der Durchführung erfährt. Nichts wirklich Neues, denn es hatte sich ja auch eingebürgert, so bei den Messungen zu verfahren. Der angestrebte Effekt ist dabei wie immer, daß die Kundschaft unter den Unterschiedhörern das Gefühl kriegt, daß &lt;span style="font-style: italic;"&gt;das Hobby&lt;/span&gt; unverändert Bestand hat und die alten Wahrheiten weiterhin Gültigkeit haben - also daß es nur auf die Unterschiede ankommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beispiel gefällig? Bei der Audio ist man &lt;a href="http://www.audio.de/vergleichstest/nf-kabel-zwischen-110-euro-und-400-euro-1070053.html"&gt;kundenbewußt&lt;/a&gt; und blindtestet Unterschiedshörer-kompatibel. Mir bleibt nur, die Frage in den Raum zu stellen was wohl an diesem Test "blind" war?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der inzwischen übliche Spruch: Kommentare &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=1&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-6580579759030397917?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6580579759030397917'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6580579759030397917'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/02/hobby-unterschiedhoren.html' title='Hobby: Unterschiedhören'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-3304934279468011104</id><published>2011-01-23T11:40:00.005+01:00</published><updated>2011-01-25T12:45:55.514+01:00</updated><title type='text'>Über Ohren, Äpfel und Birnen</title><content type='html'>Zu den audiophilen Märchen, die highendige Großväter gern am knisternden Forenfeuer in gemütlicher Runde ihren highendigen Enkeln weitererzählen, gehört auch die Geschichte der unbegreiflichen Überlegenheit des menschlichen Ohres über die Technik. Oftmals sind diese Erzählungen eher anekdotisch geprägt, an die Erzählungen des Freiherrn von Münchhausen erinnernd, oder an die von Großonkel Böde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manchmal begegnet man aber auch Geschichten, die mit Zahlen und Begriffen gewürzt sind, so daß man sie für bare Münze halten könnte wenn man die Währung nicht kennt mit der sie geprägt sind. So unterhaltsam die Geschichten auch manchmal sein mögen, so bekommt man doch meist Zahl ohne Kopf, und es werden Währungen gegeneinander aufgerechnet, die nicht konvertibel sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Beispiel dreht sich um die angeblich unerreichte Empfindlichkeit des menschlichen Ohres gegenüber den erhältlichen Mikrofonen. Ein besonders eifriger Erzähler dieser Mär ist seit Langem einer, der sich "kammerklang" nennt. Siehe z.B. &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=1639&amp;amp;postID=65#65"&gt;hier&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=1425&amp;amp;postID=1258#1258"&gt;hier&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=2523&amp;amp;postID=160#160"&gt;hier&lt;/a&gt; (letztere Stelle war übrigens der Anfang, und man sieht wie wenig man hier mit Argumenten ausrichtet, denn bis heute behauptet kammerklang man habe ihm noch kein Mikrofon nennen können das empfindlicher wäre als das Ohr - ein eindeutiger Wahn).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um zu verstehen warum man es hier mit einem Versuch zu tun hat, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, muß ich ein bißchen ausholen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man bei Mikrofonen den Dynamikumfang angibt, dann gelten dafür ganz bestimmte Randbedingungen ohne die man die Meßwerte nicht korrekt einordnen kann. Als untere Grenze nimmt man dabei das Eigenrauschen des Mikrofons. Wie immer wenn's um Rauschen geht muß man wissen über welche Bandbreite gemessen wurde, und ob man eventuell noch irgendwelche Frequenzgewichtungen vorgenommen hat. Wenn z.B. die Meßbandbreite kleiner wird, dann hat man auch einen geringeren Rauschpegel und dadurch einen größeren Dynamikumfang, ohne daß sich am Mikrofon selbst etwas geändert hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als praxisgerechte Meßbandbreite nimmt man natürlich üblicherweise den hörbaren Frequenzumfang, also in etwa 20 Hz bis 20 kHz. Und was die Gewichtungen angeht gibt's mehrere alternative Bewertungsfilter, die man im Zusammenhang mit Mikrofonen verwendet, und der gemessene Rauschpegel ist entsprechend verschieden. Ein &lt;a href="http://www.schoeps.de/de/products/ccm2/overview"&gt;Beispiel eines Mikrofons&lt;/a&gt; von Schoeps soll das illustrieren. Schoeps gibt den Ersatzgeräuschpegel mit zwei verschiedenen Bewertungsfiltern an, und das Ergebnis unterscheidet sich um 12 dB.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um solche Werte mit dem Ohr zu vergleichen müßte man den Ersatzgeräuschpegel des Ohres bestimmen, und zwar unter Verwendung einer entsprechenden Gewichtungsfunktion. Das ist gar nicht so einfach wie man vielleicht denkt, schließlich kann man keinen Pegelmesser an den Hörnerv anklemmen wie an ein Mikrofonkabel. Man muß das indirekt untersuchen indem man z.B. von außen ein Rauschsignal bekannter Stärke auf's Ohr gibt und feststellt ab welcher Stärke es über das Eigenrauschen des Ohrs hinaus geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Hörschwelle hat das nichts zu tun, denn bei der Hörschwelle geht's nicht um die Stärke des "Grundrauschens", sondern um die Hörbarkeit von einzelnen Tönen, und die sind auch noch hörbar wenn ihre Stärke weit unterhalb des Grundrauschens ist. Der Vergleich der Hörschwelle des Ohres mit dem Grundrauschpegel eines Mikrofons ist also ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Richtig wäre ein Vergleich des Grundrauschpegels des Mikrofons mit dem Grundrauschpegel des Ohres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was das Grundrauschen angeht haben Mikrofon und Ohr erst einmal die gleiche Ausgangslage. Die physikalische Grenze ist das Rauschen der Membran selbst, welches aus der thermischen Bewegung der Luft an der Membran resultiert. Die Luftmoleküle trommeln zufallsverteilt an die Membran, und das Ergebnis ist ein Rauschsignal. Das bedeutet aber auch bereits daß man in der Technik theoretisch zur Verbesserung des Dynamikbereiches eine Maßnahme zur Verfügung hat, die beim menschlichen Ohr nicht möglich ist: Man kühlt die ganze Anordnung stark ab. Besonders praktisch für normale Mikrofone ist das nicht, aber eine definitive Möglichkeit für Forschungszwecke ist es auf jeden Fall. Zum Glück gibt's auch noch einfachere Möglichkeiten. Wenn man z.B. die Membranfläche verdoppelt, so steigt die Signalstärke des Nutzsignals um 6 dB, während der Grundrauschpegel bloß um 3 dB steigt. Man hat also 3 dB Dynamik gewonnen. Eine einfache und durchaus praktikable Maßnahme, die man beim Ohr ebenfalls nicht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neben der Membran selbst gibt es aber sowohl beim Mikrofon als auch beim Ohr weitere Rauschquellen. Beim Mikrofon ist das z.B. der Mikrofonvorverstärker. Bei vielen Mikrofonen rauscht der mehr als die Membran, das Gesamtergebnis ist also nicht durch die Membran sondern durch die Elektronik begrenzt. Das muß aber nicht so sein. Es gibt durchaus Mikrofone, deren Elektronikrauschen in der gleichen Größenordnung liegt wie das der Membran. Bei Großmembranmikrofonen ist das leichter als bei Kleinmembranmikrofonen, aber es geht und ist praktikabel, auch ohne solche Tricks wie in flüssigem Stickstoff gekühlte Transistoren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Ohr gibt es Rauschquellen die die Membran weit übertreffen, schon das Geräusch des in den Adern zirkulierenden Blutes ist weit stärker als das Membranrauschen. Wir würden es eigentlich dauernd hören wenn nicht unsere Wahrnehmung das Geräusch ausblenden würde. Da das Spektrum dieses Rauschens nicht weiß ist hängt es stark von der Bewertung ab wie sich das in Zahlen ausdrückt, aber es ist nicht unrealistisch von Werten um 30 dB(SPL) für das Grundrauschen des Ohres anzugeben, ein Wert den ein Mikrofon bequem unterbietet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man anders herum die Hörschwelle bei Sinustönen betrachtet, wie das üblicherweise beim Ohr getan wird (die entsprechende frequenzabhängige Kurve werdet Ihr schon gesehen haben, z.B. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rschwelle"&gt;hier&lt;/a&gt;), dann müßte man dagegen setzen wie  schwach ein Sinuston sein darf den man gerade noch meßtechnisch inmitten des Grundrauschens isolieren kann. Der Pegel des Grundrauschens selbst ist dafür kein Maß, denn genauso wie das Ohr kann auch die Meßtechnik Signale nachweisen die weit unterhalb des Rauschpegels liegen. Das ist weniger mysteriös wie es scheint:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein einzelner Sinuston enthält nur eine Frequenz. Die kann man auch sehr schmalbandig messen, das heißt man braucht bloß ein Meßgerät, das für andere Frequenzen unempfindlich ist, und bloß empfindlich für die interessierende Frequenz. Damit wird der allergrößte Teil des Rauschens ausgeblendet, weil es sich bei anderen Frequenzen abspielt. Letztlich ist das wieder das oben schon erwähnte Bandbreitenargument bei Rauschen. Wenn man nur die Meßbandbreite schmal genug macht, dann sinkt der Rauschpegel der Messung so weit daß das Sinusignal irgendwann aus dem Rauschen hervor tritt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor diesem Hintergrund gesehen hängt die "Hörschwelle" der Meßtechnik lediglich von der erzielbaren "Schmalheit" der Meßbandbreite ab. Es gibt diverse technische Tricks wie man diese Bandbreite verringern kann. Extrembeispiel ist der sog. Lock-In-Verstärker, der eigentlich kein Verstärker ist sondern eine deutlich komplexere Apparatur, der aber so schmalbandig gemacht werden kann daß man Signale messen kann die 80 dB und mehr unter dem Rauschteppich sind. Das sind Größenordnungen besser als es das Ohr vermag, und so etwas ist auch nötig wenn man z.B. mit Jupitersonden kommunizieren will oder physikalische Phänomene untersuchen will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den "Hausgebrauch" braucht man so weit nicht zu gehen, man kann ausreichend tief unter den Rauschteppich schauen indem man seinen Computer eine hochauflösende FFT des Spektrums machen läßt, was man bekanntlich heutzutage mit Soundkarten und freier Software kann. Die FFT unterteilt letztlich den Frequenzbereich in schmale Bereiche, deren Pegel auf dem Bildschirm in Einzelpunkten dargestellt wird. Je größer die Anzahl der FFT-Punkte, desto schmaler sind die Breiten der Bereiche (auch "Bins" genannt) und desto tiefer der scheinbare Rauschpegel. Könnt Ihr leicht feststellen, indem Ihr mal von ein und demselben Signal eine FFT mit 1000 Punkten und eine mit 8000 Punkten macht. Der Rauschteppich ist auf einem signifikant tieferen Niveau bei der zweiten Darstellung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Beispiel mit der FFT ist sogar der fairere Vergleich mit dem Ohr, denn auch das Ohr macht letztlich eine Spektralanalyse des Signals. Im Innenohr werden die Frequenzen räumlich so getrennt daß für unterschiedliche Frequenzen unterschiedliche Sinneshärchen zuständig sind. Jedes Sinneshärchen kriegt dadurch bloß einen sehr schmalen Bereich aus dem Spektrum mit, und genau diese Schmalbandigkeit ist es was die Detektion schwacher Signale weit unterhalb des Rauschteppichs erlaubt. Wenn man also mit ähnlichen Methoden arbeitet kann man auch zu ähnlichen Ergebnissen kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man also das Mikrofon mit den Möglichkeiten der Meßtechnik kombiniert, und das dann mit dem Ohr vergleicht, dann verliert das Ohr haushoch. Das Eigenrauschen des Mikrofones selbst ist schon geringer, und zusätzlich kann man in der Auswertung noch schmalbandiger arbeiten als es das Ohr vermag. Der Unterschied summiert sich so auf mehrere Zehnerpotenzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am anderen Ende der Skala, bei den maximalen Schalldrücken, sieht es nicht besser aus. Ein Vergleich zwischen dem maximalen angegebenen Schalldruck eines Mikrofons mit der Schmerzschwelle des Ohrs geht ebenfalls in die Irre. Wieder vergleicht man da Äpfel mit Birnen, weil die Randbedingungen nicht vergleichbar sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der maximale Schalldruck eines Mikrofons wird unter der Bedingung einer ganz bestimmten Grenze der Verzerrungen angegeben. Schoeps z.B. gibt ihn bei einer Verzerrung von 0,5% an. Das heißt es ginge auch lauter, bloß nehmen dann die Verzerrungen deutlich zu. Wären die Verzerrungen egal, dann wäre das nächste Limit ein Schalldruck bei dem das Mikrofon beschädigt würde. Diese "Überlebensgrenze" kann aber ohne weiteres nochmal 30 oder 40 dB über der Verzerrungsgrenze liegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Ohr ist die Schmerzgrenze ohne Rücksicht auf die Verzerrungen angegeben. Auch das Ohr produziert eigene nichtlineare Verzerrungen, und wenn der Schallpegel steigt immer mehr. Das Äquivalent der Schmerzgrenze wäre beim Mikrofon eher die "Überlebensgrenze", denn wenn man das Ohr an der Schmerzgrenze belastet nimmt es recht schnell bleibenden Schaden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei einem in diesem Sinne fairen Vergleich gewinnen wieder die Mikrofone, denn da findet man "Überlebensgrenzen" von 160 oder 170 dB(SPL), während die Schmerzgrenze beim Gehör bei um die 140 dB(SPL) angesetzt wird. Noch krasser ist es wenn man die Verzerrungsgrenze als Maßstab nimmt, denn dann müßte man beim Ohr etwa 70 bis 80 dB(SPL) als Grenze ansetzen, wenn man das Limit wie bei Schoeps auf 0,5% Verzerrungen bezieht. Bei mehr Schalldruck verzerrt das Ohr dann schon zu viel. Das Mikrofon kann unter diesen Umständen auch noch 130 dB(SPL) verkraften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spiel, Satz und Sieg für die Mikrofone. Das ist das Ergebnis eines fairen und nicht durch völlig unterschiedliche Bewertungskriterien verzerrten Vergleichs. Die Sache zeigt wie sehr man durch solche Apfel-Birne-Vergleiche die Ergebnisse manipulieren kann, selbst wenn man mit realen Rohdaten arbeitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem will ich damit nicht das Ohr schlecht reden. Es ist bloß so daß dessen erstaunlichste Fähigkeiten gar nicht vom Ohr selbst kommen, sondern vom Gehirn das die aufgenommenen Signale auswertet. Im Grunde ist es eher so daß das Gehirn aus einem relativ mäßigen Datenangebot des "Sensors" Ohr das Maximum herausholt. Oft genug holt es auch mehr heraus als drin ist, denn ein bedeutender Teil der Wahrnehmung stammt nicht aus den Sensordaten sondern aus im Gehirn gespeicherten Mustern, also aus "Vorwissen" in der allgemeinsten Form.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch das ist ein Grund warum das Gehör einem Vergleich mit der Meßtechnik nicht standhält. Die Meßtechnik versucht einen Aspekt unter vielen zu isolieren um ihn unabhängig und unverfälscht quantifizieren zu können. Das kann man bis ins Extreme treiben, weit jenseits dessen was das Gehör könnte. Das ist nicht und war aber nie der Zweck des Gehörs. Da geht es eher darum Bezüge herzustellen zu Erfahrungen und zu Interpretationsmustern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare bitte im &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;back=1&amp;amp;sort=lpost&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;üblichen Thread&lt;/a&gt; im Hifi-Forum.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-3304934279468011104?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3304934279468011104'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3304934279468011104'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/01/uber-ohren-apfel-und-birnen.html' title='Über Ohren, Äpfel und Birnen'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-5904629438097006524</id><published>2011-01-06T23:03:00.002+01:00</published><updated>2011-01-07T00:53:35.540+01:00</updated><title type='text'>Kabelvoodoo, doppelt indirekt</title><content type='html'>Vor einigen Monaten habe ich Strassner's Netzkabeltheorie zum Beispiel für einen, sagen wir mal, "selektiven" Umgang mit der Wahrheit &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/05/wahrheit-ganze-wahrheit-nichts-als.html"&gt;genommen&lt;/a&gt;. Nun bin ich heute auf ein &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5626"&gt;Diskussionsthema im österreichischen Hifi-Forum&lt;/a&gt; aufmerksam geworden, in dem es letztlich genau darum zu gehen scheint. Es gibt da offenbar einen Anonymus im Hintergrund, der sich am Thread offenbar bloß indirekt beteiligen will, und der den Anstoß zu dieser Diskussion gegeben hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, ich will jetzt nicht das Thema Anonymität aufwärmen, das wäre zwar verlockend angesichts der hier im Blog nachlesbaren Vergangenheit (wo z.B. sind die Leute in diesem Forum die meine Anonymität zum Anlaß übelster Invektiven genommen haben? matadoerle gibt's Dich noch?), aber es wäre auch ein bißchen billig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir geht's um eine Erwiderung auf die indirekt im Thread veröffentlichte &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showpost.php?p=195476&amp;amp;postcount=462"&gt;Stellungnahme&lt;/a&gt; des &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showpost.php?p=195477&amp;amp;postcount=463"&gt;Anonymus&lt;/a&gt;. Immerhin könnte man das als eine Erwiderung an anderer Stelle auf meinen &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/05/wahrheit-ganze-wahrheit-nichts-als.html"&gt;Blogbeitrag&lt;/a&gt; vom Mai vergangenen Jahres verstehen. Das kann ich schwerlich stehen lassen. Ich montiere diesmal meine eigenen Kommentare in &lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;rot&lt;/span&gt; in seinen eigenen Text, den ich hier zitiere:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Sehen wir uns also den Stromfluss in der Endstufe eines Verstärkers noch  einmal genauer an. Zwei Transistoren pro Kanal (ich vernachlässige  hierbei die nur mehr bei Röhrenendstufen selten verwendete  Eintaktschaltung und beziehe mich auf die sonst gebräuchliche  Gegentaktschaltung) sind wie Ventile zwischen der Stromversorgung und  dem Lautsprecherausgang eingebaut. Diese Ventile öffnen und schließen  sich genau nach der Signalkurve des Eingangssignals und lassen dadurch  Strom durch die Lautsprecher fließen. Woher aber kommt dieser Strom? Ein  verstärktes, genau dem Eingangssignal entsprechendes Ausgangssignal  setzt voraus, dass ein 100%ig stabiler Gleichstrom verfügbar ist. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Nein, das setzt es nicht voraus. Ein global gegengekoppelter Verstärker regelt das aus, das entscheidende Maß dafür ist die PSRR (Power Supply Rejection Ratio), ein für einen Verstärker wichtiges Maß. Die Behauptung ist auch einfach zu widerlegen, man braucht bloß die Welligkeit der Versorgung zu messen während der Verstärker ein unverzerrtes Signal wiedergibt.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Die  vorhandene Stromversorgung besteht aber aus Wechselstrom mit 50Hz in  Sinusform. Also müssen wir diesen Strom zuerst durch eine  Gleichrichterbrücke schicken. Dadurch erhalten wir aber noch immer  keinen stabilen Gleichstrom sondern einen Wechselstrom bei dem der  negative Anteil des Wechselstromes einfach "nach oben geklappt" wird.  Wir haben somit nur einen in Sinusbergen pulsierenden Strom mit 100Hz  erhalten. Was tun? Man könnte einen Akku damit laden der als stabile  Gleichstromquelle für die Stromversorgung der Lautsprecher angezapft  wird. Das wäre zwar die mir z.Zt. beste bekannte Methode, gibt es aber  nur im Auto. Statt einem richtigen Akku haben wir zu Hause nur  "Sekundenakkus" nämlich Kondensatoren zur Verfügung. Aber wird einem  Kondensator Ladung entnommen sinkt analog dazu die Spannung. Wieder  nichts mit einer stabilen Gleichstromquelle. Wechseln wir daher die  Seite und sehen uns den Nachschub an. Leider hat unsere Versorgung  keinen gleichmäßige Spannung sie wechselt 100x pro Sekunde in  Sinusbergen von 0-100%. Die Sinusberge sind zwar unten sehr breit und  bieten daher eine 10%ige Spannung zu 90% der Zeit werden aber oben immer  schmaler und haben daher eine 90%ige Spannung nur zu 10% der Zeit. Die  Kondensatoren können aber nur geladen werden, wenn die Ladespannung  höher ist als die Spannung die sie bereits besitzen. Sie können also nur  in einem Zeitfenster geladen werden, zwischen diesen Zeitfenstern  verlieren die Kondensatoren immer an Spannung. Dadurch ergibt sich eine  ungewollte Restwelligkeit der Gleichspannung. Um diese möglichst klein  zu halten werden einfach weitere zig Tausend Microfarad an Kapazität  eingebaut. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Die Überdimensionierung der Kondensatoren ist die "audiophile" Lösung, die in Wirklichkeit keine ist. Hier wird ein Problem an der falschen Stelle gelöst. Ein guter Verstärker ist auch im Angesicht von Restwelligkeit in der Lage ein einwandfreies Ausgangssignal zu liefern. Die ganze Diskussion wird dadurch witzlos.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Auf der Nachschub Seite findet man das nicht so genial,  schließlich muss dort jetzt die selbe Strommenge in noch kürzerer Zeit  geliefert werden. Eine Halbwelle, also somit ein Sinusberg der  Versorgung hat die Dauer von 10 ms, davon bleiben aber für die Ladung  der Kondensatoren typischerweise nur 1 ms oder bei "hervorragender"  Kondensatorbestückung des Verstärkers gar nur 0,5 ms übrig. Die z.B.  2x50 Watt die an den Boxen ankommen werden daher nicht wie allgemein  angenommen mit einem konstanten Strom von 0,5 Ampere aus der  Netzsteckdose geliefert sondern in 100 Pulsen pro Sekunde mit bis zu 10  Ampere! &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Das ist eine berechtigte Kritik am "Wahn" der möglichst großen Siebkapazität, das Hauptproblem dabei ist aber gar nicht erwähnt: Daß nämlich diese Stromimpulse eine Störquelle darstellen, und die Netzspannung auch für andere Verbraucher verzerren. Nicht umsonst gibt's immer schärfere Vorschriften bezüglich des "Leistungsfaktors" von elektrischen Verbrauchern.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Hiermit wirken sich der Widerstand des Netzkabels und der  Steckkontakte 20x mehr aus als für 100 Watt berechnet. Noch viel  schlimmer aber wirkt sich jetzt die Impedanz des Netzkabels aus da die  Länge dieser Strompulse einem Signal von 2000 Hz entspricht. Die  Impedanz des Netzkabels errechnet sich also nicht mit 0,5 A und 50 Hz  sondern mit 10 A und 2000 Hz. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Das wäre eigentlich ein Grund solche Stromimpulse zu vermeiden, und nicht sie durch möglichst geringe Impedanzen noch zu begünstigen. Die ganze Betrachtung geht grundsätzlich in die falsche Richtung.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Die Strompulse die fast rechteckig (und  nicht mehr Sinusförmig) und durch die pulsartige Gleichrichtung auch  stark oberwellenhaltig sind, werden nun wieder auf die Eingangsseite des  Transformators zurücktransformiert und wandern dort zurück bis zur  gemeinsamen Steckerleiste. Somit erhalten wir eine sich ständig ändernde  Differenzspannung zu den anderen Komponenten. Über die Netzkabel und  die Signal (Chinch-) Kabel befinden sich alle Komponenten in einem  geschlossenem System. In diesem System versuchen sich diese Differenzen  auszugleichen. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Hier liegt die zentrale Irreführung in dieser Argumentation. Die Signalkabel und die Netzkabel befinden sich im Sinne dieser Argumentation eben nicht in einem gemeinsamen System. Der Netztrafo bewirkt eine galvanische Trennung, die dazu führt daß sich unterschiedliche Spannungsabfälle auf den stromführenden Leitungen im Netzkabel nicht auf die Signalkabel auswirken. Wir reden hier über voneinander getrennte Stromkreise. Der Schluß von einem Stromkreis auf den anderen ist hier völlig unseriös.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Dies geschieht über die Netzkabel, die Koppelkapazität  der Transformatoren und natürlich auch über die Signalleitung, und zwar  dem Schirm der Cinch-Kabel. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Die Koppelkapazität der Trafos ändert an der Unabhängigkeit der Stromkreise in unserem Kontext nichts Wesentliches. HMS oder der Anonymus täten gut daran hier mal ein meinetwegen fiktives, aber praxisnahes Beispiel quantitativ vorzustellen und vorzurechnen. Wenn das Phänomen real sein soll muß man es an einem Rechenbeispiel auch konkretisieren können.]&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Die Differenzspannungsstörung kann natürlich, selbst wenn sie bei hohen  Pegeln mehrere Volt beträgt nicht mit einem Multimeter gemessen werden,  da es sich wie bei dem Musiksignal um impulsartige Spannungsänderungen  handelt. Absolut klar ist auch, dass ohne Signal, also nur mit  „aufgedrehtem“ Lautstärkeregler diese Störung natürlich nicht vorhanden  ist. Um diesen Effekt zu messen bedarf es eines hochwertigen  Speicheroszilloskops, das am besten mehr als ein Tausendfaches der  Nutzfrequenz auflösen und speichern kann. Und natürlich einer genauen  Vergleichsmessung, da durch die Betrachtung nur eines Signals nicht  ersichtlich sein kann, welcher Anteil des Signal die Nutz- und die  Störfrequenz darstellt. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Ich sehe das Problem nicht. Man muß nicht mit Musik messen, man kann genausogut mit einem Sinussignal oder meinetwegen mit einem Gemisch aus Sinussignalen messen, und kann dabei bequem auch geringste Störungen isolieren wenn man darauf achtet daß die Frequenzen getrennt bleiben. Die von der Netzstromversorgung herrührenden Störungen müssen Harmonische der Netzfrequenz sein, also benutzt man Sinussignale im Testsignal die nicht Harmonische der Netzfrequenz sind, und schon kann man sie mühelos in einer Messung voneinander unterscheiden. Hier wird bloß ein meßtechnisches Problem postuliert das gar nicht existiert.]&lt;/span&gt; Nebenbei erwähnt, obwohl es für die  Differenzspannungsstörung nicht relevant aber auch im Forum angesprochen  wurde, ist auch zur Messung der Netzstörungen ein derartiges Messgerät  erforderlich. Da es natürlich unmöglich ist in einer 1/50 Sekunde  dauernden Sinuskurve eine Deformierung zu erkennen müssen zur Messung  hier mit einem Speicheroszilloskop pro Sekunde 50 hochauflösende  Aufnahmen gemacht, und diese einzeln betrachtet werden. &lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Das Oszilloskop ist dafür gar nicht das probate Meßmittel, denn darauf erkennt man nur relativ grobe Verzerrungen. Mit einem Klirrfaktormeßgerät oder einem Spekrumanalysator kann man Verzerrungen messen die um viele Zehnerpotenzen schwächer sind. Der Autor scheint von der einschlägigen Meßtechnik sehr wenig zu verstehen.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Aber wie schon  im Artikel beschrieben sind HiFi Geräte für diese Störungen sehr  unempfindlich zumal sie gleichzeitig auf sie eintreffen. (HF Störungen  ausgemommen)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Durch die Verwendung einer hochwertigen Stromverkabelung wird dem Klang  etwas „weggenommen“, wobei das Ergebnis gleichzeitig schlanker aber  dennoch fulminanter klingt, z.B. der vorher schwammigere Bass wirkt zwar  vorerst vielleicht weniger „mollig" aber gleichzeitig werden die  Konturen so freigelegt dass auch die tiefsten Bässe besser wahrgenommen  werden können. Ebenso werden alle anderen Frequenzbereiche quasi aus  einem Klangschleier herausgeschält und dabei klarer und vor allem  authentischer. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Reines Geschwurbel, das noch nicht einmal erklärt wäre wenn man den vorgängigen Ausführungen Glauben schenken würde.]&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;Blindtests.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Ich erfinde hier nun im Stehgreif um auch dem Spaß ein wenig zu frönen  ein Beispiel und koche 10 Liter Suppe. Diesem Topf gebe ich vor jedem  Teller den ich verkosten lasse zehn Tropfen Rizinus hinzu. Die Frage ist  nun, wann der Tester schmeckt, dass sich Rizinus in der Suppe befindet.  Ich habe keine Erfahrung mit Rizinus in einer Suppe aber ich denke es  können wohl 30 oder 50 oder wie viel auch immer Tropfen für 10 Liter  nötig sein, bevor diese definitiv geschmeckt werden können. Durch diese  langsame Steigerung des Rizinusgehaltes kann es für den Probanden auch  durchaus zu spät sein wenn er es bemerkt:) Nimmt man nun an, dass jedes  Kabel einer Musikanlage dessen einzelnen Austausch man nicht hört, mit  schlechter Qualität äquivalent zu 30 Tropfen Rizinus sein kann, dann  kommt man insgesamt leicht auf 120 Tropfen und mehr. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Mahlzeit &lt;/span&gt;&lt;img style="font-style: italic;" src="http://www.hififorum.at/smilies/grosses_grinsen.gif" alt="" title="Großes Grinsen" class="inlineimg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Nicht daß ich diesem doch sehr bemühten Vergleich irgendwelches weiteres Gewicht verleihen wollte, doch fällt mir schon auf daß es genau besehen ein Rohrkrepierer ist. Wer ist es denn, der auf die Wahrnehmung pocht, und wer der eher auf meßtechnische Grenzwerte setzt? Worauf sollte ich mich also verlassen wenn ich wissen will ob der Rizinusgehalt vielleicht zu hoch ist?]&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;47000,1 Ohm an der Eingangsstufe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Ich picke mir diesen Beitrag heraus um noch kurz die NF-Kabel zu  behandeln. Nach der Aussage in diesem Beitrag könnte man statt Kabeln  auch eine feuchte Schnur verwenden, die Verwendung eines Blumendrahts  wäre schon maßlos übertrieben. Spaß beiseite, der Leitungswiderstand  muss immer dem "Partner" auf der anderen Seite zugerechnet werden. Das  heißt aus Sicht der Eingangsstufe addiert sich der Kabelwiderstand zu  dem Innenwiderstand der Ausgangsstufe. Beträgt dieser wie häufig z.B. um  die 50 Ohm so ergibt das einen Gesamtwiderstand von 50,1 Ohm. Das ist  natürlich immer noch sehr wenig, da in diesem Fall z.B. erst bei einem  Leitungswiderstand von 50 Ohm der Pegel halbiert wäre. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Wie unsinnig dieses Argument ist zeigt sich schon dadurch daß in diesem Fall der Pegel eben nicht halbiert wäre, und zwar genau weil die Eingangsstufe 47000 Ohm hat. Hier hat jemand noch nicht einmal das Ohmsche Gesetz und die Kirchhoffschen Regeln im Griff. Setzen, sechs!]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Im Signalweg  spielt der ohmsche Widerstand aber sogar eine extrem unbedeutende Rolle.  Es werden im Thread hauptsächlich Berechnungen und Überlegungen  angestrengt, die nur für die Betrachtung von Gleichstrom gelten. Selbst  wenn diese in einigen anderen Beiträgen grundsätzlich richtig im Sinne  der Gleichstromtechnik angewendet werden sind sie dennoch völlig  irrelevant, da gerade diese Art von Strom nirgendwo innerhalb einer  ganzen HiFi Anlage vorkommt. In der HiFi Technik geht es ursächlich nur  um sich ständig ändernde Wechselströme und um Induktivitäten und  Kapazitäten, kurz um Impedanzen. Ein ohmscher Widerstand im Signalweg  verringert zwar den Pegel aber na und, dann drehen wir halt lauter:) &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Stimmt! Dann wäre es doch sicher nicht zu viel verlangt wenn ich auf ein konkretes Rechenbeispiel poche das die Impedanzen einigermaßen realistisch abbildet. Na, wie wär's? (Ich weiß was rauskommt, sag's aber nicht...)]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;  Zudem kommt, dass um eine Zerstörung des Gehörs durch plötzlich  auftretende laute Geräusche zu verhindern, unsere Ohren von der  Konstruktion her für Amplituden-Änderungen recht unempfindlich sind.  z.B. ist der Leistungsunterschied zwischen geflüsterter und mit normaler  Lautstärke gesprochener Sprache nicht eins zu zwei oder drei, sondern  eins zu 100000! Das Ohr hat die Fähigkeit sich unterschiedlichen Pegeln  anzupassen, sowohl nach oben wie nach unten. Die relative Lautstärke  verschiedener Klänge ist daher, innerhalb gewissen Grenzen,  bedeutungslos für uns. Ganz anders verhält es sich mit  Phasenverschiebungen, die eben auch durch die Induktivität und Kapazität  eines Kabels hervorgerufen werden. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Ein realistisches quantitatives Beispiel bitte!]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Wir sind sehr empfindlich für  Phasenverschiebungen, denn sie helfen uns bei der Lokalisierung der  Schallquelle. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Ja, aber das betrifft nur die relativen Phasenverschiebungen zwischen den beiden Ohren! Also auch zwischen den beiden Stereokanälen. Wenn die Kabel auf beiden Seiten die gleichen sind dann können die Phasenverschiebungen so groß sein wie sie wollen (in Grenzen), sie sind gleich und damit irrelevant für die räumliche Wahrnehmung. Und in Wirklichkeit sind die Phasenverschiebungen winzig, also doppelt irrelevant. Nochmal: Zahlen, und realistische Beispiele bitte!]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Wir können eine Schallverzögerung von ca. drei  Hunderttausendstel Sek. erkennen. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Nein, können wir nicht. Wir können unter günstigen Bedingungen einen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Unterschied&lt;/span&gt; zwischen rechtem und linkem Ohr in dieser Größenordnung erkennen. Das ist nicht dasselbe!]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Dabei ist der Anfang eines Tones,  (Anstiegsflanke) für die Richtungsinformation am wichtigsten.  Phasenverschiebungen manifestieren sich im Klang als Ungenauigkeit,  schlechte Tiefenstaffelung, geringe Klangdefinition und geringem  Auflösungsvermögen. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Das ist mir neu. Wer hat das nachgewiesen, und wie? Und über welche Größenordnungen von Phasenverschiebungen reden wir hier?]&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;Kabelpreise.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Insgesamt soll auch gesagt sein, dass es nur folgende Klassen von Kabeln gibt: billige, teure, sehr teure und sauteure:)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Es ist nicht einfach die Leitungswerte einer Standard Kupferleitung zu  verbessern. Reines Kupfer hat einen fixen spezifischen Widerstand, das  standardmäßig für Kabeln verwendete Kupfer liegt nicht nennenswert  darunter. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Darunter? Nicht daß es eine Rolle spielte, aber müßte es nicht "darüber" heißen?]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; OCC Kupfer liegt irgendwo zwischen diesen kaum nennenswerten  Unterschieden und die etwas bessere Leitfähigkeit von Silber ist  vielleicht für einen Scheich den Preis wert.  Der Widerstand eines  Kupferkabels errechnet sich ganz einfach durch den spez. Widerstand, der  Länge und dem Querschnitt. Eine Verbesserung des ohmschen Widerstands  ist also mit nichts leichter zu erreichen als mit kürzeren und dickeren  Kabeln. Spielt der ohmsche Widerstand bei der Stromversorgung noch eine  Rolle, so ist er auf der NF Seite fast völlig bedeutungslos. Einfach  Kupfer zu verwenden ist schon alles. Wie auch sonst spielt in der HiFi  Technik die Impedanz die Hauptrolle. Eine Verringerung der Impedanz  durch ausgeklügelte Verseilungstechniken und durch ebenso ausgeklügelte  Isolierungsmaterialien und -techniken sind das eigentliche Ziel. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Ist es das? Doch wohl bloß bei Voodoo-Herstellern, die das als Devise ausgeben, ohne Rücksicht auf die Praxis.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; So  erreichen sauteure Kabeln 1/10! der Induktivität und Kapazität eines  "normalen" Kabels. Die Herstellung ist aber sehr kostenintensiv, da die  Kabelhersteller für die Produktion geeignete Maschinen erst selbst  entwerfen und herstellen müssen, und noch zusätzlich sehr viel auf  Handarbeit angewiesen sind. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Und das alles aus völlig unsinnigen Gründen.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Um Überhaupt eine entscheidende Verbesserung  zu erreichen muss man schon an die €100.- pro Meter auslegen. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Eine Verbesserung von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;was&lt;/span&gt;? Der Induktivität? Wieviel braucht man denn? Was wäre eine entscheidende Verbesserung, und warum?]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Für eine  weitere Verbesserung in dieser Größenordnung sind dann schon mehr als  €300.- pro Meter fällig und noch einmal soviel mit der Induktivität und  Kapazität herunter und wir sind bei €1000.- pro Meter angelangt. Wer  also Unterschiede bei Kabeln hören möchte muss schon klotzen, nicht  kleckern. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Oha, jetzt sind wir schon bei der Hörbarkeit! Ab wann sind denn Kabelinduktivitäten &lt;span style="font-style: italic;"&gt;hörbar&lt;/span&gt;?]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Vorhandene €20.- Kabeln mit Kabel um €60.- zu ersetzen sind  wenn überhaupt gerade mal ein paar Tropfen Rizinus weniger und daher  eher nicht zu merken. Daher sollte man um endgültig zu wissen ob die  Qualität der Kabel eine Rolle für die Qualität des Klanges spielen kann  gleich mal testweise zu den besten greifen und hören was man hört:) &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Müßte man dafür nicht schon &lt;span style="font-style: italic;"&gt;vor &lt;/span&gt;dem Test wissen was die besten sind? Wie sollte man sonst zu den richtigen greifen? Aha, ich verstehe, die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;teuersten &lt;/span&gt;sind gemeint! Na das ist mal eine Überraschung!]&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;Natürlich gibt es eine Vielzahl von Scharlatanen in der Szene, man  sollte sich schon genau informieren. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Endlich sind wir uns mal einig, deswegen schreibe ich das hier ja. Vielleicht sieht man so etwas genauer daß Du selbst auch dazu gehörst.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Die Qualität von Kabeln lässt sich  aber recht einfach nur an ihren Werten ablesen die da sind: Widerstand,  Induktivität und Kapazität. Je geringer diese Werte hauptsächlich der  beiden letzteren umso besser das Kabel. Der häufigste Betrug findet aber  nach meiner Erfahrung gerade in der Preisklasse von €10.- bis €100.-  statt. Solange nämlich keine entsprechende Herstellungstechnik mit  spezieller Verdrahtung und Isolierung angewendet wird, ist jedes mit  einem Radiowecker mitgelieferte Kabel auch kaum schlechter. (die Stecker  ausgenommen)&lt;/span&gt; &lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Na da haben wir ja ein einfaches Rezept. Jetzt wäre bloß noch nützlich wenn wir mal ein Rechenbeispiel anhand praxisgerechter Daten hätten wie sich das so auswirkt.]&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;Zum Abschluss und bevor ich mich endgültig höflich zurückziehe möchte  ich wieder zurück zur Differenzspannungsstörung und eine Empfehlung  abgeben. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Steckerleiste:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Man sollte doch auch einmal eine aktuelle Baumarkt Steckerleiste öffnen  und hineinsehen. Das geht sowieso nicht mehr, da vernietet oder  verschweißt. Das ist wohl auch besser so um uns durch den darin  gebotenen Graus nicht in Angst und Schrecken zu versetzen:) Eine  Steckerleiste um sagen wir mal €20.- wird es da schon tun um zumindest  Gefahr abzuwenden. Wer nicht neben einer Trafostation in einem  Einfamilienhaus wohnt und statt €100.- gerne €300.- für einen  Tonabnehmer ausgibt kann auch probieren ob nicht eine  Filtersteckerleiste um den gleichen Betrag gleich viel Nutzen bringt.&lt;/span&gt; &lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Da hätte ich noch diverse andere Ideen. Man könnte z.B. probieren ob ein Wechsel des Stromanbieters nicht den audiophileren Strom bringt (ok, ein Scherz). Oder ob nicht sogar ein Akustikelement um das gleiche Geld mehr Nutzen bringt (kein Scherz). Ich würde vielleicht sogar dazu neigen den Betrag in Rotwein anzulegen, den kann man klangsteigernd beim Musikhören einsetzen (nur halb im Scherz). Mal ehrlich, es gibt so viele Möglichkeiten zum Ausprobieren, warum sollte ich mich mit so einem Schmarrn aufhalten wenn es weitaus vielversprechendere Themen gibt?]&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;Stromkabel.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Wer einen Verstärker um €500.- besitzt und damit zufrieden ist kann  diesen Thread samt und sonders vergessen. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Ah, da ist es wieder, das Snob-Argument! Ist es nicht verblüffend wie zuverlässig das immer wieder auftaucht?]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Wer nicht damit zufrieden ist  sollte fleißig für einen neuen Verstärker sparen. Wer einen Verstärker  um €1000.- besitzt kann durchaus einmal ein Stromkabel um €150.-  probieren um entweder seine Zufriedenheit zu steigern oder gar seine  Unzufriedenheit zu besiegen und eine geplante Aufrüstung mittels einem  Verstärker um €2000.- zu verschieben bzw. abzublasen und das gesparte  Geld in einen Urlaub zu investieren. &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Ehrlich gesagt, wenn so ein Kabel tatsächlich eine Verbesserung bringen würde, dann würde ich wohl den Verstärker rausschmeißen. Wozu gebe ich so viel für einen Verstärker aus wenn er dann noch nicht einmal mit einem passenden Stromkabel daher kommt?]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Wer bereits mehr als €3000.- für  seinen Verstärker ausgegeben hat sollte vorsichtshalber versuchen, ob  ihn nicht eine Strippe um €500.- in die nächste Klasse katapultiert die  zu erreichen bereits €6000.- eingeplant waren. Dann könnte man nämlich  €5000.- z.B. für die wieder notwendigen Zahnimplantate verwenden und  hätte noch immer €500.- übrig um die neuen Beisserchen ausgiebig beim  Essen gehen zu testen:)&lt;/span&gt; &lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Wieso schämen sich die Leute eigentlich nicht, die so einen völlig grotesken Unsinn verzapfen? Wieso tut Dummheit nicht weh?]&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Ich wünsche allen viel Spaß und alles Gute!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; JG&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; P.S. Noch ein Kommentar zu manchem Ton im Forum: &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Leichtmetallfelgen verringern die rotierende Masse und verbessern daher  nachweislich und anerkannt das Fahrverhalten. Es wäre sicher interessant  wenn man allen Besitzern dieser Felgen diese heimlich gegen normale  Stahlfelgen austauscht und beobachtet, wann wer es bemerkt ohne  hinzusehen. Vielleicht bemerken es nur ganz wenige, noch nie habe ich  aber irgendwo gehört, dass die Hersteller dieser Felgen alles Betrüger  sind und deren Käufer alles Idioten:)        &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(255, 0, 0);"&gt;[Wenn das als Maßnahme zur Tonverbesserung gedacht war, dann geht sie nach hinten los. Das Argument ist dermaßen trübe daß man daran verzweifeln könnte. Ich rette mich in solchen Fällen in die Ansicht, daß ich es offenbar mit einem Schwachkopf zu tun habe. Leider ergibt sich dadurch meistens ein Tonproblem, aber es hilft nichts, manchmal ist Ehrlichkeit der Höflichkeit vorzuziehen.]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare bitte im &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;Thread&lt;/a&gt; im Hifi-Forum.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-5904629438097006524?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/5904629438097006524'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/5904629438097006524'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2011/01/kabelvoodoo-doppelt-indirekt.html' title='Kabelvoodoo, doppelt indirekt'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-3983070962718516808</id><published>2010-12-30T22:23:00.005+01:00</published><updated>2010-12-31T13:39:42.758+01:00</updated><title type='text'>Unsinnige Lösung eines nicht vorhandenen Problems</title><content type='html'>Wir kennen ja alle die audiophile Lust, sich in ein vorgestelltes technisches Problem hinein zu steigern, und zu dessen Lösung dann nur noch völlig abstruse technische Maßnahmen zu akzeptieren, die ohne Rücksicht auf praktische Aspekte den Eindruck erweckt, das Problem kompromißlos aus der Welt zu schaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher hatte man dafür die Class-A Verstärker. Das vorgebliche Problem sind die Übernahmeverzerrungen bei Class-B, und die kompromißlose Lösung ist der völlige Verzicht auf Class-B. Daß dabei ein Vielfaches an Stromverbrauch und Wärmeentwicklung heraus kommt, was letztlich auch wesentlich mehr kostet, macht gerade den Charme der Kompromißlosigkeit aus. Gerade &lt;span style="font-style: italic;"&gt;weil&lt;/span&gt; die Lösung in Form von Class-A so unwirtschaftlich ist muß es die richtige Lösung sein, alles andere wäre für Warmduscher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob das vorgestellte Problem tatsächlich vorhanden ist entzieht sich der Kenntnis des Audiophilen. Es ist auch gar nicht wichtig, denn ein eingebildetes Problem ist genauso gut wie ein reales, schließlich kommt es ganz auf die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Empfindung&lt;/span&gt; an. Wer einmal bei seinem Verstärker weiß daß er im Class-B Betrieb arbeitet, der empfindet beim Gedanken an die Übernahmeverzerrungen einen gewissen Mangel an Feinzeichnung und eine eingeschränkte Räumlichkeit. Die üblichen Symptome eines vorgestellten Problems eben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit es digitale Audiotechnik gibt, gibt es ganz neue Möglichkeiten für vorgestellte Probleme. Besonders verdienstvoll bei der Erzeugung audiophiler Problem-Wollust ist der Jitter. Über den habe ich &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/06/jitter-verwirrungen.html"&gt;hier&lt;/a&gt; schon Einiges geschrieben, ich will das hier nicht wiederholen. Mir geht's um eine ganz bestimmte "Lösung", die man seit 15 Jahren in der einen oder anderen Form versucht den Audiphilen als kompromißlose High-End-Technik zu verkaufen, obwohl sie genauso billig wie unsinnig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich meine die diversen Varianten der sogenannten I²S-Schnittstelle zwischen einem CD-Laufwerk und einem meist darauf abgestimmten D/A-Wandler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ursprung der Überlegungen kommt daher, daß die SPDIF-Schnittstelle, die man eigentlich für so eine Verbindung erfunden hat, anfällig ist für ein Phänomen das man als &lt;span style="font-style: italic;"&gt;datenabhängigen Jitter&lt;/span&gt; bezeichnen kann. Anfang der 90er-Jahre war das ein großes Thema, und es gab Leute die deswegen der SPDIF-Schnittstelle ein prinzipielles Problem &lt;a href="http://www.aes.org/e-lib/browse.cfm?elib=6773"&gt;unterstellt haben&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Datenabhängiger Jitter kommt davon daß man die Daten und den Abtasttakt bei der SPDIF-Schnittstelle in ein einziges Signal kombiniert, damit man es auch über eine einzige Leitung übertragen kann. Die Verkabelung wird dadurch genauso einfach wie die für Videosignale, und man hat mit Absicht auch den gleichen Kabeltyp gewählt wie für Video, nämlich 75 Ohm Koaxleitungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man die Taktinformation aus den gleichen Zustandsänderungen des Signals extrahiert wie die Daten, dann führen ungleiche Flankensteilheiten und wandernde Schaltschwellen in der Tat dazu daß die Daten auf den Takt einen Einfluß haben, daß also die Daten den Takt in einem gewissen Ausmaß modulieren. Das Resultat ist eben der datenabhängige Jitter. Das Phänomen als solches ist also real. Ein Problem ist es aber noch lange nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist aber Anlaß genug für audiophile Besorgnis, und es würde einem Audiophilen etwas lahm erscheinen wenn man nicht eine Lösung anstreben würde die das Problem mit Stumpf und Stiel ausrottet, koste es was es wolle. Auftritt: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/I2S"&gt;Die I²S-Schnittstelle&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die I²S-Schnittstelle wurde in den 80er-Jahren von Philips erfunden um innerhalb eines Gerätes einen D/A-Wandler mit dem Chip zu verbinden, der in einem CD-Spieler die Digitaldaten verarbeitet. Da es um Verbindungen  innerhalb eines Gerätes ging machte man keine Anstrengungen, Leitungen zu sparen. Takt und Daten wurden getrennt geführt, ja es gibt sogar zwei getrennte Takte, einen für die Samples und einen für die Bits innerhalb eines Samples. Oft kommt sogar noch ein dritter Takt für den Betrieb des D/A-Wandlers hinzu, wenn der aufgrund seiner Funktionsweise eine noch höhere Taktfrequenz braucht. Die Trennung zwischen Takt und Datenleitungen macht diese Schnittstelle aber unempfindlich gegenüber datenabhängigem Jitter, und das hat in der Folge der Diskussion in den 90ern um die SPDIF-Schnittstelle einige High-End-Firmen dazu gebracht, zu überlegen wie man diese I²S-Schnittstelle auch für die Verbindung zwischen zwei Geräten einsetzen könnte, speziell zwischen CD-Laufwerk und D/A-Wandler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Diskussion darüber ist also inzwischen bald 20 Jahre alt, und die Versuche rund um die I²S-Schnittstelle dauern in der einen oder anderen Form bis heute an, bloß daß immer wieder neue Spielarten, Steckverbinder und Kabeltypen dafür benutzt werden. Noch in den 90ern gab es Versionen von &lt;a href="http://pic3.audiogon.com/i/c/f/1288317511.jpg"&gt;Audio Alchemy&lt;/a&gt; mit einem &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mini-DIN-Stecker"&gt;DIN-Stecker&lt;/a&gt;, und von &lt;a href="http://archive.anthemav.com/OldSitev1/pdf/i2Srev1.pdf"&gt;Ultra Analog&lt;/a&gt; mit einem &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/DB13W3"&gt;speziellen Stecker der für Computerbildschirme gedacht war&lt;/a&gt;. Es gab bzw. gibt auch Varianten mit &lt;a href="http://www.bmc-audio.de/bilder/cd_rear_gross.jpg"&gt;mehreren getrennten BNC-Leitungen&lt;/a&gt;, und in jüngerer Zeit mit &lt;a href="http://www.northstar.it/english/Dac_Extremo.html"&gt;CAT-5 Kabeln&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://www.datacomponents.de/img/evo2.jpg"&gt;RJ45-Steckern&lt;/a&gt; (das Zeug was man von Computernetzwerken kennt), oder mit &lt;a href="http://www.psaudio.com/ps/products/description/perfectwave-dac?cat=audio"&gt;HDMI-Kabeln&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In allen diesen Fällen wird bloß das Steckerformat und der Kabeltyp zweckentfremdet, irgendeine Kompatibilität zu anderen Verbindungen besteht nicht. Es ist also schon deswegen eine blödsinnige Idee weil keine Einigkeit bezüglich der Steckverbindungen besteht, aber das kann man ja noch als von den Herstellern erwünscht verstehen, schließlich kann man dadurch Kunden an sich binden die auf den Trick hereingefallen sind. Es gibt aber noch eine Reihe von weiteren Argumenten warum es eine schwachsinnige Idee ist, bloß scheint sich das auch nach mehr als einem Dutzend Jahren noch nicht ganz herumgesprochen zu haben, denn die Technik ist noch immer nicht ausgestorben.&lt;br /&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Das Problem des datenabhängigen Jitters kann man auch einfacher lösen, ohne die SPDIF-Schnittstelle aufzugeben.&lt;/span&gt; Das Problem resultiert daraus daß Takt und Daten gleichzeitig in das Signal moduliert werden. Wenn man es zeitlich trennt kann man eine einzige Leitung beibehalten und trotzdem das Problem vermeiden. Wenn man sich das SPDIF-Datenformat genauer ansieht stellt man fest daß das bereits der Fall ist. Die Taktinformation, genauer der Wordclock, steckt in den sogenannten Präambeln, und die sind unabhängig von den Daten immer gleich. Neuere SPDIF-Empfänger rekonstruieren den Takt daher bloß aus den Präambeln, und ignorieren die Daten bei der Taktrekonstruktion. Der riesengroße Vorteil liegt darin daß nur der Empfänger geändert werden muß, das Datenformat selbst und damit der Sender ist bereits passend. An der SPDIF-Definition muß kein Jota geändert werden. SPDIF-Empfänger-Chips berücksichtigen das seit mindestens zehn Jahren, eigentlich müßte sich das Problem damit erledigt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessanterweise ist das die gleiche Situation wie bei den TV-Signalen. Dort werden auch Taktinformation und Daten über das gleiche Signal übertragen, und zwar schon seit Jahrzehnten vor der digitalen Audiotechnik. Der Takt ist für die Bildsynchronisation da, und die Daten für den Bildinhalt. Würde es zu Jitter kommen dann würde das Bild verwaschen werden oder in seiner Position vibrieren. Man mußte also schon damals eine Lösung dafür finden, und man hat genau das Gleiche gemacht: Man hat den Dateninhalt und die Synchronisationsinformation im Signal zeitlich getrennt; sie wechseln sich auf der Leitung ab. So kann das Eine das Andere nicht über Gebühr beeinflussen. Es ist nicht 100%ig, aber nichts ist 100%ig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Es gibt keinen guten Grund warum bei einer Verbindung von CD-Laufwerk und D/A-Wandler der Takt in die gleiche Richtung gehen müßte wie die Daten&lt;/span&gt;. Die bessere Lösung ist ohnehin wenn der Takterzeuger beim D/A-Wandler sitzt, und das Laufwerk darauf synchronisiert wird. In so einer Anordnung ist der Jitter auf dem Übertragungsweg praktisch egal; der Wandlertakt ist von dem Übertragungsweg unabhängig, schließlich wird er lokal erzeugt. Was man dafür braucht ist ein fremdsynchronisierbares CD-Laufwerk, also eines das einen Wordclock-Eingang hat. Der D/A-Wandler schickt dem Laufwerk seinen Wordclock, und das Laufwerk schickt dazu synchron seine Daten an den Wandler. Das sind zwar zwei getrennte Signale, aber man kann für die Datenverbindung beim SPDIF-Format bleiben, und damit kompatibel bleiben, und ein fremdsynchronisierbares CD-Laufwerk ist ein ohnehin wünschenswertes Feature, denn in größeren Anlagen (gerade auch im professionellen Bereich) sollten alle Geräte auf einen gemeinsamen Takt synchronisierbar sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beide Signale, der Wordclock und das SPDIF-Datensignal, sind quasi standardisiert, und man braucht keine neuen Schnittstellen zu erfinden. Zudem ist der Jitter in so einem Szenario nur noch ein lokales Problem innerhalb des D/A-Wandlers, und unterliegt keinem Einfluß aus dem SPDIF-Signal mehr. Das heißt daß diese Situation sogar noch besser ist (was den Jitter betrifft) als die I²S-Schnittstelle über welches Kabel auch immer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man kann den Jitter auch durch eine zweistufige PLL eliminieren. Diese Technik ist mindestens ebenso alt wie das Problem selbst. Die SPDIF-Empfängechips haben eine eigene PLL mit dem sie den Takt aus dem Signal rekonstruieren, aber diese PLL ist für korrekte Datenextraktion optimiert und nicht unbedingt für jitterarmes Antreiben eines D/A-Wandlers. Um einen D/A-Wandler mit einem guten jitterarmen Takt zu versorgen kann es sein daß man eine weitere PLL braucht. Das war vielleicht mal eine konstruktive Herausforderung als die Sache neu war, aber inzwischen gibt's einfach einsetzbare Chips die dieses Problem für wenige Dollar erschlagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst ohne eine Wordclock-Leitung vom D/A-Wandler zum Laufwerk kann man das Jitterproblem also ohne große Probleme im Griff behalten, wenn man eine zweite PLL einsetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Eine weitere Alternative besteht in der Verwendung eines Abtastratenwandlers im D/A-Wandler. Dafür gibt's ebenfalls seit Jahren brauchbare Chips die ihrerseits den Jitter gut unterdrücken können. Statt einer zweiten PLL kann man auch auf diese Strategie setzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Abtastratenwandler &lt;span style="font-style: italic;"&gt;im Laufwerk&lt;/span&gt; hat demgegenüber keinen Sinn, es sei denn er wäre fremdsynchronisierbar. Eine andere Abtastrate ändert am Jitter nämlich erstmal nichts.&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;Wenn es für den I²S-Trick überhaupt ein Argument gibt, dann ist es die konstruktive Einfachheit. Außer einem Leitungstreiber braucht man nämlich dafür gar nichts, man kann sogar auf die SPDIF-Sender und Empfänger verzichten. Es wäre damit eigentlich etwas für eine absolute Billiglösung bei der man den letzten Cent einsparen muß, außer daß heutzutage die Chips so billig sind daß man besser an den Steckern sparen kann als an der Elektronik. Stattdessen verkauft man das als eine High-End-Lösung, was recht eigentlich absurd ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das ist High-End, nicht wahr: Wenn man die einfachste Lösung trotz ihrer Mängel als das Nonplusultra verkauft, das ein Problem löst welches gar nicht wirklich existiert, was aber trotzdem die Phantasie der Ahnungslosen beflügelt und ihre Geldbörsen öffnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare bitte im &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/viewthread-8-6024.html"&gt;üblichen Thread&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;(Nachtrag: Links hinzugefügt.)&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-3983070962718516808?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3983070962718516808'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3983070962718516808'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/12/unsinnige-losung-eines-nicht.html' title='Unsinnige Lösung eines nicht vorhandenen Problems'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-7468569336719050434</id><published>2010-12-22T22:23:00.002+01:00</published><updated>2010-12-22T23:31:48.332+01:00</updated><title type='text'>Unerwünschte Apostaten</title><content type='html'>Es gibt ja eine Menge von ehemaligen Audiophilen, die irgendwann gemerkt haben welche verlogene und selbstbezogene Szene das ist, und wie wenig deren Glaubenssätze mit der Realität zu tun haben. Ich habe bloß den Eindruck das da die Dunkelziffer ziemlich groß ist. Ich denke ich habe auch eine Erklärung dafür.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn jemand von seinem Glauben abfällt und sich davon distanziert dann nennt man das &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie"&gt;Apostasie&lt;/a&gt;. Öffentliche Apostasie ist schon immer recht selten gewesen, denn man gibt dabei ja öffentlich zu daß man vorher völlig falsch gelegen hat. Schon dafür braucht es, wenn es um wichtige Dinge und nicht bloß eine Lappalie geht, ziemlich viel Charakter und Selbstsicherheit. In solchen wichtigen Dingen, die auch eine Bedeutung für die gesellschaftliche Umgebung haben, kommt aber oft noch ein ziemliches Ausmaß an sozialem Druck dazu. Dem muß man erst einmal zu trotzen wagen, zumal man ja wegen seines eingestandenen Irrtums recht verwundbar ist. Wer immer "recht" hatte und auf Kurs bleibt hat erst einmal die besseren Karten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Religionen war das schon immer so, und man hat haufenweise Anschauungsmaterial wie das funktioniert. Die meisten Leute nehmen eher innerlich Abschied davon und hängen's nicht an die große Glocke, anstatt sich offen als Abtrünniger zu outen, und dabei Gefahr zu laufen, einen Teil seines sozialen Umfelds vor den Kopf zu stoßen. Es ist dabei immer mehr im Spiel als einfach eine prersönliche Ansicht oder Meinung. Und wenn man es selbst schon als eine bloße Meinungssache ansieht, so sorgt die Umgebung oftmals dafür daß der Einsatz höher wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was die Religion angeht haben wir uns in Europa durch Humanismus und Aufklärung ein Ausmaß an Freiheit erobert das die Apostasie ohne sozialen Selbstmord ermöglicht. Das ist beileibe nicht selbstverständlich, auch heute noch nicht, und auch im christlichen Teil der Welt nicht. In anderen Teilen der Welt kann einem die Apostasie noch immer den Tod einbringen. Den realen, nicht bloß den sozialen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist natürlich weit entfernt von der Situation bei Hifi-Enthusiasten, aber auch da gibt es Apostaten, und ich finde es auffällig wie man mit ihnen umgeht. Ich denke viele Hifi-Apostaten können meine Beobachtungen bestätigen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst verhält sich der Audiophile so als hätte er ein Wissen das der Abstreiter erst noch erwerben muß, und er scheint zu glauben daß es bloß die richtige Hörerfahrung mit einer anständigen Anlage bräuchte, und der Abstreiter wäre gewissermassen "geheilt". Mit anderen Worten, der Abstreiter "ist noch nicht so weit", und der Audiophile ist ihm um ein paar Schritte voraus. Entsprechend gönnerhaft treten manche auf, zählen Höranekdoten mit teuren Anlagen auf in der anscheinenden Hoffnung dem Betreffenden seinen Mangel vor Augen zu führen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann dann als Abstreiter durchblicken lassen daß man genau diese Phase schon vor zehn oder zwanzig Jahren durchlaufen hat und inzwischen nicht nur die entsprechenden Hörerfahrungen hinter sich hat, sondern auch die audiophile Überzeugung. Daß man eben nicht noch was nachzuholen hätte, sondern im Gegenteil schon ein paar Schritte weiter ist und seinen früheren Fehler begreift.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das hilft nichts. Wer von Euch Abstreitern da draußen hat darauf schon einmal eine vernünftige Reaktion gekriegt? Ich nicht. In aller Regel reagiert man darauf überhaupt nicht. Es wird einfach nicht zur Kenntnis genommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man Glück hat und es kommt überhaupt eine Reaktion, dann kriegt man's mit Spekulationen zu tun daß man eben doch nicht die richtige Anlage gehört hat, oder daß man ein Problem mit dem Gehör hat, oder daß man nicht erlebnisfähig ist, oder dogmatisch verbohrt. Dabei wird völlig übersehen daß der Apostat ja mal selber ein Audiophiler war und darum zumindest mal geglaubt haben muß daß er die richtige Anlage und das passende Gehör hat um das alles zu hören was die Audiophilen hören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und genau da liegt auch ganz allgemein das Problem mit den Apostaten. Ein Apostat sagt sich ganz bewußt von etwas los, nicht weil er es nicht kennen würde, sondern im Gegenteil weil er es &lt;span style="font-style: italic;"&gt;zu gut&lt;/span&gt; kennengelernt hat um noch dran glauben zu können. Dem Ungläubigen kann man mit Milde und Mitleid begegnen, denn er ist eben einfach noch nicht erleuchtet worden. Der Apostat dagegen weiß genau Bescheid, er kennt die inneren Widersprüche ganz genau die man so gern unter den Teppich kehrt. Der Ungläubige ist ein Ansporn, der Apostat ist eine Gefahr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dieser Sicht wird klar warum Apostaten zumindest unbeliebt sind, und nicht selten angefeindet werden. Ein Apostat demonstriert mit seinem Beispiel, daß es ein "Leben nach dem Glauben" gibt, daß man darüber hinweg kommen kann und der Glaube nicht etwa das Ende der Fahnenstange ist, sondern ein Phase die man hinter sich lassen kann und dann auch kein Bedürfnis mehr danach verspürt, dahin zurück zu kommen. Einsicht ist eine Einbahnstrasse. Man kann sie nicht rückgängig machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt höchstens faustische Zweifel an der gewonnenen Einsicht, manche Leute sehnen sich in die selige Einfalt zurück. Aber auch Faust hätte das nicht getan selbst wenn er gekonnt hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare im &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=8&amp;amp;thread=6024"&gt;üblichen Thread&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-7468569336719050434?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7468569336719050434'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7468569336719050434'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/12/unerwunschte-apostaten.html' title='Unerwünschte Apostaten'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2889661757881346444</id><published>2010-12-10T22:48:00.002+01:00</published><updated>2010-12-11T01:48:17.334+01:00</updated><title type='text'>Fraktale Realität</title><content type='html'>Fraktale sind sich selbst ähnlich, die Strukturen im Kleinen sehen genauso aus wie die im Großen. Die Bilder hat wohl noch Jeder vor Augen, Apfelmännchen &amp;amp; Co.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Verhalten scheint es auch nicht anders zu sein. Staaten scheinen sich genauso zu verhalten wie ein 16-Jähriger, und 16-Jährige wollen's mit Staaten aufnehmen. Und auf allen Ebenen wird geheuchelt, und man biegt sich seine Wahrheit zurecht, selbst wenn man sich dabei völlig absurd verhalten muß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht natürlich um Wikileaks. Kein audiophiles Thema, ok, aber irgendwie sehe ich da auch Parallelen. Die Art und Weise wie manche Leute sich ihre Weltbilder verteidigen, und das Ausmaß an Desinformation das dabei produziert wird, kommt mir irgendwie bekannt vor. Wie im Kleinen so im Großen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gute dabei ist daß Heuchelei, Lüge und Betrug im Angesicht der Wahrheit so deutlich sichtbar werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beispiel US-Diplomatenkorrespondenz. Man behauptet, die Veröffentlichungen seien nicht wirklich etwas Neues, und übertrifft sich gleichzeitig darin, immer noch monströsere Anschuldigungen auszusprechen und Gefahren an die Wand zu malen. Der Widerspruch scheint manchen gar nicht aufzufallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Investigativer Journalismus ist nun wirklich nichts Neues, und zu seinen Geschäftsgrundlagen gehört es, vertrauliche oder geheime Quellen anzuzapfen und zu veröffentlichen. Wikileaks ist dabei wenig mehr als eine weitere Quelle, im Grunde gibt es nur zwei Unterschiede zur Situation vor der Zeit von Wikileaks:&lt;br /&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;Informant und investigativer Journalist brauchen nicht direkt in Kontakt zu treten, Wikileaks fungiert als Zwischenstation, die letztlich den Informantenschutz verbessert.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Quellen werden von Wikileaks der interessierten Öffentlichkeit direkt zugänglich gemacht. Auch wenn die meisten Leser die Informationen nach wie vor aus der Presse entnehmen werden, so können sie doch bei genügend Interesse die Quellen auch selbst studieren, und so letztlich auch die Journalisten bei ihrer Arbeit kontrollieren.&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;So groß scheinen die Unterschiede gar nicht zu sein, aber es wird ein Theater darum veranstaltet als seien staatliche Existenzen davon bedroht. Wikileaks wird unter Terrorismusverdacht gestellt, man behauptet die "Aktivisten" hätten Blut an den Händen, würden Leben auf's Spiel setzen, und erklärt die Leitfiguren zu Staatsfeinden. Dabei sind diejenigen die das Material wirklich unter die Leute bringen nach wie vor die Medien. Mit einigen Zeitungen und Zeitschriften hat Wikileaks sogar direkt und eng zusammengearbeitet, nicht zuletzt um das Material vor der Veröffentlichung zu sichten und eventuelle Gefahren von Individuen zu vermeiden indem man ihre Namen in den Dokumenten schwärzt. Diese Medien werden aber nocht nicht einmal annähernd so giftig angegriffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter diesen Medien ist auch die New York Times, eine traditionsreiche US-Tageszeitung. Während Wikileaks sich gefallen lassen muß daß man fordert, ihre Leitfiguren wie Terroristen zu behandeln, die man ohne rechtsstaatliches Verfahren einfach ausschalten kann, muß sich die New York Times gerade einmal "unpatriotisches Verhalten" vorhalten lassen. Dabei lesen weitaus mehr Leute die Botschaftsdokumete in der Zeitung als auf der Wikileaks-Webseite. Wenn also die Veröffentlichung dieser Dokumente so übel wäre, dann wären die Zeitungen weitaus "schuldiger" als Wikileaks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die Presse hat ja noch immer ihre "Pressefreiheit". Die scheint im Moment noch etabliert genug zu sein daß man sie nicht direkt und unverblümt in Frage stellen kann. Bei Wikileaks kann man aber so tun als wäre das etwas ganz anderes und hätte mit Pressefreiheit nichts zu tun. Dabei würde jede Zeitung die etwas von sich hält eine solche Dokumentensammlung wie die Botschaftsdokumente mit Handkuß annehmen und ausschlachten, auch wenn kein Wikileaks dazwischen wäre. Und wenn sie es nicht ausschlachten würden, dann hätten sie als "freie Presse" abgedankt und wären de facto überflüssig. Wie sonst wären die diversen älteren Skandale aufgedecht worden, die in die Geschichte eingegangen sind? Welcher dieser Skandale hätte aufgedeckt werden können ohne geheime Dokumente die an die Presse durchgestochen werden? Watergate? Parteispendenaffäre?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Umgang mit Wikileaks ist daher entlarvend: Bei den Angriffen auf Wikileaks könnte man auch die Presse dafür einsetzen. Wer Wikileaks offen angreift äußert damit das was er auch der Presse gegenüber denkt, aber sich nicht zu sagen traut, weil die Pressefreiheit Verfassungsrang hat. Die Heuchelei wird sichtbar, und die insgeheime Einstellung auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber fast noch interessanter ist als das Verhalten der betroffenen Regierungsvertreter ist das Verhalten mancher Medien. Im Grunde müßten die Medien Wikileaks eigentlich als eine Chance begreifen , an Material bequemer und sicherer heranzukommen. An dem Material müßten sie natürlicherweise interessiert sein, denn daraus machen sie ihre Stories. Konkurrenz ist Wikileaks eher nicht, denn wer liest schon hunderttausende Dokumente im Wortlaut (und in der Originalsprache) um sich einen Überblick zu schaffen? Das veröffentlichte Material verlangt ja geradezu nach einer Bearbeitung und Bewertung durch die Medien, und genau darin liegt Chance und Aufgabe der Medien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etliche Blätter und Kanäle reagieren aber so als hätten sie mit Wikileaks ein Huhn zu rupfen. Das kommt in meinen Augen einer Selbstkastration gleich. Das wirkt auf mich so als wäre den entsprechenden Medien eine vorgefilterte Pressekonferenz des US-Militärs über Guantanamo Bay lieber als ein Insassenbericht. Ist ja auch bequemer, nicht wahr? Man will ja nicht wirklich die Wahrheit wissen, für die müßte man sich ja anstrengen, und würde sich womöglich noch Feinde machen. Nächstes Mal wird man womöglich vom US-Militär zur Pressekonferenz gar nicht mehr eingeladen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht ist's aber auch einfach Neid. Neid daß man nicht zu den handverlesenen paar Zeitungen gehört die von Wikileaks ins Vertrauen gezogen wurden. Da lamentiert man lang und breit darüber wie scheiße so eine Veröffentlichung doch ist, und welche Fehler der Wikileaks-Chef doch hat, und letzlich ist man bloß eingeschnappt weil man von ihm nicht ausgesucht worden ist. So kam's mir diese Woche z.B. bei der Süddeutschen Zeitung vor. Krasses Beispiel dafür war der &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/wikileaks-julian-assange-verhaftet-sein-groesster-feind-1.1033329"&gt;Kommentar&lt;/a&gt; des Chef-Außenpolitikers der Zeitung Stefan Kornelius, in dem er unter partieller Ausblendung der Realität alles zusammengeklaubt hat was man Assange ans Bein binden kann. Ich habe mich drüber aufgeregt, bis mir klar geworden ist daß er sich damit wohl mehr entlarvt hat als er selber realisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er schreibt über Assange: "Seine Veröffentlichungen im Namen der Freiheit richten Schaden an. Sie  zerstören Politik, gefährden Menschen, können Ökonomien beeinflussen." Für einen politischen Journalisten ist das in meinen Augen ein Offenbarungseid und eine geradezu peinliche Selbstentblößung. Von daher finde ich es direkt wertvoll, ich bewundere Wikileaks dafür wie solche Falschheiten ans Tageslicht befördert werden, gerade auch die die nicht direkt in den Dokumenten stehen, sondern die die sich an den Reaktionen ablesen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welche Politik wird zerstört? Welche Menschen werden gefährdet? In welche Richtung werden Ökonomien beeinflußt? Welcher Schaden wird verursacht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist das automatisch schlecht? Was ist mit dem potentiellen Nutzen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich frage mich dagegen: Was ist ein Journalist wert der nicht Politik zerstören oder besser gesagt stören will*, wenn er die Möglichkeit dazu hat? Was ist ein Journalist wert dem die Wahrheit nicht wichtiger ist als ein Risiko? Welcher selbstbewußte Journalist wäre damit zufrieden, wenn er nichts beeinflussen kann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Veröffentlichung der Wahrheit wäre sogar dann zu befürworten wenn manche Leute dadurch in Gefahr kommen, denn die Wahrheit zu verheimlichen gefährdet üblicherweise ebenfalls Leute. Wahrheit ist gefährlich, weil es so viele Lügner gibt. Als krasses Beispiel kann der Irak-Krieg herhalten: Der hat hunderttausenden Menschen das Leben gekostet, und er basiert auf einer Lüge. Ohne diese Lüge würden viele davon wahrscheinlich noch am Leben sein. Wir brauchen mehr Wahrheit, nicht Leute die uns erzählen daß Wahrheit für uns gar nicht gut ist, und schon gar nicht Journalisten die uns das erzählen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei stimmt es gar nicht daß die Dokumente auf verantwortungslose Art und Weise veröffentlicht worden wären.  Im Gegenteil, genau deswegen hat ja Wikileaks die Zeitungen eingespannt. Wenn es ohne Rücksicht auf Verluste nur um die Veröffentlichung gegangen wäre, dann hätte man das ganze Material einfach unbearbeitet komplett ins Netz stellen können und sich den Aufwand mit den Zeitungen sparen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist es nicht verblüffend? Ein bißchen Wahrheit, und schon konkurrieren etliche Leute, und ganze Regierungen, darum wer die absurdeste Vorstellung gibt. Wer ein bißchen Grips hat braucht die veröffentlichten Dokumente gar nicht zu lesen. Die Reaktionen der Betroffenen sagen genug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare im üblichen &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3420"&gt;Thread&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;* Was soll das überhaupt bedeuten, "Politik" zu zerstören? Welche verquere Vorstellung von Politik muß man haben wenn man glaubt daß sie zerstört werden kann indem man ein paar Dokumente veröffentlicht? Das Veröffentlichen von geheimen Dokumenten ist &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Bestandteil und Mittel&lt;/span&gt; von Politik, und beileibe nicht deren Ende.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-2889661757881346444?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2889661757881346444'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2889661757881346444'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/12/fraktale-realitat.html' title='Fraktale Realität'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-7424863457117203683</id><published>2010-11-28T20:23:00.002+01:00</published><updated>2010-11-28T22:07:55.821+01:00</updated><title type='text'>Testblödsinn</title><content type='html'>Ich lese und schreibe jetzt seit über 6 Jahren im Hifi-Forum, und ich habe den Eindruck daß sich in dieser Zeit die Bereitschaft vieler Diskutanten von einem ohnehin niedrigen Level noch weiter verringert hat, sich bei einem Test zu überlegen wie man den möglichst zielführend zu gestalten. Es wird entweder von völlig sinnfreien Tests berichtet, oder es werden solche sinnfreien Tests gefordert oder vorgeschlagen. Sämtliche Hinweise darauf was es für einen fairen und aussagekräftigen Test zu beachten gilt werden offenbar komplett ignoriert. Was dabei heraus kommt spricht oft genug schon den einfachsten Regeln der Logik und des Verstandes Hohn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohlgemerkt, ich rede von "aussagekräftig", und nicht von "Beweis" oder von "wissenschaftlich"! Wenn man die Latte zu hoch legt wird sie jeder reißen. Ein Test kann auch Sinn haben wenn man keinen Beweis daraus machen kann oder wenn seine Durchführung wissenschaftlichen Prinzipien nicht voll genügt. Das Hirn sollte man aber schon einschalten, und nicht einfach drauflos testen und dann auch noch erwarten daß ein Leser daraus abgeleitete hanebüchene Schlußfolgerungen auch noch akzeptiert oder gar "respektiert".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Beispiel für das was ich meine würde der &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5541"&gt;Test von Dr. Kaletha in Sachen CD-Rohlingsklang&lt;/a&gt; bieten, der schon den Anlaß geboten hat für die &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/11/geistige-bulimie.html"&gt;jüngste Auseinandersetzung&lt;/a&gt; um das &lt;a href="http://diewahrheit.at/video/diskussionszertstorer-teil-1-galileo-gambit"&gt;"Galileo-Gambit"&lt;/a&gt;. Ich will das aber gar nicht weiter vertiefen, sonst heißt es wieder ich wäre nur an persönlichen Angriffen auf den armen Mann interessiert. Es haben auch schon Andere reichlich argumentiert warum dieser Test völlig sinnlos war und ungeeignet die vorgebliche Frage zu beantworten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nehme daher ein anderes Beispiel (manche werden sagen ein anderes Opfer). Es ist sowieso kein Problem dafür Beispiele zu finden. Mein Aufhänger ist &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3420&amp;amp;postID=451#451"&gt;dieser Beitrag&lt;/a&gt; im Hifi-Forum, mit dem Janus525 in Form eines "Testvorschlags" das Thema Kabelklang in &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3420"&gt;"meinen" Thread&lt;/a&gt; eingeführt hat als es dort gerade um etwas ganz Anderes ging.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein bißchen Background zu Janus525 is aber zuerst ganz hilfreich. Im Hifi-Forum ist er zuerst aufgetaucht mit &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=97&amp;amp;postID=10#10"&gt;diesem Beitrag&lt;/a&gt; vom März letzten Jahres, mit dem er einen fast 6 Jahre alten Thread wieder zum Leben erweckte. Wie man unschwer erkennt ist das ein Beitrag, der das "Guerilla-Marketing" zwischen allen Zeilen hervorschwitzt, und wie man am darauf folgenden Diskussionsverlauf erkennen kann war es auch nötig daß ihn die Moderation darauf aufmerksam machen mußte daß er sich als gewerblich kennzeichnet, was offenbar nicht ohne Widerwillen passierte. Wer sich seine Beiträge Revue passieren läßt wird recht viele finden in denen bestimmte Produkte mehr oder weniger unmotiviert "erwähnt" werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So auch in besagtem Testvorschlag von heute vormittag. Der Testvorschlag selbst ist derart unsinnig daß man schon fast gezwungen ist zu vermuten daß es sich um einen Vorwand für eine Produktplatzierung handelt. Weil aber auch ohne so einen Vorwand regelmäßig solche ähnlichen Tests diskutiert werden nehme ich das mal auseinander:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Janus525 impliziert mit seinem Vorschlag daß sein "Adressat" so einen ähnlichen Test noch nie gemacht hat. Das ist so üblich wie ignorant. Man kann so oft und deutlich zu erkennen geben wie man will daß man sich mit solchen Fragen auch schon mit eigenen Versuchen beschäftigt hat, es nutzt nichts. Die bloße Tatsache daß man nicht die gleichen Ansichten vertritt wie Janus 525 wertet er de facto als Nachweis daß man solche Versuche nicht gemacht haben kann. Oder wenigstens nicht "richtig" gemacht haben kann. Das ist geradezu lachhaft angesichts der Tatsache daß die ganze Testbeschreibung höchst vage beschrieben wird, mit der einzigen Ausnahme daß das zu verwendende Kabel benannt wird. Die Message ist: Nimm dieses Kabel, alles Andere ist beinahe egal. Wobei im Falle des Mißerfolgs die Hintertür bereits bereitgehalten wird. Vage Testbedingungen mit gleichzeitiger Hintertür von "unpassenden" Anlagen macht den Test schon im Ansatz völlig wertlos, denn sollte er scheitern wäre er leicht abzutun. Janus525 kann so nicht verlieren. Die Karten sind gezinkt. Ein fairer Test muß aber geeignet sein eine Behauptung zu bestätigen oder sie zu widerlegen. Beides muß je nach Ergebnis möglich sein.&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die beschriebenen Testmodalitäten sollten schon auch erkennen lassen wie dadurch die wohlbekannten Störfaktoren ausgeschlossen werden, die ein Ergebnis verfälschen können. Zu den wichtigsten Störfaktoren gehören die Voreingenommenheit der beteiligten Personen und weitere psychologisch bedingte Faktoren. Dann bekannte elektrische Wechselwirkungen, wie sie sich hier z.B. durch das Y-Kabel ergeben. Schließlich statistische Effekte die eine Signifikanz suggerieren können wo keine ist. Der Test soll schließlich eine bestimmte Frage klären helfen, und der Test hat keinen Sinn wenn unterschiedlichste Ursachen die gleiche Antwort produzieren können. Im vorliegenden Beispiel wird das so gut wie völlig ignoriert. Es wird suggeriert als wäre das einzig relevante Problem die Voreingenommenheit der Probanden, und als könnte man die in den Griff kriegen wenn man als Personen solche nimmt die nichts mit Hifi zu tun haben. Das ist mehr als naïv.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Es wird keinerlei Aussage gemacht wie das Ergebnis auszuwerten ist. Man soll die Reaktionen der Tester einfach veröffentlichen, und den Rest sozusagen der "Community" überlassen. Was nach aller Erfahrung nur dazu führen kann daß sich jeder nach eigenem Gutdünken seine Relevanzkriterien nachträglich zurechtbiegt. Geklärt ist danach überhaupt nichts. Ein sinnvoller Test legt &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;vorher&lt;/span&gt; fest welches Ergebnis eine Bestätigung bedeutet, welches eine Widerlegung, und welches ein Unentschieden.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Was darüber hinaus besonders stört ist die anscheinend unvermeidliche vorsorgliche Schmähung wenn man sich auf diesen Blödsinn nicht einläßt. Man muß sich dann vorhalten lassen, man probiere nichts ernsthaft aus, sondern schreibe nur. Dabei ist es genau anders herum: Mit solchen wertlosen Tests ist nichts gewonnen, denn egal wie sie ausgehen würden könnte man das Ergebnis getrost ignorieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist auch nicht zu erkennen warum dieser Testvorschlag nun ausgerechnet ein anderes Ergebnis bringen soll wie eine unübersehbare Flut ähnlich dümmlicher Tests, die schon gemacht wurden. Warum soll's dieses Kabel nun ausgerechnet bringen, warum die "Erfahrung" eines Janus525 auch nur einen Pfifferling mehr wert sein als die ähnliche Erfahrung von unzähligen Vorgängern die ihren Glauben auch nicht seriös substanziieren konnten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu kommt noch daß Janus525 schon seit Beginn seiner Teilnahme in Forumsdiskussionen Gelegenheit genug hatte sich über die Anforderungen an solche Tests zu informieren. Viele der Kriterien könnte er in Diskussionsbeiträgen finden die unmittelbar auf ihn antworten. Daß er daraus nichts gelernt zu haben scheint macht es noch überflüssiger sich mit so einem Testvorschlag zu beschäftigen, denn man hat es offensichtlich mit jemandem zu tun der keinerlei Interesse daran hat etwas über Tests zu lernen, oder auch nur den Standpunkt seiner Diskussionspartner zur Kenntnis zu nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Tests, egal ob vorgeschlagen oder durchgeführt, sind letzlich reine Beschäftigungstherapien, die verhindern sollen daß sich ein vernünftiger Gedanke durchsetzen kann. Blinder und tauber Aktionismus als Gegengift gegen unerwünschte Einsichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"&lt;span class="norm"&gt;Wie gefällt Dir der Vorschlag...?" fragt Janus525. Meine Antwort wäre: "Schieb ihn Dir meinetwegen in den Hintern!". Hier kann ich's ja schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommentare wie immer in &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3420"&gt;diesem Thread&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-7424863457117203683?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7424863457117203683'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7424863457117203683'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/11/testblodsinn.html' title='Testblödsinn'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-6907887919625722422</id><published>2010-11-20T20:40:00.002+01:00</published><updated>2010-11-20T20:51:04.827+01:00</updated><title type='text'>Gastbeitrag</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;... von Dr. h.c. Christian Böckle&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hallo Mädels&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Anbetracht der ungeheuerlichen Vorgänge im Kommentarbereich von pelmazos Blog sowie im österreichischen Hififorum (die mir unerträglichste Kopfschmerzen bereitet haben) eröffne ich hiermit einen weiteren Thread aus der Reihe "Es ist (und bleibt) ein Elend".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Urteil (nach genauestem (extrem schmerzhaftem) Studium der Sachlage):&lt;br /&gt;Die Audio-Esoteriker sind ganz einfach "Total kaputt im Schädel".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um es noch weiter "auf den Punkt" zu bringen:&lt;br /&gt;Wenn Kant und Galileo noch am Leben wären, so würden sie sich (in astreiner "Pulp-Fiction-Manier) den guten Holger schnappen und ihn ausgiebig mit einer Kneifzange und einem Lötkolben bearbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber nichtsdestotrotz:&lt;br /&gt;In meiner Eigenschaft als international anerkannter promovierter Gynäko-, äh Ornithologe möchte ich eingangs kurz vogeltechnisch Stellung beziehen.&lt;br /&gt;Nun.&lt;br /&gt;Ornithologisch betrachtet, sind in der esoterischen Audio-Szene folgende Vogelarten anzutreffen:&lt;br /&gt;Der audiophile Kaputtschädelsittich&lt;br /&gt;Der esoterische Hirnrißkakadu&lt;br /&gt;Der Esoterik-Spruchbeutelschädler&lt;br /&gt;Der geistige Alpensegler (Opus Milba, äh Apus melba)&lt;br /&gt;Der Oberstübchen-Dachstuhlbrand-Birkenzeisig&lt;br /&gt;Die Single-Malt-Blaumeise&lt;br /&gt;Der trinaurale Dreizehenspecht&lt;br /&gt;Der Gehirnerweichungs-Speichelhäher (Garrulus Grindarius Grausus) (gehört zur Familie der Eichelhäher (Garrulus glandarius)&lt;br /&gt;Der Fichtenkreuzschnabelmongo&lt;br /&gt;Der Gimpel oder Dummpfaff&lt;br /&gt;Der Graus-Schnäpper (Musicapa stradivari) (stammt vom Grauschnäpper ap, äh ab (Muscicapa striata)&lt;br /&gt;Die Hohltaube (gehört zur Familie der Audiophögel)&lt;br /&gt;Die geistige Dumpfmeise (Parus abstrusis) (gehört zur Familie der Sumpfmeisen (Parus palustris)&lt;br /&gt;Die audiophile Dünnpfiff-Reiherente (Aythya fulligülla, äh fuligula)&lt;br /&gt;Der gemeine Nervensäger, auch Kammerklängler genannt (gehört zur Familie der Hirnrißler und stammt vom geistigen Dünnpfeifer ab)&lt;br /&gt;Der Holger-Sittich (auch Dummvogel genannt)&lt;br /&gt;usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In aufrichtiger Trauer möchte ich den Tod des gesunden Menschenverstandes bekanntgeben.&lt;br /&gt;Die Grabstätte befindet sich hier:&lt;br /&gt;http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5541&lt;br /&gt;und natürlich (großflächig) hier:&lt;br /&gt;http://www.open-end-music.de/&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da muß man sich doch (auch ob des "Finest geistigen Desastering") voll an`s Hirn greifen.&lt;br /&gt;Das EIGENTLICHE Problem in pelmazos blog beruht ALLEINIG auf dem EXTREM schrägen Denkmuster diverser, IMMENS geschwätziger KLEINER Esoterikerkreise, die im Schutze ihrer Anonymität Unmengen an geistigem Unflat im Kommentarbereich von pelmazos Blog abgesondert haben.&lt;br /&gt;Es ist zum "Haare raufen".&lt;br /&gt;Zuerst wird also beispielsweise von einer Handvoll hirnrissiger "Esos" im Kommentarbereich EINES EINZIGEN (von pelmazo seriös und präzise formlierten) Leitartikels von diversen Vollkoffern geistiger Sondermüll in Form EINIGER HUNDERT(!!!) "Kommentare" abgeworfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und DANN wird DIESER Müll zu allem Übel auch noch pelmazo SELBST angelastet, geradeso, also ob ER diesen ganzen Müll SELBST geschrieben hätte!&lt;br /&gt;Nun.&lt;br /&gt;Dieser banale Vorgang inklusive Schuldzuweisung ist typisch für die "beklemmende Logik diverser überaus geschwätziger "Esoterikerkreise".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ergo:&lt;br /&gt;Das Grauen hat also einen Namen:&lt;br /&gt;Nämlich:&lt;br /&gt;Audio-Esoteriker.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das Bemerkenswerte:&lt;br /&gt;Um ein Esoterikerforum "am Laufen" zu halten, bedarf es NICHT (wie bei einem "herkömmlichen" Forum) 1000er Mitglieder.&lt;br /&gt;Hier genügen beispielsweise im Durchschnitt gerade mal` zehn "aktive" Mitglieder mit durchschnittlichem (esoerikertypischem) "Mitteilungsbedarf".&lt;br /&gt;SO ETWAS funktioniert (beitragshochfrequent) problemlos ÜBER JAHRE hinweg.&lt;br /&gt;Und wenn man sich dieses (fürchterliche) Szenario (hinsichtlich seines durchschlagkräftigen "Potentials") in den Kommentarbereich von pelmazos Blog übertragen denkt, so bedarf es nur WENIGER TAGE um einen Leitartikel-Kommentarbereich KOMPLETT zuzumüllen, und im selben Zuge PELMAZO SELBST für diesen Müll unmittelbar verantwortlich zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammenfassend kann man also folgende zwei Tatsachen anmerken:&lt;br /&gt;1.) ALLE Blog-Artikel pelmazos sind technisch präzise, trocken, überaus scharfsinnig, geistreich und höflich formuliert.&lt;br /&gt;2.) Das EINZIGE "Problem" der von pelmazo verfaßten Blog-Artikel beruht DARAUF, daß diese Artikel gewissen Esoterikerkreisen "einfach nicht in den Kram passen", weil sie nicht deren "Apostelgeschichte" entsprechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur analytischen Veranschaulichung des esoterisch gesteuerten Elends, eingebettet in dessen beklemmende "Logik":&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach vielen Jahren des erlittenen Elends und der tiefempfundenen abgrundtiefen Verzweiflung in diversen Audio-Foren habe ich den untrüglichen Eindruck gewonnen, daß SÄMTLICHE Esoterikerkreise die Realität ganz einfach um 180 Grand phasenverschoben wahrnehmen:&lt;br /&gt;Das heißt im Detail:&lt;br /&gt;JEDER logisch VOLLKOMMEN KLARE Tatbestand wird von diesen Leuten IN IHR PURES GEGENTEIL VERKEHRT wahrgenommen, geradeso, als ob bei diesen Leuten das meiste Zeug im Schädel einfach "komplett verkehrt" angeschlossen worden ist (Elektrische Fehlpolungen, sowie Kreuz-und-Quer-Verdrahtungen im (internen) Schädelbereich).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und diese schrägen esoterischen "Denkmuster" sind mir einfach unbegreiflich, weil&lt;br /&gt;diese Muster ABSOLUT UNLOGISCH sind.&lt;br /&gt;Bei Aspekten, die beispielsweise einer technisch unbegabten Hausfrau oder einem Sechsjährigen SOFORT einleuchten, steht ein "gestandener erwachsender Esoteriker" total daneben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Betrachten wir das ganze Dilemma einmal auf der Verstandes-Ebene:&lt;br /&gt;Folgende Verstande sind (Audio-)Esoterikern völlig fremd:&lt;br /&gt;Der gesunde Menschenverstand&lt;br /&gt;Der gesunde Hausverstand&lt;br /&gt;Der gesunde Haus- und Hofhund-Verstand&lt;br /&gt;Der gesunde Katzenverstand&lt;br /&gt;usw., usf..&lt;br /&gt;Kurzum:&lt;br /&gt;SÄMTLICHE gesunden Verstande werden von (Audio-)Esoterikern beleidigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Diagnose:&lt;br /&gt;Irreversible Schäden innerhalb des Denkgehäuses.&lt;br /&gt;Reparatur unrentabel, äh, nicht behandelbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grüße&lt;br /&gt;Dr. Böckle&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;Nachwort des Blogwarts:&lt;br /&gt;Um die wertvolle Diagnose des von mir hochgeschätzten Herrn Dr. h.c.* Böckle in den angemessenen Rahmen zu stellen habe ich mich dazu entschlossen, ausnahmsweise von meiner üblichen Praxis abzuweichen, alle Artikel selbst zu verfassen. Ich hoffe damit dem Bedürfnis meiner geschätzten Leserschaft zu entsprechen. Der Artikel ist peer-reviewed, dennoch liegen alle Rechte und Linke beim Verfasser.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:85%;"&gt;&lt;br /&gt;* = humoris causa&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-6907887919625722422?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6907887919625722422'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6907887919625722422'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/11/gastbeitrag.html' title='Gastbeitrag'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-787754815680791100</id><published>2010-11-12T22:07:00.003+01:00</published><updated>2010-11-13T11:09:43.894+01:00</updated><title type='text'>Geistige Bulimie</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;... eine Antwort auf Dr. Holger Kaletha.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor ungefähr sechs Wochen sprachen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neil_deGrasse_Tyson"&gt;Neil deGrasse Tyson&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Dawkins"&gt;Richard Dawkins&lt;/a&gt; über das Thema "&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=9RExQFZzHXQ"&gt;The Poetry of Science&lt;/a&gt;" in der &lt;a href="http://www.howard.edu/"&gt;Howard University&lt;/a&gt;. Wer Englisch gut genug versteht wird am &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=9RExQFZzHXQ"&gt;Video&lt;/a&gt; sicher seine Freude haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die jüngste Auseinandersetzung mit &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5541"&gt;Dr. Holger Kaletha&lt;/a&gt;, speziell &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5555"&gt;seine Antwort&lt;/a&gt; auf &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/10/mibrauchte-autoritaten.html"&gt;meinen früheren Blog-Artikel&lt;/a&gt;, hat mich wieder an dieses Gespräch erinnert. Das ganze Gespräch ist interessant, aber in unserem Zusammenhang speziell relevant ist die Passage ab etwa Minute 14, wo Tyson über den Bezug zwischen der Mathematik, unseren Sinnen, und der Struktur der Welt redet. Über die Art und Weise wie Wissenschaft zu ihren Erkenntnissen kommt, und was das mit unseren Sinnen und unserer Wahrnehmung zu tun hat:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;"You train yourself to &lt;span style="font-style: italic;"&gt;abandon&lt;/span&gt; your senses, because you recognize how they can fool you into thinking that one thing is true that is not. You abandon them, you use your tools to do the measuring and say: OK, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;that's&lt;/span&gt; the reality! Then you make a mathematical model of that, that you can manipulate &lt;span style="font-style: italic;"&gt;logically&lt;/span&gt; - 'cos math is all about the logical extension of one point to another - and then you can make &lt;span style="font-style: italic;"&gt;new &lt;/span&gt;discoveries about the world that, frankly, you'll just have to get used to. [...] No longer are you justified saying: That idea in science is not true, because it doesn't make sense. Nobody cares about your senses! [...] It's &lt;span style="font-style: italic;"&gt;math&lt;/span&gt; that allows you to take these incremental steps beyond the capacity of your senses, and perhaps even the capacity of your mind."&lt;/blockquote&gt;Genau das liegt auch an der Wurzel der Auseinandersetzung um die Funktion des CD-Spielers und darum welche Effekte im Zusammenhang mit CD-Rohlingen möglich sind und welche nicht - dem auslösenden Thema für die Kontroverse um Kaletha. Es liegt überhaupt an der Wurzel der Auseinandersetzung zwischen den "Subjektivisten" und den "Technikern".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein CD-Spieler ist ein technisches Konstrukt dessen Funktionsweise seine Wurzeln in mathematischen Modellen hat. Die CD speichert Zahlen, keine Klänge oder Musik. Eben weil sie Zahlen speichert kann man das gleiche Medium auch als Datenspeicher für Computer benutzen. Daß man Klänge und Musik als eine Folge von Zahlen ausdrücken und dergestalt speichern kann ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit; es ist ein Ergebnis einer ziemlich umfangreichen Forschungstätigkeit, in deren Verlauf nicht nur das Hörvermögen untersucht werden mußte, sondern insbesondere auch mathematische Verfahren und Modelle zur Repräsentation von Schwingungen und von Information gefunden werden mußten. Auf diesem Schatz von Erkenntnissen fußt die Funktionsweise einer CD und des dazugehörigen Abspielgerätes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne diese mathematischen Modelle kann man die CD letzlich nicht verstehen, genausowenig wie man die atomare Welt ohne die Quantentheorie verstehen kann, oder die Astrophysik ohne die allgemeine Relativitätstheorie, die beide ebenfalls mathematische Modelle sind. Und in allen diesen Fällen muß man zum richtigen Verständnis der Funktion seine Sinne aufgeben, denn die Wahrheit folgt aus der Anwendung der Mathematik, und der dazugehörigen Werkzeuge, und nicht aus der sinnlichen Wahrnehmung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer diese Modelle und Methoden tief genug aufnimmt und darin trainiert ist, für den können sie zur zweiten Natur werden, und der Umgang damit wird intuitiv, das heißt er macht sich nicht mehr bewußt daß es solche Modelle sind und die Modelle und Werkzeuge werden zu einer Art Erweiterung seiner Sinne und Fähigkeiten. So kann es passieren daß man sich bei der Wiedergabe einer CD ins Geschehen hineinversetzt fühlt, oder es kann geschehen daß man beim Blick auf ein Oszilloskopbild intuitiv auf einen Fehler aufmerksam wird ohne ihn bewußt über das mathematische Modell hergeleitet zu haben. Es ändert aber nichts daran daß die Grundlage dafür erst einmal das mathematische Modell ist. Wenn einen dieses intuitive Gefühl dazu verleitet zu glauben die Sinne hätten die Oberhand über die Mathematik gewonnen ist man auf dem Holzweg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fliegen kann sich intuitiv anfühlen, man steuert das Flugzeug ohne zu denken, aber das heißt nicht daß man selbst fliegt, denn es ist immer noch das Flugzeug das fliegt, und es braucht immer noch die mathematischen Modelle um eins zu bauen oder um seine Funktion zu verstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Subjektivist, der aufgrund eines gehörten Effekts sich dem Techniker überlegen fühlt, der die Modelle kennt auf denen die Funktion der Hifi-Anlage beruht, ist daher nicht etwa der Wahrheit näher, sondern ganz einfach auf einem illusionären Egotrip. Das wird auch nicht dadurch besser daß es "Techniker" gibt die mit ihrem Wissen hochstapeln. Die "Wahrnehmungs"-Hochstapelei stellt die meist locker in den Schatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für diesen Zusammenhang zwischen mathematischen Modellen und der Realität, und der Untauglichkeit der unmittelbaren Wahrnehmung für die Wahrheitsfindung gerade in technischen und wissenschaftlichen Dingen, gibt es heutzutage derartig viele schlagende Beispiele daß man schon völliger Realitätsverweigerer sein muß um das nicht zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Epoche von Galilei hat es die allermeisten dieser schlagenden Beispiele noch nicht gegeben. Die über Jahrhunderte etablierte Wissenschaft beruhte auf Aristoteles, und stellte die philosophischen Prinzipien über die Naturbeobachtung. Die philosophischen Prinzipien, das heißt insbesondere auch die Mathematik. Wie wir eben gesehen haben ist die tatsächlich wichtiger und näher an der Realität als die Wahrnehmung, insofern war Aristoteles tatsächlich ein Fortschritt über die ältere Methode, die auf der direkten Wahrnehmung beruhte. Das Mißtrauen, das man zu Zeiten von Galilei gegen die direkte Wahrnehmung hatte, war berechtigt, und deswegen ist die Polemik gegenüber denen die sich von einem Blick durch das Fernrohr nicht überzeugen ließen, oder den gar nicht erst getan haben, auch so billig. Das ist eine Polemik aus der bequemen Position der Nachwelt, die den Luxus besitzt zurückblicken zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Vertrauen auf die direkte Wahrnehmung ist &lt;span style="font-style: italic;"&gt;älter&lt;/span&gt; als Aristoteles und die Mathematik. Es ist die primitivere Methode der Wahrheitsfindung. Sich auf die Mathematik zu stützen ist demgegenüber ein Fortschritt, und als solcher der Anfang der Wissenschaft. Die Erkenntnis daß die unmittelbare Wahrnehmung eben nicht der bessere Weg zur Wahrheitsfindung ist geht auf die griechische Antike zurück und ist eine grundlegende Kulturleistung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heißt nicht daß die pure Mathematik automatisch korrekte Beschreibungen der Realität liefert. Man kann vor diesem Hintergrund aber vielleicht immerhin verstehen warum diejenigen Gelehrten, die sich dieses Fortschritts bewußt waren, sich dergestalt verrannt haben daß sie Postulate mathematischer Schönheit, wie z.B. der Kreisbewegung, für so "real" gehalten haben daß sie die Verifizierung für unnötig gehalten haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Galilei hat nicht dem alten Prinzip der unmittelbaren Wahrnehmung wieder zum Durchbruch verhelfen wollen. Das wäre auch ihm als Rückschritt erschienen. Er hat etwas ganz anderes getan, nämlich er hat das Prinzip in die Wissenschaft eingeführt daß man Theorien über die Realität experimentell verifizieren muß. Diese experimentelle Verifizierung hat sehr wenig mit der Wahrnehmung als solche zu tun, außer daß man einen Weg finden muß wie man einen Aspekt der Realität, der für so ein Experiment wichtig ist, für den Menschen beobachtbar macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses "beobachtbar machen" bedeutet, daß man ein Instrument bauen muß was einen Effekt in die menschliche Wahrnehmbarkeit überführt. Für Galilei war sein Fernrohr so ein Instrument. Für den Konstrukteur von Hifi-Geräten ist das Oszilloskop oder der Audio-Analysator so ein Instrument. Ein Übersetzer zwischen solchen Aspekten der Realität die der direkten Wahrnehmung nicht zugänglich sind, und irgend einem menschlichen Sinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei allen diesen Instrumenten gilt daß die unmittelbare Wahrnehmung dessen was sie zeigen keinen Sinn ergibt ohne daß es dazu vorgängig ein Modell, eine Theorie gab, anhand derer die "übersetzte" Beobachtung interpretiert werden kann. Galileis Blick durch das Fernrohr wäre ohne Kopernikus' Theorie sinnlos gewesen und hätte keinerlei Erkenntnisgewinn erbracht. Nur weil diese Theorie bereits im Raum stand konnte Galilei das was er da durch das Fernrohr sah als etwas Bedeutsames und Aussagekräftiges erkennen. Als ein Argument, ein Indiz, oder sogar als einen Beweis im Streit der Welterklärungsmodelle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß ihm viele zu dieser Zeit nicht gefolgt sind ist daraus ebenfalls verständlich. Um so ein Indiz überhaupt ernst genug zu nehmen muß man zuvor zur Überzeugung gekommen sein daß die "alte" Theorie in der Krise ist, daß sie also nicht genug Erklärungsvermögen für die tatsächlichen Verhältnisse hat. Das werden naturgemäß nicht alle gleichzeitig sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um aber die "alte" Theorie als in der Krise befindlich erkennen zu können muß man ihre Implikationen verstehen. Man muß wissen an welchen Stellen ihre Vorhersagen mit der Realität im Widerspruch stehen. Und um das zu wissen muß man die alte Theorie gut kennen, denn wenn dieser Widerspruch durch bloße Anschauung schon offensichtlich wäre dann gäbe es diese Theorie schon längst nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hoffe ich habe klar machen können warum es ein allzu billiger Vorwurf ist, wenn man die Leute aus Galileis Zeit dafür schmäht daß sie beim Blick durch's Fernrohr nicht gleich ihre Meinung geändert haben, oder gleich gar nicht durchblicken wollten. So ein Verhalten war aus damaliger Sicht bei weitem nicht so unvernünftig wie es heute scheint. Und erst recht nicht hat es etwas mit einer etwaigen Überlegenheit sinnlicher Wahrnehmung zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer aus philosophischen Erwägungen heraus heute die Wahrnehmung über die mathematisch-technischen Erkenntnisse stellen will bewegt sich damit nicht nur hinter Galilei, sondern noch hinter Aristoteles in die vorwissenschaftliche Zeit zurück. Galilei oder so gut wie jeden neuzeitlichen Wissenschaftler kann man dafür jedenfalls nicht als Kronzeugen heranziehen, ja der Versuch ist eine krasse wissenschaftstheoretische Verfehlung. Wenn dafür die narzisstisch-egoistischen Motive so klar zutage liegen wie bei Kaletha ist es eine Frechheit, ich wiederhole mich da ausdrücklich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man fragt sich unwillkürlich was in so einem Fall die ganzen herbeizitierten philosophischen Geister nutzen sollen, die Kaletha beschwört ohne klar zu machen inwiefern sie seine Ansicht stützen. Es wirkt auf mich wie geistige Bulimie, wo sich einer die Texte diverser Autoritäten wie in einem Anfall in sich hineinstopft, und als unverdauten Brei alsbald wieder auskotzt. Und nicht merkt wie er dadurch immer dürrer wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn das typisch für heutige Philosophie wäre, dann wäre sie wirklich mausetot. Hier schließt sich der Kreis zu Neil deGrasse Tyson, der sich in der Diskussion nach Ende des Gesprächs auch über Philosophie äußert. Es beginnt etwa bei 3 Minuten nach der vollen Stunde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Diskussionen gibt's den &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3420"&gt;inzwischen bekannten Thread&lt;/a&gt; im Hifi-Forum.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-787754815680791100?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/787754815680791100'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/787754815680791100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/11/geistige-bulimie.html' title='Geistige Bulimie'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-3728012308173381443</id><published>2010-11-08T19:24:00.004+01:00</published><updated>2010-11-13T11:10:34.793+01:00</updated><title type='text'>Der Kommentarwahnsinn</title><content type='html'>Ich mache meinen Kommentarbereich bis auf Weiteres hier dicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stattdessen habe ich im &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/"&gt;Hifi-Forum&lt;/a&gt; einen &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3420"&gt;Thread speziell zur Kommentierung meines Blogs&lt;/a&gt; eröffnet, der natürlich wie alle anderen dortigen Threads den Regeln und der Moderation des Hifi-Forums unterliegen. Es ist zunächst nur ein einziger Thread für mein komplettes Blog, man wird sehen müssen inwieweit eine Aufteilung in separate Threads für einzelne Themen nötig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer also künftig Kommentare abgeben will ist herzlich eingeladen, das dort zu tun, hier geht's jedenfalls einstweilen nicht mehr. Am Ende jedes neuen Artikels hier im Blog werdet Ihr einen Link zum entsprechenden Diskussionsthread im Hifi-Forum finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich finde es außerordentlich schade daß es so weit gekommen ist, denn ich hätte eine freie Kommentierung meiner Beiträge hier für weitaus besser gehalten, so wie das bisher möglich war. Inzwischen hat aber der Vandalismus einiger Weniger ein Ausmaß angenommen bei dem auch Unbeteiligte hineingezogen werden, bis hin zu Firmen aus dem Pro-Audio-Bereich, die nun wirklich absolut gar nichts mit diesem Blog und den Streitereien zu tun haben. Was das angeht wird es womöglich rechtliche Konsequenzen geben, das ist gegenwärtig in der Prüfung, aber ich bin nicht bereit das hier oder im Forum zu diskutieren, ich bitte also von entsprechenden Nachfragen abzusehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist klar was das Ziel dieses Vandalismus war und ist: Mein Blog und insbesondere ich selbst soll aus dem Verkehr gezogen werden, und man schreckt nicht davor zurück eine Mobbing-Kampagne auf diejenige Person zu führen, die man hinter meinem Pseudonym vermutet. Ich kann versichern daß ich nicht beabsichtige, diesem Druck nachzugeben. Ich werde in meinem Blog genauso weitermachen wie bisher, mit Ausnahme der Kommentarmodalitäten. Warum sollte ich auch einen Rückzieher machen? Es haben sich schließlich so gut wie alle meine Aussagen bestätigt, ich bin also definitiv auf dem richtigen Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe schon vor langer Zeit erklärt worin der Grund für meine Pseudonymität besteht, und wie man sieht hatte ich recht damit. Man kann sich tatsächlich nicht darauf verlassen daß sich Leute wie Dirk Jambor auf Fairness besinnen und Leute bzw. Geschäftsbeziehungen aus dem Spiel lassen die nichts mit diesem Blog zu tun haben. Es ist im Gegenteil offensichtlich daß man bereit ist, absolut alles zu unternehmen von dem man glaubt daß es mir schaden könnte, völlig egal was dabei für Kollateralschäden entstehen könnten. Und es ist ebenso offensichtlich daß sie dabei jede moralische und ethische Regel zu übertreten bereit sind die sie selber bei mir anmahnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei wird gelogen und die Wahrheit verdreht was das Zeug hält. Man rechtfertigt eigene Regelübertretungen mit Regelübertretungen die man mir gegen alle hier offen nachlesbare Realität in die Schuhe zu schieben versucht. Man lügt sich selbst und uns Allen vor, ich beginge strafbare Handlungen, aber statt die Verfolgung der Justiz zu überlassen fühlt man sich berechtigt, mich unmittelbar an den Pranger zu stellen. Das ist der Versuch, das Recht durch einen hysterischen Lynchmob zu ersetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich betreibe hier ein satirisches, scharfes, in offene Wunden stechendes Blog, und es ist klar daß das einigen Leuten nicht gefällt. Das heißt aber noch lange nicht daß es unfair wäre. Jeder, den ich angegriffen habe, hat die Gelegenheit sich zu verteidigen und die Vorwürfe zu entkräften. Die Schlammschlacht liegt nicht in meinem Interesse, sondern die inhaltliche Auseinandersetzung. Wer meine Beiträge ohne Hysterie und Verfolgungswahn liest wird das unschwer erkennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn sich aber ein von mir durch den Kakau Gezogener mit persönlichen Angriffen und wahnhaft betriebenen Schlammschlachten meint zur Wehr setzen zu müssen, dann demonstriert er dadurch genau das was ich behaupte und arbeitet mir letztlich in die Hand: Er zeigt daß ich recht habe und er nackt dasteht, ohne Argument, ertappt bei seinem Schwindel. Das war und ist mir nicht unangenehm, denn wie schon mehrfach betont bin ich der Meinung daß ein des Denkens fähiger Leser die Situation durchschauen wird und diesbezüglich keine moderative Reinigungsaktion und Vormundschaft braucht. Und wer so viel Verstand nicht hat dem kann ich auch nicht helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen ist aber leider die Hysterie auf ein solches Ausmaß gestiegen daß eine inhaltliche Diskussion meiner Beiträge kaum noch eine Chance hat. Auf meinen letzten Beitrag gab es einige wenige entsprechende Kommentare, die im allgemeinen blindwütigen Geschrei völlig untergehen. Ich hätte auch einfach "Buh!" schreiben können und die Kommentare wären wohl die gleichen gewesen. Das mag ich dann auch wieder nicht akzeptieren, und zur Wahl gezwungen versuche ich es jetzt eben mal mit der Verlagerung der Diskussion ins Hifi-Forum. Das ist weniger frei und offen, aber hoffentlich auch weniger hysterisch. Ihr wißt wem Ihr's zu verdanken habt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was haltet Ihr davon? Kommentare dazu bitte &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=83&amp;amp;thread=3420"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-3728012308173381443?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/3728012308173381443/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=3728012308173381443' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3728012308173381443'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3728012308173381443'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/11/der-kommentarwahnsinn.html' title='Der Kommentarwahnsinn'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-7108545160304242881</id><published>2010-10-30T20:57:00.002+02:00</published><updated>2010-10-31T00:34:43.876+02:00</updated><title type='text'>Mißbrauchte Autoritäten</title><content type='html'>Wer als Vertreter der "technischen" Seite öfter in Diskussionen mit Subjektivisten verwickelt ist der kennt das: Das "&lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=18&amp;amp;thread=1439&amp;amp;postID=574#574"&gt;wenn-Du-ein-richtiger-Wissenschaftler-wärst-dann-wärst-Du-bescheiden-und-wüßtest-daß-Du-falsch-liegen-kannst&lt;/a&gt;" Argument. Oder kürzer: "&lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showpost.php?p=190331&amp;amp;postcount=11"&gt;Galilei wurde vom Establishment damals auch abgelehnt - und er hatte trotzdem recht!&lt;/a&gt;".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Statt Galileo Galilei wird je nach Präferenz öfter auch Einstein benutzt. Andere Autoritäten fallen den Leuten selten ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein harmlos aussehendes Argument, das man sogar für geradezu selbstverständlich halten kann: Niemand kann sich anmaßen die absolute Wahrheit für sich gepachtet zu haben, und Galilei wie Einstein haben gezeigt wie falsch sogar ein wissenschaftliches Establishment liegen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch gehört dieses Argument zu den ignorantesten, unverschämtesten und niederträchtigsten Argumenten in den Händen eines Subjektivisten. Jedenfalls ist das meine Meinung. Ein Argument mit dem sich ein Diskussionsteilnehmer auf der Stelle selbst disqualifiziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht sehe ich das deswegen so "unentspannt" weil ich besagte "Autoritäten" sehr schätze und mich ärgert wie diese bewundernswerten Leute für Ziele mißbraucht werden mit denen sie mit Sicherheit nicht einverstanden gewesen wären. Und das von Leuten die in aller Regel keinen Schimmer davon haben worin die Leistung dieser Wissenschaftler tatsächlich bestanden hat (und worin eben nicht!). Wenn diese Leute nicht im Grabe rotieren, dann deswegen weil sie längst Lagerschaden haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber hier meine Tirade gegen diese Frechheit:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Da weiß Einer ganz offensichtlich von der in Frage stehenden Wissenschaft genau Null, aber daß seine eigene Wahrnehmung das Potential hat, diese Wissenschaft zu revolutionieren, daran glaubt er offenbar fest. Nur zum Vergleich: Galilei und Einstein kannten die damals etablierten Erklärungen und Denkmodelle genau. Die Subjektivisten haben von den von ihnen kritisierten Theorien keine Ahnung.&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Der Diskussionsgegner soll sich gefälligst seiner Fehlbarkeit bewußt werden, aber daß die ganze Prämisse falsch sein könnte, mit der der Subjektivist seine Wahrnehmung für bedeutend erklärt, das darf nicht gesagt werden. Wo ist da also die Fehlbarkeit des Subjektivisten geblieben?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Das ganze Argument kommt meist zu einer Zeit in der schon aus dem Diskussionsverlauf klar wird daß es um einen pauschalen Maulkorb für den "Techniker" gehen soll. Demnach macht man sich auch gar keine Mühe ihm konkret nachzuweisen wo und warum seine Ansichten unangebracht oder zu selbstsicher sind, sondern es geht um ein pauschales Argument gegen das Selbstbewußtsein im Ganzen. Als solches ist es natürlich absurd: Niemand stellt immer alles in Zweifel, schon gar kein Wissenschaftler. So etwas würde jede konstruktive Arbeit und in der Tat das ganze Leben unmöglich machen. Man geht immer von einer Grundlage aus die man (vorläufig) nicht bezweifelt, auch und gerade die Subjektivisten tun das.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Weder Einstein noch Galilei hätten gutgeheißen wenn sie für etwas in Anspruch genommen werden was ihrer eigenen Grundhaltung diametral entgegen steht. Beide haben große Stücke auf die Mathematik als Grundlage der Naturerkenntnis  gehalten, und hätten mit Sicherheit nicht ihre eigene Wahrnehmung als Maß der Dinge ausgegeben. Schon Galilei hat in Form des Fernrohrs ein Instrument als "Wahrnehmungsverstärker" benutzt, und hat generell geradezu Pionierarbeit darin geleistet wie man auf der Grundlage mathematischer Theorie Instrumente konstruiert, die einem bei der Naturerkenntnis helfen können. Und bei Einstein ist vollends klar daß die Wahrnehmung beim Begreifen der natürlichen Erscheinungen eher hinderlich ist. Seine Relativitätstheorie und noch mehr die Quantentheorie sind ja geradezu das Gegenteil von "anschaulich" und wären mit absoluter Sicherheit nicht von jemandem gefunden worden der die Wahrnehmung obenan stellt. Einstein ist zudem ein geradezu klassisches Beispiel für einen "Theoretiker". Ihn als Kronzeugen für eine subjektivistische Sichtweise heranzuziehen ist ganz besonders absurd.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Tatsache daß es ein paar Beispiele in der Vergangenheit gibt wo ein "Außenseiter" tatsächlich recht hatte und das "Establishment" unrecht, ist noch lange kein Argument dafür daß man jeden Außenseiter ernst nehmen müßte. Von 1000 solchen Außenseitern ist bestimmt weniger als einer auch nur einen Pfifferling wert, was seine Ansichten angeht. Ab und zu mag ein Spinner genial sein. Im Allgemeinen ist er einfach ein Spinner. Wenn einer mal kein Spinner ist, und wirklich die besseren Argumente auf seiner Seite hat, dann setzt er sich auch am Ende durch. Galilei und Einstein sind beide dafür ein Beispiel, allen Anfechtungen zum Trotz.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Besonders angetan bin ich von der pseudointellektuellen &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showpost.php?p=190331&amp;amp;postcount=11"&gt;Belehrung&lt;/a&gt; von Dr. Holger Kaletha, weil sie so kompakt das ganze Desaster prägnant verkörpert. Er kriegt es hin in wenigen Sätzen so ziemlich alles falsch zu verstehen was man falsch verstehen kann. Er meint dabei die "Gesinnung" seines Diskussionsgegners offenzulegen und legt noch mehr seine eigene offen. Es lohnt sich das im Einzelnen auseinander zu nehmen. Gerichtet an den Teilnehmer "Scheller" redet er von der Auseinandersetzung Galileo Galileis mit den "traditionalistischen Astronomen seiner Zeit":&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"Die Geschichte ist ja bekannt: sie weigerten sich einfach, durch das  Fernrohr zu sehen, als Galilei die Jupitermonde erblickte bzw. die  "krummen" Planetenbahnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bezeichnend ist die Begründung: Sie brauchten gar nicht durch das  Fernrohr zu schauen, weil aus theoretischen Erwägungen sonnenklar sei,  daß es sich bei der Wahrnehmung von Galilei nur um eine Sinnestäuschung  handeln könne. Ihre Argumentation war so "gut" - immerhin stütze sie  sich auf ein Jahrtausend Wissenschaftsgeschichte - daß Galilei ihr rein  theoretisch erst mal nichts entgegensetzen konnte. Er war einfach  sprachlos. Nur leider (oder besser: Gott sei Dank!) wissen wir: So  ideologisch überzeugend die wissenschaftliche Argumentation gegenüber  Galilei war, so war sie doch schlicht und einfach im Irrtum: Galileis  Wahrnehmung, und nicht die ideologische Konstruktion, hatte recht!"&lt;/blockquote&gt;Hier biegt er sich schon die Geschichte nach seinem Gusto zurecht. Die "Ideologie" funktioniert auch bei Kaletha, nicht nur bei Anderen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei etwas nüchterner Betrachtung sieht die Situation etwas differenzierter aus. Zum Einen ist die historische Situation bei Galilei beileibe nicht so schwarzweiß wie von Kaletha dargestellt, zum Anderen paßt der implizierte Vorwurf nicht die Bohne auf Scheller.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade Scheller hat durch das "Fernrohr" um das es dort geht mit Sicherheit öfter und intensiver geschaut als Kaletha selbst. Und nicht nur das, er hat das "Fernrohr" auseinander genommen und versucht es zu verstehen. Er ist gerade nicht der Theoretiker der sein Wissen auf der Couch oder am Schreibtisch gewinnt, sondern der Experimentator der das was er wissen will auch ausprobiert. Beide Teilnehmer sind lange und oft genug in diesem Forum in Diskussionen aufeinander getroffen daß das eigentlich klar sein müßte. Der implizierte Vorwurf von Kaletha ist daher eine reine Unverschämtheit. Da hält sich jemand aufgrund eines einzigen laienhaften Versuchs für überlegen, und meint einen ausgewiesenen Praktiker mit einem Vielfachen an Erfahrungen als engstirnigen Theoretiker darstellen zu können, der sich aus Angst vor Erkenntnis weigert "durch's Fernrohr zu blicken".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Galilei's Zeitgenossen haben sich auch keineswegs geweigert durch's Fernrohr zu blicken. Die meisten haben es tatsächlich getan. Am ehesten trifft der Vorwurf vielleicht auf Giulio Libri zu, einen betagten Professor der tatsächlich aus Gründen der Logik gegen die Jupitermonde argumentierte, und auf ein paar Philosophen in Padua. Mehr als zwanzig Professoren ließen sich aber im Hause von Galilei's Konkurrenten Magini die Sache vorführen und blickten durch's Fernrohr, waren dadurch allerdings nicht zu überzeugen. Das kann zwar dadurch erklärt werden daß sie es auch nicht sehen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;wollten&lt;/span&gt;, vielleicht war ihnen die Sache aber auch tatsächlich noch zu unklar. Man braucht kein Hellseher zu sein um anzunehmen daß die Sicht durch das Fernrohr nicht gerade deutlich war, jedenfalls nicht zu vergleichen mit dem was man mit heutigen Mitteln sehen würde. Zudem sind die wenigsten mit den Himmelskörpern genug vertraut. Galilei selbst schreibt:&lt;br /&gt;&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"In Pisa, Florenz, Bologna, Venedig und in Padua haben sehr viele durch mein Fernrohr gesehen, aber sie alle schweigen und zögern, denn die meisten sind nicht imstande, den Jupiter oder Mars, sogar kaum den Mond als Planeten zu unterscheiden."&lt;/blockquote&gt;Was man sich ebenfalls klar machen muß ist, daß damals die "moderne" Art, Wissenschaft zu betreiben erst im Entstehen war, gerade auch durch Galilei, nämlich daß es dabei auf die Beobachtung der Natur ankommt, mit deren Hilfe man Theorien verifizieren oder falsifizieren kann. Die ältere Ansicht daß man zu seinen Erkenntnissen durch Anwendung von logischen und philosophischen Überlegungen kommt war zu dieser Zeit beileibe noch nicht ausgemustert, und der Professor Libri verkörpert diese Auffassung. Welche Auffassung die richtige sein würde war zu dieser Zeit noch nicht entschieden. Aus der heutigen Sicht ist es leicht ein Urteil zu fällen, aber fair wäre das nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schließlich ist es auch falsch zu glauben, Galileis Erkenntnisse würden zuvorderst auf seiner sinnlichen Wahrnehmung fußen. Das tun sie genau nicht, und zwar obwohl er die Jupitermonde sinnlich wahrgenommen hat beim Blick durch's Fernrohr. Er hat im Gegenteil die Hoffnung gehabt daß er &lt;span style="font-style: italic;"&gt;die Anderen&lt;/span&gt; durch diese sinnliche Erfahrung würde überzeugen können. Die Idee daß die Sonne und nicht die Erde den Mittelpunkt darstellt, um den sich die Planeten drehen, war schließlich schon vorher bekannt. Was Galilei entdeckte war "bloß" ein ziemlich schlagender Beweis für dieses heliozentrische Weltbild, oder genauer gesagt einer &lt;span style="font-style: italic;"&gt;gegen &lt;/span&gt;das geozentrische Weltbild. Die neue Theorie stammt also gar nicht von ihm, er kannte sie vor seiner Entdeckung der Jupitermonde. Die Idee des heliozentrischen Weltbildes stammt ja aus der Antike, auch Kopernikus war nicht der erste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Galilei jedenfalls hat dem heliozentrischen Weltbild mindestens zehn Jahre vor seiner Entdeckung der Jupitermonde zugeneigt. Die Theorie war also auch in seinem Kopf lange vor der Bestätigung durch das Fernrohr vorhanden, und als er die Jupitermonde entdeckt hatte war ihm natürlich sofort klar welche Bedeutung das für die schwelende Konkurrenz der kosmologischen Weltbilder hatte. Daraus dürfte klar sein daß seine Wahrnehmungen nicht die Ursache für seine Theorien sein können, sondern daß im Gegenteil die Theorien die Voraussetzung dafür waren daß die gemachten Beobachtungen auch richtig  interpretiert werden konnten. Es ist also nicht so daß Galilei's &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wahrnehmung &lt;/span&gt;recht hatte, sondern daß seine (bzw. Kopernikus') &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Theorie &lt;/span&gt;recht hatte. Galilei's Wahrnehmung ohne die "Verstärkung" des Fernrohrs war die gleiche wie die von allen Anderen, und die zeigte daß sich die Himmelskörper um die Erde drehen. Kalethas Ideologie verdreht diesen Sachverhalt in sein Gegenteil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was auch gleich durch ein glattes Falschzitat von ihm untermauert wird:&lt;br /&gt;&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"Würde und hätte - wenn meine "Wahrnehmung" wahr wäre, dann droht der  "Supergau" technischen Wissens! Aha! Das kommt einem doch irgendwie  bekannt vor: Genau wie bei den Gegenspielern Galileis. Die Angst vor dem  Supergau gab es auch dort, nämlich daß durch die unschuldige  Wahrnehmung Galileis das ganze heleozentrische Weltbild  zusammenzustürzen drohte."&lt;/blockquote&gt;Scheller hat keineswegs vom "Supergau technischen Wissens" geredet. Das erfindet Kaletha dazu. Wenn Scheller vom Supergau geredet hat dann ging es ihm offenbar darum , klarzustellen daß technischerseits schon extreme Fehler passiert sein müssen wenn der akustische Effekt so deutlich sein soll wie beschrieben. Dann muß der Auslesevorgang des CD-Spielers so gut wie zusammengebrochen sein. Es geht Scheller um die technische Funktion des Gerätes, nicht um das technische Wissen. Das Stichwort reicht aber um bei Kaletha den Gaul durchgehen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"Die zweite Parallele in Deiner Argumentation: Ich verstehe nichts von  Audio-Technologie. Wenn das der Fall wäre, dann würde ich ja sehen, daß  das alles nur Sinnestäuschung ist. Auch das war exakt die  Argumentationsstrategie von Galileis Widersachern."&lt;/blockquote&gt;Nein, war es nicht. Ich wüßte nicht daß irgend jemand Galilei vorgeworfen hätte er verstünde nichts von Himmelsmechanik. Das wäre auch lächerlich gewesen angesichts der Tatsache daß er mit den klassischen Ansichten dazu sehr wohl im Detail vertraut war. Es ist deswegen eben keine Parallele, sondern ein Gegensatz zu Galilei: Kaletha versteht tatsächlich nichts von Audio-Technolgie.&lt;br /&gt;&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"Aus rein theoretischen Erwägungen heraus wurde ein Sinneseindruck  einfach a priori als Täuschung wegerklärt. Das ist natürlich sehr  beruhigend für jede Theorie, eine perfekte Immunisierungsstrategie  gegenüber der Wahrnehmung der Realität. Die Theorie schottet sich so  nämlich schön ab: Jede mögliche Quelle des Zweifels ist verstopft: Die  Erfahrung hat nichts mehr zu melden, wenn sie mit theoretischen  Argumenten gleichsam "totgeschlagen" wird. Genau dieser  Immunisierungsstrategie bedienen sich die technokratisch denkenden  Ideologen hier so gerne im Forum. Man wird gleich überfallen mit einem  Wust von technischen Erklärungen, daß angeblich nicht ist, was nicht  sein kann und nicht sein darf! Von wegen Aufklärung - das ist wirklich  ein krasser Widertspruch von Anspruch und Wirklichkeit. "&lt;/blockquote&gt;Der eine oder andere Galilei-Gegner befleißigte sich mit Sicherheit dieser Immunisierungsstrategie, aber den Kern des Problems stellt das dennoch nicht dar. Es ging um eine grundsätzliche Auseinandersetzung darum woher eigentlich Erkenntnis kommt, und welche relative Wichtigkeit dabei der Logik und der philosophischen Überlegung zukommt, und welcher der systematischen Beobachtung der Naturphänomene. Das ist eine eine Frage die an der Wurzel der Wissenschaft sitzt. Ihre Antwort hängt letztlich damit zusammen wie man die größeren Erfolge erzielt, und die wirklich durchschlagenden Erfolge wurden erst nach Galilei erzielt, so daß man zu seinen Lebzeiten noch nicht wissen konnte wie diese Sache ausgehen würde. Galileis Gegner waren nicht einfach engstirnig. Sie aus der heutigen Sicht summarisch in diese Ecke zu stellen ist unfair, auch wenn es durchaus Beispiele für krasse Engstirnigkeit dabei gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wahrnehmung bzw. die Sinneseindrücke als Quelle der Erkenntnis hätten aber keine der beiden Seiten nach vorne gestellt, deswegen ist die Argumentation von Kaletha völlig neben der Spur. Er projiziert seine eigene Ideologie in einen Sachverhalt hinein der völlig andere Inhalte hat.&lt;br /&gt;&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"Tut mir leid: Mit dieser Haltung bist Du noch nicht in der Moderne  angekommen, die eigentlich in der Einsicht besteht, daß Theorien und  Ideologien an der Erfahrung zu messen sind und nicht umgekehrt."&lt;/blockquote&gt;Abgesehen davon daß der Vorwurf an Scheller völlig verfehlt ist, wird doch klar daß Kaletha selbst noch nicht da angekommen ist wo er sich anscheinend sieht. Er verwechselt zum Einen seine Wahrnehmung mit Erfahrung, und zum Anderen versäumt er es, sich klar zu machen daß man eine Theorie nur an etwas messen kann wenn man sie auch kennt.&lt;br /&gt;&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"Den Einwand der sachlichen Inkomptenz gebe ich gerne zurück. Du hast  auch nicht den blassesten Schimmer von Psychologie. Die Wahrnehmung zu  verdächtigen ist sehr leicht - aber dafür muß man erst einmal Gründe  vorlegen die in der Wahrnehmung selbst liegen und nicht anderswo.  Wahrnehmungstäuschungen haben ihre Gesetzmäßigkeit. Welche konkrete  Täuschung, die Du mir unterstellst, kommt denn hier in Frage, etwa  dafür, daß die Chassis der jbl übersteuern, wie ich geschrieben habe.  Meine Beschreibung ist äußerst differenziert - jeder Psychologe vom Fach  wird Dir sagen, daß "illusionäre" Erlebnisse eine ziemlich stereotype  Struktur haben. Im Grunde hast Du gar keine Einwände vorzubringen -  sondern reproduzierst nur Deine Ideologie, Dein "Fachwissen" technischer  Natur. Man kann natürlich auch mit Scheuklappen durch die Welt gehen  und sich sehr wohl dabei fühlen!"&lt;/blockquote&gt;Man braucht kein Psychologie-Diplom zu haben um beurteilen zu können wann eine Wahrnehmung real ist und wann nicht. Dafür reicht oft genug eine Prise gesunder Menschenverstand, sogar eine detailliertere technische Kompetenz braucht es dazu oftmals nicht. Daß "illusionäre Erlebnisse" eine stereotype Struktur haben ist mir allerdings auch schon aufgefallen. Damit habe ich meinen Bullshit-Detektor trainiert. Diese stereotype Struktur ist in Kalethas Beitrag deutlich zu merken, finde ich. Er scheint das bloß selber nicht zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;blockquote style="font-style: italic;"&gt;"Ich wiederhole mich nochmals: Die Technik bzw. das technische Wissen  zeigt sich nur dann stark, wenn es nicht vorgibt, im voraus alles wissen  und zu kennen, sondern sich erst mal bemüht, nach einer möglichen  Erklärung zu suchen in einem Fall, den es nicht versteht. Wissen,  das sich gegenüber der möglichen Falsifikation durch die Wahrnehmung  mit einem Theoriekorsett abschottet, ist nicht vernünftig, sondern  hochmütig ideologisch. Und Hochmut kommt schließlich irgendwann mal vor  den Fall - siehe Galilei!"&lt;/blockquote&gt;Das Problem besteht ja - wie so oft - nicht darin, daß "wir" (in diesem Fall mindestens mal Scheller und ich) nicht verstünden was in diesem Fall Sache ist. Wir haben ja &lt;span style="font-style: italic;"&gt;mehr als genug&lt;/span&gt; mögliche Erklärungen. Wir werden in solchen Fällen immer als ratlos dargestellt, dabei akzeptiert man bloß unsere Erklärungen nicht. Man braucht die Erklärung nicht umständlich zu suchen, denn sie liegt auf der Hand! Und vor der Falsifikation durch Wahrnehmung schotten nicht &lt;span style="font-style: italic;"&gt;wir&lt;/span&gt; uns ab, sondern die Subjektivisten, und zwar durch ein Ideologiekorsett das kein bißchen weniger theoretisch ist als das was man uns vorwirft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Argumentationsmuster scheinen abrufbereit in vielen Subjektivisten vorhanden zu sein, und wenn eine passende Situation kommt, dann kommen sie impulsiv zum Vorschein wie in diesem Fall bei Kaletha. Manchmal kann ich das locker nehmen. Wenn es aber mit einem intellektualistischen Duktus daher kommt widert es mich an. Leider ist das genau bei diesem Argument oft der Fall.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-7108545160304242881?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/7108545160304242881/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=7108545160304242881' title='267 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7108545160304242881'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7108545160304242881'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/10/mibrauchte-autoritaten.html' title='Mißbrauchte Autoritäten'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>267</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2056064173611016499</id><published>2010-10-07T21:51:00.002+02:00</published><updated>2010-10-07T23:28:18.727+02:00</updated><title type='text'>Sicherung durchgebrannt</title><content type='html'>Mich haben ja bekanntlich schon mehrfach die Methoden beschäftigt wie durch Messungen (oder den Anschein davon) versucht wird, dem Leser eine audiophile "Wahrheit" näherzubringen, oder wie solche Messungen dazu benutzt werden den Skeptikern eins überzubraten. Da gab's z.B. die &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/02/klangbonbons-und-knalltuten.html"&gt;Messungen an den Bybee Klangbonbons&lt;/a&gt; im Studiomagazin, die &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/04/wie-die-faust-aufs-auge.html"&gt;Verstärkerklang&lt;/a&gt;-&lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/05/feindbild-gegenkopplung.html"&gt;Messungen&lt;/a&gt; &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/01/verstarker-metechnik-sensation-versuch.html"&gt;in der Stereoplay&lt;/a&gt;, und damit zusammenhängend einen &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/03/lies-damn-lies-and-measurements.html"&gt;Artikel über den Betrug mit Messungen&lt;/a&gt;. Letzteren Artikel scheint sich die Firma &lt;a href="http://www.gecom-technologies.com/"&gt;Gecom Technologies&lt;/a&gt; zu Eigen gemacht zu haben. Der &lt;a href="http://gecom-technologies.de/pdf/Bybee%20Quantum%20Purifier%20Teil2%20%285%29.pdf"&gt;skandalöse Bybee-Meßbericht&lt;/a&gt; von Gecom-Inhaber Stephan Goetze im Studio-Magazin, den ich ja schon damals ausführlich kritisiert hatte, war ganz offensichtlich kein Ausreißer. Die Sache hat System. Gecom scheint zur Standardadresse für Scharlatane zu werden, die ein meßtechnisches Deckmäntelchen haben wollen. Ich frage mich ob so etwas genug Geld einbringt um dafür seinen Ruf zu ruinieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit der Bybee-Geschichte ist Gecom nämlich in mindestens zwei weiteren Angelegenheiten mit "Meßberichten" aktiv geworden, beidesmal offenbar im Auftrag der Berliner Firma &lt;a href="http://www.hifi-tuning.com/index_de.html"&gt;Hifi-Tuning&lt;/a&gt;, die die Ergebnisberichte auch auf ihrer Webseite zum Download bereit hält. Der erste Bericht dreht sich um &lt;a href="http://www.hifi-tuning.com/pdf/messungen_deutsch_demag.pdf"&gt;CD-Entmagnetisierer&lt;/a&gt;, der Zweite um &lt;a href="http://www.hifi-tuning.com/pdf/wlfr.d.pdf"&gt;Feinsicherungen&lt;/a&gt;. Beide bleiben ganz in der Tradition des Bybee-Berichts. Irrelevante Messungen werden ohne stichhaltige Begründung (oder mit haarsträubender Begründung) für deutliche Klangeffekte verantwortlich gemacht. Zusammenhänge werden so unterstellt oder postuliert, die völlig an den Haaren herbei gezogen sind, und die dokumentierten Meßreihen sollen offenbar den Eindruck erwecken als hätte das alles Hand und Fuß. Das Ganze ist derart unseriös daß ich an des Herrn Goetze's Stelle Schiß hätte daß das Hauptgeschäft der Firma darunter leidet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht schon damit los daß die Berichte mehr oder weniger offen als Kalibrier-Dokument vorgestellt werden. Beim CD-Entmagnetisierer-Bericht ist das ganz explizit, beim Feinsicherungs-Dokument eher dezent. Von einer Kalibrierung kann beidesmal nicht die Rede sein. Kalibriert werden Meßgeräte, und nicht Sicherungen oder Entmagnetisierer. Kalibrieren sieht für den Laien natürlich besonders fundiert und "amtlich" aus, deswegen denke ich daß das nicht aus Versehen so gemacht wurde. Es ist aber sehr bedenklich wenn Goetze bereit ist seinen Namen für diese Täuschung herzugeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Dokument über die CD-Entmagnetisierer ist ein meßtechnischer Vergleich von drei verschiedenen Produkten, von denen eines von Hifi-Tuning vertrieben wird und nicht ganz überraschenderweise "gewinnt". Was dabei gemessen wird zeigt alles andere als die Wirksamkeit der Produkte, aber das wird nach allen Regeln der Kunst verschleiert. Diese Geräte tun offenbar nichts Anderes als die Entmagnetisierdrosseln, die man früher zur Behandlung von Tonköpfen benutzt hat. Bloß die Bauform ist anders. Entsprechend wird ein Magnetfeld mit der Netzfrequenz erzeugt, und das kann man natürlich auch messen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man sieht das über mehrere Seiten hinweg auch dargestellt, als ob es irgendwie besonders relevant wäre. Die Oberwellen im entstehenden Magnetfeld werden analysiert, und nebenbei merkt man mal wieder daß der Autor grobe Schnitzer in der Interpretation von Meßergebnissen macht, die starke Zweifel an seiner Qualifikation nähren. So interpretiert er z.B. auf einem Spektrumanalysator-Bild die Fläche unter der Kurve als Maß für die Gesamtenergie, was bei der logarithmischen Darstellung eines Spektrumanalysators völliger Unsinn ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da eine CD nicht aus magnetisierbarem Material besteht ist das natürlich alles völlig irrelevant, denn daß die Geräte ein magnetisches Wechselfeld erzeugen wird kaum jemand bezweifeln wollen, und daß das Feld zwischen den Geräten unterschiedlich sein wird wohl auch nicht. Also wird auch eine Messung gemacht in der angeblich vor und nach der Behandlung einer CD das magnetische Feld der CD selbst gemessen wird. Zum Einen ist diese Messung ausgesprochen dubios, denn es ist z.B. unklar wie das Erdmagnetfeld ausgeklammert wird. Zum Anderen zeigt das Ergebnis die Irrelevanz der ganzen Sache, denn ein CD-Spieler ist schon durch seinen eigenen Trafo, und generell durch die Umgebung im Wohnzimmer, weitaus größeren Magnetfeldern ausgesetzt als es nach dieser (zweifelhaften) Messung von der CD kommen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Argument fällt dem Autor natürlich nicht ein. Es gibt auch kein Wort eines Kommentars zu den nichtmagnetischen CDs, der Autor tut so als verstünde sich die Sinnhaftigkeit der Entmagnetisierung von selbst. Stattdessen (wir kennen das ja schon von der Bybee-Geschichte) gibt's noch den Hinweis auf einen Hörtest, der die "Wirkung" bestätigt. Zu den Einzelheiten des Hörtests natürlich kein Wort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Sicherungen sieht's nicht viel anders aus. Mehrere Seiten Tabellen über die Messung des Gleichstromwiderstandes der Sicherungen kommen völlig ohne Diskussion ob und inwiefern diese Meßwerte in einer konkreten Situation überhaupt relevant sind. Man erweckt den Eindruck als wäre es umso besser je geringer dieser Widerstand ist. Das kann man aber bloß beurteilen wenn man weiß in welcher Schaltungsumgebung die Sicherung eingesetzt werden soll. In der Regel ist das in der Stromversorgung, z.B. in der Primärwicklung eines Netztrafos. Gerade da ist der Einfluß aber völlig vernachlässigbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Brüller ist aber, daß der Widerstand getrennt für die beiden "Laufrichtungen" gemessen wird, und der Autor entblödet sich nicht die Unterschiede auf die Zugrichtung des Drahtes zurückzuführen. Bei der Größenordnung dieser Unterschiede ist aber klar daß schon die Reproduzierbarkeit der Messung schlechter sein muß, wir reden hier von ein paar Millionstel eines Ohms. Kontaktwiderstände eines Sicherungshalters sind weit größer. Dem Autor feht offenbar jede realistische Einschätzung der Lage und der Relevanz seiner Messungen. Das wird noch unterstrichen bei den Messungen mit einem Impedanz-Analysator, der mit Wechselstrom mißt. Auch hier weist der Autor darauf hin daß es unterschiedliche Ergebnisse bei beiden "Laufrichtungen" gegeben hat. Wenn es einen Punkt gibt, wo man den völligen Unverstand am deutlichsten sieht, dann hier.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rauschmessungen sind ebenso daneben. Man kann zwar dadurch feststellen ob und in welchem Ausmaß ein Stromrauschen auftritt, das über das thermische Rauschen hinaus geht, aber über die Auswirkungen auf das Gerät in dem die Sicherung sitzt ist dadurch nichts gesagt. Eine nachvollziehbare Argumentation über den Zusammenhang fehlt völlig. Der Autor tut wieder so als verstünde sich das von selbst, dabei ist das Gegenteil der Fall. Genauso bei der Thermospannung, die ist ebenfalls in der Praxis irrelevant, denn es handelt sich um eine Gleichspannung, und ähnliche Thermospannungen treten an vielen Stellen im Gerät auf ohne daß es eine Auswirkung hätte (wir reden von Mikrovolt hier).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also das gleiche Bild erneut: Zwischen den Meßwerten und der behaupteten Wirkung ist der Zusammenhang eine bloße Unterstellung, die nirgends nachgewiesen wird. Stattdessen tut man alles um dem Leser den Zusammenhang implizit nahezulegen, und schreckt dabei nicht vor einer völlig unsinnigen Interpretation der Messwerte zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Dokument über die Sicherungs-Messungen ist noch bemerkenswert daß ein Textabschnitt eingefügt ist, in dem anscheinend die Firma Hifi-Tuning "spricht" und nicht Gecom. Das wird aber nicht klar gemacht, es ergibt sich eher aus dem Zusammenhang und aus dem verwendeten Textfont. Es wird also zusätzlich noch verschleiert wer hier was behauptet. Die Trennung zwischen Auftraggeber und Meßlabor verschwimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich muß sagen daß das alles einen verheerenden Eindruck bei mir hinterläßt. Hier werden alle Prinzipien seriösen Arbeitens geradezu mit Füßen getreten. Mit solchen Beispielen seiner Arbeit gibt sich Stephan Goetze der Lächerlichkeit preis. Da muß der audiophile Wahn eine Sicherung zum Durchbrennen gebracht haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-2056064173611016499?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/2056064173611016499/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=2056064173611016499' title='16 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2056064173611016499'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2056064173611016499'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/10/sicherung-durchgebrannt.html' title='Sicherung durchgebrannt'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>16</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-3668508289112811804</id><published>2010-10-04T21:13:00.002+02:00</published><updated>2010-10-04T23:35:17.763+02:00</updated><title type='text'>Die neuen Leiden des jungen High-End-Herstellers</title><content type='html'>In den letzten Jahren hat immer wieder mal einer der kleineren Audio-Hersteller aus der Profi-Ecke angefangen sich im "High-End"-Audio-Bereich zu engagieren. Ich finde das "interessant". Wissen die Leute auf was sie sich da einlassen? Sind sie auf die "Kundschaft" vorbereitet die sie erwartet?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den ersten Blick sieht so ein Schritt ja durchaus logisch und folgerichtig aus. Man hat sich im Profibereich einen gewissen Namen erarbeitet, kennt sich mit seiner Technik aus, und es scheint im hochpreisigen Consumer-Bereich Leute zu geben die Qualität zu schätzen wissen und dafür auch ein paar Euro mehr auszugeben bereit sind. Jetzt muß man nur noch seine Technik in ein Gehäuse verpacken das sich auch im Wohnzimmer gut macht und nicht bloß im Technikraum eines Studios. Guter Plan, oder?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Gedanken scheinen sich im deutschsprachigen Raum z.B. &lt;a href="http://www.weiss-highend.ch/core.html"&gt;Daniel Weiss&lt;/a&gt; gemacht zu haben, und danach &lt;span style="text-decoration: underline;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.violectric.de/"&gt;Fried Reim&lt;/a&gt;. Bestimmt auch &lt;a href="http://www.funk-tonstudiotechnik.de/"&gt;Thomas Funk&lt;/a&gt;, aber der hält sich bislang (un-) auffällig zurück. Bei allen dreien ist der Leumund natürlich völlig unzweifelhaft, ganz im Gegensatz zu einigen von vorn herein auf den High-End-Bereich zielenden Gesellen. Umso spannender ist es sich anzusehen wie sie sich "am anderen Ufer" behaupten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Pro-Audio-Kunden sind auch nicht immer die kompletten Durchblicker, aber als Pro-Audio-Hersteller ist man nicht unbedingt vorbereitet auf den Typ von Kundschaft den man im High-End-Bereich vorfindet. Ich habe für die betroffenen Hersteller großes Mitgefühl, und gleichzeitig große Neugier wie sie diese Herausforderung meistern. Unter anderem interessiert mich dabei auch wie sie auf die Erkenntnis reagieren daß das Geld in diesem Bereich eventuell nicht ganz so einfach verdient ist wie man es sich vielleicht vorstellen würde. Man kann zwar ordentliche Preise verlangen und ordentliche Margen erzielen, aber man muß dafür auch all die Vollpfosten ertragen können die sich für gescheiter halten als man selbst. Tricky.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehen wir uns mal an einem schon etwas älteren &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=100&amp;amp;thread=1580&amp;amp;postID=1#1"&gt;Beispiel&lt;/a&gt; aus dem Hifi-Forum an wie das so ablaufen kann. "Betroffener" ist in diesem Fall Fried Reim als Vertreter seiner Marke "Violectric", was auch deswegen ein interessantes Beispiel abgibt weil er in betreffendem Thread unter dem Nick "&lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=profile&amp;amp;pID=83552"&gt;fdg&lt;/a&gt;" selbst schreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Story in Stichworten: Violectric hat einen neuen D/A-Wandler vorgestellt, und im Forum berichtet einer der ersten Kunden über seinen Test des neuen Geräts. Der fällt nicht gerade positiv aus, denn der Tester hört keinen Unterschied zum eingebauten Wandler seines CD-Spielers. Das und die sich daran anschließende Diskussion illustriert ganz gut mit welcher "Meute", mit welcher Erwartungshaltung und mit welcher "Fachkompetenz" man es hier zu tun hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der gerade für einen Pro-Audio-Entwickler mit einem gerüttelten Maß an Sachverstand befremdliche erste Punkt ist diese interessante Erwartungshaltung, daß ein D/A-Wandler irgendwie "anders" klingen müsse. Für mich und offenbar auch Fried wäre das erst einmal eine beruhigende Nachricht. Das Vergleichsgerät wurde anscheinend ebenfalls kompetent entwickelt, und der Vergleich findet auf einem hohen Niveau statt. Bloß daß der Tester das ganz anders sieht. Daß er für Null Klangunterschied kein neues Gerät kaufen wird und somit als Kunde ausfällt ist ja noch nachvollziehbar, wenigstens wenn sein Motiv für einen CD-Wandler-Kauf darin besteht seinen CD-Spieler "aufzupeppen", aber warum zieht er daraus nicht einfach den Schluß daß sein CD-Spieler auch mit dem internen Wandler schon auf einem hohen Niveau spielt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stattdessen scheint festzustehen daß der CD-Spieler-Wandler nicht viel taugt und demzufolge der neue D/A-Wandler ebensowenig taugen kann. Das ist die audiophile Erwartungshaltung und gleichzeitig der audiophile Selbstzweifel: Was ich momentan habe ist sicher suboptimal, ich brauche was besseres, und das muß einen merklichen Unterschied machen. Das Problem ist bloß: Je besser die Geräte werden, desto gleicher klingen sie. So jedenfalls sieht's ein "Profi". Der Audiophile sieht's gerade andersrum: Je besser die Geräte werden desto verschiedener klingen sie. Die Anlage wird "hochauflösender", deckt mehr Unterschiede auf, so sieht er das. In Wirklichkeit geht die Qualität so bergab, den nur bergab kann es zu immer deutlicher wahrnehmbaren Unterschieden kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frustration des Entwicklers ist in so einem Szenario greifbar: Er ist überzeugt ein gutes Produkt gemacht zu haben, und dann schreibt ein audiophiler Tester einen Bericht der (zumindest in den Augen des Entwicklers) darauf hinausläuft daß das Gerät leider &lt;span style="font-style: italic;"&gt;nicht schlecht genug&lt;/span&gt; ist. Man steht schlecht da, obwohl man nichts falsch gemacht hat. Falsch im Kontext der eigenen Qualitätsvorstellung jedenfalls. Wieso kneift man für solche Dilettanten dann eigentlich den Arsch zusammen und gibt sich Mühe? Man könnte problemlos einen Ramsch zusammenlöten, der jede Regel ordentlicher Ingenieursarbeit mit Füßen tritt, und die Leute hätten ein Gerät das tatsächlich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;unterschiedlich&lt;/span&gt; klingt. Nämlich grottenfalsch. Und sie würden es feiern. Wie z.B. die &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/08/nos.html"&gt;NOS-Wandler&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und es geht weiter: Mit audiophilem Gespür findet der Tester die entscheidende Achillesferse des Gerätes, nämlich daß es eine digitale Lautstärkeregelung besitzt. Da würde ja der Datenstrom "beschnitten". Das passiert genau genommen im D/A-Wandler-Chip selbst, und der Einwand zeigt wie es um den Sachverstand des Testers bestellt ist. Im D/A-Wandler werkelt ein Digitalfilter, das bestimmt hunderte von Rechenoperationen am Audiosignal ausführt bevor es ins Analoge gewandelt wird. Die eine Rechenoperation für die Lautstärke (eine Multiplikation) ist aber was anderes, die macht angeblich den Unterschied, und der High-End-Status des Gerätes ist damit &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=100&amp;amp;thread=1580&amp;amp;postID=12#12"&gt;futsch&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man wäre ja sogar als sachverständiger Dritter geneigt, dem Gesellen den berühmten Rat von Dieter Nuhr anzuempfehlen, wieviel mehr muß es da den Hersteller selbst drängen, um dessen "Baby" es schließlich geht. Aber gerade als Hersteller muß man zum üblen Spiel ja gute Miene machen, wie würde das aussehen wenn man die potenzielle Kundschaft abbürstet, so sehr sie das auch verdient hätte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drum finde ich daß die Geräte recht teuer sein müssen. Schließlich muß die Rechnung des Psychiaters, den man in ein paar Jahren braucht, davon mit abgedeckt sein. Nicht blöde finde ich die Strategie von Daniel Weiss. Der macht seine Geräte derart heftig teuer daß damit auch diejenigen "Kunden" abgeschreckt sind wie die Leute in diesem Hifi-Forum-Thread. Das spart Nerven. Wer sich ein Weiss-Gerät zum Ausprobieren stellen läßt wird sich hinterher wohl kaum einen 50€ China-Bausatz anschaffen und dann die Schmach dadurch kompensieren daß er das Ding mit aller Kraft in den Foren hypt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-3668508289112811804?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/3668508289112811804/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=3668508289112811804' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3668508289112811804'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/3668508289112811804'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/10/die-neuen-leiden-des-jungen-high-end.html' title='Die neuen Leiden des jungen High-End-Herstellers'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2038774880473829962</id><published>2010-09-03T15:47:00.002+02:00</published><updated>2010-09-03T16:47:07.638+02:00</updated><title type='text'>Für's Auge oder für den Arsch?</title><content type='html'>Als ich dieses Jahr kurz die High-End Messe in München besuchte, ist mir beim Anblick so mancher Lautsprecherkonstruktion eingefallen, wie ich vor Jahren in London im Design-Museum eine Ausstellung über Stühle gesehen hatte. Der Stuhl scheint für Designer eine besondere Herausforderung zu bergen, denn Stühle haben auch Leute entworfen die sonst ganz andere Dinge tun, z.B. Architekten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe da gar nichts dagegen, aber als pragmatischer Mensch komme ich nicht umhin zu bemerken, daß doch etliche dieser Konstruktionen zum Sitzen kaum geeignet sind. Es stellt sich die Frage wofür diese Exemplare eigentlich da sind: Für's Auge oder für den Arsch?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für einen Pragmatiker ist der Daseinszweck des Stuhls selbstverständlich in der menschlichen Anatomie begründet, und muß dazu passen. So wie der Hut auf den Kopf und der Schuh an den Fuß passen muß, so muß der Stuhl zum Hintern passen, sonst hat der Designer Mist gebaut. Besondere Designerkunst vermag es, ohne Abstriche an der Sitzqualität auch eine schöne und ästhetische Optik zu erreichen. Das ist für mich ohnehin das große Ziel und der Maßstab für gutes Design: Wenn das Produkt seinem Zweck so gut angepaßt ist daß es sich wie selbstverständlich zusammenfügt und umstandslos "funktioniert", und dabei auch noch schön aussieht. Etwas das "nur" schön aussieht, aber ansonsten unbrauchbar ist, begeistert mich dagegen sehr selten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es folgt daraus daß der Designer zwar durchaus etwas von Ästhetik verstehen muß, daß es aber noch weitaus wichtiger ist wenn er etwas von der Anwendung und Funktion des Produktes versteht. Wer einen Stuhl designen will muß zuerst etwas vom Arsch verstehen und dann vom Auge. Wer bloß etwas vom Auge versteht sollte nicht versuchen, mir einen Stuhl zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum bin ich darauf beim Besuch der High-End gekommen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, mir sind dort ein paar Lautsprecherkonstruktionen ins Auge gefallen bei denen ich zwar den designerischen Wunsch zur Extravaganz klar erkennen konnte, die aber eindeutig nicht von ihrem eigentlichen Zweck her entwickelt sein können. Es sind ganz offensichtlich Designerstücke, die in erster Linie ein auffälliges Möbelstück oder Accessoire in einer Wohnung sein sollen, und die zur Not auch noch musikähnliche Geräusche von sich geben können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das wäre in Ordnung wenn solche Konstruktionen nicht auch noch mit überragenden Klangeigenschaften beworben würden. Die können sie nämlich schwerlich haben. Nicht daß es unmöglich wäre, aber die Voraussetzungen dafür sind einfach außerordentlich schlecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gab es z.B. Lautsprecher zu sehen, die wie eine steile Pyramide geformt waren, an deren Spitze ein frei aufgehängter Hochtöner senkrecht auf eine Kugel gestrahlt hat, die wiederum den Schall des Hochtöners in alle Richtungen reflektiert hat. In der Pyramidenbasis fand man einen relativ bescheidenen Tief-Mitteltöner. Das Produkt kostet nichtsdestotrotz - ganz Designerware - ein Vielfaches dessen was der recht übersichtliche Materialaufwand erwarten ließe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wie ein Stuhldesigner, der keine Ahnung von menschlicher Sitzanatomie hat, so kann der Designer hier kein Verständnis von akustischen Gegebenheiten gehabt haben. Oder er hat sich entschlossen, diese Gegebenheiten im Interesse der Optik völlig zu ignorieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wozu soll es z.B. gut sein, den Hochtöner in alle Richtungen strahlen zu lassen? Die wenigsten Leute werden den Lautsprecher in die Raummitte stellen wollen, und die Zuhörer drum herum sitzen lassen. Immerhin, so bräuchte man bloß einen Lautsprecher und könnte die Kosten für einen zweiten sparen. Wenn man den Lautsprecher aber in die Nähe einer Wand stellt, dann bekommt man unweigerlich Probleme mit reflektiertem Schall, der dem Klangbild im günstigsten Fall etwas gefühlte Räumlichkeit verschaffen kann, aber eher dazu beiträgt daß die Ortung verschwimmt und ein Klangbrei entsteht. Wenn man aber die Wand bedämpft um den reflektierten Schall einzudämmen, dann absorbiert man drei Viertel des Schalls der vorher in alle Richtungen abgestrahlt wurde. Mit anderen Worten: Den Löwenanteil des abgestrahlten Schalls muß man eliminieren, was den Wirkungsgrad in den Keller treibt und zusätzliche Kosten für raumakustische Maßnahmen bringt. Man fragt sich was es bringen soll, Schall in Richtungen abzustrahlen die einem bloß Ärger bringen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wäre es da nicht besser wenn man diese Konstruktion als Funktionsmöbel für Innenarchitekten verkaufen würde, deren hauptsächliches Interesse nicht dem Klang oder der Musik, sondern dem optischen Erscheinungsbild gilt? Ehrlicher wäre es auf alle Fälle. In ein Design-Museum schafft man es damit vielleicht auch.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-2038774880473829962?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/2038774880473829962/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=2038774880473829962' title='23 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2038774880473829962'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2038774880473829962'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/09/furs-auge-oder-fur-den-arsch.html' title='Für&apos;s Auge oder für den Arsch?'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>23</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2813199193132352643</id><published>2010-08-22T20:49:00.002+02:00</published><updated>2010-08-22T22:56:15.372+02:00</updated><title type='text'>Der Fall Jambor und die Sache mit dem Recht</title><content type='html'>Ausgerechnet wenn's so richtig hysterisch zur Sache geht im Kommentarbereich meines Blogs (siehe meinen &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/07/brullende-taube-oder-das-ende-der.html"&gt;letzten Beitrag&lt;/a&gt;) bin ich im Jobstreß. Nein, nicht im Urlaub, wie gemutmaßt wurde, der kommt erst hinterher. Ich werde mich daher noch ein bißchen länger rar machen, außer ich finde eine Lücke zwischendurch, wie heute abend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es scheint sich ja auch wieder von selbst beruhigt zu haben, vielleicht ist die Phase akuter geistiger Inkontinenz ja vorbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich werde allerdings demnächst noch ein Plauderstündchen mit dem Rechtsanwalt verbringen müssen, denn womöglich geht es ja darum, dem Entstehen größeren Kollateralschadens beizeiten entgegen zu wirken. Man wird es vielleicht kaum glauben, aber wenn ich sehe wie sich manche Leute im Wahn nicht nur selbst ins Knie schießen, sondern die Extremitäten gleich ganz wegsprengen, dann kommt sogar mir der Gedanke ob solche virtuellen Selbstmordattentate nicht besser zum Nutzen des Attentäters, wenn auch gegen seine Absicht, unterbunden gehören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Grunde geht mir das gegen den Strich. Es wäre gewissermaßen eine Zensur zum Wohle der Zensierten. Das geht normalerweise als erzieherische Maßnahme bei Minderjährigen durch, im Erwachsenenstand geht man dagegen davon aus daß die Leute sich selber unter Kontrolle haben und so eine Bevormundung nicht mehr nötig haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber der Wahn scheint manche Leute zu Opfern ihrer selbst zu machen, zu Querschlägern ohne Impulskontrolle, die sich freiwillig selbst zur Einweg-Waffe machen wenn ihre Realitäts-Karikatur angesichts berechtigter Kritik zu zerbröseln droht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Problem dabei: Bisher war mir das recht wenn in meinem Kommentarbereich der Wahn für jeden sichtbar wird. Mit zu den Eigenheiten der audiophilen Pseudorealität gehört ja, daß man sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit als feinsinnig und kultiviert darstellt. Das erste, zugegeben recht einfache Problem besteht daher darin, diese Pose als Heuchelei zu entlarven. Dazu braucht man bloß ein bißchen an der sehr dünnen Oberfläche zu kratzen. Wenn dann der Irrsinn zutage tritt muß man ihn aber auch ertragen können. Viele sind da dünnhäutiger als ich, vielleicht auch weil sie überraschter davon sind was da plötzlich für ein Giftmüll zum Vorschein kommt den man dort naïverweise gar nicht vermutet hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Versuch, diesen Giftmüll &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;mir &lt;/span&gt;zur Last zu legen, bereitet mir dabei wenig Kopfzerbrechen. Man versucht den Boten für die schlechte Botschaft zu bestrafen, das ist ein alter Hut, und wer eine Mindestmenge Grütze unter der Mütze hat läßt sich davon nicht beeindrucken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sache wird ab dem Punkt allmählich zum Problem, an dem es den Glaubenskriegern gelingt, den Kollateralschaden in empfindliche Höhen zu treiben. Genau das ist ja das Problem der Selbstmordattentäter. Die sprengen sich schließlich nicht in die Luft weil sie das lustig finden. Sie wollen so viel Kollateralschaden als möglich erzeugen, und ihr Wahn läßt sie ihren eigenen, viel größeren Schaden als gerechtfertigt, heldenhaft und edelmütig erscheinen. Dabei könnte es etwas Schwachsinnigeres kaum geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe also zwar Interesse daran, daß der Wahn deutlich sichtbar wird, aber daß der ganze Platz hier in die Luft fliegt will ich nicht. Und siehe da: schon bin ich erpreßbar. Wenn ich signalisiere daß es Kollateralschäden gibt, die ich nicht zu akzeptieren bereit bin, dann wird damit auch automatisch klar was man tun muß um mich unter Druck zu setzen. Und wie man an Dirk Jambor sieht, gibt es Leute die verrückt genug sind, sich selbst dafür auf's Spiel zu setzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich neige nicht unbedingt dazu an der bisherigen Handhabung des Kommentarbereiches etwas zu ändern, aber ich habe angefangen darüber nachzudenken ob ich meine Linie vielleicht korrigieren muß. Was ich ganz sicher nicht tun werde ist die Einzelmoderation der Kommentare. Abgesehen von der zusätzlichen Arbeit, die ich nicht gebrauchen kann und nicht haben will, zumal sie grundsätzlich nur immer falsch sein kann, ist für mich noch weit wichtiger daß ich mit im Gegensatz zu so manchen anderen moderierenden Foristen im Klaren darüber bin daß ich als Haupt-Diskutant nicht neutral moderieren kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eher schon stelle ich die Kommentare ganz ab, entweder zeitweilig oder dauernd. Was aber schade wäre, und auch gegen mein erklärtes Ziel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht finden sich auch andere Alternativen. Letztlich wird auch die rechtliche Problematik dabei eine Rolle spielen müssen. Wobei ich das ziemlich entspannt sehe. Diese ganze hysterische Kampagne mit Jambor an der Spitze könnte kaum lächerlicher sein, daher kann mich das ganze Getöse nicht recht davon überzeugen daß hier Gefahr für mich im Verzug ist. Im Gegenteil:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Jambor wirft mir genau das vor was er selber tut. Die ganzen von ihm angeführten Paragrafen könnten prima auf seine eigene Masche angewandt werden. Er bezichtigt mich genau der Vergehen die er selber begeht. Das ist eine ziemlich durchsichtige "Haltet den Dieb" Methode, um von der eigenen üblen Hetzkampagne abzulenken.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Jambor macht unmißverständlich klar daß er mir in der &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;realen &lt;/span&gt;Welt an den Karren fahren will. Wie er da einem eventuellen Richter klar machen will daß er das Opfer ist und ich der Täter, das wird er wohl noch nicht einmal selber erklären können.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wieso es mir geboten wäre auf "Existenzen" Rücksicht zu nehmen, auf die der Betroffene augenscheinlich selbst keinerlei Rücksicht nimmt, wird auch nicht so einfach plausibel zu machen sein. Zumal, wieso sollte eine Existenz Rücksicht verdienen, die auf Lug und Trug aufgebaut ist, oder auf Unfähigkeit und Inkompetenz?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Bei allem pseudojuristischen Wortgeklingel ist doch eines sonnenklar geworden: Jambor will zwar die Paragrafen aller angeblichen Delikte kennen, aber er denkt nicht daran damit selber zum Gericht zu gehen. Nein, die Kastanien sollen dann schon Andere aus dem Feuer holen. Wieso sonst sollte er den Kommentarbereich sämtlicher Blogbeiträge mit entsprechenden Hinweisen zuspammen? Wer beabsichtigt, die Justiz anzurufen, der möge das tun, aber Jambor gackert bloß lautstark, damit Andere die Eier legen sollen. Und  derselbe Mann hat die Stirn mich der Feigheit zu bezichtigen!&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wenn es tatsächlich ausreichenden Anlaß für ein juristisches Vorgehen gegen mich gegeben haben sollte, dann wäre das nicht an meinem Pseudonym gescheitert. Das Pseudonym hat von Anfang an nicht den Zweck gehabt, mich vor berechtigten Klagen zu schützen. Ich habe alles Nötige dazu schon vor zwei Jahren &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2008/10/anonymitt-und-feigheit.html"&gt;hier im Blog geschrieben&lt;/a&gt;, und das gilt auch nach wie vor. Es hat aber bisher niemand eine Klage gegen mich angestrengt. Ich denke ich weiß auch wieso: Weil ich recht habe, und weil die Klage keine Chance hätte. Deswegen auch diese miese Schmierenkampagne: Die braucht es nicht weil ich im Unrecht bin, sondern weil ich im Recht bin.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man braucht sich bloß vor Augen zu führen wie wenig inhaltliche und sachliche Einwände auf meine Beiträge kommen, und wie schnell die Opposition sich Angriffen an meine Person zuwendet. Wie viel Diskussion gab's eigentlich im Kommentarteil zum Thema meines letzten Beitrags? So gut wie keine, nicht wahr? Dabei sind die Kommentare ein prima Beispiel für genau die Art der Kakophonie die ich beschrieben habe, die brüllende Gehörlosigkeit mit der Jambor und ein paar Gleichgesinnte über jede Kritik hinweg walzen wollen. Wieder einmal beweist man wie recht ich habe, inmitten empörter Einsprüche dagegen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Das ist vielleicht am Ende das Bemerkenswerteste, wie sehr durch sein Verhalten jemand wie Jambor bei allen Protesten mir letztlich recht gibt. Er bringt's sogar fertig, mir beim Versuch mich in einem ungünstigen Licht darzustellen noch ein gutes Zeugnis auszustellen, indem er mir bescheinigt zu 80% recht zu haben, und dann unfähig dazu ist zu erklären worin die fehlenden 20% bestehen. Das erklärt auch die maßlose Wut, denn wer letztlich merkt daß bei allen Versuchen, mir an den Karren zu fahren, letztlich doch der eigene Karren als Schrotthaufen endet, und an meinem kaum eine Delle ist, der läßt sich vom Frust vielleicht noch weiter in seinen Rachewahn treiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man in die Hitze des Gefechts verstrickt ist mag einem das Schauspiel bedrohlich und erschreckend vorkommen, aber mit ein bißchen Distanz wird es zu dem was es ist und schon immer war: Eine Farce. Einem notorischen Heuchler und Dampfplauderer ist die Fassade eingestürzt, und er hat darüber mächtig Dampf abgelassen. Wenn sich die Schwaden verzogen haben kann man wieder zur Tagesordnung zurückkehren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-2813199193132352643?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/2813199193132352643/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=2813199193132352643' title='150 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2813199193132352643'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2813199193132352643'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/08/der-fall-jambor-und-die-sache-mit-dem.html' title='Der Fall Jambor und die Sache mit dem Recht'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>150</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2501507319142310883</id><published>2010-07-31T08:21:00.002+02:00</published><updated>2010-07-31T10:58:57.187+02:00</updated><title type='text'>Brüllende Taube, oder das Ende der Kommunikation</title><content type='html'>Wir brauchen uns eigentlich über den Lautheitswahn bei Musikproduktionen und bei Radios nicht zu wundern, denn das Prinzip gilt anscheinend generell bei menschlicher Kommunikation. Oder besser "Nicht-Kommunikation", wenn man der Ansicht ist daß zur Kommunikation zwei Richtungen gehören: Nicht nur raus, sondern auch rein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn dabei ein (im übertragenen Sinn verstanden) entsprechender Lärmpegel entsteht, dann ist es mit der Kommunikation am Ende, weil bei den möglichen Empfängern schnell die Schotten dicht sind. Ein Haufen Taube brüllen sich gegenseitig an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So einen Zustand hat offenbar die Blindtest-Diskussion inzwischen erreicht. Es scheint darum zu gehen, sich gegenseitig zu übertönen, und dazu noch bemüht man sich durch eine Kakophonie von Irrlichtern möglichst viel begriffliches Chaos zu stiften, damit auch ja keiner mehr durchblickt worum es überhaupt geht. Siehe z.B. als aktuelles Beispiel &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5393"&gt;hier&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5373"&gt;hier&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5336"&gt;hier&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines dürfte schon mal klar sein: Mit &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;diesen&lt;/span&gt; Protagonisten (auf beiden Seiten!) und mit &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;diesen&lt;/span&gt; Vorstellungen von Blindtests hat so eine Veranstaltung nicht den geringsten Sinn. Welche Frage sollte damit auch beantwortet werden? Alle Beteiligten wollen ja schon wissen was bei "richtiger" Durchführung herauskommen wird (soll, muß), die Veranstaltung hat demzufolge einen rein demonstrativen Charakter, und es kann höchstens sein daß die Demonstration, sollte sie je stattfinden, so "mißlingt" wie etliche zuvor. An den Positionen der Beteiligten wird sich so oder so nichts ändern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht sollte man daher die Beteiligten daran erinnern, daß Kommunikation nur einen Sinn hat wenn es auch einen empfangsbereiten Empfänger gibt, und daß ein Test nur einen Sinn hat wenn klar ist welche Frage er beantworten soll. Ich füchte aber daß ich mit diesem Hinweis bei den Betroffenen nicht auf empfangsbereite Empfänger treffe. Vielleicht finden's aber wenigstens die Anderen interessant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer sich überlegt welche Frage ein Blindtest beantworten soll merkt schnell woran die Diskussion krankt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blindtests sind überhaupt erst erfunden worden um individuelle Voreinstellungen und andere subjektive Einflüsse als Einflußfaktoren ausklammern zu können. Egal ob es um Arzneimittel, um Nahrungsmittel oder um Audio geht, man macht solche Tests um eine Chance zu haben subjektive Faktoren von objektiven Faktoren zu trennen. Wenn daher Leute damit daher kommen daß die Wahrnehmung ja menschlich individuell sei und jeder anders empfinde, und daß diese Wahrnehmung ja noch gar nicht engültig erforscht sei, dann sind sie in einer Blindtestdiskussion im falschen Film. Eine entsprechende Diskussion permanent mit solchen am Thema vorbei gehenden Beiträgen zu überziehen ist damit Trollerei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für einen Blindtest ist nicht nötig daß man über die individuelle Wahrnehmung irgend etwas weiß. Es genügt zu wissen daß es subjektive Einflüsse gibt, und wie sie sich auswirken können. Man muß nur so viel über diese Einflüsse wissen daß man sie beim Test ausschließen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt auch keinerlei Notwendigkeit, daß der Blindtest "maximal" empfindlich ist. Ob er das ist oder nicht kann man sowieso nicht so einfach sagen. Man kann allenfalls den Test so gestalten daß man als Ergebnis erfährt wie empfindlich er war, aber das erfordert daß man die gesuchten Parameter kennt und quantitative Referenzen beim Test zur Verfügung hat. Aber selbst wenn man das nicht hat ist ein Blindtest immer noch ein Blindtest, man muß bloß aufpassen welche Schlüsse man aus seinem Ergebnis ziehen kann und welche nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele der Einwände, die gegen Blindtest so penetrant und lautstark vorgetragen werden, gehen also an der Sache völlig vorbei. Diese Einwände tragen nichts zur Diskussion um Blindtests bei, sie sind aber deutlicher Ausdruck der Denkweise und Haltung der Beteiligten. Es handelt sich hier schließlich um absolute Grundlagen, die man schon nach sehr kurzer Beschäftigung mit dem Thema intus haben müßte. Angesichts dessen daß die Beteiligten schon seit Jahren beim Thema mitdiskutieren wird klar daß hier Erkenntnisverweigerung vorherrscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die immer wieder heftig umstrittenen Blindtests von David (damit ich nicht die ganzen Links herauusuchen muß verweise ich einfach &lt;a href="http://www.musik-hifi-stammtisch.de/wbb2/thread.php?postid=197821"&gt;hierhin&lt;/a&gt;) werden damit meist zu unrecht angegriffen. Die Verblindung, die Auswertung und das generelle Testdesign waren im großen und ganzen in Ordnung. Wie empfindlich sie waren kann man mangels mit eingeplanter Gegenproben zwar nicht sagen, aber das macht den Test nicht zunichte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Problem ist daran höchstens was für Schlüsse daraus gezogen werden. Als Beweis für die prinzipielle Unhörbarkeit von irgendwas taugt so etwas schon aus Prinzip nicht, aber sogar mit Gegenprobe wäre das so. Was man aber sehr wohl daraus folgern kann ist wie groß die Unterschiede allenfalls sein können wenn sie denn hörbar sein sollen. Und im Falle von Leuten wie Gemkow kann man zumindest schließen daß der Betreffende die Sache völlig falsch eingeschätzt hat. Das ist ein wichtiges Ergebnis angesichts der Sache um die's da ging, nämlich Gemkow's eigene Kabelprodukte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rolle und Funktion solcher Tests wie denen von David liegt also nicht darin, daß sie irgend etwas beweisen, sondern daß sie aufzeigen wie sehr auch Fachleute und selbstbewußte Audiophile mit ihrer Einschätzung daneben liegen können. Genau die gleiche Funktion haben auch die sog. Fake-Tests (die nicht-blind sind), wo Umschaltungen nur vorgetäuscht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer dagegen wissen will wie weit seine eigenen Hörfähigkeiten wirklich gehen, oder wie weit die menschlichen Hörfähigkeiten im Allgemeinen gehen, wer also an den Grenzen interessiert ist und nicht an der Glaubwürdigkeit der Einschätzungen Anderer, der wird anders testen müssen. Das ist eine andere Frage, die deswegen auch anders angegangen werden muß. Diese Frage ist von Ansatz her wesentlich eher "wissenschaftlich".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer so ein wissenschaftliches Interesse hat der sollte sich auch an ein wissenschaftliches Vorgehen halten, und das fängt damit an daß man sich mit dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis auseinandersetzt. Da steht also erst einmal Recherche und Literaturstudium an. Davon ist gerade bei denen die schnell mit dem W-Wort bei der Hand sind rein gar nichts zu merken, und ich fürchte wenn die anfangen würden, sich die wissenschaftlichen Artikel zur Brust zu nehmen dann brächten sie es fertig, egal was da steht doch wieder ihre eigenen Hirngespinste herauszulesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedenfalls gibt es mehr als genug Erkenntnis und Erfahrung mit wissenschaftlichen Blindtests im Audiobereich, es ist geradezu lächerlich wenn da ein paar Amateure meinen es mit einem eigenen "Testdesign" besser zu können. Das was da an Testdesigns vorgestellt wird ist eher eine nicht enden wollende Reihe von Versuchen, wie man es fertig bringen kann einen Test zu erfinden den man als Blindtest verkaufen kann ohne daß er die entsprechenden Anforderungen erfüllen würde. Oder wie man wenigstens jegliche begriffliche Klarheit nachhaltig aus der Diskussion beseitigen kann wenn man schon sonst keinen Effekt damit erzielen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun bringt es erfahrungsgemäß nichts, jemandem eine Erkenntnis vermitteln zu wollen die er nicht haben will. Für die Kombattanten selbst habe ich daher keine Hoffnung, die wollen nichts Neues herausfinden, die wollen ihre bestehenden Erfahrungen behalten, und zwar auf beiden Seiten. Und sie wollen das &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;demonstrieren&lt;/span&gt;. Interessant und aufschlußreich ist aber für den distanzierten Beobachter &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;wie&lt;/span&gt; sie das tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Phase der Argumentation hat man im Grunde inzwischen hinter sich gelassen. Es werden die Scheuklappen enger geschnallt und man versucht durchzubrettern. David und Dirk gleichen sich darin interessanterweise, denn bei beiden sieht man ein "jetzt erst recht weiter so" im Verhalten, egal ob einem dabei noch jemand folgen mag oder nicht. Je dunkler der Wald, desto lauter das Pfeifen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Situation und Haltung wie sie sich dort darstellt haben Blindtests keinerlei Zweck mehr, die Diskussion könnte man an der Stelle also eigentlich beenden. Sie sind aber auch gar nicht mehr nötig, denn wenn diese Blindtests (die nicht-wissenschaftlichen) dazu da sind daß man sich über die Glaubwürdigkeit der Einschätzungen von bestimmten Leuten ein Bild machen kann, dann werden sie nicht mehr gebraucht. Der Auftritt der entsprechenden Leute macht es einfach, sich dieses Bild auch ganz ohne Blindtests zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Diskussion um den neusten von Dirk favorisierten D/A-Wandler ist dafür ein Beispiel. Man könnte natürlich einen Blindtest organisieren um herauszufinden ob der neue D/A-Wandler wirklich so deutlich anders ist als der vorige, aber wozu? Es ist eigentlich völlig egal ob das so ist oder nicht, die Art und Weise wie Dirk in dieser Sache auftritt macht ihn so oder so völlig unglaubwürdig. Kein denkbarer Ausgang so eines Blindtests würde ihn in einem guten Licht darstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man braucht dazu die beiden Geräte auch gar nicht selbst gehört zu haben, es reichen ein paar Plausibilitätsbetrachtungen. Man braucht nicht einmal zu berücksichtigen daß er den vorigen Wandler von Lavry mal als Händler vertreten hat und vielleicht ein nicht-klangliches Motiv zu so einer Einstufung hat, es ist klar daß das Gerät zu den besten am Markt verfügbaren Geräten gehört. Wenn sich ein anderes Gerät sehr deutlich klanglich davon absetzt dann muß es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schlechter sein, denn nach oben hin gibt es einfach nicht mehr so viel Raum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So oder so, wenn der Unterschied wirklich so groß ist dann macht er sich lächerlich weil nicht ersichtlich ist wie er dann zuvor den Lavry so loben konnte, und wenn er nicht so groß ist dann macht er sich wegen seiner maßlosen Übertreibungen lächerlich. Egal wie's nun wirklich sein mag, mit seinen Urteilen ist nichts anzufangen, die Glaubwürdigkeit im Keller.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenso steht's mit der Haltung einiger Diskutanten die immer wieder mit aller Penetranz auf die Individualität der Wahrnehmung, die Unerforschbarkeit menschlicher Kognition oder die Unmeßbarkeit der Musikempfindung pochen. Das sind alles für das Thema Blindtest irrelevante Einwände, und wer darauf pocht will im Grunde von Blindtests nichts wissen. Für (oder mit, oder gegen&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;) solche Leute einen Blindtest veranstalten zu wollen ist schon im Ansatz vergeblich, es gibt auch da kein denkbares Ergebnis das irgend einen Fortschritt zur Folge hätte. Und das ist nicht der Fehler der Blindtests.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Blindtest veranstaltet man wenn man sich der subjektiven Einflüsse auf ein Hörerlebnis bewußt ist und solche Einflüsse möglichst los werden will, weil man ein objektives Urteil haben möchte. Die größten Kritiker der Blindtests wollen aber ausweislich ihrer ureigenen Argumentation gerade keine objektive Antwort haben, und pochen auf den Vorrang des subjektiven Empfindens. Schon eine Teilnahme an Blindtest-Threads ist daher im Grunde eine Verfehlung des Themas, und letztlich der Versuch die Diskussion zu torpedieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der eigentliche Streitpunkt zwischen den Fraktionen hat damit auch gar nichts mehr zu tun, sondern im Grunde geht es wieder einmal darum wie man es mit der Objektivität hält. Es gibt nun einmal eine Gruppe von Leuten die damit auf Kriegsfuß stehen, und für die ihre eigene subjektive Empfindung immer sticht. Mit solchen Leuten ist nicht zu reden. Wie ich früher schon schrieb: Die stecken mit ihrem Kopf tief im eigenen Hintern. Alles was sie wahrnehmen ist letztlich ihr eigenes Inneres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anstatt also an der allgemeinen kommunikationslosen Kakophonie teilzunehmen könnte man sich auch einfach zurücklehnen und sich klar machen daß die Blindtestdiskussion ihren sinnvollen Effekt bereits gehabt hat, und daß man vielleicht die eigentlich wichtigen und interessanten Lehren gar nicht aus den Blindtests selbst gewinnt, sondern aus der Art wie die verschiedenen Parteien damit umgehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-2501507319142310883?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/2501507319142310883/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=2501507319142310883' title='652 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2501507319142310883'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/2501507319142310883'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/07/brullende-taube-oder-das-ende-der.html' title='Brüllende Taube, oder das Ende der Kommunikation'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>652</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-6606607509630395579</id><published>2010-07-18T19:37:00.003+02:00</published><updated>2010-07-18T21:49:59.637+02:00</updated><title type='text'>High-End Mastering</title><content type='html'>Mastering war früher mal die Tätigkeit, einen "Mix" so aufzubereiten daß man das Resultat auf einen Tonträger zum Verkauf pressen konnte. Hört sich trivial an. Schließlich ist der Mix bereits in Stereo, wenn man auf CD oder Vinyl veröffentlichen will. Man könnte also meinen es geht um wenig mehr als eine Datenkonversion. Hier das Masterband aus der Mix-Phase, dort die Preßmatritze für den Herstellungsprozeß. Zwei verschiedene Träger, die gleichen Daten. So könnte man meinen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als das Zielmedium die Langspielplatte war stellte sich die Lage aber deutlich komplexer dar. Das Material aus dem Mix konnte (und kann) man nicht einfach so auf Platte pressen. Das Medium Schallplatte hat so seine speziellen Eigenheiten, die nach einem Spezialisten verlangen damit bei dieser "Datenübertragung" die optimalen Ergebnisse rauskamen. Zum Beispiel muß man einen Kompromiß zwischen Lautheit, Frequenzkomponenten und Rillenbreite eingehen, um bei sicherer Abspielbarkeit die Rauschabstände und die Spielzeit optimal auszunutzen. Wenn man's übertreibt, dann kann die Nadel aus der Rille springen. Der für den Mix verantwortliche Tontechniker kümmert sich um sowas normalerweise nicht, der sorgt für die rechte klangliche Balance zwischen den Spuren bzw. Instrumenten. Deswegen hatte man den Mastering-Engineer, der aus dem Zielmedium das Beste herausholen sollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist erst einmal keine künstlerische oder kreative Rolle, dennoch haben sich die Mastering-Engineers eine gewisse künstlerische Rolle erobert, denn sie sind vor einer Veröffentlichung der letzte, der noch in der Lage ist, am Klang des Werks korrigierend einzugreifen. Was danach kommt ist nur noch ein Fertigungsprozeß, der hoffentlich ausreichend gut beherrscht ist daß gute Qualität bei jeder Scheibe herauskommt. Zudem hat der Mastering-Engineer nochmal eine unabhängige Sicht und Meinung beizusteuern, was das werdende Produkt angeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die CD als digitales Medium hat die meisten der Eigenheiten einer Schallplatte nicht. Der Mastering-Prozeß ist daher im Grunde viel einfacher, wenn man mal von den künstlerischen Aspekten absieht. Mit dem Aufkommen der Audiobearbeitung am PC gab es bald auch Software, mit denen praktisch jeder das Mastering selber machen konnte. Das Ergebnisse, die gebrannte CD-R, konnte man dem Preßwerk geben, und die vervielfältigten das ganz einfach. Bye-bye Mastering-Engineer. Oder vielmehr: Be-your-own-mastering-engineer!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hätte die professionellen und teuren Mastering-Engineers, die teilweise an dem Punkt im Begriff waren zu Berühmtheiten aufzusteigen, überflüssig machen können. Aber aus verschiedenen Gründen kam's nicht so. Zum Einen kommt auch beim Mastern, wie bei so vielen Dingen, Schrott heraus wenn man keine Ahnung hat, und eine PC-Software kann Ahnung letztlich nicht ersetzen. Zum Anderen gab's zunehmend neue Aufgaben für den Mastering-Engineer: Laut machen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem laut machen haben sich auch Mix-Engineers immer wieder versucht, und selber den Kompressor auf dem Mix-Bus angeschmissen. In vielen Fällen ist das aber nicht so erfolgreich gewesen, und die Mastering-Engineers konnten sich ihre Marktlücke behaupten. Im Grunde ist das ein Segen, denn dann besteht wenigstens eine Chance daß vom Mix ein halbwegs unvermurkstes Masterband übrig bleibt, aus dem man bei passender Gelegenheit auch gut klingende Veröffentlichungen generieren kann. Wer akzeptiert daß das Lautmachen der Job des Mastering-Engineers ist, der kann sich wieder auf das konzentrieren was einen guten Mix ausmacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letztlich gibt's aber immer wieder ein gewisses Konkurrenzverhalten zwischen den beiden Rollen, und der Kostendruck tut dazu sein Übriges.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen machen Mastering-Engineers eigentlich nur noch dadurch Schlagzeilen daß sie eine besonders laute Produktion abliefern, also eine weitere Marke auf der Skala des "Loudness Wars" erreicht haben. Das scheint inzwischen ihr Existenz-Zweck zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und es stimmt ja auch: Wenn man das noch toppen will was da inzwischen an totkomprimierten Maximal-Laut-Produktionen abgeliefert wird, dann muß man schon was drauf haben. Von einem normalen Mix-Engineer kann man nicht erwarten daß er da mithalten kann. Eine Produktion die in die Charts will braucht daher nach wie vor einen guten Mastering-Engineer, sonst kann man sich nicht gegen die Lärm-Konkurrenz durchsetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb wundert's nicht daß gerade die großen Mastering-Namen hier ihre Talente einsetzen. Eine Zeit lang schien es so als sei das Lautmachen die Domäne einer neuen Generation von Mastering-Ingenieuren. Womöglich hatten die alten Platzhirsche eine Weile Skrupel, der Musik das anzutun. Aber wenn's um's Geld geht bricht der Widerstand schnell zusammen. Bob Ludwig z.B., einer der ganz großen Platzhirsche des Mastering, gehört inzwischen auch in die vordere Riege der Lautmacher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das führt zu einer interessanten psychologischen Situation: Die Mastering-Ingenieure haben einigen Aufwand darin investiert, sich als die Hüter audiophiler Werte darzustellen. Mehrere dieser Leute gelten als Goldohren par excellence und betreiben ziemlich effektives Selbstmarketing in diese Richtung. Das geht nicht gut zusammen mit dem tatsächlichen Output, den sie generieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es fällt vielleicht nicht jedem gleich ins Auge, aber auf mich wirkt es ziemlich grotesk, wenn der gleiche Mensch auf der einen Seite über die angeblichen klanglichen Unterschiede zwischen einem 24-bit D/A-Wandler und einem 32-bit D/A-Wandler schwadroniert, und über die Unzulänglichkeit eines Mediums wie der CD, die klagenswerterweise bloß 16 Bit und 44,1 kHz bietet, und auf der anderen Seite kommen aus seiner Werkstatt Machwerke heraus die auch mit 4 Bit auskommen würden. Die oberen 4 Bit natürlich, also ironischerweise das "High-End".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon komisch, nicht? Wenn man den Gestehungsprozeß einer solchen Musikproduktion als Kette darstellt und sich die Stufen anhört, dann findet man daß ausgerechnet in der Stufe, wo der ausgewiesenste Audiophile sitzt, nämlich im Mastering, die Klangverschlechterung am deutlichsten ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mastering ist daher heutzutage ein Job für Schizophrene. Die Realität der Arbeit und der Anspruch klaffen weit auseinander, und den Bruch muß man im Interesse der erträglichen Selbstwahrnehmung irgendwie überkleistern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber auch nicht unbedingt schwer ist:&lt;br /&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;Schuld ist nämlich immer jemand Anderes. Die Mastering-Ingenieure würden ja gerne anders, dürfen aber leider nicht. Und wenn der Eine nicht täte, dann würde es halt jemand Anderes tun. Und bevor der das Geld einsackt mach's lieber ich. Allgemeines kollektives Achselzucken.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Mit der demonstrativen Audiophilie kann man ebenfalls die bösen Geister abwimmeln. Wer so ein feines Gehör hat, und auf solche Winzigkeiten wert legt, der kann kein schlechter Mensch sein, oder? Der würde doch auf alle Fälle, in den Grenzen seiner Möglichkeiten natürlich, den Sound so gut machen wie's irgend geht! Das würde er doch bestimmt, oder?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Mittlerweile gibt's auch keinen Mangel an Marketing gegen den Lautheitswahn, für die Popularisierung von mehr "Dynamic Range", und da kann man an vorderster Front seine rechtschaffene Gesinnung demonstrieren. Man ist selbstverständlich sehr für mehr Dynamik, und sehr gegen den Lautstärkewahn, das versteht sich als Audiophiler ja von selbst! Außer man redet mit den potentiellen Auftraggebern, da ist man der fähigste Lautmacher, denn man will ja den Auftrag haben.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Zwischendurch macht man immer mal wieder auch eine wirklich gute Produktion, wenn sowieso klar ist daß das Material nicht chart-fähig ist. Bei guten Mixes braucht man dazu evtl. nur weitgehend die Finger weg zu lassen. So etwas ist ungemein gut für die audiophile Selbstdarstellung, denn man kann solche Beispiele jedem Kritiker unter die Nase reiben.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Besonders witzig: Man kann wegen der erwähnten Eigenheiten der Schallplatte nicht gar so grob vorgehen wie bei der CD, außerdem ist die Schallplatte ein Nischenprodukt, das dieses aggressive Marketing nicht braucht. Also mastert man die CD beschissen und die LP deutlich besser. Und kann so gleich noch eine andere audiophile "Wahrheit" unter's Volk bringen, nämlich daß analog besser sei als digital. Es gibt Mastering-Ingenieure die deswegen ganz bewußt empfehlen die LP zu kaufen wenn man guten Klang will. Technisch gesehen ist das absurd, vom Marketing her macht's Sinn.&lt;br /&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;Ich habe leider Probleme mit dieser Art der Selbstdarstellung. Ich kann die Widersprüche und die Heuchelei nicht ausblenden. Vielleicht ist das Mastering noch nicht tot, aber es riecht ausgesprochen komisch.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-6606607509630395579?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/6606607509630395579/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=6606607509630395579' title='205 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6606607509630395579'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/6606607509630395579'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/07/high-end-mastering.html' title='High-End Mastering'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>205</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-4014594086956416251</id><published>2010-06-27T09:28:00.006+02:00</published><updated>2010-06-27T14:19:24.088+02:00</updated><title type='text'>Blindtest-Begriffsdiebstahl</title><content type='html'>In der Politik ist es ein altbekanntes Prinzip: Wenn man einen Gegner nicht erfolgreich diskreditieren kann, dann muß man seine Begriffe besetzen. Die Idee der Demokratie als solche zu diskreditieren ist zum Beispiel recht schwierig. Die Idee, daß das Volk selbst die Macht hat, ist einfach so verlockend daß man schon zu Gehirnwäsche greifen müßte um zu erreichen daß die Betroffenen sich de facto selbst entmündigen. Es gibt allerdings immer noch erstaunlich Viele die man dahin bringen kann, aber reichen tut's zum Glück recht selten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der weitaus stärker verbreitete Umgang mit diesem Problem bedient sich daher der Begriffsbesetzung. Man versucht, den Begriff so umzuerklären daß sein guter Klang nicht verloren geht, sein Inhalt aber verbogen und verwässert wird bis zu dem Punkt wo man zu den gewünschten Machtverhältnissen kommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So z.B. die vor 20 Jahren verblichene DDR. Das war ein angeblich demokratischer Staat in dem das Volk de facto nichts zu sagen hatte, außer es entsprach zufällig dem was die Staatsführung ohnehin gut fand. Demokratie stand auf der Schachtel drauf, innen drin war Diktatur. Eine Mogelpackung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gebe zu daß ich diese Taktik noch abstoßender finde als eine offene Diktatur. Es ist nicht nur unterdrückerisch, es ist dazu auch noch verlogen. Die positive Kehrseite der Medaille ist aber, daß es auf eine selbstbewußtere und besser informierte Masse hindeutet wenn man zu dieser Lüge zu greifen sich bemüßigt fühlt. Ein Staatswesen das sich mit solchen Lügen etikettiert ist daher schon von vorn herein schwächer als eines, das geradeheraus als Diktatur auftritt. Die Lüge zeigt im Grunde daß sich die Diktatoren über ihre relative Schwäche im Klaren sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man so auf der Welt herumguckt findet man problemlos weitere Beispiele dafür. Wenn z.B. die iranischen Machthaber sich ihrer Sache so sicher wären würden sie keine Wahlen veranstalten und die dann fälschen. So etwas macht man bloß weil das Volk zu gut Bescheid weiß und zu selbstbewußt ist als daß es sich direkt einer Diktatur unterwerfen würde. Man versucht also, ihm etwas zu verkaufen wo Demokratie draufsteht, aber keine drin ist. Offen entmündigen läßt sich das Volk nicht mehr, also versucht man's zu verarschen. Bloß ist's von da aus auch nicht mehr weit bis sich das Volk auch nicht mehr so einfach verarschen läßt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber natürlich geht's in meinem Beitrag hier nicht eigentlich um Demokratie sondern um Blindtests, und es wird Zeit daß ich in meiner bekannt demagogischen Art nach dieser gewichtigen Einleitung den Bogen zurück zum Thema spanne. Ich finde da nämlich interessante Analogien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Blindtests hat es eine Weile lang so ausgesehen als suchten die Gegner ihr Heil darin, Blindtests als prinzipiell untauglich für das Feststellen kleiner Details darzustellen. Oder alternativ als völlig irrelevant für das Hobby Hifi. Aber diese pauschale Verteufelung scheint nicht recht fruchten zu wollen, die Anhängerschaft solcher Fundamentalopposition scheint sich auf eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Hardcore-Audiophilen zu beschränken, und sie läßt sich nicht so einfach vergrößern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie die Demokratie ist eben auch der Blindtest eine im Grunde bestechende Idee. Wer wirklich am Hören und nur am Hören interessiert ist, und dafür belastbare Erkenntnisse sucht, der muß eben störende Fremdeinflüsse ausschalten, egal ob sie durch andere Sinne, durch Psychologie oder durch ungleiche Randbedingungen verursacht sind. Da kann man nicht wirklich dagegen sein ohne sich verdächtig zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter diesen Umständen scheint sich ein Strategiewechsel zu vollziehen. Man setzt anscheinend vermehrt darauf, den Begriff für sich zu besetzen. Es mehren sich Leute die quasi im Vorbeigehen erwähnen, sie würden Blindtests regelmäßig, als Teil ihrer Arbeit, durchführen. Die Message dabei ist: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Leute, der wirkliche Blindtest-Experte bin hier &lt;/span&gt;&lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;ich&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;, ich mach das praktisch dauernd. Wenn man es nur richtig macht, dann funktionieren Blindtests auch, und die ganzen Unterschiede kommen zum Vorschein von denen die Abstreiter nichts wissen wollen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wenn man dann näher untersucht was das ist was einem da als Blindtest angeboten wird, dann findet man eine groteske Karikatur eines Blindtests, die seriösen Kriterien nicht einmal ansatzweise standhält. Man baut einfach drauf daß das Publikum mit der Behauptung zufrieden ist und nicht in die Schachtel hineinguckt, auf der in großen Buchstaben steht: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Der &lt;span style="font-weight: bold; font-style: italic;"&gt;wahre&lt;/span&gt; Blindtest.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letzes Jahr habe ich z.B. über &lt;a href="http://pelmazosblog.blogspot.com/2009/04/die-groen-drei.html"&gt;die großen Drei&lt;/a&gt; geschrieben, wo es um drei Kommentare von Hifi-Zeitschriften ging, und die Stereoplay behauptete ja damals ausdrücklich, daß sie Blindtests Monat für Monat durchführten und auch "bestehen". Sie lassen sich über ihre Testmethoden nicht im Detail aus, aber es ist wohl auch so klar daß sie nicht annähernd den Kriterien entsprechen die an seriöse Blindtests zu stellen sind. Das wäre in dieser Form gar nicht leistbar. Ohne eine entsprechende Dokumentation kann man ja auch viel erzählen wenn der Tag lang ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Nachvollziehbarkeit zu sorgen kann dabei nicht in ihrem Interesse sein. Was nicht bekannt ist läßt sich schlecht im Detail bewerten und kritisieren. Wenn man das Feindbild passend aufgestellt hat, dann hat man damit auch den Vorwand dafür, sich dem gar nicht erst zu stellen. Das wissen auch die Politiker. Externe Wahlbeobachter z.B. werden in der Regel mit ähnlichen Argumenten abgelehnt. Die sind eben von vorn herein feindlich gesinnt, man ist denen nicht Rechenschaft schuldig, weiß selber besser wie Demokratie (oder eben ein Blindtest) funktioniert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ähnlich ist's auch mit einem vor kurzem veranstalteten Test, über den's im &lt;a href="http://www.hififorum.at/"&gt;Österreichischen Hifi-Forum&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5336"&gt;mehrere&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5343"&gt;Threads&lt;/a&gt; gibt. Wieder die gleiche Masche: Jemand behauptet daß seine "Art" der Blindtests die bessere bzw. richtige Art sei, liefert gleich die passende Abgrenzungs-Rhetorik mit, mit der man sich um genauere Nachprüfungen herumdrücken kann, und kümmert sich ansonsten so gut wie gar nicht darum, was das "Blind" in einem seriösen Blindtest eigentlich bedeutet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein interessanter Sport: Wie weit kann ich den Begriff Blindtest demontieren bevor es zu sehr auffällt und ich zurückgepfiffen werde? Anders gefragt, welche Kriterien oder Methoden eines seriösen Blindtests stehen dem von mir gewünschten Ergebnis entgegen, und komme ich damit durch sie einfach wegzulassen oder rebelliert dann das Volk?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei demokratischen Wahlen steht zum Beispiel dem gewünschten Ergebnis oft entgegen daß das Volk den Falschen wählt. Dem kann man auf verschiedene Weise begegnen, ohne daß man die Wahlen als solche gleich abschafft:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Man läßt nur solche Parteien zur Wahl zu die einem genehm sind. Im Idealfall bloß die Eine, aber es sieht oft besser aus wenn es mehrere sind die letztlich gleichgeschaltet sind.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man macht die Wahl öffentlich und sorgt für psychologischen Druck indem man seine Sympathisanten öffentlich ihre Stimme abgeben läßt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man macht die Auszählung und/oder die Auswertung geheim oder undurchsichtig, und manipuliert das Ergebnis zu seinen Gunsten.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man erklärt eine Wahl für ungültig wenn sie das falsche Ergebnis gebracht hat. Dafür kann man vorsorgen indem man eine gewisse Anzahl an problematischen Vorkommnissen insgeheim während der Wahl selber provoziert.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man hindert "problematische" Wähler daran, ihr Wahlrecht auszuüben. Von plumper Bedrohung bis hin zu subtilen Benachteiligungen gibt es dafür eine breite Palette an Möglichkeiten.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Bei Wahlen wie auch bei Blindtests ist es interessant, sich zu vergegenwärtigen wofür bestimmte "Regeln" da sind. Das heißt in welcher Weise der Zweck der Veranstaltung beeinträchtigt werden kann wenn man sich an eine bestimmte Regel nicht hält. Wer das im Geiste durch geht merkt sehr bald daß die Regeln alle einen praktischen Sinn haben, und daß man riskiert daß der Zweck des Ganzen in Frage gestellt wird wenn man von manchen Regeln Abstand nimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kann man auch prägnanter sagen: Wenn man sich nicht an die Regeln hält kann man's auch gleich sein lassen. An &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;alle &lt;/span&gt;Regeln!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie bei der Demokratie und ihren Wahlen sind die Regeln aus der Erfahrung mit Mißbrauch geboren. Sie sind eben keine Schikane um ein unerwünschtes Ergebnis zu erzwingen, sondern sie sind dazu da um den Mißbrauch so weit es geht einzudämmen. Wer diese Regeln aushebeln will, bei dem kann man davon ausgehen daß er genau diesen Mißbrauch auch im Schilde führt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei Blindtests gibt es eine Anzahl geradezu "klassischer" Mißbrauchsversuche:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Man sorgt nicht für Transparenz bei der Auswertung, so daß niemand nachvollziehen kann wie das Endergebnis zustande kam. Man ist darauf angewiesen den Angaben zu vertrauen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man sorgt nicht für ausreichende statistische Relevanz, so daß man zufällige Ergebnisse als Erfolg verkaufen kann. Meist wird das kombiniert damit daß man unter vielen Versuchen die wenigen herauspickt die für einen Erfolg zu sprechen scheinen, und läßt die anderen unter den Tisch fallen. Besonders für den statistisch unbedarften Laien sieht so Zufall schnell aus wie ein Beweis.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Man sorgt nicht für ausgeglichene Versuchsbedingungen. Sei es daß man Pegel nicht ordentlich abgleicht, oder daß man verräterische Details im Material beläßt (Umschaltklicks, Zeitdifferenzen, etc.), oder daß man eine für bestimmte Kandidaten unvorteilhafte Umgebung schafft.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Damit zusammenhängend: Man sorgt nicht für zuverlässige Verblindung. Man muß &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;alle&lt;/span&gt; Möglichkeiten ausschließen wie jemand durch "Fremdeinflüsse" eine Entscheidung treffen kann. Egal ob das durch Sehen passiert oder durch welche Informationskanäle das Vorwissen zustande kommt.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Aus diesen Gründen kann man von einem Blindtest keine endgültige Beweisführung erwarten, denn der Generalverdacht, daß ein unplausibles und überraschendes Ergebnis dadurch zustande kam daß es einen unentdeckten Fremdeinfluß gegeben hat, daß es also im Grunde gar kein Blindtest war, bleibt immer im Hintergrund bestehen. Das Einzige was hier hilft, indem es Vertrauen schafft, ist die Transparenz der Versuchsgestaltung und Auswertung. Wie bei Wahlen auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn der Fremdeinfluß unbeabsichtigt war und im Ausmaß begrenzt, dann kann das Ergebnis trotzdem gelten. Eine Wahl wird auch nicht bei jedem kleinen Fehler für ungültig erklärt. Es muß jemand bewerten ob eine Chance gegeben ist daß der Fehler den Wählerwillen signifikant verfälscht hat. Beim Blindtest muß man bewerten ob ein Verblindungsmangel das Ergebnis signifikant verfälschen hätte können oder nicht. Wenn Regeln ganz bewußt außer Kraft gesetzt werden um so etwas zu ermöglichen, dann ist auf jeden Fall Vorsicht am Platz. Besonders wenn die begleitende Rhetorik wie in den erwähnten Fällen so eindeutig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie bei der Demokratie auch ist es letztlich das Volk, das die Kontrolle ausübt. Mangels stringenter Beweismethoden kommt es darauf an, daß das Ergebnis plausibel ist, und daß es unter glaubwürdigen Umständen zustande gekommen ist. Man braucht nicht bei allen Auszählungen einer Wahl dabei gewesen zu sein, um ein Gefühl dafür zu kriegen ob es dabei im Großen und Ganzen mit rechten Dingen zu ging. Bei Blindtests empfehle ich die gleiche auf gesundem Menschenverstand basierende Herangehensweise. Wenn auf der Schachtel Unglaubwürdiges angepriesen wird, guckt man eben hinein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-4014594086956416251?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/4014594086956416251/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=4014594086956416251' title='188 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4014594086956416251'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4014594086956416251'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/06/blindtest-begriffsdiebstahl.html' title='Blindtest-Begriffsdiebstahl'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>188</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-1803538044613535011</id><published>2010-06-06T10:56:00.003+02:00</published><updated>2010-06-06T14:30:40.233+02:00</updated><title type='text'>Jitter-Verwirrungen</title><content type='html'>Der Jitter in digitalen Audiosystemen ist schon seit Langem ein Thema, aber in letzter Zeit scheint er wieder besonders Konjunktur zu haben.Das hat sicher auch damit zu tun daß man hier den Leuten besonders gut ein X für ein U vormachen kann, denn die Sache ist schwer zu verstehen, schwer zu messen (wenn die Messung seriös sein soll) und schwer in einen sinnvollen Bezug zum Gehörten zu bringen. Also mehr als genug Raum für audiophile Hirngespinste. Allein die Tatsache daß das Thema so sehr in der Diskussion ist scheint viele davon zu überzeugen daß da etwas dran sein müsse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt eine Menge Webseiten die einem versuchen die Sachverhalte auf einfache Weise zu erklären, und es sind darunter auch etliche die zumindest das grobe Verständnis was Jitter ist und warum es ein Problem sein kann richtig wiedergeben. Wie so oft geht dann aber der Unfug los wenn der Bezug zu hörbaren Effekten hergestellt werden soll. Was da unterstellt wird ist nicht selten um den Faktor 10000 daneben, das heißt es wird ohne seriösen Nachweis unterstellt daß Jitter hörbar sei, der 10000 mal schwächer ist als er sein dürfte, bevor er nach seriösen Studien tatsächlich hörbar wird. Kaum irgendwo sonst in der sowieso schon von grandiosen Selbstüberschätzungen gepflasterten Audiophilenszene findet man eine Diskrepanz von derartigen Ausmaßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gepaart ist das mit Angaben von Jitterwerten, die noch nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar sind, weil jegliche Angaben zu Meßbedingungen und Meßverfahren fehlen. Wie Jitter im Detail gemessen wird hat aber einen dramatischen Effekt auf die erzielten Meßwerte. Es ist auch sehr leicht den Jitter auf eine Art und Weise zu messen die für das zu betrachtende Problem (also z.B. die Hörbarkeit) völlig irrelevant ist. Im Ergebnis ist die Aussagekraft vieler Jitterangaben, die man bei entsprechenden Produkten und Diskussionen findet, gleich Null. Und aus dem gleichen Grund sind die Angaben auch nicht untereinander vergleichbar, denn niemand kann sagen ob auch die Meßbedingungen vergleichbar waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oberflächlich betrachtet ist die Sache einfach. Jitter ist die zeitliche Variation von Taktflanken um den idealen Zeitpunkt herum. Der zeitliche Fehler führt bei der Abtastung oder bei der Rekonstruktion von Analogsignalen (also in A/D- und D/A-Wandlern) dann zu einem Amplitudenfehler, wenn sich das Signal gerade ändert. Wer eine möglichst unverfälschte Wandlung zwischen Analog und Digital hinkriegen will, der braucht auch einen sauberen Takt für den Wandler, der möglichst wenig Jitter hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In erster Näherung ist also derjenige Wandler besser, dessen zeitliche Fehler durch Jitter im Taktsignal geringer sind. Ein Wandler mit 1 ns Jitter ist demnach besser als einer mit 10 ns Jitter. So weit kommt man auch als Laie noch mit. Es ist der Bereich wo man noch durch einfachen Zahlenvergleich besser und schlechter unterscheiden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Teufel steckt aber hier im Detail. Und die Details sind teuflisch genug um diese Zahlenvergleiche nicht bloß etwas ungenau zu machen, sondern die Betrachtung wird dadurch oftmals vollkommen sinnlos. Ich rede hier also nicht von Haarspaltereien, die sich im Promillebereich abspielen, sondern von grundlegenden Dingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Folgende Fragen müssen bei solchen numerischen Jittervergleichen gestellt werden:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Sind die Jitterwerte überhaupt auf vergleichbare Weise und unter vergleichbaren Umständen gemessen worden?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Sind die Werte an einer vergleichbaren Stelle im Signalpfad gemessen worden?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Welche Relevanz haben die so gemessenen Jitterwerte für die Hörbarkeit?&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Schon die &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;erste Frage&lt;/span&gt; stellt sich als erstaunlich komplex heraus, denn es gibt eine für den Laien vielleicht überraschende Vielfalt an Meßmethoden und Randbedingungen, ohne deren Kenntnis man eine Jitterangabe nicht vernünftig interpretieren kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woher kommt das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im vielleicht einfachsten Fall ist der zeitliche Fehler, also der Jitter, zufällig. Man kann dann den Jitter als ein Rauschsignal modellieren. Signaltheoretisch betrachtet ist es dann so als ob das Taktsignal durch weißes Rauschen phasenmoduliert wird. Wem solche Begriffe nichts sagen, nicht verzweifeln, ich will damit bloß ausdrücken daß die Effekte sich mathematisch und physikalisch relativ einfach erfassen und beschreiben lassen, man hat den Effekt so auf bekannte nachrichtentechnische Begriffe zurückgeführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein solches Rauschsignal hat eine mittlere Stärke, man nimmt hier den Effektivwert (auf Englisch RMS = Root Mean Square). Aber es hat auch Spitzenwerte (engl. peak-to-peak). Bei einem echten weißen Rauschsignal kann der Spitzenwert theoretisch beliebig hoch werden wenn man bloß lange genug mißt, in der Praxis kann man leicht ein Verhältnis zwischen Effektivwert zu Spitzenwert von 1:10 bekommen. Die erste wesentliche Angabe ist also beim Jitter, ob es sich um den Effektiv- oder Spitzenwert handelt. Schon diese einfache Sache wird aber meist nicht erwähnt. Schon allein dadurch kann man also ohne es zu wissen einen Fehler beim Vergleich zweier Angaben von einer Zehnerpotenz haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste springende Punkt kommt daher, daß die unterschiedlichen Meßmethoden auch unterschiedliche Empfindlichkeiten für bestimmte Frequenzen des Jitters haben. Wenn der Jitter rein zufällig ist, und somit weißes Rauschen darstellt, dann enthält er auch alle Frequenzen in gleichem Maß. Solcher Jitter wird dann durch die Meßmethode entsprechend gewichtet. Manche Meßmethoden bieten eine einstellbare Meßbandbreite, das heißt es wird ein Bandpaß verwendet und nur Jitterfrequenzen gemessen, die innerhalb des Frequenzbandes liegen. Je schmaler das Band, desto weniger Jitter wird man messen (immer noch vorausgesetzt daß der Jitter weißes Rauschen ist). Bei solchen Methoden muß man also zur korrekten Interpretation der Ergebnisse auch die Filtercharakteristik des verwendeten Bandpasses wissen. Es gibt im Audiobereich keine normierte Filtercharakteristik dafür, jeder entscheidet bei der Messung selbst was er hier für sinnvoll hält, abhängig davon was sein Meßgerät anbietet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine andere Art der Gewichtung ergibt sich, wenn man Jitter mit dem Oszilloskop mißt. Diese vielleicht einfachste Methode funktioniert so daß man das Oszilloskop auf eine Taktflanke triggern läßt und sich die nächste (oder eine spätere) Taktflanke auf dem Schirm ansieht, und zu bestimmen versucht wie weit diese Flanke im Lauf der Zeit hin- und herzittert. Der springende Punkt hier ist daß man so den Jitter von einer Taktflanke relativ zu einer anderen mißt, und nicht den absoluten Fehler gegenüber der idealen Absolutzeit. Diese Relativmessung führt dazu, daß Jitterfrequenzen unterhalb einer bestimmten Eckfrequenz immer stärker abgeschwächt werden. Für niederfrequenten Jitter ist diese Methode daher praktisch blind. Entscheidender Faktor ist hier der zeitliche Abstand zwischen dem Triggerzeitpunkt und dem Zeitpunkt der Flanke an dem die Messung stattfindet. Dieser zeitliche Abstand bestimmt wo die genannte Eckfrequenz liegt. Für eine korrekte Interpretation des Meßergebnisses muß man diesen zeitlichen Abstand kennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie man sieht gibt's schon bei der Jittermessung als einzelne Zahl eine ganze Reihe von Dingen zu beachten. Um beurteilen können ob zwei Messungen miteinander vergleichbar sind oder nicht braucht es mehr Angaben als man in den allermeisten Fällen geliefert bekommt. Das allein schon macht die Jitterangaben von Herstellern und anderen Quellen in den meisten Fällen unbrauchbar und nichtssagend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr Information kann man aus Diagrammen bekommen, die das Jitterverhalten nicht nur als einzelne Zahl ausdrücken, sondern in Abhängigkeit einer Variablen als Graph. Im Zusammenhang mit Audio A/D- und D/A-Wandlung ist ein Diagramm besonders sinnvoll, das die Stärke des Jitters über die Jitterfrequenz aufträgt. Anders gesagt, das Jitter-Spektrum. Interessant sind dabei die hörbaren Frequenzen, und eventuell noch die Oktave darüber, um die Möglichkeit von Spiegelfrequenzen mit abzudecken. Wenn der Jitter wie oben angenommen weißes Rauschen ist, dann ist das Spektrum eine horizontale Linie. Interssant ist das Spektrum also eigentlich bloß dann, wenn der Jitter eben nicht einem weißen Rauschen entspricht, wenn also sein Spektrum nicht wie eine gerade Linie aussieht. Das ist in aller Regel der Fall, und das ist auch der Grund warum eine einfache Analyse auf der Basis von weißem Rauschen meist zu kurz greift.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wie eigentlich in allen realistischen Fällen der Jitter nicht weißes Rauschen ist, dann ist es umso wichtiger sein Spektrum zu kennen, und nochmal wichtiger die Meßbandbreite für einen angegebenen Jitterwert zu kennen. Andersherum gesagt wird dann ein einzelner Meßwert noch wertloser. Daß man aber mal eine glaubwürdige Messung eines Jitterspektrums präsentiert bekommt ist schon recht selten. Sich einen willkürlichen (unrealistisch niedrigen) Jitterwert in Pikosekunden aus den Fingern zu saugen ist da schon wesentlich einfacher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Jitterspektrum gewinnt man normalerweise dadurch daß man einen jitterarmen Referenzoszillator auf dieselbe Frequenz abstimmt wie den zu untersuchenden Takt, und beide in einem Ringmischer phasendemoduliert. Ein FFT-Spektrumanalysator kann dann das resultierende Signal als Spektrum darstellen. Ist in der Praxis nicht ganz so einfach wie es hier klingt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So weit zur Frage der Meßmethoden und der Vergleichbarkeit. Wer weiter einsteigen will in dieses Thema kann mit einem sehr nützlichen &lt;a href="http://www.aes.org/publications/standards/search.cfm?docID=57"&gt;AES-Papier&lt;/a&gt; dazu anfangen, leider gegen Gebühr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die&lt;span style="font-weight: bold;"&gt; zweite Frage&lt;/span&gt; betraf den Punkt an dem gemessen wird. Wenn der nicht bekannt ist, dann ist der Meßwert ebenfalls unbrauchbar. Selbst wenn er bekannt ist kann er immer noch unbrauchbar sein. Man kann zum Beispiel den Jitter am SPDIF-Eingang eines D/A-Wandlers messen und angeben, aber daraus erfährt man immer noch nichts darüber welchen Effekt das auf das Audiosignal hat. Ein SPDIF-Empfänger und damit auch jeder entsprechend ausgerüstete D/A-Wandler hat eine eigene Jitterunterdrückung bzw. Jitterimmunität, es kann also gut sein daß der Jitter den man am Eingang mißt rein gar keine negativen Effekte hat, schon meßtechnisch nicht und gehörmäßig schon gar nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer sich für den Effekt auf das Audiosignal selbst interessiert der darf nicht am SPDIF-Eingang messen, sondern muß sich den Takt ansehen der den D/A-Wandler-Chip im engeren Sinn antreibt. Das ist ein Signal innerhalb des Gerätes, das normalerweise außen nicht zugänglich ist. Maßgeblich ist dabei derjenige Takt, der für das Abtasten des Analogsignals verantwortlich ist. Es hängt vom Funktionsprinzip des Wandlers ab welcher aus mehreren Takten hier der maßgebliche ist. Zudem reagiert nicht jeder Wandler gleich auf Jitter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;De facto macht es also am meisten Sinn wenn man bei einem DAC nicht versucht, den tatsächlichen Jitter zu messen, sondern seine Jitterempfindlichkeit. Das heißt man gibt an seinen Eingang ein Signal mit einer bekannten Menge Jitter, und untersucht das analoge Ausgangssignal auf darauf zurückzuführende Artefakte. Am besten sieht man die Artefakte wenn der Jitter ein Sinussignal im oberen Frequenzbereich des hörbaren Spektrums ist. Besonders aufschlußreich ist hier wieder ein Diagramm, in dem man den Effekt abhängig von der Jitterfrequenz aufträgt. Wen überrascht es daß solche Diagramme wiederum sehr selten zu finden sind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;dritte Frage&lt;/span&gt; ist die nach der Hörbarkeit, und hier findet man die wildesten Spekulationen und die absurdesten Überzeugungen. Dieser Frage kann man sich auf unterschiedliche Art und Weise nähern. Es gibt aber auch einige Arten mit denen man sich der Frage nicht nähern kann, denen man aber (vielleicht gerade deswegen) immer wieder begegnet. So wird beispielsweise ausgerechnet welche Menge von Jitter bei einem Sinussignal mit maximaler Frequenz und Amplitude (also z.B. 22 kHz und 0 dBFS) zu einem Fehler von einem Bit bei gegebener Wortlänge (z.B. 16 bit) führt. An diesem Punkt würde der Fehler durch Jitter größer als der Fehler durch den normalen Quantisierungsvorgang. Anders gesagt wird ab diesem Punkt der Wandler durch Jitter meßbar schlechter als ohne Jitter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was man durch diese Abschätzung gewinnen kann ist eine theoretische Grenze, aber kein praktischer Richtwert. Mit der Hörbarkeit hat es rein gar nichts zu tun. Zu glauben in dem Moment an dem es meßbar wird müsse es auch hörbar sein ist kompletter Unsinn. Nichtsdestotrotz sind solche Abschätzungen anscheinend attraktiv, weil man mit ihnen auf geforderte Jitterwerte im unteren Pikosekunden-Bereich oder sogar Femtosekunden-Bereich kommen kann. Genau das woraus feuchte Audiophilen-Träume entstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sinnvoll ist es dagegen wenn man Hörtests macht bei denen man künstlich verjitterte Signale verwendet, und so feststellt welche Mengen an Jitter man braucht, bis es hörbar wird, und auch feststellt welche Signale besonders empfindlich sind, also welche Testsignale man sich anhören muß um möglichst kleine Jittermengen noch heraushören zu können. Solche Tests hat es im seriösen Bereich schon einige gegeben, und wir werden unten noch davon zu reden haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenso sinnvoll ist es wenn man psychoakustische Kenntnisse über Hörschwellen, Maskierungseffekte und dergleichen heranzieht um abzuschätzen welche Modulationsprodukte am ehesten hörbar werden könnte. Das hilft beim Finden der besten Testsignale, und beim Abschätzen wo die Ergebnisse wahrscheinlich in etwa zu erwarten sind. Schon allein als Plausibilitätskontrolle sind solche Betrachtungen wertvoll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schließlich sollte man sich vergegenwärtigen daß Jitter nichts ist was erst durch die Digitaltechnik entstanden ist. Das Äquivalent von Jitter im Analogen sind Gleichlaufschwankungen von analogen Aufzeichnungsmedien. Solche Effekte gibt es bekanntlich sowohl bei Schallplatte wie auch beim Tonband, und man darf erwarten daß sich Erkenntnisse über die Hörbarkeit solcher altbekannten Effekte auch mindestens teilweise auf den digitalen Fall übertragen lassen. Mit anderen Worten: Es ist nicht recht einzusehen warum eine Phasenmodulation durch Tonband-Vibrationen weniger hörbar sein soll als eine um ein Vielfaches geringere Phasenmodulation durch Taktjitter. Wenigstens die Proportionen sollten sich hier übertragen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Untersuchungen über den Effekt von Jitter bei digitalen Audiosignalen sind daher nichts Neues. So hat z.B. eine &lt;a href="http://www.bbc.co.uk/rd/pubs/reports/1974-11.pdf"&gt;Untersuchung&lt;/a&gt; darüber schon 1974 in den BBC-Labors stattgefunden, also 8 Jahre vor der CD. Umfangreicher noch ist die &lt;a href="http://www.aes.org/e-lib/browse.cfm?elib=8354"&gt;Arbeit&lt;/a&gt; von Benjamin/Gannon aus dem Jahr 1998, die sich dem Thema aus verschiedenen Richtungen nähert, sowohl theoretisch als auch praktisch. Erwähnenswert sind schließlich auch noch Ashihara et.al. mit einem &lt;a href="http://www.jstage.jst.go.jp/article/ast/26/1/50/_pdf"&gt;Artikel&lt;/a&gt; aus 2005.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Untersuchungen sprechen eine völlig andere Sprache als es die "Erfahrungen" aus der Audiophilen-Szene vermuten lassen würden. Die dort festgestellten tatsächlichen Hörschwellen liegen derart weit von den Zahlen entfernt, die in Audiophilen-Kreisen wie selbstverständlich kursieren, daß man das nicht mit Meßunsicherheiten oder ähnlichen Fehlern erklären kann. Hier prallen zwei Welten aufeinander. Die Welt seriöser Untersuchungen und die Welt audiophiler Einbildung und Eitelkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die verschiedenen oben genannten Untersuchungen kommen zwar nicht zu übereinstimmenden Ergebnissen, die Unterschiede lassen sich aber leicht als Konsequenz unterschiedlicher Versuchsgestaltung erklären und schmälern die Aussagekraft nicht. Das soll nicht heißen daß es nicht noch offene Fragen gäbe, die weitere Forschung nötig machen. Das was bisher schon untersucht ist, läßt aber Schlüsse zu die die audiophilen Vorstellungen und Größenordnungen ziemlich klar ins Reich der Phantasie verweisen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn etwas überrascht an den Studien, dann ist es wie wenig empfindlich das Gehör auf Jitter zu sein scheint. Die Autoren sind eher überrascht daß die Hörschwellen so hoch ausgefallen sind, und hätten offenbar mit einer größeren Empfindlichkeit gerechnet. Ansonsten sind die Ergebnisse im großen und ganzen im Rahmen dessen was man aus der psychoakustischen Erkenntnislage und aus entsprechenden Überlegungen hätte vermuten können. Zum Einen wird schon aus physikalischen Gründen mit sinkender Signalfrequenz der Jittereinfluß geringer (wegen der geringeren Flankensteilheit der Signale), zum Anderen kommt bei sinkender Jitterfrequenz das störende Mischsignal immer mehr in den Einfluß von Maskierungseffekten und wird dadurch unhörbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenfalls wenig überraschend ist, daß man speziell ausgesuchte Testsignale braucht um die maximale Empfindlichkeit zu bekommen, und daß Jittereffekte bei normaler Musik fast immer völlig untergehen und selbst dann unhörbar sind wenn sie sehr stark sind. Die Tester haben demzufolge einige Zeit dafür verwenden müssen um Musikbeispiele zu finden bei denen sich etwas feststellen läßt. Zudem hat sich wieder einmal gezeigt daß die Tester ein gewisses Training brauchen um maximal empfindliche Ergebnisse zu erzielen, auch wenn es sich bereits um erfahrene Hörer handelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird auch nicht überraschen daß aus einzelnen Tönen (Sinus) bestehende Jittersignale viel kritischer sind als Rauschen. Rauschförmige Jittersignale sind von Ashihara et.al. untersucht worden, und mit ihnen darf der Jitter zehn mal größer sein als bei Benjamin/Gannon im Fall von sinusförmigen Signalen. Das ist einleuchtend, denn durch rauschförmigen Jitter verringert sich bloß der Rauschabstand, während bei sinusförmigem Jitter unharmonische Mischprodukte auftreten, die bei genügender Stärke eine klangliche Verfärbung bewirken können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Stärke beträgt aber selbst bei den kritischsten Fällen immer noch 10 ns RMS und mehr, außer in gewissen Ausnahmefällen wo Jitter und Nutzsignal sinusförmig sind und so beschaffen daß die Artefakte aus der Maskierung herausfallen, wo manche Tester auch noch um die 4 ns Jitter detektieren konnten. Für normales Musikmaterial kommt man im besten Fall bis zu etwa 30 ns herunter, falls man überhaupt etwas hören kann. Für die Details der Versuchsmethoden und der Ergebnisse verweise ich auf die Originaltexte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich will mit dieser Diskussion nicht miserable Jitterwerte bei Geräten rechtfertigen. Ein Entwickler sollte unabhängig von solchen Untersuchungen bestrebt sein, einen Takt zu verwenden der im Rahmen der Möglichkeiten und dem Stand der Technik entsprechend sauber ist. Selbst Jitter in unhörbaren Größenordnungen kann ein Hinweis auf ein Designproblem sein das mit geringem Aufwand behoben werden kann wenn man es einmal entdeckt hat. Für den Endanwender von Geräten bedeutet es aber daß es einen Bereich von Jitterwerten gibt der weit genug von aller Hörbarkeit entfernt ist daß man sich darüber keine Gedanken zu machen braucht. Hörbar tut sich bei weiterer Verbesserung dort nichts mehr, egal was Andere auch behaupten mögen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich selbst setze ich als Faustregel die Schwelle mit etwas Sicherheitsabstand bei 1 ns RMS an, gemessen mit einem Bandpaß der mindestens bis etwa 700 Hz herunter geht, besser 100Hz. Zum Glück fallen die meisten Geräte schon von sich aus gut genug aus, auch die von denen man es vielleicht nicht erwarten würde, z.B. viele interne Notebook-Soundkarten oder billige CD-Spieler. Jitterprobleme dürften damit die absolute Ausnahme sein und nicht die Regel. Und damit entfällt auch der Nutzen eines Clock-Tuning, zumal man bei den entsprechenden Tuning-Angeboten so gut wie sicher sein kann daß die dort genannten Zahlen frei erfunden und nicht seriös nachgemessen sind.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-1803538044613535011?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/1803538044613535011/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=1803538044613535011' title='44 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1803538044613535011'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/1803538044613535011'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/06/jitter-verwirrungen.html' title='Jitter-Verwirrungen'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>44</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-4174296996582102802</id><published>2010-05-29T09:06:00.006+02:00</published><updated>2010-05-29T11:38:46.457+02:00</updated><title type='text'>Wahrheit, ganze Wahrheit, nichts als Wahrheit</title><content type='html'>Es ist kein Zufall daß man beim Schwören vor Gericht in Großbritannien nicht bloß versprechen muß, die Wahrheit zu sagen, sondern auch die ganze Wahrheit, und nichts als die Wahrheit. Mit anderen Worten, man muß nicht bloß etwas Wahres sagen, sondern alles was man sagt muß wahr sein, und man darf auch nichts Wichtiges weglassen. The truth, the whole truth, and nothing but the truth.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem entspricht die Binsenweisheit daß man auch durch gezieltes Weglassen von Teilen der Wahrheit einen völlig falschen Eindruck erwecken kann. Man kann also Leute in die Irre führen ohne daß man im strengeren Sinne lügen würde. Und wenn man zwischen wahren Aussagen die eine oder andere Lüge einstreut, dann wird sie eher für wahr gehalten. So kann es passieren daß man aus einer Darstellung die völlig falschen Eindrücke und Schlußfolgerungen mitnimmt, obwohl dort nur sehr wenig Unwahres gesagt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daran mußte ich Anfang des Monats denken als ich (dieses Jahr zum ersten Mal) die Münchner High-End besucht habe und in einem Vortrag von HMS-Chef Strassner saß. Was er da über eine ganze Stunde dargestellt hat stimmt in weiten Teilen, und doch kommt der unbedarfte Zuhörer fast zwangsläufig zu völlig falschen Schlüssen über die tatsächlichen Verhältnisse. Der Vortrag ist als Tonaufzeichnung mittlerweile &lt;a href="http://www.highendsociety.de/deutsch/highend/player/mp3/HMS-Hans_M_Strassner_192.mp3"&gt;online&lt;/a&gt;, aber man hätte sich gewünscht daß man dazu auch seine Flipchart-Zeichnungen sehen kann, das hätte das Verständnis wesentlich erleichtert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun ist klar daß Strassner die Interessen seiner Firma vertritt, und die verdient ihr Geld mit dem Verkauf von überteuertem und unnötigem Zubehör, wie Netzkabel, Steckdosenleisten und dergleichen. Daß er die Sache zu seinen Gunsten darstellen würde war also zu erwarten. Die Gratwanderung bei einem solchen Vortrag liegt darin, die Werbung in eine Form zu verpacken, die so aussieht als hätte man es hier mit sachlich einwandfrei begründeten Tatsachen und Zusammenhängen zu tun. Als gehe es nicht darum, einem Kunden mit unlauteren Mitteln die Kröten aus der Tasche zu ziehen, sondern darum, ihm technische Zusammenhänge zu vermitteln, die ihn in die Lage versetzen sollen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strassner beherrscht das perfekt. Man merkt daß er das schon eine ganze Weile praktiziert. Seine Art mit der Wahrheit zu lügen fand ich interessant genug für einen Artikel hier im Blog. Strassner's &lt;a href="http://www.hmselektronik.com/"&gt;Webseite&lt;/a&gt; gibt leider nichts dazu her. Nachdem Strassner im Anschluß an den Vortrag ein &lt;a href="http://www.hififorum.de/downloads/hms_stromversorgung.pdf"&gt;Papier&lt;/a&gt; ausgeteilt hat in dem das Thema recht ausführlich dargestellt wird, sehe ich nicht so recht warum er das nicht einfach auf der Webseite verfügbar macht. Der Link zum Papier geht zu einer ganz anderen Webseite, keine Ahnung wie die dazu gekommen sind. Ich habe irgendwie den Eindruck als stünde Strassner mit dem Internet auf Kriegsfuß. Nun ja, mein Artikel hier wird ihn davon sicher nicht abbringen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Papier ist zehn Seiten lang und der Vortrag dauerte eine Stunde. Ich kann und will hier nicht auf jede Einzelheit daraus eingehen. Es geht mir mehr darum, die Methode darzustellen mit der er seine Zuhörer bzw. Leser um den Finger wickelt. Ich werde also seinen Aussagen das hinzufügen was er - ganz bestimmt absichtlich, schließlich ist er Physiker - wegläßt, zu seinem Nutzen und zum Schaden derer die darauf hereinfallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er greift zu Beginn die durchaus vernünftige Frage auf, die einem angesichts überteuerter Spezial-Netzkabel für Hifi-Geräte eigentlich unmittelbar auf der Zunge liegen müßte: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wie kann es sein, dass das letzte 1,5m Netzkabelstück den Klang meiner Anlage verbessern soll, wenn doch x-lange Meter einer Standard-1,5qmm Netzleitung in der Wand vorgeschaltet bleiben?" &lt;/span&gt;Seine Erklärung fußt darauf, daß die Leitung in der Wand ja für alle Hifi-Komponenten gemeinsam ist, daß es aber auf die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Differenzspannung&lt;/span&gt; zwischen den Geräten ankomme, und für diese Differenz spielt nur eine Rolle was nach der Steckerleiste kommt, an der sich die Leitungen für die Komponenten aufteilen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einiges von dem was er dazu darstellt stimmt tatsächlich:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wenn es wirklich Differenzspannungen zwischen den Geräten geben sollte, dann hätten die wegen der unsymmetrischen Cinch-Verbindungen auch eine Auswirkung auf das Audiosignal, das zwischen den Geräten übertragen wird.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Spannungsschwankungen als solche sind normal und harmlos, sie werden von den Geräten ausgeregelt.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Netzstörungen, besondern die niederfrequenten, dazu gehören auch Verzerrungen des Netzsinus, sind ebenfalls meist harmlos.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Der springende Punkt ist aber woher die Differenzspannung kommen soll und inwiefern das etwas mit der Stromaufnahme der Geräte zu tun hat. Mit seiner Abbildung 2 im Papier bietet er eine einfachst-mögliche Konstellation aus bloß zwei Geräten, und da geht die Irreführung schon los. Die Netzkabel bestehen je nachdem ob es schutzisolierte Geräte sind oder nicht aus zwei oder drei getrennten Adern. Deren Rolle muß man bei einer solchen Diskussion getrennt betrachten, man kann nicht so tun als handle es sich um eine einzige Leitung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die von Strassner betrachtete Differenzspannung ∆U auf die Cinch-Verbindung wirken sollte, dann handelt es sich um eine Differenzspannung zwischen den Signalmassen beider Geräte. In keinem Fall ist diese Masse mit denjenigen Leitungen im Netzkabel verbunden, durch die der Betriebsstrom fließt (also dem Außenleiter oder dem Neutralleiter). Nur im Falle einer über Schutzleiter geerdeten Komponente besteht eine Verbindung über den Schutzleiter, aber durch den fließt kein Betriebsstrom (andernfalls liegt ein Fehler vor).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wie Strassner die Zeichnung gestaltet suggeriert sie daß die Stromaufnahme des Gerätes wie selbstverständlich eine solche Differenzspannung hervorrufen muß, deren Höhe mit der Impedanz der Netzleitung zusammenhängt. Und genau diesen Eindruck will er auch erzeugen. Würde die Zeichnung mit den einzelnen Leitungen aus dem Netzkabel gezeichnet, dann würde sichtbar daß es diesen Zusammenhang in dieser Form nicht gibt, denn es handelt sich nicht um denselben Stromkreis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strassner lügt, nicht indem er offen die Unwahrheit sagt, sondern indem er einen entscheidenden Aspekt der Wahrheit verschleiert. Einen Aspekt, der ihm wohlbekannt sein muß, schließlich stellt er im weiteren Verlauf der Darstellung die Situation innerhalb der Geräte wiederum weitgehend korrekt dar. Im Grunde müßte man nur 1 und 1 zusammen zählen und die unverbunden nebeneinander stehenden Fakten passend zusammen führen, und man würde sehen daß da etwas nicht stimmen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Abbildung 3 ist nämlich die Situation eines Netzteils in einem Hifi-Gerät dargestellt. Das könnte man mit Abbildung 2 kombinieren, und bei jedem der Geräte in Abbildung 2 diese Innereien mitsamt der im Detail dargestellten Netzleitung zeigen. Im Ergebnis würde man deutlich sehen können daß der Stromkreis über den die Geräte mit Strom versorgt werden, und der Stromkreis in dem ggf. die fragliche Differenzspannung entsteht, nicht die gleichen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kopplung zwischen diesen Stromkreisen führt - wenn überhaupt - über parasitäre Schaltungselemente, wie z.B. die Windungskapazitäten im Netztrafo. Wenn man deren Einfluß betrachtet kommt man zum Schluß daß die Einflüsse der Leitungswiderstände im Netzkabel geradezu absurd gering sind. Die ganze Sache ist ein "roter Hering". Das eigentliche Problem hat wieder (mein altes Thema) mit der Masse zu tun, und nicht mit dem Netzkabel. Wenn das Netzkabel daran überhaupt beteiligt ist, dann über den Schutzleiter, und dazu muß das beteiligte Gerät geerdet sein, was direkte Brummschleifen-Gefahr birgt. Die Leitungswiderstände der Netzleitung sind in so einem Fall nebensächlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist auch kein Problem, das auszuprobieren. Wenn etwas einen subtilen Effekt haben soll, dann müßte man den Effekt deutlicher machen können wenn man die Ursache verstärkt. Wer also meint, der Widerstand seiner Netzleitung hätte einen negativen Einfluß, der kann den Widerstand künstlich erhöhen und müßte dadurch das Problem verstärken. Ein Widerstand von einem Ohm ist weitaus größer als der Widerstand von jedem realen Netzkabel, und wer genug von der Sache versteht um sich der Gefahren bei einem solchen Versuch bewußt zu sein (gefährliche Netzspannung!), der kann so einen Widerstand leicht in den Stromkreis einschleifen und den Effekt beobachten. Die Chancen stehen sehr gut daß sich dadurch gar nichts verändert, und dann sollte klar sein daß sich durch ein paar Milliohm Unterschied zwischen verschiedenen Netzkabeln erst recht nichts tun wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Strassner berichtet von nichts dergleichen, und er untermauert seine Darstellung auch nicht mit konkreten Meßwerten aus einem praktischen Beispiel. Er hätte ja durchaus sein Beispiel mit den lediglich zwei Geräten ja einmal hinstellen können und die Differenzspannung messen können. Wenn das für den Vortrag zu kompliziert ist, dann kann man es als Video vorführen, und zwar so daß klar wird was er da eigentlich mißt. Es bleibt aber bei der suggestiven Darstellung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo er tatsächlich Meßwerte anführt, bleibt es bei einem Vergleich von Widerständen und Induktivitäten, aber ohne Bezug zu den daraus resultierenden angeblichen Differenzspannungen und erst recht ohne Bezug zum angeblichen Einfluß auf das Audiosignal. Diese Schlüsse werden dem Leser überlassen, nachdem man ihn dazu gebracht hat das alles für wichtig zu halten. Unter den Zuhörern beim Vortrag in München habe ich Leute beobachtet, deren süffisantes Nicken auf mich so gewirkt hat als wollten sie sagen: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Da könnten sich die ewigen Abstreiter mal eine Scheibe abschneiden! Alles Physik, und keineswegs Voodoo!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ganze Wahrheit ist das nicht, was Strassner da verbreitet. Es ist genau der Teil der Wahrheit aus dem er ein Kaufargument für seine Produkte machen kann. Alles andere, auch das absolut Essentielle, wird unterschlagen. Es ist durchaus alles Physik, aber man muß schon auch &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;alle &lt;/span&gt;wichtigen Aspekte berücksichtigen, und nicht bloß die, die einem in den Kram passen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-4174296996582102802?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/4174296996582102802/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=4174296996582102802' title='30 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4174296996582102802'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/4174296996582102802'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/05/wahrheit-ganze-wahrheit-nichts-als.html' title='Wahrheit, ganze Wahrheit, nichts als Wahrheit'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>30</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-7239157117515809927</id><published>2010-05-12T21:34:00.003+02:00</published><updated>2010-05-13T01:04:15.316+02:00</updated><title type='text'>FAQ Symmetrie</title><content type='html'>Über die symmetrische Signalübertragung und die symmetrische Signalverarbeitung kursieren (besonders unter Audiophilen) eine Menge falsche Ansichten, die sich für viele Leute ganz vernünftig anhören, aber nichtsdestoweniger von den wirklichen Verhältnissen weit entfernt sind. Dabei kann's genauso gut vorkommen daß jemand aus den falschen Gründen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;für &lt;/span&gt;Symmetrie plädiert wie &lt;a href="http://symmetriefalle.blogspot.com/2008/08/die-symmetrie-falle-mythos-und-wahrheit.html"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;dagegen&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;. Ich bilde mir zwar nicht ein daß ich mit einem Beitrag wie diesem hier die Irrtümer aus der Welt schaffen kann, schließlich kenne ich die Fähigkeiten der Audiophilen, was das Ignorieren der Realität angeht, aber es gibt hoffentlich immer noch genügend unverbohrte Leser die man mit Argumenten erreichen und vielleicht überzeugen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb will ich die wichtigsten und am weitesten verbreiteten Fehler hier mal als FAQ (= Fix Abgehandelter Quatsch) zusammenfassen. Ich dachte auch kurz daran, das im Sinn von "Fix Abgekanzelte Quacksalber" zu interpretieren, aber dann wird mir bestimmt wieder vorgeworfen ich würde persönlich. Ich versuch's also lieber inhaltlich. Soll aber nicht heißen daß es keine Quacksalber zum Abkanzeln gäbe. Im Gegenteil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;1. Symmetrische Übertragung ist wenn man auf einem Draht das Signal, und auf dem anderen Draht das invertierte Signal überträgt. Die Signale müssen also gleich groß aber zueinander entgegengesetzt sein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Falsch. Bei der Übertragung wird ja ein Spannungssignal übertragen, und da ist die Frage welchen Bezugspunkt man für diese Spannung wählt. Die Masse des Senders? Die des Empfängers? Der Mittelwert der beiden Drähte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im letzten Fall ist das Ganze natürlich per Definition symmetrisch, aber das ist wohl kaum gemeint. Der Empfänger bildet aber die Differenz zwischen den beiden Signaldrähten, da kommt die Masse gar nicht vor. Also gleich groß bezogen auf &lt;span style="font-style: italic;"&gt;was&lt;/span&gt;?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Wirklichkeit hängt die Symmetrie nicht an den Spannungen, sondern an den &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Impedanzen&lt;/span&gt;. Eine Verbindung ist auch dann symmetrisch wenn das Signal (bezogen auf Masse) ausschließlich auf einem Draht vorhanden ist, und der andere Draht bloß am Sender impedanzrichtig an Masse angeschlossen ist. Der ganze störunterdrückende Effekt ist so genau der Gleiche wie wenn auf beiden Drähten symmetrische Spannungen anliegen würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kann man sich auch so klar machen: Die Störunempfindlichkeit braucht man ja auch dann wenn man gar kein Signal überträgt, also bei Stille. Da ist es sogar besonders wichtig weil jede Störung mehr auffallen würde und von keinem Nutzsignal überdeckt würde. Wenn kein Signal anliegt, dann kann man aber nicht unterscheiden zwischen "einseitiger" Signalübertragung, und "beidseitiger" Signalübertragung. Es liegt ja keine Spannung an. Die Impedanzen sind aber immer noch da. Und die sind hier das Wesentliche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das heißt auch daß eine symmetrische Übertragung an einem Sender sehr billig bewerkstelligt werden kann, man muß bloß den zweiten Draht über einen passenden Widerstand an Masse anschließen. Man braucht nicht mehr Aktivelektronik als bei der unsymmetrischen Technik. Beim Empfänger braucht man einen Differenzverstärker, aber auch das muß nicht immer zu mehr Aktivelektronik führen, denn in vielen Fällen kann man eine bestehende Eingangsstufe auch so umgestalten daß sie Differenzverstärker wird. Nicht daß es eine Rolle spielen würde, aber viele Leute haben ja (unberechtigterweise) Angst vor klangverschlechternden Effekten zusätzlicher Verstärkerstufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die symmetrische Variante wo das ganze Signal nur auf einem Draht anliegt, wird impedanzsymmetrische Übertragung genannt. Sie ist wie gesagt was Störsicherheit angeht um keinen Deut schlechter. Lediglich was die andere Richtung angeht, die Aussendung von Störungen an benachbarte Leitungen (Übersprechen), ist sie etwas ungünstiger. Das spielt aber eigentlich bloß in solchen Fällen eine Rolle wo mehrere Leitungen auf engem Raum und über längere Strecken nebeneinander verlegt sind. Einige zig Meter Kabelkanal zum Beispiel, oder ein Multicore-Kabel in der Veranstaltungstechnik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade bei Hifi kommt es aber noch immer vor daß die angeblich symmetrischen Verbindungen alles andere als symmetrische Impedanzen haben. Wer mißt das schon nach?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;2. Eine unsymmetrische Übertragung kann man durch Verdrillen zweier gleicher Drähte symmetrisch machen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese "pseudosymmetrische" Technik findet man öfter bei Cinch-Verbindungskabeln. Manche davon sind noch nicht einmal verdrillt, sondern flache Stegleitungen. So etwas ist aber nicht einmal pseudosymmetrisch, es ist genauso unsymmetrisch wie zuvor. Relevant sind ja die Impedanzen, daran ändert eine optisch symmetrisch aussehende Kabelgeometrie überhaupt nichts. Entsprechend kann man davon auch keine störunterdrückende Wirkung erwarten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche pseudosymmetrische Verbindungen sind Augenwischerei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;3. Symmetrische Übertragung bringt nichts wenn nicht auch die Geräte selbst innen vollsymmetrisch aufgebaut sind.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist nicht bloß falsch sondern sogar gefährlich falsch. Es läßt einen glauben daß die getrennt am Stecker ankommenden positiven und negativen Signale auch im Gerät getrennt weiterverarbeitet werden müßten. Daß man also in diesem Fall besser auf die Differenzbildung am Eingang verzichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist deswegen völlig kontraproduktiv, weil die Störunterdrückung an der möglichst genauen Differenzbildung hängt. Je ungenauer die ist, desto mehr Störung bleibt übrig. Genaue Differenzbildung läßt sich durch entsprechenden Abgleich noch recht einfach hinkriegen wenn man es nur mit einer Verstärkerstufe zu tun hat, nämlich dem Differenzverstärker am Eingang. Verarbeitet man dagegen die Zweige durch das ganze Gerät hindurch getrennt, dann müßte man die komplette Schaltung auf präzise Übereinstimmung beider Seiten abgleichen. Das ist in vielen Fällen so gut wie aussichtslos, besonders über wechselnde Temperaturen und die Alterung der Geräte hinweg. Viel zu viele Bauelemente müßten dazu exakt aufeinander abgeglichen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Praxis ist die sofortige Differenzbildung am Eingang die mit weitem Abstand beste Lösung, weil man so die Störung am gründlichsten herauskompensiert bekommt. Ob es danach im weiteren Verlauf im Gerät symmetrisch oder unsymmetrisch weiter geht spielt dann in diesem Zusammenhang keine Rolle mehr. Das maßgebliche Kriterium ist dabei die Gleichtaktunterdrückung am Eingang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;4. Der Vorteil der symmetrischen Übertragung beruht darauf daß eine Störung gleich auf beide Drähte wirkt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fast richtig. Es ist ein Vorteil, aber nicht der Einzige, und im Fall von Hifi mit relativ kurzen Kabeln noch nicht einmal der Wichtigste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Übertragung von Audio über Kabel gibt's im Grunde &lt;span style="font-style: italic;"&gt;4 verschiedene&lt;/span&gt; Mechanismen, über die ein Störsignal ins Audiosignal einkoppeln kann. Welcher Mechanismus im konkreten Fall der dominierende ist, das hängt von der Situation ab.&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Das Kabel wirkt als Antenne für elektromagnetische Wellen (Radiosignale)&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Störung koppelt über ein elektrisches Feld ein (kapazitive Kopplung)&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Störung koppelt über ein Magnetfeld ein (induktive Kopplung)&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Störung koppelt über eine gemeinsame Impedanz zwischen zwei Stromkreisen ein.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Gegen diese verschiedenen Mechanismen wirken verschiedene Maßnahmen, und im Hifi-Umfeld sind die auch verschieden wichtig. In der wahrscheinlich großen Mehrheit der Fälle bei Hifi ist der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;letzte &lt;/span&gt;der vier Mechanismen der dominierende, und der hat wenig mit der Symmetrie zu tun, dafür aber sehr viel mit der Massefreiheit, die letztlich bloß ein Nebeneffekt der symmetrischen Übertragung ist. Die Massefreiheit bewirkt nicht etwa eine Vermeidung von Brummschleifen, wie man oft hört, sondern eine Trennung des Strompfades einer Brummschleife von den Signalstromkreisen. Der Brummstrom läuft in der Schleife also noch immer um, aber die Kopplung ins Audiosignal wird unterbunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen den ersten Mechanismus hilft eine gute Schirmung, und insbesondere die direkte Verbindung des Schirms mit dem Gerätegehäuse ohne Umwege. Das gilt gleichermaßen für symmetrische und für unsymmetrische Verbindungen. Beispiel ist hier das Handy neben dem Kabel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch gegen kapazitive Kopplung ist die Schirmung das wichtigste Mittel. Das Prinzip ist hier der Faraday'sche Käfig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verdrillung der Drähte und die Impedanzsymmetrie ist die Hauptmaßnahme gegen die induktive Kopplung. Gegen niederfrequente Magnetfelder, wie sie von der elektrischen Verkabelung im Haus, von Trafos, oder von Hochspannungsleitungen kommen, hilft eine Schirmung nicht gut. Das ist der Grund warum man die Drähte verdrillt, und warum die Impedanzsymmetrie hilft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bloß: Bei Hifi ist magnetische Kopplung eher weniger das Problem. Und wenn es ein Problem ist, dann entsteht es meist schon innerhalb eines Gerätes, und externe Kabel haben damit nichts zu tun. Das Gerät, speziell der Netztrafo darin, ist die Störquelle, und sie wirkt innerhalb des Geräts auf die benachbarte Schaltung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Hifi mit den kurzen Kabeln wäre es also in den meisten Fällen schon genug wenn die Verbindungen massefrei wären. Symmetrie im engeren Sinn ist gar nicht so wichtig. Cinch-Verbindungen sind aber nur selten massefrei, und das ist ihr Hauptnachteil. Nur finde ich daß wenn man der traditionellen Cinch-Verbindung den Tritt gibt, den diese überkommene Technik verdient hat, dann sollte man es gleich richtig tun. Also nicht nur massefrei, sondern auch korrekt symmetrisch. Dann hat man sämtliche Störmechanismen im Griff, auch das Handy. Daß das dann im Zweifel auch über 100 Meter Distanz funktioniert, gibt auch dann noch ein gutes Gefühl wenn man es nicht wirklich braucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;5. Bei der symmetrischen Verbindung schließt man den Schirm an die Masse an.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jein. Nicht alle Massen sind gleich. Man trifft immer noch zu oft den Fehler an, daß der Masseanschluß einer symmetrischen Verbindung mit der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Signalmasse &lt;/span&gt;des Gerätes verbunden wird. Richtig wäre, die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Gehäusemasse &lt;/span&gt;zu verwenden. Also den Massekontakt im Stecker direkt mit dem Gehäuse verbinden. Die Signalmasse hat am Stecker eigentlich nichts zu suchen, denn wegen der Differenzbildung wird sie als Referenz gar nicht gebraucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Problem dabei ist daß eine Verbindung mit der Signalmasse oft die im Schirm laufenden Störungen über die Signalmasse ins Innere eines Gerätes und in die Elektronik geleitet werden. Dort finden sie dann irgendwie ins Audiosignal. Außerdem kommen so die aus dem Antenneneffekt resultierenden Störungen ins Gerät. Zwei von vier Störmechanismen werden auf diese Weise immer noch zugelassen, darunter auch der wichtigste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kommt also darauf an, mit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;welcher &lt;/span&gt;Masse der Schirm verbunden wird, oder anders gesagt &lt;span style="font-style: italic;"&gt;auf welchem Weg&lt;/span&gt; diese Verbindung geschieht. Nur wenn das alles korrekt gemacht ist besteht Immunität gegenüber allen vier beschriebenen Mechanismen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Härtefällen ist es sogar sinnvoll, die Masseverbindung über einen Kondensator zu machen, um Gleichstrom und niederfrequente Wechselströme in Schach zu halten. Für Hifi sehr selten ein Problem, können solche Ströme bei größeren Distanzen ein Problem werden. Es gibt Fälle wo bei einer Kabelverbindung zwischen getrennten Gebäuden so große Ströme im Schirm fließen daß das Kabel merklich warm wird. In solchen Fällen braucht's aber einen Fachmann der die beste Lösung ermitteln kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;6. Symmetrische Verbindungen haben bessere Rauschabstände&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kann man nicht so allgemein sagen. Wenn man eine vollsymmetrische Verbindung mit einer asymmetrischen Verbindung vergleicht, wenn alle anderen Bedingungen (wie z.B. Pegel) gleich sind, dann ist auch der Rauschabstand gleich. Man kann allerdings bei gleicher Betriebsspannung mit vollsymmetrischen Verbindungen den doppelten Pegel erreichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine vollsymmetrische Verbindung braucht aber zwei Verstärker, einen für das normale Signal und eines für das invertierte. Doppelter Aufwand. Alternativ könnte man auch eine asymmetrische oder impedanzsymmetrische Verbindung mit der doppelten Betriebsspannung betreiben. Dann braucht man nur einen Verstärker, aber der muß die doppelte Betriebsspannung aushalten. Kann sein daß das günstiger ist, oder auch nicht, je nach Situation. Ein eindeutiger Vorteil für die eine oder andere Lösung ergibt sich nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den Laien heißt das, daß man ohne genauere Kenntnis der Details nicht beurteilen kann, welche Konstellation die besten Rauschabstände bietet. Für Hifi-Situationen sind die erreichbaren Rauschabstände bei beiden Varianten locker ausreichend, um im Zweifel andere Probleme dominant erscheinen zu lassen. Die Diskussion um die Rauschabstände ist hier also verfehlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Schluß&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Symmetrische Übertragung ist überlegen, aber nur wenn sie auch korrekt und konsequent implementiert ist. Das ist eine ziemlich alte Weisheit, aber nicht jeder hat ein Interesse daß sie allgemein bekannt wird. Symmetrische Übertragung hat auch im Hifi-Bereich Sinn, aber aus anderen Gründen als viele zu glauben scheinen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6235266311236071144-7239157117515809927?l=pelmazosblog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/feeds/7239157117515809927/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6235266311236071144&amp;postID=7239157117515809927' title='10 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7239157117515809927'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6235266311236071144/posts/default/7239157117515809927'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://pelmazosblog.blogspot.com/2010/05/faq-symmetrie.html' title='FAQ Symmetrie'/><author><name>pelmazo</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11323582619526317230</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://2.bp.blogspot.com/_n88Q8xKGRiA/SSijtGB_kFI/AAAAAAAAAAM/Oq2Z-lFTnWo/S220/KillerRabbit.jpg'/></author><thr:total>10</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6235266311236071144.post-2547108643406391973</id><published>2010-05-01T12:26:00.003+02:00</published><updated>2010-05-01T14:11:46.080+02:00</updated><title type='text'>Wie gewinnt man öffentliche Debatten?</title><content type='html'>Zyniker wissen schon lange daß in öffentlichen Debatten nicht derjenige mit den besten Argumenten gewinnt, oder der mit dem anständigsten Diskussionsverhalten. Die Frage ist daher nicht ganz unbedeutend, wie man es am besten anstellt um sich in solchen Debatten durchzusetzen. Zu dieser Frage ist jetzt ganz frisch ein &lt;a href="http://arxiv.org/pdf/1004.5009v1"&gt;Papier&lt;/a&gt; über eine Forschungsarbeit in Frankreich erschienen, wo man sich dieser Frage mittels modellgetriebener Simulationen genähert hat. Drei Fälle öffentlicher Debatten aus der jüngeren Zeit wurden darin exemplarisch untersucht:&lt;br /&gt;&lt;ol&gt;&lt;li&gt;Die Debatte zwischen Verfechtern von Evolution und Kreationismus&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Debatte um die Ursachen der globalen Erwärmung&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Die Debatte um die Schweinegrippe&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;Ein audiophiles Thema war nicht dabei, das wäre im Vergleich auch zu nebensächlich gewesen, aber ich sehe da durchaus einige interessante Parallelen, so daß sich ein Blick darauf auch hier im Blog lohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei Simulationen gilt natürlich immer die Einschränkung daß die Simulation bloß so gut sein kann wie die Modelle auf denen sie basiert. Von daher versucht man auch die Ergebnisse der Simulation mit der tatsächlichen Situation zu vergleichen, und daraus seine Schlüsse über die Qualität der Modelle zu ziehen. Man sollte daher die Studie mit einem Körnchen Salz konsumieren, was sie aber in meinen Augen nicht weniger interessant macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man das Ergebnis in einem Satz zusammendampfen müßte, dann würde er wohl ungefähr so lauten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;"Wer sich eine vorsichtige, ausgewogene Haltung zulegt, die auf klaren wissenschaftlichen Fakten basiert ohne daß diese eine eindeutige Schlußfolgerung zulassen würden, der hat sich für die Verliererstraße entschieden."&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andersrum gesagt: Wer gewinnen will darf sich nicht mit kleinlichen Abers, Wenns und Vielleichts aufhalten. Auch wenn man dabei die verfügbaren wissenschaftlichen Daten überstrapaziert, ist es besser wenn man knapp und eindeutig Stellung bezieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kann man zynisch finden, aber es entspricht meiner Erfahrung in der audiophilen Debatte. Ich hab's ausprobiert. Eine ausgewogene Argumentation, bei der man versucht alle Aspekte zu berücksichtigen und vernünftig zu gewichten, bringt nichts. Kaum einer macht sich die Mühe der Argumentation zu folgen, die Mehrheit der Zuschauer scheint im Gegenteil bei dieser Art der Argumentation den Eindruck mitzunehmen, es würde Grund zum Zweifel geben, man sei sich also nicht ganz sicher. Und wenn man einen halbwegs diskussionserprobten Kontrahenden in der Diskussion hat, dann treibt er einen durch alle Kleinigkeiten und walzt diese so breit wie möglich aus, so daß der Überblick darüber welchen Stellenwert diese im Gesamtzusammenhang haben komplett verloren geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausgewogene Argumentation ist etwas für die kleine Runde, wo die Beteiligten ein ehrliches Interesse daran haben, gemeinsam weiter zu kommen. In öffentlichen Debatten kann man das vergessen. Da ist es weitaus besser mit dem breiten Pinsel zu malen. Das wird besser verstanden, und es provoziert mehr Getöse in der Debatte, was wiederum gut ist um Zuschauer anzulocken, und dadurch mehr Verbreitung zu finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beispiel Kabelklang:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor 5 Jahren, als ich noch relativ "frisch" im Hifi-Forum war, habe ich noch verstärkt versucht, differenzierte Diskussionen zu führen, und Umstände auszuloten in denen ich selbst für möglich halte, daß Kabel einen Einfluß auf den gehörten Klang haben. Siehe dazu z.B. &lt;a href="http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&amp;amp;forum_id=43&amp;amp;thread=181&amp;amp;back=&amp;amp;sort=&amp;amp;z=1"&gt;diesen alten Thread&lt;/a&gt;. Aber so eine ausführliche Argumentation schreckt eher ab. So genau wollen's die meisten dann auch nicht wissen. Und wenn's nicht einfach ignoriert wird, dann wird's mißverstanden oder mißbraucht, so ist z.B. unser bekannter Charly über längere Zeit damit hausieren gegangen, ich hätte damit quasi Kabelklang nachgewiesen. Man muß also mit ansehen wie man vor den Karren genau derjenigen Sache gespannt wird, die man eigentlich damit bekämpfen wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also ist Kabelklang eben Unfug. Das ist eine klare, knappe und leicht verständliche Position, die nicht den Nachteil hat daß irgendein Schimmer von Unsicherheit und Relativierung darin aufscheint. Wenn sich dann wirklich jemand findet, der sich für die Details interessiert, dann kann er gerne auch das Für und Wider besprochen haben, aber für die breite Masse ist das nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man braucht bei dieser Taktik auch nicht das geringste schlechte Gewissen zu haben. Kabelklang &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;ist &lt;/span&gt;Unfug, jedenfalls in der Form in der er typischerweise diskutiert wird. Was da an Argumenten von Herstellern, Händlern und Audiophilen kommt ist zu 90% völliger Mist, und mit dem Rest kann man sich beschäftigen wenn man in einer Runde gelandet ist, die willens und fähig ist das auch differenziert zu sehen. Also muß die Aussage Nummer 1 die sein die auch zuerst rüber kommt. Wer nur drei Worte aufnehmen kann oder will, bei dem muß man dafür sorgen daß die ersten drei Worte die richtigen sind. Wer die Differenzierungen voran stellt spannt den Karren vor's Pferd, und wundert sich dann warum er damit nicht voran kommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also: Kabelklang ist Unfug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Differenziertere Argumente kommen dann, wenn man es mit einem Publikum zu tun hat welches damit auch etwas anfangen kann. Bei den Anderen ist es besser w
