Zu den audiophilen Märchen, die highendige Großväter gern am knisternden Forenfeuer in gemütlicher Runde ihren highendigen Enkeln weitererzählen, gehört auch die Geschichte der unbegreiflichen Überlegenheit des menschlichen Ohres über die Technik. Oftmals sind diese Erzählungen eher anekdotisch geprägt, an die Erzählungen des Freiherrn von Münchhausen erinnernd, oder an die von Großonkel Böde.
Manchmal begegnet man aber auch Geschichten, die mit Zahlen und Begriffen gewürzt sind, so daß man sie für bare Münze halten könnte wenn man die Währung nicht kennt mit der sie geprägt sind. So unterhaltsam die Geschichten auch manchmal sein mögen, so bekommt man doch meist Zahl ohne Kopf, und es werden Währungen gegeneinander aufgerechnet, die nicht konvertibel sind.
Ein Beispiel dreht sich um die angeblich unerreichte Empfindlichkeit des menschlichen Ohres gegenüber den erhältlichen Mikrofonen. Ein besonders eifriger Erzähler dieser Mär ist seit Langem einer, der sich "kammerklang" nennt. Siehe z.B. hier, hier oder hier (letztere Stelle war übrigens der Anfang, und man sieht wie wenig man hier mit Argumenten ausrichtet, denn bis heute behauptet kammerklang man habe ihm noch kein Mikrofon nennen können das empfindlicher wäre als das Ohr - ein eindeutiger Wahn).
Um zu verstehen warum man es hier mit einem Versuch zu tun hat, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, muß ich ein bißchen ausholen.
Wenn man bei Mikrofonen den Dynamikumfang angibt, dann gelten dafür ganz bestimmte Randbedingungen ohne die man die Meßwerte nicht korrekt einordnen kann. Als untere Grenze nimmt man dabei das Eigenrauschen des Mikrofons. Wie immer wenn's um Rauschen geht muß man wissen über welche Bandbreite gemessen wurde, und ob man eventuell noch irgendwelche Frequenzgewichtungen vorgenommen hat. Wenn z.B. die Meßbandbreite kleiner wird, dann hat man auch einen geringeren Rauschpegel und dadurch einen größeren Dynamikumfang, ohne daß sich am Mikrofon selbst etwas geändert hätte.
Als praxisgerechte Meßbandbreite nimmt man natürlich üblicherweise den hörbaren Frequenzumfang, also in etwa 20 Hz bis 20 kHz. Und was die Gewichtungen angeht gibt's mehrere alternative Bewertungsfilter, die man im Zusammenhang mit Mikrofonen verwendet, und der gemessene Rauschpegel ist entsprechend verschieden. Ein Beispiel eines Mikrofons von Schoeps soll das illustrieren. Schoeps gibt den Ersatzgeräuschpegel mit zwei verschiedenen Bewertungsfiltern an, und das Ergebnis unterscheidet sich um 12 dB.
Um solche Werte mit dem Ohr zu vergleichen müßte man den Ersatzgeräuschpegel des Ohres bestimmen, und zwar unter Verwendung einer entsprechenden Gewichtungsfunktion. Das ist gar nicht so einfach wie man vielleicht denkt, schließlich kann man keinen Pegelmesser an den Hörnerv anklemmen wie an ein Mikrofonkabel. Man muß das indirekt untersuchen indem man z.B. von außen ein Rauschsignal bekannter Stärke auf's Ohr gibt und feststellt ab welcher Stärke es über das Eigenrauschen des Ohrs hinaus geht.
Mit der Hörschwelle hat das nichts zu tun, denn bei der Hörschwelle geht's nicht um die Stärke des "Grundrauschens", sondern um die Hörbarkeit von einzelnen Tönen, und die sind auch noch hörbar wenn ihre Stärke weit unterhalb des Grundrauschens ist. Der Vergleich der Hörschwelle des Ohres mit dem Grundrauschpegel eines Mikrofons ist also ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Richtig wäre ein Vergleich des Grundrauschpegels des Mikrofons mit dem Grundrauschpegel des Ohres.
Was das Grundrauschen angeht haben Mikrofon und Ohr erst einmal die gleiche Ausgangslage. Die physikalische Grenze ist das Rauschen der Membran selbst, welches aus der thermischen Bewegung der Luft an der Membran resultiert. Die Luftmoleküle trommeln zufallsverteilt an die Membran, und das Ergebnis ist ein Rauschsignal. Das bedeutet aber auch bereits daß man in der Technik theoretisch zur Verbesserung des Dynamikbereiches eine Maßnahme zur Verfügung hat, die beim menschlichen Ohr nicht möglich ist: Man kühlt die ganze Anordnung stark ab. Besonders praktisch für normale Mikrofone ist das nicht, aber eine definitive Möglichkeit für Forschungszwecke ist es auf jeden Fall. Zum Glück gibt's auch noch einfachere Möglichkeiten. Wenn man z.B. die Membranfläche verdoppelt, so steigt die Signalstärke des Nutzsignals um 6 dB, während der Grundrauschpegel bloß um 3 dB steigt. Man hat also 3 dB Dynamik gewonnen. Eine einfache und durchaus praktikable Maßnahme, die man beim Ohr ebenfalls nicht hat.
Neben der Membran selbst gibt es aber sowohl beim Mikrofon als auch beim Ohr weitere Rauschquellen. Beim Mikrofon ist das z.B. der Mikrofonvorverstärker. Bei vielen Mikrofonen rauscht der mehr als die Membran, das Gesamtergebnis ist also nicht durch die Membran sondern durch die Elektronik begrenzt. Das muß aber nicht so sein. Es gibt durchaus Mikrofone, deren Elektronikrauschen in der gleichen Größenordnung liegt wie das der Membran. Bei Großmembranmikrofonen ist das leichter als bei Kleinmembranmikrofonen, aber es geht und ist praktikabel, auch ohne solche Tricks wie in flüssigem Stickstoff gekühlte Transistoren.
Beim Ohr gibt es Rauschquellen die die Membran weit übertreffen, schon das Geräusch des in den Adern zirkulierenden Blutes ist weit stärker als das Membranrauschen. Wir würden es eigentlich dauernd hören wenn nicht unsere Wahrnehmung das Geräusch ausblenden würde. Da das Spektrum dieses Rauschens nicht weiß ist hängt es stark von der Bewertung ab wie sich das in Zahlen ausdrückt, aber es ist nicht unrealistisch von Werten um 30 dB(SPL) für das Grundrauschen des Ohres anzugeben, ein Wert den ein Mikrofon bequem unterbietet.
Wenn man anders herum die Hörschwelle bei Sinustönen betrachtet, wie das üblicherweise beim Ohr getan wird (die entsprechende frequenzabhängige Kurve werdet Ihr schon gesehen haben, z.B. hier), dann müßte man dagegen setzen wie schwach ein Sinuston sein darf den man gerade noch meßtechnisch inmitten des Grundrauschens isolieren kann. Der Pegel des Grundrauschens selbst ist dafür kein Maß, denn genauso wie das Ohr kann auch die Meßtechnik Signale nachweisen die weit unterhalb des Rauschpegels liegen. Das ist weniger mysteriös wie es scheint:
Ein einzelner Sinuston enthält nur eine Frequenz. Die kann man auch sehr schmalbandig messen, das heißt man braucht bloß ein Meßgerät, das für andere Frequenzen unempfindlich ist, und bloß empfindlich für die interessierende Frequenz. Damit wird der allergrößte Teil des Rauschens ausgeblendet, weil es sich bei anderen Frequenzen abspielt. Letztlich ist das wieder das oben schon erwähnte Bandbreitenargument bei Rauschen. Wenn man nur die Meßbandbreite schmal genug macht, dann sinkt der Rauschpegel der Messung so weit daß das Sinusignal irgendwann aus dem Rauschen hervor tritt.
Vor diesem Hintergrund gesehen hängt die "Hörschwelle" der Meßtechnik lediglich von der erzielbaren "Schmalheit" der Meßbandbreite ab. Es gibt diverse technische Tricks wie man diese Bandbreite verringern kann. Extrembeispiel ist der sog. Lock-In-Verstärker, der eigentlich kein Verstärker ist sondern eine deutlich komplexere Apparatur, der aber so schmalbandig gemacht werden kann daß man Signale messen kann die 80 dB und mehr unter dem Rauschteppich sind. Das sind Größenordnungen besser als es das Ohr vermag, und so etwas ist auch nötig wenn man z.B. mit Jupitersonden kommunizieren will oder physikalische Phänomene untersuchen will.
Für den "Hausgebrauch" braucht man so weit nicht zu gehen, man kann ausreichend tief unter den Rauschteppich schauen indem man seinen Computer eine hochauflösende FFT des Spektrums machen läßt, was man bekanntlich heutzutage mit Soundkarten und freier Software kann. Die FFT unterteilt letztlich den Frequenzbereich in schmale Bereiche, deren Pegel auf dem Bildschirm in Einzelpunkten dargestellt wird. Je größer die Anzahl der FFT-Punkte, desto schmaler sind die Breiten der Bereiche (auch "Bins" genannt) und desto tiefer der scheinbare Rauschpegel. Könnt Ihr leicht feststellen, indem Ihr mal von ein und demselben Signal eine FFT mit 1000 Punkten und eine mit 8000 Punkten macht. Der Rauschteppich ist auf einem signifikant tieferen Niveau bei der zweiten Darstellung.
Das Beispiel mit der FFT ist sogar der fairere Vergleich mit dem Ohr, denn auch das Ohr macht letztlich eine Spektralanalyse des Signals. Im Innenohr werden die Frequenzen räumlich so getrennt daß für unterschiedliche Frequenzen unterschiedliche Sinneshärchen zuständig sind. Jedes Sinneshärchen kriegt dadurch bloß einen sehr schmalen Bereich aus dem Spektrum mit, und genau diese Schmalbandigkeit ist es was die Detektion schwacher Signale weit unterhalb des Rauschteppichs erlaubt. Wenn man also mit ähnlichen Methoden arbeitet kann man auch zu ähnlichen Ergebnissen kommen.
Wenn man also das Mikrofon mit den Möglichkeiten der Meßtechnik kombiniert, und das dann mit dem Ohr vergleicht, dann verliert das Ohr haushoch. Das Eigenrauschen des Mikrofones selbst ist schon geringer, und zusätzlich kann man in der Auswertung noch schmalbandiger arbeiten als es das Ohr vermag. Der Unterschied summiert sich so auf mehrere Zehnerpotenzen.
Am anderen Ende der Skala, bei den maximalen Schalldrücken, sieht es nicht besser aus. Ein Vergleich zwischen dem maximalen angegebenen Schalldruck eines Mikrofons mit der Schmerzschwelle des Ohrs geht ebenfalls in die Irre. Wieder vergleicht man da Äpfel mit Birnen, weil die Randbedingungen nicht vergleichbar sind.
Der maximale Schalldruck eines Mikrofons wird unter der Bedingung einer ganz bestimmten Grenze der Verzerrungen angegeben. Schoeps z.B. gibt ihn bei einer Verzerrung von 0,5% an. Das heißt es ginge auch lauter, bloß nehmen dann die Verzerrungen deutlich zu. Wären die Verzerrungen egal, dann wäre das nächste Limit ein Schalldruck bei dem das Mikrofon beschädigt würde. Diese "Überlebensgrenze" kann aber ohne weiteres nochmal 30 oder 40 dB über der Verzerrungsgrenze liegen.
Beim Ohr ist die Schmerzgrenze ohne Rücksicht auf die Verzerrungen angegeben. Auch das Ohr produziert eigene nichtlineare Verzerrungen, und wenn der Schallpegel steigt immer mehr. Das Äquivalent der Schmerzgrenze wäre beim Mikrofon eher die "Überlebensgrenze", denn wenn man das Ohr an der Schmerzgrenze belastet nimmt es recht schnell bleibenden Schaden.
Bei einem in diesem Sinne fairen Vergleich gewinnen wieder die Mikrofone, denn da findet man "Überlebensgrenzen" von 160 oder 170 dB(SPL), während die Schmerzgrenze beim Gehör bei um die 140 dB(SPL) angesetzt wird. Noch krasser ist es wenn man die Verzerrungsgrenze als Maßstab nimmt, denn dann müßte man beim Ohr etwa 70 bis 80 dB(SPL) als Grenze ansetzen, wenn man das Limit wie bei Schoeps auf 0,5% Verzerrungen bezieht. Bei mehr Schalldruck verzerrt das Ohr dann schon zu viel. Das Mikrofon kann unter diesen Umständen auch noch 130 dB(SPL) verkraften.
Spiel, Satz und Sieg für die Mikrofone. Das ist das Ergebnis eines fairen und nicht durch völlig unterschiedliche Bewertungskriterien verzerrten Vergleichs. Die Sache zeigt wie sehr man durch solche Apfel-Birne-Vergleiche die Ergebnisse manipulieren kann, selbst wenn man mit realen Rohdaten arbeitet.
Trotzdem will ich damit nicht das Ohr schlecht reden. Es ist bloß so daß dessen erstaunlichste Fähigkeiten gar nicht vom Ohr selbst kommen, sondern vom Gehirn das die aufgenommenen Signale auswertet. Im Grunde ist es eher so daß das Gehirn aus einem relativ mäßigen Datenangebot des "Sensors" Ohr das Maximum herausholt. Oft genug holt es auch mehr heraus als drin ist, denn ein bedeutender Teil der Wahrnehmung stammt nicht aus den Sensordaten sondern aus im Gehirn gespeicherten Mustern, also aus "Vorwissen" in der allgemeinsten Form.
Auch das ist ein Grund warum das Gehör einem Vergleich mit der Meßtechnik nicht standhält. Die Meßtechnik versucht einen Aspekt unter vielen zu isolieren um ihn unabhängig und unverfälscht quantifizieren zu können. Das kann man bis ins Extreme treiben, weit jenseits dessen was das Gehör könnte. Das ist nicht und war aber nie der Zweck des Gehörs. Da geht es eher darum Bezüge herzustellen zu Erfahrungen und zu Interpretationsmustern.
Kommentare bitte im üblichen Thread im Hifi-Forum.
Sonntag, 23. Januar 2011
Donnerstag, 6. Januar 2011
Kabelvoodoo, doppelt indirekt
Vor einigen Monaten habe ich Strassner's Netzkabeltheorie zum Beispiel für einen, sagen wir mal, "selektiven" Umgang mit der Wahrheit genommen. Nun bin ich heute auf ein Diskussionsthema im österreichischen Hifi-Forum aufmerksam geworden, in dem es letztlich genau darum zu gehen scheint. Es gibt da offenbar einen Anonymus im Hintergrund, der sich am Thread offenbar bloß indirekt beteiligen will, und der den Anstoß zu dieser Diskussion gegeben hat.
Nein, ich will jetzt nicht das Thema Anonymität aufwärmen, das wäre zwar verlockend angesichts der hier im Blog nachlesbaren Vergangenheit (wo z.B. sind die Leute in diesem Forum die meine Anonymität zum Anlaß übelster Invektiven genommen haben? matadoerle gibt's Dich noch?), aber es wäre auch ein bißchen billig.
Mir geht's um eine Erwiderung auf die indirekt im Thread veröffentlichte Stellungnahme des Anonymus. Immerhin könnte man das als eine Erwiderung an anderer Stelle auf meinen Blogbeitrag vom Mai vergangenen Jahres verstehen. Das kann ich schwerlich stehen lassen. Ich montiere diesmal meine eigenen Kommentare in rot in seinen eigenen Text, den ich hier zitiere:
"Sehen wir uns also den Stromfluss in der Endstufe eines Verstärkers noch einmal genauer an. Zwei Transistoren pro Kanal (ich vernachlässige hierbei die nur mehr bei Röhrenendstufen selten verwendete Eintaktschaltung und beziehe mich auf die sonst gebräuchliche Gegentaktschaltung) sind wie Ventile zwischen der Stromversorgung und dem Lautsprecherausgang eingebaut. Diese Ventile öffnen und schließen sich genau nach der Signalkurve des Eingangssignals und lassen dadurch Strom durch die Lautsprecher fließen. Woher aber kommt dieser Strom? Ein verstärktes, genau dem Eingangssignal entsprechendes Ausgangssignal setzt voraus, dass ein 100%ig stabiler Gleichstrom verfügbar ist. [Nein, das setzt es nicht voraus. Ein global gegengekoppelter Verstärker regelt das aus, das entscheidende Maß dafür ist die PSRR (Power Supply Rejection Ratio), ein für einen Verstärker wichtiges Maß. Die Behauptung ist auch einfach zu widerlegen, man braucht bloß die Welligkeit der Versorgung zu messen während der Verstärker ein unverzerrtes Signal wiedergibt.] Die vorhandene Stromversorgung besteht aber aus Wechselstrom mit 50Hz in Sinusform. Also müssen wir diesen Strom zuerst durch eine Gleichrichterbrücke schicken. Dadurch erhalten wir aber noch immer keinen stabilen Gleichstrom sondern einen Wechselstrom bei dem der negative Anteil des Wechselstromes einfach "nach oben geklappt" wird. Wir haben somit nur einen in Sinusbergen pulsierenden Strom mit 100Hz erhalten. Was tun? Man könnte einen Akku damit laden der als stabile Gleichstromquelle für die Stromversorgung der Lautsprecher angezapft wird. Das wäre zwar die mir z.Zt. beste bekannte Methode, gibt es aber nur im Auto. Statt einem richtigen Akku haben wir zu Hause nur "Sekundenakkus" nämlich Kondensatoren zur Verfügung. Aber wird einem Kondensator Ladung entnommen sinkt analog dazu die Spannung. Wieder nichts mit einer stabilen Gleichstromquelle. Wechseln wir daher die Seite und sehen uns den Nachschub an. Leider hat unsere Versorgung keinen gleichmäßige Spannung sie wechselt 100x pro Sekunde in Sinusbergen von 0-100%. Die Sinusberge sind zwar unten sehr breit und bieten daher eine 10%ige Spannung zu 90% der Zeit werden aber oben immer schmaler und haben daher eine 90%ige Spannung nur zu 10% der Zeit. Die Kondensatoren können aber nur geladen werden, wenn die Ladespannung höher ist als die Spannung die sie bereits besitzen. Sie können also nur in einem Zeitfenster geladen werden, zwischen diesen Zeitfenstern verlieren die Kondensatoren immer an Spannung. Dadurch ergibt sich eine ungewollte Restwelligkeit der Gleichspannung. Um diese möglichst klein zu halten werden einfach weitere zig Tausend Microfarad an Kapazität eingebaut. [Die Überdimensionierung der Kondensatoren ist die "audiophile" Lösung, die in Wirklichkeit keine ist. Hier wird ein Problem an der falschen Stelle gelöst. Ein guter Verstärker ist auch im Angesicht von Restwelligkeit in der Lage ein einwandfreies Ausgangssignal zu liefern. Die ganze Diskussion wird dadurch witzlos.] Auf der Nachschub Seite findet man das nicht so genial, schließlich muss dort jetzt die selbe Strommenge in noch kürzerer Zeit geliefert werden. Eine Halbwelle, also somit ein Sinusberg der Versorgung hat die Dauer von 10 ms, davon bleiben aber für die Ladung der Kondensatoren typischerweise nur 1 ms oder bei "hervorragender" Kondensatorbestückung des Verstärkers gar nur 0,5 ms übrig. Die z.B. 2x50 Watt die an den Boxen ankommen werden daher nicht wie allgemein angenommen mit einem konstanten Strom von 0,5 Ampere aus der Netzsteckdose geliefert sondern in 100 Pulsen pro Sekunde mit bis zu 10 Ampere! [Das ist eine berechtigte Kritik am "Wahn" der möglichst großen Siebkapazität, das Hauptproblem dabei ist aber gar nicht erwähnt: Daß nämlich diese Stromimpulse eine Störquelle darstellen, und die Netzspannung auch für andere Verbraucher verzerren. Nicht umsonst gibt's immer schärfere Vorschriften bezüglich des "Leistungsfaktors" von elektrischen Verbrauchern.] Hiermit wirken sich der Widerstand des Netzkabels und der Steckkontakte 20x mehr aus als für 100 Watt berechnet. Noch viel schlimmer aber wirkt sich jetzt die Impedanz des Netzkabels aus da die Länge dieser Strompulse einem Signal von 2000 Hz entspricht. Die Impedanz des Netzkabels errechnet sich also nicht mit 0,5 A und 50 Hz sondern mit 10 A und 2000 Hz. [Das wäre eigentlich ein Grund solche Stromimpulse zu vermeiden, und nicht sie durch möglichst geringe Impedanzen noch zu begünstigen. Die ganze Betrachtung geht grundsätzlich in die falsche Richtung.] Die Strompulse die fast rechteckig (und nicht mehr Sinusförmig) und durch die pulsartige Gleichrichtung auch stark oberwellenhaltig sind, werden nun wieder auf die Eingangsseite des Transformators zurücktransformiert und wandern dort zurück bis zur gemeinsamen Steckerleiste. Somit erhalten wir eine sich ständig ändernde Differenzspannung zu den anderen Komponenten. Über die Netzkabel und die Signal (Chinch-) Kabel befinden sich alle Komponenten in einem geschlossenem System. In diesem System versuchen sich diese Differenzen auszugleichen. [Hier liegt die zentrale Irreführung in dieser Argumentation. Die Signalkabel und die Netzkabel befinden sich im Sinne dieser Argumentation eben nicht in einem gemeinsamen System. Der Netztrafo bewirkt eine galvanische Trennung, die dazu führt daß sich unterschiedliche Spannungsabfälle auf den stromführenden Leitungen im Netzkabel nicht auf die Signalkabel auswirken. Wir reden hier über voneinander getrennte Stromkreise. Der Schluß von einem Stromkreis auf den anderen ist hier völlig unseriös.] Dies geschieht über die Netzkabel, die Koppelkapazität der Transformatoren und natürlich auch über die Signalleitung, und zwar dem Schirm der Cinch-Kabel. [Die Koppelkapazität der Trafos ändert an der Unabhängigkeit der Stromkreise in unserem Kontext nichts Wesentliches. HMS oder der Anonymus täten gut daran hier mal ein meinetwegen fiktives, aber praxisnahes Beispiel quantitativ vorzustellen und vorzurechnen. Wenn das Phänomen real sein soll muß man es an einem Rechenbeispiel auch konkretisieren können.]
Die Differenzspannungsstörung kann natürlich, selbst wenn sie bei hohen Pegeln mehrere Volt beträgt nicht mit einem Multimeter gemessen werden, da es sich wie bei dem Musiksignal um impulsartige Spannungsänderungen handelt. Absolut klar ist auch, dass ohne Signal, also nur mit „aufgedrehtem“ Lautstärkeregler diese Störung natürlich nicht vorhanden ist. Um diesen Effekt zu messen bedarf es eines hochwertigen Speicheroszilloskops, das am besten mehr als ein Tausendfaches der Nutzfrequenz auflösen und speichern kann. Und natürlich einer genauen Vergleichsmessung, da durch die Betrachtung nur eines Signals nicht ersichtlich sein kann, welcher Anteil des Signal die Nutz- und die Störfrequenz darstellt. [Ich sehe das Problem nicht. Man muß nicht mit Musik messen, man kann genausogut mit einem Sinussignal oder meinetwegen mit einem Gemisch aus Sinussignalen messen, und kann dabei bequem auch geringste Störungen isolieren wenn man darauf achtet daß die Frequenzen getrennt bleiben. Die von der Netzstromversorgung herrührenden Störungen müssen Harmonische der Netzfrequenz sein, also benutzt man Sinussignale im Testsignal die nicht Harmonische der Netzfrequenz sind, und schon kann man sie mühelos in einer Messung voneinander unterscheiden. Hier wird bloß ein meßtechnisches Problem postuliert das gar nicht existiert.] Nebenbei erwähnt, obwohl es für die Differenzspannungsstörung nicht relevant aber auch im Forum angesprochen wurde, ist auch zur Messung der Netzstörungen ein derartiges Messgerät erforderlich. Da es natürlich unmöglich ist in einer 1/50 Sekunde dauernden Sinuskurve eine Deformierung zu erkennen müssen zur Messung hier mit einem Speicheroszilloskop pro Sekunde 50 hochauflösende Aufnahmen gemacht, und diese einzeln betrachtet werden. [Das Oszilloskop ist dafür gar nicht das probate Meßmittel, denn darauf erkennt man nur relativ grobe Verzerrungen. Mit einem Klirrfaktormeßgerät oder einem Spekrumanalysator kann man Verzerrungen messen die um viele Zehnerpotenzen schwächer sind. Der Autor scheint von der einschlägigen Meßtechnik sehr wenig zu verstehen.] Aber wie schon im Artikel beschrieben sind HiFi Geräte für diese Störungen sehr unempfindlich zumal sie gleichzeitig auf sie eintreffen. (HF Störungen ausgemommen)
Durch die Verwendung einer hochwertigen Stromverkabelung wird dem Klang etwas „weggenommen“, wobei das Ergebnis gleichzeitig schlanker aber dennoch fulminanter klingt, z.B. der vorher schwammigere Bass wirkt zwar vorerst vielleicht weniger „mollig" aber gleichzeitig werden die Konturen so freigelegt dass auch die tiefsten Bässe besser wahrgenommen werden können. Ebenso werden alle anderen Frequenzbereiche quasi aus einem Klangschleier herausgeschält und dabei klarer und vor allem authentischer. [Reines Geschwurbel, das noch nicht einmal erklärt wäre wenn man den vorgängigen Ausführungen Glauben schenken würde.]
Blindtests.
Ich erfinde hier nun im Stehgreif um auch dem Spaß ein wenig zu frönen ein Beispiel und koche 10 Liter Suppe. Diesem Topf gebe ich vor jedem Teller den ich verkosten lasse zehn Tropfen Rizinus hinzu. Die Frage ist nun, wann der Tester schmeckt, dass sich Rizinus in der Suppe befindet. Ich habe keine Erfahrung mit Rizinus in einer Suppe aber ich denke es können wohl 30 oder 50 oder wie viel auch immer Tropfen für 10 Liter nötig sein, bevor diese definitiv geschmeckt werden können. Durch diese langsame Steigerung des Rizinusgehaltes kann es für den Probanden auch durchaus zu spät sein wenn er es bemerkt:) Nimmt man nun an, dass jedes Kabel einer Musikanlage dessen einzelnen Austausch man nicht hört, mit schlechter Qualität äquivalent zu 30 Tropfen Rizinus sein kann, dann kommt man insgesamt leicht auf 120 Tropfen und mehr.
Mahlzeit
[Nicht daß ich diesem doch sehr bemühten Vergleich irgendwelches weiteres Gewicht verleihen wollte, doch fällt mir schon auf daß es genau besehen ein Rohrkrepierer ist. Wer ist es denn, der auf die Wahrnehmung pocht, und wer der eher auf meßtechnische Grenzwerte setzt? Worauf sollte ich mich also verlassen wenn ich wissen will ob der Rizinusgehalt vielleicht zu hoch ist?]
47000,1 Ohm an der Eingangsstufe.
Ich picke mir diesen Beitrag heraus um noch kurz die NF-Kabel zu behandeln. Nach der Aussage in diesem Beitrag könnte man statt Kabeln auch eine feuchte Schnur verwenden, die Verwendung eines Blumendrahts wäre schon maßlos übertrieben. Spaß beiseite, der Leitungswiderstand muss immer dem "Partner" auf der anderen Seite zugerechnet werden. Das heißt aus Sicht der Eingangsstufe addiert sich der Kabelwiderstand zu dem Innenwiderstand der Ausgangsstufe. Beträgt dieser wie häufig z.B. um die 50 Ohm so ergibt das einen Gesamtwiderstand von 50,1 Ohm. Das ist natürlich immer noch sehr wenig, da in diesem Fall z.B. erst bei einem Leitungswiderstand von 50 Ohm der Pegel halbiert wäre. [Wie unsinnig dieses Argument ist zeigt sich schon dadurch daß in diesem Fall der Pegel eben nicht halbiert wäre, und zwar genau weil die Eingangsstufe 47000 Ohm hat. Hier hat jemand noch nicht einmal das Ohmsche Gesetz und die Kirchhoffschen Regeln im Griff. Setzen, sechs!] Im Signalweg spielt der ohmsche Widerstand aber sogar eine extrem unbedeutende Rolle. Es werden im Thread hauptsächlich Berechnungen und Überlegungen angestrengt, die nur für die Betrachtung von Gleichstrom gelten. Selbst wenn diese in einigen anderen Beiträgen grundsätzlich richtig im Sinne der Gleichstromtechnik angewendet werden sind sie dennoch völlig irrelevant, da gerade diese Art von Strom nirgendwo innerhalb einer ganzen HiFi Anlage vorkommt. In der HiFi Technik geht es ursächlich nur um sich ständig ändernde Wechselströme und um Induktivitäten und Kapazitäten, kurz um Impedanzen. Ein ohmscher Widerstand im Signalweg verringert zwar den Pegel aber na und, dann drehen wir halt lauter:) [Stimmt! Dann wäre es doch sicher nicht zu viel verlangt wenn ich auf ein konkretes Rechenbeispiel poche das die Impedanzen einigermaßen realistisch abbildet. Na, wie wär's? (Ich weiß was rauskommt, sag's aber nicht...)] Zudem kommt, dass um eine Zerstörung des Gehörs durch plötzlich auftretende laute Geräusche zu verhindern, unsere Ohren von der Konstruktion her für Amplituden-Änderungen recht unempfindlich sind. z.B. ist der Leistungsunterschied zwischen geflüsterter und mit normaler Lautstärke gesprochener Sprache nicht eins zu zwei oder drei, sondern eins zu 100000! Das Ohr hat die Fähigkeit sich unterschiedlichen Pegeln anzupassen, sowohl nach oben wie nach unten. Die relative Lautstärke verschiedener Klänge ist daher, innerhalb gewissen Grenzen, bedeutungslos für uns. Ganz anders verhält es sich mit Phasenverschiebungen, die eben auch durch die Induktivität und Kapazität eines Kabels hervorgerufen werden. [Ein realistisches quantitatives Beispiel bitte!] Wir sind sehr empfindlich für Phasenverschiebungen, denn sie helfen uns bei der Lokalisierung der Schallquelle. [Ja, aber das betrifft nur die relativen Phasenverschiebungen zwischen den beiden Ohren! Also auch zwischen den beiden Stereokanälen. Wenn die Kabel auf beiden Seiten die gleichen sind dann können die Phasenverschiebungen so groß sein wie sie wollen (in Grenzen), sie sind gleich und damit irrelevant für die räumliche Wahrnehmung. Und in Wirklichkeit sind die Phasenverschiebungen winzig, also doppelt irrelevant. Nochmal: Zahlen, und realistische Beispiele bitte!] Wir können eine Schallverzögerung von ca. drei Hunderttausendstel Sek. erkennen. [Nein, können wir nicht. Wir können unter günstigen Bedingungen einen Unterschied zwischen rechtem und linkem Ohr in dieser Größenordnung erkennen. Das ist nicht dasselbe!] Dabei ist der Anfang eines Tones, (Anstiegsflanke) für die Richtungsinformation am wichtigsten. Phasenverschiebungen manifestieren sich im Klang als Ungenauigkeit, schlechte Tiefenstaffelung, geringe Klangdefinition und geringem Auflösungsvermögen. [Das ist mir neu. Wer hat das nachgewiesen, und wie? Und über welche Größenordnungen von Phasenverschiebungen reden wir hier?]
Kabelpreise.
Insgesamt soll auch gesagt sein, dass es nur folgende Klassen von Kabeln gibt: billige, teure, sehr teure und sauteure:)
Es ist nicht einfach die Leitungswerte einer Standard Kupferleitung zu verbessern. Reines Kupfer hat einen fixen spezifischen Widerstand, das standardmäßig für Kabeln verwendete Kupfer liegt nicht nennenswert darunter. [Darunter? Nicht daß es eine Rolle spielte, aber müßte es nicht "darüber" heißen?] OCC Kupfer liegt irgendwo zwischen diesen kaum nennenswerten Unterschieden und die etwas bessere Leitfähigkeit von Silber ist vielleicht für einen Scheich den Preis wert. Der Widerstand eines Kupferkabels errechnet sich ganz einfach durch den spez. Widerstand, der Länge und dem Querschnitt. Eine Verbesserung des ohmschen Widerstands ist also mit nichts leichter zu erreichen als mit kürzeren und dickeren Kabeln. Spielt der ohmsche Widerstand bei der Stromversorgung noch eine Rolle, so ist er auf der NF Seite fast völlig bedeutungslos. Einfach Kupfer zu verwenden ist schon alles. Wie auch sonst spielt in der HiFi Technik die Impedanz die Hauptrolle. Eine Verringerung der Impedanz durch ausgeklügelte Verseilungstechniken und durch ebenso ausgeklügelte Isolierungsmaterialien und -techniken sind das eigentliche Ziel. [Ist es das? Doch wohl bloß bei Voodoo-Herstellern, die das als Devise ausgeben, ohne Rücksicht auf die Praxis.] So erreichen sauteure Kabeln 1/10! der Induktivität und Kapazität eines "normalen" Kabels. Die Herstellung ist aber sehr kostenintensiv, da die Kabelhersteller für die Produktion geeignete Maschinen erst selbst entwerfen und herstellen müssen, und noch zusätzlich sehr viel auf Handarbeit angewiesen sind. [Und das alles aus völlig unsinnigen Gründen.] Um Überhaupt eine entscheidende Verbesserung zu erreichen muss man schon an die €100.- pro Meter auslegen. [Eine Verbesserung von was? Der Induktivität? Wieviel braucht man denn? Was wäre eine entscheidende Verbesserung, und warum?] Für eine weitere Verbesserung in dieser Größenordnung sind dann schon mehr als €300.- pro Meter fällig und noch einmal soviel mit der Induktivität und Kapazität herunter und wir sind bei €1000.- pro Meter angelangt. Wer also Unterschiede bei Kabeln hören möchte muss schon klotzen, nicht kleckern. [Oha, jetzt sind wir schon bei der Hörbarkeit! Ab wann sind denn Kabelinduktivitäten hörbar?] Vorhandene €20.- Kabeln mit Kabel um €60.- zu ersetzen sind wenn überhaupt gerade mal ein paar Tropfen Rizinus weniger und daher eher nicht zu merken. Daher sollte man um endgültig zu wissen ob die Qualität der Kabel eine Rolle für die Qualität des Klanges spielen kann gleich mal testweise zu den besten greifen und hören was man hört:) [Müßte man dafür nicht schon vor dem Test wissen was die besten sind? Wie sollte man sonst zu den richtigen greifen? Aha, ich verstehe, die teuersten sind gemeint! Na das ist mal eine Überraschung!]
Natürlich gibt es eine Vielzahl von Scharlatanen in der Szene, man sollte sich schon genau informieren. [Endlich sind wir uns mal einig, deswegen schreibe ich das hier ja. Vielleicht sieht man so etwas genauer daß Du selbst auch dazu gehörst.] Die Qualität von Kabeln lässt sich aber recht einfach nur an ihren Werten ablesen die da sind: Widerstand, Induktivität und Kapazität. Je geringer diese Werte hauptsächlich der beiden letzteren umso besser das Kabel. Der häufigste Betrug findet aber nach meiner Erfahrung gerade in der Preisklasse von €10.- bis €100.- statt. Solange nämlich keine entsprechende Herstellungstechnik mit spezieller Verdrahtung und Isolierung angewendet wird, ist jedes mit einem Radiowecker mitgelieferte Kabel auch kaum schlechter. (die Stecker ausgenommen) [Na da haben wir ja ein einfaches Rezept. Jetzt wäre bloß noch nützlich wenn wir mal ein Rechenbeispiel anhand praxisgerechter Daten hätten wie sich das so auswirkt.]
Zum Abschluss und bevor ich mich endgültig höflich zurückziehe möchte ich wieder zurück zur Differenzspannungsstörung und eine Empfehlung abgeben.
Steckerleiste:
Man sollte doch auch einmal eine aktuelle Baumarkt Steckerleiste öffnen und hineinsehen. Das geht sowieso nicht mehr, da vernietet oder verschweißt. Das ist wohl auch besser so um uns durch den darin gebotenen Graus nicht in Angst und Schrecken zu versetzen:) Eine Steckerleiste um sagen wir mal €20.- wird es da schon tun um zumindest Gefahr abzuwenden. Wer nicht neben einer Trafostation in einem Einfamilienhaus wohnt und statt €100.- gerne €300.- für einen Tonabnehmer ausgibt kann auch probieren ob nicht eine Filtersteckerleiste um den gleichen Betrag gleich viel Nutzen bringt. [Da hätte ich noch diverse andere Ideen. Man könnte z.B. probieren ob ein Wechsel des Stromanbieters nicht den audiophileren Strom bringt (ok, ein Scherz). Oder ob nicht sogar ein Akustikelement um das gleiche Geld mehr Nutzen bringt (kein Scherz). Ich würde vielleicht sogar dazu neigen den Betrag in Rotwein anzulegen, den kann man klangsteigernd beim Musikhören einsetzen (nur halb im Scherz). Mal ehrlich, es gibt so viele Möglichkeiten zum Ausprobieren, warum sollte ich mich mit so einem Schmarrn aufhalten wenn es weitaus vielversprechendere Themen gibt?]
Stromkabel.
Wer einen Verstärker um €500.- besitzt und damit zufrieden ist kann diesen Thread samt und sonders vergessen. [Ah, da ist es wieder, das Snob-Argument! Ist es nicht verblüffend wie zuverlässig das immer wieder auftaucht?] Wer nicht damit zufrieden ist sollte fleißig für einen neuen Verstärker sparen. Wer einen Verstärker um €1000.- besitzt kann durchaus einmal ein Stromkabel um €150.- probieren um entweder seine Zufriedenheit zu steigern oder gar seine Unzufriedenheit zu besiegen und eine geplante Aufrüstung mittels einem Verstärker um €2000.- zu verschieben bzw. abzublasen und das gesparte Geld in einen Urlaub zu investieren. [Ehrlich gesagt, wenn so ein Kabel tatsächlich eine Verbesserung bringen würde, dann würde ich wohl den Verstärker rausschmeißen. Wozu gebe ich so viel für einen Verstärker aus wenn er dann noch nicht einmal mit einem passenden Stromkabel daher kommt?] Wer bereits mehr als €3000.- für seinen Verstärker ausgegeben hat sollte vorsichtshalber versuchen, ob ihn nicht eine Strippe um €500.- in die nächste Klasse katapultiert die zu erreichen bereits €6000.- eingeplant waren. Dann könnte man nämlich €5000.- z.B. für die wieder notwendigen Zahnimplantate verwenden und hätte noch immer €500.- übrig um die neuen Beisserchen ausgiebig beim Essen gehen zu testen:) [Wieso schämen sich die Leute eigentlich nicht, die so einen völlig grotesken Unsinn verzapfen? Wieso tut Dummheit nicht weh?]
Ich wünsche allen viel Spaß und alles Gute!
JG
P.S. Noch ein Kommentar zu manchem Ton im Forum:
Leichtmetallfelgen verringern die rotierende Masse und verbessern daher nachweislich und anerkannt das Fahrverhalten. Es wäre sicher interessant wenn man allen Besitzern dieser Felgen diese heimlich gegen normale Stahlfelgen austauscht und beobachtet, wann wer es bemerkt ohne hinzusehen. Vielleicht bemerken es nur ganz wenige, noch nie habe ich aber irgendwo gehört, dass die Hersteller dieser Felgen alles Betrüger sind und deren Käufer alles Idioten:) [Wenn das als Maßnahme zur Tonverbesserung gedacht war, dann geht sie nach hinten los. Das Argument ist dermaßen trübe daß man daran verzweifeln könnte. Ich rette mich in solchen Fällen in die Ansicht, daß ich es offenbar mit einem Schwachkopf zu tun habe. Leider ergibt sich dadurch meistens ein Tonproblem, aber es hilft nichts, manchmal ist Ehrlichkeit der Höflichkeit vorzuziehen.]"
Kommentare bitte im Thread im Hifi-Forum.
Nein, ich will jetzt nicht das Thema Anonymität aufwärmen, das wäre zwar verlockend angesichts der hier im Blog nachlesbaren Vergangenheit (wo z.B. sind die Leute in diesem Forum die meine Anonymität zum Anlaß übelster Invektiven genommen haben? matadoerle gibt's Dich noch?), aber es wäre auch ein bißchen billig.
Mir geht's um eine Erwiderung auf die indirekt im Thread veröffentlichte Stellungnahme des Anonymus. Immerhin könnte man das als eine Erwiderung an anderer Stelle auf meinen Blogbeitrag vom Mai vergangenen Jahres verstehen. Das kann ich schwerlich stehen lassen. Ich montiere diesmal meine eigenen Kommentare in rot in seinen eigenen Text, den ich hier zitiere:
"Sehen wir uns also den Stromfluss in der Endstufe eines Verstärkers noch einmal genauer an. Zwei Transistoren pro Kanal (ich vernachlässige hierbei die nur mehr bei Röhrenendstufen selten verwendete Eintaktschaltung und beziehe mich auf die sonst gebräuchliche Gegentaktschaltung) sind wie Ventile zwischen der Stromversorgung und dem Lautsprecherausgang eingebaut. Diese Ventile öffnen und schließen sich genau nach der Signalkurve des Eingangssignals und lassen dadurch Strom durch die Lautsprecher fließen. Woher aber kommt dieser Strom? Ein verstärktes, genau dem Eingangssignal entsprechendes Ausgangssignal setzt voraus, dass ein 100%ig stabiler Gleichstrom verfügbar ist. [Nein, das setzt es nicht voraus. Ein global gegengekoppelter Verstärker regelt das aus, das entscheidende Maß dafür ist die PSRR (Power Supply Rejection Ratio), ein für einen Verstärker wichtiges Maß. Die Behauptung ist auch einfach zu widerlegen, man braucht bloß die Welligkeit der Versorgung zu messen während der Verstärker ein unverzerrtes Signal wiedergibt.] Die vorhandene Stromversorgung besteht aber aus Wechselstrom mit 50Hz in Sinusform. Also müssen wir diesen Strom zuerst durch eine Gleichrichterbrücke schicken. Dadurch erhalten wir aber noch immer keinen stabilen Gleichstrom sondern einen Wechselstrom bei dem der negative Anteil des Wechselstromes einfach "nach oben geklappt" wird. Wir haben somit nur einen in Sinusbergen pulsierenden Strom mit 100Hz erhalten. Was tun? Man könnte einen Akku damit laden der als stabile Gleichstromquelle für die Stromversorgung der Lautsprecher angezapft wird. Das wäre zwar die mir z.Zt. beste bekannte Methode, gibt es aber nur im Auto. Statt einem richtigen Akku haben wir zu Hause nur "Sekundenakkus" nämlich Kondensatoren zur Verfügung. Aber wird einem Kondensator Ladung entnommen sinkt analog dazu die Spannung. Wieder nichts mit einer stabilen Gleichstromquelle. Wechseln wir daher die Seite und sehen uns den Nachschub an. Leider hat unsere Versorgung keinen gleichmäßige Spannung sie wechselt 100x pro Sekunde in Sinusbergen von 0-100%. Die Sinusberge sind zwar unten sehr breit und bieten daher eine 10%ige Spannung zu 90% der Zeit werden aber oben immer schmaler und haben daher eine 90%ige Spannung nur zu 10% der Zeit. Die Kondensatoren können aber nur geladen werden, wenn die Ladespannung höher ist als die Spannung die sie bereits besitzen. Sie können also nur in einem Zeitfenster geladen werden, zwischen diesen Zeitfenstern verlieren die Kondensatoren immer an Spannung. Dadurch ergibt sich eine ungewollte Restwelligkeit der Gleichspannung. Um diese möglichst klein zu halten werden einfach weitere zig Tausend Microfarad an Kapazität eingebaut. [Die Überdimensionierung der Kondensatoren ist die "audiophile" Lösung, die in Wirklichkeit keine ist. Hier wird ein Problem an der falschen Stelle gelöst. Ein guter Verstärker ist auch im Angesicht von Restwelligkeit in der Lage ein einwandfreies Ausgangssignal zu liefern. Die ganze Diskussion wird dadurch witzlos.] Auf der Nachschub Seite findet man das nicht so genial, schließlich muss dort jetzt die selbe Strommenge in noch kürzerer Zeit geliefert werden. Eine Halbwelle, also somit ein Sinusberg der Versorgung hat die Dauer von 10 ms, davon bleiben aber für die Ladung der Kondensatoren typischerweise nur 1 ms oder bei "hervorragender" Kondensatorbestückung des Verstärkers gar nur 0,5 ms übrig. Die z.B. 2x50 Watt die an den Boxen ankommen werden daher nicht wie allgemein angenommen mit einem konstanten Strom von 0,5 Ampere aus der Netzsteckdose geliefert sondern in 100 Pulsen pro Sekunde mit bis zu 10 Ampere! [Das ist eine berechtigte Kritik am "Wahn" der möglichst großen Siebkapazität, das Hauptproblem dabei ist aber gar nicht erwähnt: Daß nämlich diese Stromimpulse eine Störquelle darstellen, und die Netzspannung auch für andere Verbraucher verzerren. Nicht umsonst gibt's immer schärfere Vorschriften bezüglich des "Leistungsfaktors" von elektrischen Verbrauchern.] Hiermit wirken sich der Widerstand des Netzkabels und der Steckkontakte 20x mehr aus als für 100 Watt berechnet. Noch viel schlimmer aber wirkt sich jetzt die Impedanz des Netzkabels aus da die Länge dieser Strompulse einem Signal von 2000 Hz entspricht. Die Impedanz des Netzkabels errechnet sich also nicht mit 0,5 A und 50 Hz sondern mit 10 A und 2000 Hz. [Das wäre eigentlich ein Grund solche Stromimpulse zu vermeiden, und nicht sie durch möglichst geringe Impedanzen noch zu begünstigen. Die ganze Betrachtung geht grundsätzlich in die falsche Richtung.] Die Strompulse die fast rechteckig (und nicht mehr Sinusförmig) und durch die pulsartige Gleichrichtung auch stark oberwellenhaltig sind, werden nun wieder auf die Eingangsseite des Transformators zurücktransformiert und wandern dort zurück bis zur gemeinsamen Steckerleiste. Somit erhalten wir eine sich ständig ändernde Differenzspannung zu den anderen Komponenten. Über die Netzkabel und die Signal (Chinch-) Kabel befinden sich alle Komponenten in einem geschlossenem System. In diesem System versuchen sich diese Differenzen auszugleichen. [Hier liegt die zentrale Irreführung in dieser Argumentation. Die Signalkabel und die Netzkabel befinden sich im Sinne dieser Argumentation eben nicht in einem gemeinsamen System. Der Netztrafo bewirkt eine galvanische Trennung, die dazu führt daß sich unterschiedliche Spannungsabfälle auf den stromführenden Leitungen im Netzkabel nicht auf die Signalkabel auswirken. Wir reden hier über voneinander getrennte Stromkreise. Der Schluß von einem Stromkreis auf den anderen ist hier völlig unseriös.] Dies geschieht über die Netzkabel, die Koppelkapazität der Transformatoren und natürlich auch über die Signalleitung, und zwar dem Schirm der Cinch-Kabel. [Die Koppelkapazität der Trafos ändert an der Unabhängigkeit der Stromkreise in unserem Kontext nichts Wesentliches. HMS oder der Anonymus täten gut daran hier mal ein meinetwegen fiktives, aber praxisnahes Beispiel quantitativ vorzustellen und vorzurechnen. Wenn das Phänomen real sein soll muß man es an einem Rechenbeispiel auch konkretisieren können.]
Die Differenzspannungsstörung kann natürlich, selbst wenn sie bei hohen Pegeln mehrere Volt beträgt nicht mit einem Multimeter gemessen werden, da es sich wie bei dem Musiksignal um impulsartige Spannungsänderungen handelt. Absolut klar ist auch, dass ohne Signal, also nur mit „aufgedrehtem“ Lautstärkeregler diese Störung natürlich nicht vorhanden ist. Um diesen Effekt zu messen bedarf es eines hochwertigen Speicheroszilloskops, das am besten mehr als ein Tausendfaches der Nutzfrequenz auflösen und speichern kann. Und natürlich einer genauen Vergleichsmessung, da durch die Betrachtung nur eines Signals nicht ersichtlich sein kann, welcher Anteil des Signal die Nutz- und die Störfrequenz darstellt. [Ich sehe das Problem nicht. Man muß nicht mit Musik messen, man kann genausogut mit einem Sinussignal oder meinetwegen mit einem Gemisch aus Sinussignalen messen, und kann dabei bequem auch geringste Störungen isolieren wenn man darauf achtet daß die Frequenzen getrennt bleiben. Die von der Netzstromversorgung herrührenden Störungen müssen Harmonische der Netzfrequenz sein, also benutzt man Sinussignale im Testsignal die nicht Harmonische der Netzfrequenz sind, und schon kann man sie mühelos in einer Messung voneinander unterscheiden. Hier wird bloß ein meßtechnisches Problem postuliert das gar nicht existiert.] Nebenbei erwähnt, obwohl es für die Differenzspannungsstörung nicht relevant aber auch im Forum angesprochen wurde, ist auch zur Messung der Netzstörungen ein derartiges Messgerät erforderlich. Da es natürlich unmöglich ist in einer 1/50 Sekunde dauernden Sinuskurve eine Deformierung zu erkennen müssen zur Messung hier mit einem Speicheroszilloskop pro Sekunde 50 hochauflösende Aufnahmen gemacht, und diese einzeln betrachtet werden. [Das Oszilloskop ist dafür gar nicht das probate Meßmittel, denn darauf erkennt man nur relativ grobe Verzerrungen. Mit einem Klirrfaktormeßgerät oder einem Spekrumanalysator kann man Verzerrungen messen die um viele Zehnerpotenzen schwächer sind. Der Autor scheint von der einschlägigen Meßtechnik sehr wenig zu verstehen.] Aber wie schon im Artikel beschrieben sind HiFi Geräte für diese Störungen sehr unempfindlich zumal sie gleichzeitig auf sie eintreffen. (HF Störungen ausgemommen)
Durch die Verwendung einer hochwertigen Stromverkabelung wird dem Klang etwas „weggenommen“, wobei das Ergebnis gleichzeitig schlanker aber dennoch fulminanter klingt, z.B. der vorher schwammigere Bass wirkt zwar vorerst vielleicht weniger „mollig" aber gleichzeitig werden die Konturen so freigelegt dass auch die tiefsten Bässe besser wahrgenommen werden können. Ebenso werden alle anderen Frequenzbereiche quasi aus einem Klangschleier herausgeschält und dabei klarer und vor allem authentischer. [Reines Geschwurbel, das noch nicht einmal erklärt wäre wenn man den vorgängigen Ausführungen Glauben schenken würde.]
Blindtests.
Ich erfinde hier nun im Stehgreif um auch dem Spaß ein wenig zu frönen ein Beispiel und koche 10 Liter Suppe. Diesem Topf gebe ich vor jedem Teller den ich verkosten lasse zehn Tropfen Rizinus hinzu. Die Frage ist nun, wann der Tester schmeckt, dass sich Rizinus in der Suppe befindet. Ich habe keine Erfahrung mit Rizinus in einer Suppe aber ich denke es können wohl 30 oder 50 oder wie viel auch immer Tropfen für 10 Liter nötig sein, bevor diese definitiv geschmeckt werden können. Durch diese langsame Steigerung des Rizinusgehaltes kann es für den Probanden auch durchaus zu spät sein wenn er es bemerkt:) Nimmt man nun an, dass jedes Kabel einer Musikanlage dessen einzelnen Austausch man nicht hört, mit schlechter Qualität äquivalent zu 30 Tropfen Rizinus sein kann, dann kommt man insgesamt leicht auf 120 Tropfen und mehr.
Mahlzeit

[Nicht daß ich diesem doch sehr bemühten Vergleich irgendwelches weiteres Gewicht verleihen wollte, doch fällt mir schon auf daß es genau besehen ein Rohrkrepierer ist. Wer ist es denn, der auf die Wahrnehmung pocht, und wer der eher auf meßtechnische Grenzwerte setzt? Worauf sollte ich mich also verlassen wenn ich wissen will ob der Rizinusgehalt vielleicht zu hoch ist?]
47000,1 Ohm an der Eingangsstufe.
Ich picke mir diesen Beitrag heraus um noch kurz die NF-Kabel zu behandeln. Nach der Aussage in diesem Beitrag könnte man statt Kabeln auch eine feuchte Schnur verwenden, die Verwendung eines Blumendrahts wäre schon maßlos übertrieben. Spaß beiseite, der Leitungswiderstand muss immer dem "Partner" auf der anderen Seite zugerechnet werden. Das heißt aus Sicht der Eingangsstufe addiert sich der Kabelwiderstand zu dem Innenwiderstand der Ausgangsstufe. Beträgt dieser wie häufig z.B. um die 50 Ohm so ergibt das einen Gesamtwiderstand von 50,1 Ohm. Das ist natürlich immer noch sehr wenig, da in diesem Fall z.B. erst bei einem Leitungswiderstand von 50 Ohm der Pegel halbiert wäre. [Wie unsinnig dieses Argument ist zeigt sich schon dadurch daß in diesem Fall der Pegel eben nicht halbiert wäre, und zwar genau weil die Eingangsstufe 47000 Ohm hat. Hier hat jemand noch nicht einmal das Ohmsche Gesetz und die Kirchhoffschen Regeln im Griff. Setzen, sechs!] Im Signalweg spielt der ohmsche Widerstand aber sogar eine extrem unbedeutende Rolle. Es werden im Thread hauptsächlich Berechnungen und Überlegungen angestrengt, die nur für die Betrachtung von Gleichstrom gelten. Selbst wenn diese in einigen anderen Beiträgen grundsätzlich richtig im Sinne der Gleichstromtechnik angewendet werden sind sie dennoch völlig irrelevant, da gerade diese Art von Strom nirgendwo innerhalb einer ganzen HiFi Anlage vorkommt. In der HiFi Technik geht es ursächlich nur um sich ständig ändernde Wechselströme und um Induktivitäten und Kapazitäten, kurz um Impedanzen. Ein ohmscher Widerstand im Signalweg verringert zwar den Pegel aber na und, dann drehen wir halt lauter:) [Stimmt! Dann wäre es doch sicher nicht zu viel verlangt wenn ich auf ein konkretes Rechenbeispiel poche das die Impedanzen einigermaßen realistisch abbildet. Na, wie wär's? (Ich weiß was rauskommt, sag's aber nicht...)] Zudem kommt, dass um eine Zerstörung des Gehörs durch plötzlich auftretende laute Geräusche zu verhindern, unsere Ohren von der Konstruktion her für Amplituden-Änderungen recht unempfindlich sind. z.B. ist der Leistungsunterschied zwischen geflüsterter und mit normaler Lautstärke gesprochener Sprache nicht eins zu zwei oder drei, sondern eins zu 100000! Das Ohr hat die Fähigkeit sich unterschiedlichen Pegeln anzupassen, sowohl nach oben wie nach unten. Die relative Lautstärke verschiedener Klänge ist daher, innerhalb gewissen Grenzen, bedeutungslos für uns. Ganz anders verhält es sich mit Phasenverschiebungen, die eben auch durch die Induktivität und Kapazität eines Kabels hervorgerufen werden. [Ein realistisches quantitatives Beispiel bitte!] Wir sind sehr empfindlich für Phasenverschiebungen, denn sie helfen uns bei der Lokalisierung der Schallquelle. [Ja, aber das betrifft nur die relativen Phasenverschiebungen zwischen den beiden Ohren! Also auch zwischen den beiden Stereokanälen. Wenn die Kabel auf beiden Seiten die gleichen sind dann können die Phasenverschiebungen so groß sein wie sie wollen (in Grenzen), sie sind gleich und damit irrelevant für die räumliche Wahrnehmung. Und in Wirklichkeit sind die Phasenverschiebungen winzig, also doppelt irrelevant. Nochmal: Zahlen, und realistische Beispiele bitte!] Wir können eine Schallverzögerung von ca. drei Hunderttausendstel Sek. erkennen. [Nein, können wir nicht. Wir können unter günstigen Bedingungen einen Unterschied zwischen rechtem und linkem Ohr in dieser Größenordnung erkennen. Das ist nicht dasselbe!] Dabei ist der Anfang eines Tones, (Anstiegsflanke) für die Richtungsinformation am wichtigsten. Phasenverschiebungen manifestieren sich im Klang als Ungenauigkeit, schlechte Tiefenstaffelung, geringe Klangdefinition und geringem Auflösungsvermögen. [Das ist mir neu. Wer hat das nachgewiesen, und wie? Und über welche Größenordnungen von Phasenverschiebungen reden wir hier?]
Kabelpreise.
Insgesamt soll auch gesagt sein, dass es nur folgende Klassen von Kabeln gibt: billige, teure, sehr teure und sauteure:)
Es ist nicht einfach die Leitungswerte einer Standard Kupferleitung zu verbessern. Reines Kupfer hat einen fixen spezifischen Widerstand, das standardmäßig für Kabeln verwendete Kupfer liegt nicht nennenswert darunter. [Darunter? Nicht daß es eine Rolle spielte, aber müßte es nicht "darüber" heißen?] OCC Kupfer liegt irgendwo zwischen diesen kaum nennenswerten Unterschieden und die etwas bessere Leitfähigkeit von Silber ist vielleicht für einen Scheich den Preis wert. Der Widerstand eines Kupferkabels errechnet sich ganz einfach durch den spez. Widerstand, der Länge und dem Querschnitt. Eine Verbesserung des ohmschen Widerstands ist also mit nichts leichter zu erreichen als mit kürzeren und dickeren Kabeln. Spielt der ohmsche Widerstand bei der Stromversorgung noch eine Rolle, so ist er auf der NF Seite fast völlig bedeutungslos. Einfach Kupfer zu verwenden ist schon alles. Wie auch sonst spielt in der HiFi Technik die Impedanz die Hauptrolle. Eine Verringerung der Impedanz durch ausgeklügelte Verseilungstechniken und durch ebenso ausgeklügelte Isolierungsmaterialien und -techniken sind das eigentliche Ziel. [Ist es das? Doch wohl bloß bei Voodoo-Herstellern, die das als Devise ausgeben, ohne Rücksicht auf die Praxis.] So erreichen sauteure Kabeln 1/10! der Induktivität und Kapazität eines "normalen" Kabels. Die Herstellung ist aber sehr kostenintensiv, da die Kabelhersteller für die Produktion geeignete Maschinen erst selbst entwerfen und herstellen müssen, und noch zusätzlich sehr viel auf Handarbeit angewiesen sind. [Und das alles aus völlig unsinnigen Gründen.] Um Überhaupt eine entscheidende Verbesserung zu erreichen muss man schon an die €100.- pro Meter auslegen. [Eine Verbesserung von was? Der Induktivität? Wieviel braucht man denn? Was wäre eine entscheidende Verbesserung, und warum?] Für eine weitere Verbesserung in dieser Größenordnung sind dann schon mehr als €300.- pro Meter fällig und noch einmal soviel mit der Induktivität und Kapazität herunter und wir sind bei €1000.- pro Meter angelangt. Wer also Unterschiede bei Kabeln hören möchte muss schon klotzen, nicht kleckern. [Oha, jetzt sind wir schon bei der Hörbarkeit! Ab wann sind denn Kabelinduktivitäten hörbar?] Vorhandene €20.- Kabeln mit Kabel um €60.- zu ersetzen sind wenn überhaupt gerade mal ein paar Tropfen Rizinus weniger und daher eher nicht zu merken. Daher sollte man um endgültig zu wissen ob die Qualität der Kabel eine Rolle für die Qualität des Klanges spielen kann gleich mal testweise zu den besten greifen und hören was man hört:) [Müßte man dafür nicht schon vor dem Test wissen was die besten sind? Wie sollte man sonst zu den richtigen greifen? Aha, ich verstehe, die teuersten sind gemeint! Na das ist mal eine Überraschung!]
Natürlich gibt es eine Vielzahl von Scharlatanen in der Szene, man sollte sich schon genau informieren. [Endlich sind wir uns mal einig, deswegen schreibe ich das hier ja. Vielleicht sieht man so etwas genauer daß Du selbst auch dazu gehörst.] Die Qualität von Kabeln lässt sich aber recht einfach nur an ihren Werten ablesen die da sind: Widerstand, Induktivität und Kapazität. Je geringer diese Werte hauptsächlich der beiden letzteren umso besser das Kabel. Der häufigste Betrug findet aber nach meiner Erfahrung gerade in der Preisklasse von €10.- bis €100.- statt. Solange nämlich keine entsprechende Herstellungstechnik mit spezieller Verdrahtung und Isolierung angewendet wird, ist jedes mit einem Radiowecker mitgelieferte Kabel auch kaum schlechter. (die Stecker ausgenommen) [Na da haben wir ja ein einfaches Rezept. Jetzt wäre bloß noch nützlich wenn wir mal ein Rechenbeispiel anhand praxisgerechter Daten hätten wie sich das so auswirkt.]
Zum Abschluss und bevor ich mich endgültig höflich zurückziehe möchte ich wieder zurück zur Differenzspannungsstörung und eine Empfehlung abgeben.
Steckerleiste:
Man sollte doch auch einmal eine aktuelle Baumarkt Steckerleiste öffnen und hineinsehen. Das geht sowieso nicht mehr, da vernietet oder verschweißt. Das ist wohl auch besser so um uns durch den darin gebotenen Graus nicht in Angst und Schrecken zu versetzen:) Eine Steckerleiste um sagen wir mal €20.- wird es da schon tun um zumindest Gefahr abzuwenden. Wer nicht neben einer Trafostation in einem Einfamilienhaus wohnt und statt €100.- gerne €300.- für einen Tonabnehmer ausgibt kann auch probieren ob nicht eine Filtersteckerleiste um den gleichen Betrag gleich viel Nutzen bringt. [Da hätte ich noch diverse andere Ideen. Man könnte z.B. probieren ob ein Wechsel des Stromanbieters nicht den audiophileren Strom bringt (ok, ein Scherz). Oder ob nicht sogar ein Akustikelement um das gleiche Geld mehr Nutzen bringt (kein Scherz). Ich würde vielleicht sogar dazu neigen den Betrag in Rotwein anzulegen, den kann man klangsteigernd beim Musikhören einsetzen (nur halb im Scherz). Mal ehrlich, es gibt so viele Möglichkeiten zum Ausprobieren, warum sollte ich mich mit so einem Schmarrn aufhalten wenn es weitaus vielversprechendere Themen gibt?]
Stromkabel.
Wer einen Verstärker um €500.- besitzt und damit zufrieden ist kann diesen Thread samt und sonders vergessen. [Ah, da ist es wieder, das Snob-Argument! Ist es nicht verblüffend wie zuverlässig das immer wieder auftaucht?] Wer nicht damit zufrieden ist sollte fleißig für einen neuen Verstärker sparen. Wer einen Verstärker um €1000.- besitzt kann durchaus einmal ein Stromkabel um €150.- probieren um entweder seine Zufriedenheit zu steigern oder gar seine Unzufriedenheit zu besiegen und eine geplante Aufrüstung mittels einem Verstärker um €2000.- zu verschieben bzw. abzublasen und das gesparte Geld in einen Urlaub zu investieren. [Ehrlich gesagt, wenn so ein Kabel tatsächlich eine Verbesserung bringen würde, dann würde ich wohl den Verstärker rausschmeißen. Wozu gebe ich so viel für einen Verstärker aus wenn er dann noch nicht einmal mit einem passenden Stromkabel daher kommt?] Wer bereits mehr als €3000.- für seinen Verstärker ausgegeben hat sollte vorsichtshalber versuchen, ob ihn nicht eine Strippe um €500.- in die nächste Klasse katapultiert die zu erreichen bereits €6000.- eingeplant waren. Dann könnte man nämlich €5000.- z.B. für die wieder notwendigen Zahnimplantate verwenden und hätte noch immer €500.- übrig um die neuen Beisserchen ausgiebig beim Essen gehen zu testen:) [Wieso schämen sich die Leute eigentlich nicht, die so einen völlig grotesken Unsinn verzapfen? Wieso tut Dummheit nicht weh?]
Ich wünsche allen viel Spaß und alles Gute!
JG
P.S. Noch ein Kommentar zu manchem Ton im Forum:
Leichtmetallfelgen verringern die rotierende Masse und verbessern daher nachweislich und anerkannt das Fahrverhalten. Es wäre sicher interessant wenn man allen Besitzern dieser Felgen diese heimlich gegen normale Stahlfelgen austauscht und beobachtet, wann wer es bemerkt ohne hinzusehen. Vielleicht bemerken es nur ganz wenige, noch nie habe ich aber irgendwo gehört, dass die Hersteller dieser Felgen alles Betrüger sind und deren Käufer alles Idioten:) [Wenn das als Maßnahme zur Tonverbesserung gedacht war, dann geht sie nach hinten los. Das Argument ist dermaßen trübe daß man daran verzweifeln könnte. Ich rette mich in solchen Fällen in die Ansicht, daß ich es offenbar mit einem Schwachkopf zu tun habe. Leider ergibt sich dadurch meistens ein Tonproblem, aber es hilft nichts, manchmal ist Ehrlichkeit der Höflichkeit vorzuziehen.]"
Kommentare bitte im Thread im Hifi-Forum.
Donnerstag, 30. Dezember 2010
Unsinnige Lösung eines nicht vorhandenen Problems
Wir kennen ja alle die audiophile Lust, sich in ein vorgestelltes technisches Problem hinein zu steigern, und zu dessen Lösung dann nur noch völlig abstruse technische Maßnahmen zu akzeptieren, die ohne Rücksicht auf praktische Aspekte den Eindruck erweckt, das Problem kompromißlos aus der Welt zu schaffen.
Früher hatte man dafür die Class-A Verstärker. Das vorgebliche Problem sind die Übernahmeverzerrungen bei Class-B, und die kompromißlose Lösung ist der völlige Verzicht auf Class-B. Daß dabei ein Vielfaches an Stromverbrauch und Wärmeentwicklung heraus kommt, was letztlich auch wesentlich mehr kostet, macht gerade den Charme der Kompromißlosigkeit aus. Gerade weil die Lösung in Form von Class-A so unwirtschaftlich ist muß es die richtige Lösung sein, alles andere wäre für Warmduscher.
Ob das vorgestellte Problem tatsächlich vorhanden ist entzieht sich der Kenntnis des Audiophilen. Es ist auch gar nicht wichtig, denn ein eingebildetes Problem ist genauso gut wie ein reales, schließlich kommt es ganz auf die Empfindung an. Wer einmal bei seinem Verstärker weiß daß er im Class-B Betrieb arbeitet, der empfindet beim Gedanken an die Übernahmeverzerrungen einen gewissen Mangel an Feinzeichnung und eine eingeschränkte Räumlichkeit. Die üblichen Symptome eines vorgestellten Problems eben.
Seit es digitale Audiotechnik gibt, gibt es ganz neue Möglichkeiten für vorgestellte Probleme. Besonders verdienstvoll bei der Erzeugung audiophiler Problem-Wollust ist der Jitter. Über den habe ich hier schon Einiges geschrieben, ich will das hier nicht wiederholen. Mir geht's um eine ganz bestimmte "Lösung", die man seit 15 Jahren in der einen oder anderen Form versucht den Audiphilen als kompromißlose High-End-Technik zu verkaufen, obwohl sie genauso billig wie unsinnig ist.
Ich meine die diversen Varianten der sogenannten I²S-Schnittstelle zwischen einem CD-Laufwerk und einem meist darauf abgestimmten D/A-Wandler.
Der Ursprung der Überlegungen kommt daher, daß die SPDIF-Schnittstelle, die man eigentlich für so eine Verbindung erfunden hat, anfällig ist für ein Phänomen das man als datenabhängigen Jitter bezeichnen kann. Anfang der 90er-Jahre war das ein großes Thema, und es gab Leute die deswegen der SPDIF-Schnittstelle ein prinzipielles Problem unterstellt haben.
Datenabhängiger Jitter kommt davon daß man die Daten und den Abtasttakt bei der SPDIF-Schnittstelle in ein einziges Signal kombiniert, damit man es auch über eine einzige Leitung übertragen kann. Die Verkabelung wird dadurch genauso einfach wie die für Videosignale, und man hat mit Absicht auch den gleichen Kabeltyp gewählt wie für Video, nämlich 75 Ohm Koaxleitungen.
Wenn man die Taktinformation aus den gleichen Zustandsänderungen des Signals extrahiert wie die Daten, dann führen ungleiche Flankensteilheiten und wandernde Schaltschwellen in der Tat dazu daß die Daten auf den Takt einen Einfluß haben, daß also die Daten den Takt in einem gewissen Ausmaß modulieren. Das Resultat ist eben der datenabhängige Jitter. Das Phänomen als solches ist also real. Ein Problem ist es aber noch lange nicht.
Es ist aber Anlaß genug für audiophile Besorgnis, und es würde einem Audiophilen etwas lahm erscheinen wenn man nicht eine Lösung anstreben würde die das Problem mit Stumpf und Stiel ausrottet, koste es was es wolle. Auftritt: Die I²S-Schnittstelle.
Die I²S-Schnittstelle wurde in den 80er-Jahren von Philips erfunden um innerhalb eines Gerätes einen D/A-Wandler mit dem Chip zu verbinden, der in einem CD-Spieler die Digitaldaten verarbeitet. Da es um Verbindungen innerhalb eines Gerätes ging machte man keine Anstrengungen, Leitungen zu sparen. Takt und Daten wurden getrennt geführt, ja es gibt sogar zwei getrennte Takte, einen für die Samples und einen für die Bits innerhalb eines Samples. Oft kommt sogar noch ein dritter Takt für den Betrieb des D/A-Wandlers hinzu, wenn der aufgrund seiner Funktionsweise eine noch höhere Taktfrequenz braucht. Die Trennung zwischen Takt und Datenleitungen macht diese Schnittstelle aber unempfindlich gegenüber datenabhängigem Jitter, und das hat in der Folge der Diskussion in den 90ern um die SPDIF-Schnittstelle einige High-End-Firmen dazu gebracht, zu überlegen wie man diese I²S-Schnittstelle auch für die Verbindung zwischen zwei Geräten einsetzen könnte, speziell zwischen CD-Laufwerk und D/A-Wandler.
Die Diskussion darüber ist also inzwischen bald 20 Jahre alt, und die Versuche rund um die I²S-Schnittstelle dauern in der einen oder anderen Form bis heute an, bloß daß immer wieder neue Spielarten, Steckverbinder und Kabeltypen dafür benutzt werden. Noch in den 90ern gab es Versionen von Audio Alchemy mit einem DIN-Stecker, und von Ultra Analog mit einem speziellen Stecker der für Computerbildschirme gedacht war. Es gab bzw. gibt auch Varianten mit mehreren getrennten BNC-Leitungen, und in jüngerer Zeit mit CAT-5 Kabeln und RJ45-Steckern (das Zeug was man von Computernetzwerken kennt), oder mit HDMI-Kabeln.
In allen diesen Fällen wird bloß das Steckerformat und der Kabeltyp zweckentfremdet, irgendeine Kompatibilität zu anderen Verbindungen besteht nicht. Es ist also schon deswegen eine blödsinnige Idee weil keine Einigkeit bezüglich der Steckverbindungen besteht, aber das kann man ja noch als von den Herstellern erwünscht verstehen, schließlich kann man dadurch Kunden an sich binden die auf den Trick hereingefallen sind. Es gibt aber noch eine Reihe von weiteren Argumenten warum es eine schwachsinnige Idee ist, bloß scheint sich das auch nach mehr als einem Dutzend Jahren noch nicht ganz herumgesprochen zu haben, denn die Technik ist noch immer nicht ausgestorben.
Aber das ist High-End, nicht wahr: Wenn man die einfachste Lösung trotz ihrer Mängel als das Nonplusultra verkauft, das ein Problem löst welches gar nicht wirklich existiert, was aber trotzdem die Phantasie der Ahnungslosen beflügelt und ihre Geldbörsen öffnet.
Kommentare bitte im üblichen Thread.
(Nachtrag: Links hinzugefügt.)
Früher hatte man dafür die Class-A Verstärker. Das vorgebliche Problem sind die Übernahmeverzerrungen bei Class-B, und die kompromißlose Lösung ist der völlige Verzicht auf Class-B. Daß dabei ein Vielfaches an Stromverbrauch und Wärmeentwicklung heraus kommt, was letztlich auch wesentlich mehr kostet, macht gerade den Charme der Kompromißlosigkeit aus. Gerade weil die Lösung in Form von Class-A so unwirtschaftlich ist muß es die richtige Lösung sein, alles andere wäre für Warmduscher.
Ob das vorgestellte Problem tatsächlich vorhanden ist entzieht sich der Kenntnis des Audiophilen. Es ist auch gar nicht wichtig, denn ein eingebildetes Problem ist genauso gut wie ein reales, schließlich kommt es ganz auf die Empfindung an. Wer einmal bei seinem Verstärker weiß daß er im Class-B Betrieb arbeitet, der empfindet beim Gedanken an die Übernahmeverzerrungen einen gewissen Mangel an Feinzeichnung und eine eingeschränkte Räumlichkeit. Die üblichen Symptome eines vorgestellten Problems eben.
Seit es digitale Audiotechnik gibt, gibt es ganz neue Möglichkeiten für vorgestellte Probleme. Besonders verdienstvoll bei der Erzeugung audiophiler Problem-Wollust ist der Jitter. Über den habe ich hier schon Einiges geschrieben, ich will das hier nicht wiederholen. Mir geht's um eine ganz bestimmte "Lösung", die man seit 15 Jahren in der einen oder anderen Form versucht den Audiphilen als kompromißlose High-End-Technik zu verkaufen, obwohl sie genauso billig wie unsinnig ist.
Ich meine die diversen Varianten der sogenannten I²S-Schnittstelle zwischen einem CD-Laufwerk und einem meist darauf abgestimmten D/A-Wandler.
Der Ursprung der Überlegungen kommt daher, daß die SPDIF-Schnittstelle, die man eigentlich für so eine Verbindung erfunden hat, anfällig ist für ein Phänomen das man als datenabhängigen Jitter bezeichnen kann. Anfang der 90er-Jahre war das ein großes Thema, und es gab Leute die deswegen der SPDIF-Schnittstelle ein prinzipielles Problem unterstellt haben.
Datenabhängiger Jitter kommt davon daß man die Daten und den Abtasttakt bei der SPDIF-Schnittstelle in ein einziges Signal kombiniert, damit man es auch über eine einzige Leitung übertragen kann. Die Verkabelung wird dadurch genauso einfach wie die für Videosignale, und man hat mit Absicht auch den gleichen Kabeltyp gewählt wie für Video, nämlich 75 Ohm Koaxleitungen.
Wenn man die Taktinformation aus den gleichen Zustandsänderungen des Signals extrahiert wie die Daten, dann führen ungleiche Flankensteilheiten und wandernde Schaltschwellen in der Tat dazu daß die Daten auf den Takt einen Einfluß haben, daß also die Daten den Takt in einem gewissen Ausmaß modulieren. Das Resultat ist eben der datenabhängige Jitter. Das Phänomen als solches ist also real. Ein Problem ist es aber noch lange nicht.
Es ist aber Anlaß genug für audiophile Besorgnis, und es würde einem Audiophilen etwas lahm erscheinen wenn man nicht eine Lösung anstreben würde die das Problem mit Stumpf und Stiel ausrottet, koste es was es wolle. Auftritt: Die I²S-Schnittstelle.
Die I²S-Schnittstelle wurde in den 80er-Jahren von Philips erfunden um innerhalb eines Gerätes einen D/A-Wandler mit dem Chip zu verbinden, der in einem CD-Spieler die Digitaldaten verarbeitet. Da es um Verbindungen innerhalb eines Gerätes ging machte man keine Anstrengungen, Leitungen zu sparen. Takt und Daten wurden getrennt geführt, ja es gibt sogar zwei getrennte Takte, einen für die Samples und einen für die Bits innerhalb eines Samples. Oft kommt sogar noch ein dritter Takt für den Betrieb des D/A-Wandlers hinzu, wenn der aufgrund seiner Funktionsweise eine noch höhere Taktfrequenz braucht. Die Trennung zwischen Takt und Datenleitungen macht diese Schnittstelle aber unempfindlich gegenüber datenabhängigem Jitter, und das hat in der Folge der Diskussion in den 90ern um die SPDIF-Schnittstelle einige High-End-Firmen dazu gebracht, zu überlegen wie man diese I²S-Schnittstelle auch für die Verbindung zwischen zwei Geräten einsetzen könnte, speziell zwischen CD-Laufwerk und D/A-Wandler.
Die Diskussion darüber ist also inzwischen bald 20 Jahre alt, und die Versuche rund um die I²S-Schnittstelle dauern in der einen oder anderen Form bis heute an, bloß daß immer wieder neue Spielarten, Steckverbinder und Kabeltypen dafür benutzt werden. Noch in den 90ern gab es Versionen von Audio Alchemy mit einem DIN-Stecker, und von Ultra Analog mit einem speziellen Stecker der für Computerbildschirme gedacht war. Es gab bzw. gibt auch Varianten mit mehreren getrennten BNC-Leitungen, und in jüngerer Zeit mit CAT-5 Kabeln und RJ45-Steckern (das Zeug was man von Computernetzwerken kennt), oder mit HDMI-Kabeln.
In allen diesen Fällen wird bloß das Steckerformat und der Kabeltyp zweckentfremdet, irgendeine Kompatibilität zu anderen Verbindungen besteht nicht. Es ist also schon deswegen eine blödsinnige Idee weil keine Einigkeit bezüglich der Steckverbindungen besteht, aber das kann man ja noch als von den Herstellern erwünscht verstehen, schließlich kann man dadurch Kunden an sich binden die auf den Trick hereingefallen sind. Es gibt aber noch eine Reihe von weiteren Argumenten warum es eine schwachsinnige Idee ist, bloß scheint sich das auch nach mehr als einem Dutzend Jahren noch nicht ganz herumgesprochen zu haben, denn die Technik ist noch immer nicht ausgestorben.
- Das Problem des datenabhängigen Jitters kann man auch einfacher lösen, ohne die SPDIF-Schnittstelle aufzugeben. Das Problem resultiert daraus daß Takt und Daten gleichzeitig in das Signal moduliert werden. Wenn man es zeitlich trennt kann man eine einzige Leitung beibehalten und trotzdem das Problem vermeiden. Wenn man sich das SPDIF-Datenformat genauer ansieht stellt man fest daß das bereits der Fall ist. Die Taktinformation, genauer der Wordclock, steckt in den sogenannten Präambeln, und die sind unabhängig von den Daten immer gleich. Neuere SPDIF-Empfänger rekonstruieren den Takt daher bloß aus den Präambeln, und ignorieren die Daten bei der Taktrekonstruktion. Der riesengroße Vorteil liegt darin daß nur der Empfänger geändert werden muß, das Datenformat selbst und damit der Sender ist bereits passend. An der SPDIF-Definition muß kein Jota geändert werden. SPDIF-Empfänger-Chips berücksichtigen das seit mindestens zehn Jahren, eigentlich müßte sich das Problem damit erledigt haben.
Interessanterweise ist das die gleiche Situation wie bei den TV-Signalen. Dort werden auch Taktinformation und Daten über das gleiche Signal übertragen, und zwar schon seit Jahrzehnten vor der digitalen Audiotechnik. Der Takt ist für die Bildsynchronisation da, und die Daten für den Bildinhalt. Würde es zu Jitter kommen dann würde das Bild verwaschen werden oder in seiner Position vibrieren. Man mußte also schon damals eine Lösung dafür finden, und man hat genau das Gleiche gemacht: Man hat den Dateninhalt und die Synchronisationsinformation im Signal zeitlich getrennt; sie wechseln sich auf der Leitung ab. So kann das Eine das Andere nicht über Gebühr beeinflussen. Es ist nicht 100%ig, aber nichts ist 100%ig. - Es gibt keinen guten Grund warum bei einer Verbindung von CD-Laufwerk und D/A-Wandler der Takt in die gleiche Richtung gehen müßte wie die Daten. Die bessere Lösung ist ohnehin wenn der Takterzeuger beim D/A-Wandler sitzt, und das Laufwerk darauf synchronisiert wird. In so einer Anordnung ist der Jitter auf dem Übertragungsweg praktisch egal; der Wandlertakt ist von dem Übertragungsweg unabhängig, schließlich wird er lokal erzeugt. Was man dafür braucht ist ein fremdsynchronisierbares CD-Laufwerk, also eines das einen Wordclock-Eingang hat. Der D/A-Wandler schickt dem Laufwerk seinen Wordclock, und das Laufwerk schickt dazu synchron seine Daten an den Wandler. Das sind zwar zwei getrennte Signale, aber man kann für die Datenverbindung beim SPDIF-Format bleiben, und damit kompatibel bleiben, und ein fremdsynchronisierbares CD-Laufwerk ist ein ohnehin wünschenswertes Feature, denn in größeren Anlagen (gerade auch im professionellen Bereich) sollten alle Geräte auf einen gemeinsamen Takt synchronisierbar sein.
Beide Signale, der Wordclock und das SPDIF-Datensignal, sind quasi standardisiert, und man braucht keine neuen Schnittstellen zu erfinden. Zudem ist der Jitter in so einem Szenario nur noch ein lokales Problem innerhalb des D/A-Wandlers, und unterliegt keinem Einfluß aus dem SPDIF-Signal mehr. Das heißt daß diese Situation sogar noch besser ist (was den Jitter betrifft) als die I²S-Schnittstelle über welches Kabel auch immer. - Man kann den Jitter auch durch eine zweistufige PLL eliminieren. Diese Technik ist mindestens ebenso alt wie das Problem selbst. Die SPDIF-Empfängechips haben eine eigene PLL mit dem sie den Takt aus dem Signal rekonstruieren, aber diese PLL ist für korrekte Datenextraktion optimiert und nicht unbedingt für jitterarmes Antreiben eines D/A-Wandlers. Um einen D/A-Wandler mit einem guten jitterarmen Takt zu versorgen kann es sein daß man eine weitere PLL braucht. Das war vielleicht mal eine konstruktive Herausforderung als die Sache neu war, aber inzwischen gibt's einfach einsetzbare Chips die dieses Problem für wenige Dollar erschlagen.
Selbst ohne eine Wordclock-Leitung vom D/A-Wandler zum Laufwerk kann man das Jitterproblem also ohne große Probleme im Griff behalten, wenn man eine zweite PLL einsetzt. - Eine weitere Alternative besteht in der Verwendung eines Abtastratenwandlers im D/A-Wandler. Dafür gibt's ebenfalls seit Jahren brauchbare Chips die ihrerseits den Jitter gut unterdrücken können. Statt einer zweiten PLL kann man auch auf diese Strategie setzen.
Ein Abtastratenwandler im Laufwerk hat demgegenüber keinen Sinn, es sei denn er wäre fremdsynchronisierbar. Eine andere Abtastrate ändert am Jitter nämlich erstmal nichts.
Aber das ist High-End, nicht wahr: Wenn man die einfachste Lösung trotz ihrer Mängel als das Nonplusultra verkauft, das ein Problem löst welches gar nicht wirklich existiert, was aber trotzdem die Phantasie der Ahnungslosen beflügelt und ihre Geldbörsen öffnet.
Kommentare bitte im üblichen Thread.
(Nachtrag: Links hinzugefügt.)
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Unerwünschte Apostaten
Es gibt ja eine Menge von ehemaligen Audiophilen, die irgendwann gemerkt haben welche verlogene und selbstbezogene Szene das ist, und wie wenig deren Glaubenssätze mit der Realität zu tun haben. Ich habe bloß den Eindruck das da die Dunkelziffer ziemlich groß ist. Ich denke ich habe auch eine Erklärung dafür.
Wenn jemand von seinem Glauben abfällt und sich davon distanziert dann nennt man das Apostasie. Öffentliche Apostasie ist schon immer recht selten gewesen, denn man gibt dabei ja öffentlich zu daß man vorher völlig falsch gelegen hat. Schon dafür braucht es, wenn es um wichtige Dinge und nicht bloß eine Lappalie geht, ziemlich viel Charakter und Selbstsicherheit. In solchen wichtigen Dingen, die auch eine Bedeutung für die gesellschaftliche Umgebung haben, kommt aber oft noch ein ziemliches Ausmaß an sozialem Druck dazu. Dem muß man erst einmal zu trotzen wagen, zumal man ja wegen seines eingestandenen Irrtums recht verwundbar ist. Wer immer "recht" hatte und auf Kurs bleibt hat erst einmal die besseren Karten.
Bei den Religionen war das schon immer so, und man hat haufenweise Anschauungsmaterial wie das funktioniert. Die meisten Leute nehmen eher innerlich Abschied davon und hängen's nicht an die große Glocke, anstatt sich offen als Abtrünniger zu outen, und dabei Gefahr zu laufen, einen Teil seines sozialen Umfelds vor den Kopf zu stoßen. Es ist dabei immer mehr im Spiel als einfach eine prersönliche Ansicht oder Meinung. Und wenn man es selbst schon als eine bloße Meinungssache ansieht, so sorgt die Umgebung oftmals dafür daß der Einsatz höher wird.
Was die Religion angeht haben wir uns in Europa durch Humanismus und Aufklärung ein Ausmaß an Freiheit erobert das die Apostasie ohne sozialen Selbstmord ermöglicht. Das ist beileibe nicht selbstverständlich, auch heute noch nicht, und auch im christlichen Teil der Welt nicht. In anderen Teilen der Welt kann einem die Apostasie noch immer den Tod einbringen. Den realen, nicht bloß den sozialen.
Das ist natürlich weit entfernt von der Situation bei Hifi-Enthusiasten, aber auch da gibt es Apostaten, und ich finde es auffällig wie man mit ihnen umgeht. Ich denke viele Hifi-Apostaten können meine Beobachtungen bestätigen:
Zuerst verhält sich der Audiophile so als hätte er ein Wissen das der Abstreiter erst noch erwerben muß, und er scheint zu glauben daß es bloß die richtige Hörerfahrung mit einer anständigen Anlage bräuchte, und der Abstreiter wäre gewissermassen "geheilt". Mit anderen Worten, der Abstreiter "ist noch nicht so weit", und der Audiophile ist ihm um ein paar Schritte voraus. Entsprechend gönnerhaft treten manche auf, zählen Höranekdoten mit teuren Anlagen auf in der anscheinenden Hoffnung dem Betreffenden seinen Mangel vor Augen zu führen.
Man kann dann als Abstreiter durchblicken lassen daß man genau diese Phase schon vor zehn oder zwanzig Jahren durchlaufen hat und inzwischen nicht nur die entsprechenden Hörerfahrungen hinter sich hat, sondern auch die audiophile Überzeugung. Daß man eben nicht noch was nachzuholen hätte, sondern im Gegenteil schon ein paar Schritte weiter ist und seinen früheren Fehler begreift.
Aber das hilft nichts. Wer von Euch Abstreitern da draußen hat darauf schon einmal eine vernünftige Reaktion gekriegt? Ich nicht. In aller Regel reagiert man darauf überhaupt nicht. Es wird einfach nicht zur Kenntnis genommen.
Wenn man Glück hat und es kommt überhaupt eine Reaktion, dann kriegt man's mit Spekulationen zu tun daß man eben doch nicht die richtige Anlage gehört hat, oder daß man ein Problem mit dem Gehör hat, oder daß man nicht erlebnisfähig ist, oder dogmatisch verbohrt. Dabei wird völlig übersehen daß der Apostat ja mal selber ein Audiophiler war und darum zumindest mal geglaubt haben muß daß er die richtige Anlage und das passende Gehör hat um das alles zu hören was die Audiophilen hören.
Und genau da liegt auch ganz allgemein das Problem mit den Apostaten. Ein Apostat sagt sich ganz bewußt von etwas los, nicht weil er es nicht kennen würde, sondern im Gegenteil weil er es zu gut kennengelernt hat um noch dran glauben zu können. Dem Ungläubigen kann man mit Milde und Mitleid begegnen, denn er ist eben einfach noch nicht erleuchtet worden. Der Apostat dagegen weiß genau Bescheid, er kennt die inneren Widersprüche ganz genau die man so gern unter den Teppich kehrt. Der Ungläubige ist ein Ansporn, der Apostat ist eine Gefahr.
Aus dieser Sicht wird klar warum Apostaten zumindest unbeliebt sind, und nicht selten angefeindet werden. Ein Apostat demonstriert mit seinem Beispiel, daß es ein "Leben nach dem Glauben" gibt, daß man darüber hinweg kommen kann und der Glaube nicht etwa das Ende der Fahnenstange ist, sondern ein Phase die man hinter sich lassen kann und dann auch kein Bedürfnis mehr danach verspürt, dahin zurück zu kommen. Einsicht ist eine Einbahnstrasse. Man kann sie nicht rückgängig machen.
Es gibt höchstens faustische Zweifel an der gewonnenen Einsicht, manche Leute sehnen sich in die selige Einfalt zurück. Aber auch Faust hätte das nicht getan selbst wenn er gekonnt hätte.
Kommentare im üblichen Thread.
Wenn jemand von seinem Glauben abfällt und sich davon distanziert dann nennt man das Apostasie. Öffentliche Apostasie ist schon immer recht selten gewesen, denn man gibt dabei ja öffentlich zu daß man vorher völlig falsch gelegen hat. Schon dafür braucht es, wenn es um wichtige Dinge und nicht bloß eine Lappalie geht, ziemlich viel Charakter und Selbstsicherheit. In solchen wichtigen Dingen, die auch eine Bedeutung für die gesellschaftliche Umgebung haben, kommt aber oft noch ein ziemliches Ausmaß an sozialem Druck dazu. Dem muß man erst einmal zu trotzen wagen, zumal man ja wegen seines eingestandenen Irrtums recht verwundbar ist. Wer immer "recht" hatte und auf Kurs bleibt hat erst einmal die besseren Karten.
Bei den Religionen war das schon immer so, und man hat haufenweise Anschauungsmaterial wie das funktioniert. Die meisten Leute nehmen eher innerlich Abschied davon und hängen's nicht an die große Glocke, anstatt sich offen als Abtrünniger zu outen, und dabei Gefahr zu laufen, einen Teil seines sozialen Umfelds vor den Kopf zu stoßen. Es ist dabei immer mehr im Spiel als einfach eine prersönliche Ansicht oder Meinung. Und wenn man es selbst schon als eine bloße Meinungssache ansieht, so sorgt die Umgebung oftmals dafür daß der Einsatz höher wird.
Was die Religion angeht haben wir uns in Europa durch Humanismus und Aufklärung ein Ausmaß an Freiheit erobert das die Apostasie ohne sozialen Selbstmord ermöglicht. Das ist beileibe nicht selbstverständlich, auch heute noch nicht, und auch im christlichen Teil der Welt nicht. In anderen Teilen der Welt kann einem die Apostasie noch immer den Tod einbringen. Den realen, nicht bloß den sozialen.
Das ist natürlich weit entfernt von der Situation bei Hifi-Enthusiasten, aber auch da gibt es Apostaten, und ich finde es auffällig wie man mit ihnen umgeht. Ich denke viele Hifi-Apostaten können meine Beobachtungen bestätigen:
Zuerst verhält sich der Audiophile so als hätte er ein Wissen das der Abstreiter erst noch erwerben muß, und er scheint zu glauben daß es bloß die richtige Hörerfahrung mit einer anständigen Anlage bräuchte, und der Abstreiter wäre gewissermassen "geheilt". Mit anderen Worten, der Abstreiter "ist noch nicht so weit", und der Audiophile ist ihm um ein paar Schritte voraus. Entsprechend gönnerhaft treten manche auf, zählen Höranekdoten mit teuren Anlagen auf in der anscheinenden Hoffnung dem Betreffenden seinen Mangel vor Augen zu führen.
Man kann dann als Abstreiter durchblicken lassen daß man genau diese Phase schon vor zehn oder zwanzig Jahren durchlaufen hat und inzwischen nicht nur die entsprechenden Hörerfahrungen hinter sich hat, sondern auch die audiophile Überzeugung. Daß man eben nicht noch was nachzuholen hätte, sondern im Gegenteil schon ein paar Schritte weiter ist und seinen früheren Fehler begreift.
Aber das hilft nichts. Wer von Euch Abstreitern da draußen hat darauf schon einmal eine vernünftige Reaktion gekriegt? Ich nicht. In aller Regel reagiert man darauf überhaupt nicht. Es wird einfach nicht zur Kenntnis genommen.
Wenn man Glück hat und es kommt überhaupt eine Reaktion, dann kriegt man's mit Spekulationen zu tun daß man eben doch nicht die richtige Anlage gehört hat, oder daß man ein Problem mit dem Gehör hat, oder daß man nicht erlebnisfähig ist, oder dogmatisch verbohrt. Dabei wird völlig übersehen daß der Apostat ja mal selber ein Audiophiler war und darum zumindest mal geglaubt haben muß daß er die richtige Anlage und das passende Gehör hat um das alles zu hören was die Audiophilen hören.
Und genau da liegt auch ganz allgemein das Problem mit den Apostaten. Ein Apostat sagt sich ganz bewußt von etwas los, nicht weil er es nicht kennen würde, sondern im Gegenteil weil er es zu gut kennengelernt hat um noch dran glauben zu können. Dem Ungläubigen kann man mit Milde und Mitleid begegnen, denn er ist eben einfach noch nicht erleuchtet worden. Der Apostat dagegen weiß genau Bescheid, er kennt die inneren Widersprüche ganz genau die man so gern unter den Teppich kehrt. Der Ungläubige ist ein Ansporn, der Apostat ist eine Gefahr.
Aus dieser Sicht wird klar warum Apostaten zumindest unbeliebt sind, und nicht selten angefeindet werden. Ein Apostat demonstriert mit seinem Beispiel, daß es ein "Leben nach dem Glauben" gibt, daß man darüber hinweg kommen kann und der Glaube nicht etwa das Ende der Fahnenstange ist, sondern ein Phase die man hinter sich lassen kann und dann auch kein Bedürfnis mehr danach verspürt, dahin zurück zu kommen. Einsicht ist eine Einbahnstrasse. Man kann sie nicht rückgängig machen.
Es gibt höchstens faustische Zweifel an der gewonnenen Einsicht, manche Leute sehnen sich in die selige Einfalt zurück. Aber auch Faust hätte das nicht getan selbst wenn er gekonnt hätte.
Kommentare im üblichen Thread.
Freitag, 10. Dezember 2010
Fraktale Realität
Fraktale sind sich selbst ähnlich, die Strukturen im Kleinen sehen genauso aus wie die im Großen. Die Bilder hat wohl noch Jeder vor Augen, Apfelmännchen & Co.
Beim Verhalten scheint es auch nicht anders zu sein. Staaten scheinen sich genauso zu verhalten wie ein 16-Jähriger, und 16-Jährige wollen's mit Staaten aufnehmen. Und auf allen Ebenen wird geheuchelt, und man biegt sich seine Wahrheit zurecht, selbst wenn man sich dabei völlig absurd verhalten muß.
Es geht natürlich um Wikileaks. Kein audiophiles Thema, ok, aber irgendwie sehe ich da auch Parallelen. Die Art und Weise wie manche Leute sich ihre Weltbilder verteidigen, und das Ausmaß an Desinformation das dabei produziert wird, kommt mir irgendwie bekannt vor. Wie im Kleinen so im Großen.
Das Gute dabei ist daß Heuchelei, Lüge und Betrug im Angesicht der Wahrheit so deutlich sichtbar werden.
Beispiel US-Diplomatenkorrespondenz. Man behauptet, die Veröffentlichungen seien nicht wirklich etwas Neues, und übertrifft sich gleichzeitig darin, immer noch monströsere Anschuldigungen auszusprechen und Gefahren an die Wand zu malen. Der Widerspruch scheint manchen gar nicht aufzufallen.
Investigativer Journalismus ist nun wirklich nichts Neues, und zu seinen Geschäftsgrundlagen gehört es, vertrauliche oder geheime Quellen anzuzapfen und zu veröffentlichen. Wikileaks ist dabei wenig mehr als eine weitere Quelle, im Grunde gibt es nur zwei Unterschiede zur Situation vor der Zeit von Wikileaks:
Unter diesen Medien ist auch die New York Times, eine traditionsreiche US-Tageszeitung. Während Wikileaks sich gefallen lassen muß daß man fordert, ihre Leitfiguren wie Terroristen zu behandeln, die man ohne rechtsstaatliches Verfahren einfach ausschalten kann, muß sich die New York Times gerade einmal "unpatriotisches Verhalten" vorhalten lassen. Dabei lesen weitaus mehr Leute die Botschaftsdokumete in der Zeitung als auf der Wikileaks-Webseite. Wenn also die Veröffentlichung dieser Dokumente so übel wäre, dann wären die Zeitungen weitaus "schuldiger" als Wikileaks.
Aber die Presse hat ja noch immer ihre "Pressefreiheit". Die scheint im Moment noch etabliert genug zu sein daß man sie nicht direkt und unverblümt in Frage stellen kann. Bei Wikileaks kann man aber so tun als wäre das etwas ganz anderes und hätte mit Pressefreiheit nichts zu tun. Dabei würde jede Zeitung die etwas von sich hält eine solche Dokumentensammlung wie die Botschaftsdokumente mit Handkuß annehmen und ausschlachten, auch wenn kein Wikileaks dazwischen wäre. Und wenn sie es nicht ausschlachten würden, dann hätten sie als "freie Presse" abgedankt und wären de facto überflüssig. Wie sonst wären die diversen älteren Skandale aufgedecht worden, die in die Geschichte eingegangen sind? Welcher dieser Skandale hätte aufgedeckt werden können ohne geheime Dokumente die an die Presse durchgestochen werden? Watergate? Parteispendenaffäre?
Der Umgang mit Wikileaks ist daher entlarvend: Bei den Angriffen auf Wikileaks könnte man auch die Presse dafür einsetzen. Wer Wikileaks offen angreift äußert damit das was er auch der Presse gegenüber denkt, aber sich nicht zu sagen traut, weil die Pressefreiheit Verfassungsrang hat. Die Heuchelei wird sichtbar, und die insgeheime Einstellung auch.
Was aber fast noch interessanter ist als das Verhalten der betroffenen Regierungsvertreter ist das Verhalten mancher Medien. Im Grunde müßten die Medien Wikileaks eigentlich als eine Chance begreifen , an Material bequemer und sicherer heranzukommen. An dem Material müßten sie natürlicherweise interessiert sein, denn daraus machen sie ihre Stories. Konkurrenz ist Wikileaks eher nicht, denn wer liest schon hunderttausende Dokumente im Wortlaut (und in der Originalsprache) um sich einen Überblick zu schaffen? Das veröffentlichte Material verlangt ja geradezu nach einer Bearbeitung und Bewertung durch die Medien, und genau darin liegt Chance und Aufgabe der Medien.
Etliche Blätter und Kanäle reagieren aber so als hätten sie mit Wikileaks ein Huhn zu rupfen. Das kommt in meinen Augen einer Selbstkastration gleich. Das wirkt auf mich so als wäre den entsprechenden Medien eine vorgefilterte Pressekonferenz des US-Militärs über Guantanamo Bay lieber als ein Insassenbericht. Ist ja auch bequemer, nicht wahr? Man will ja nicht wirklich die Wahrheit wissen, für die müßte man sich ja anstrengen, und würde sich womöglich noch Feinde machen. Nächstes Mal wird man womöglich vom US-Militär zur Pressekonferenz gar nicht mehr eingeladen...
Vielleicht ist's aber auch einfach Neid. Neid daß man nicht zu den handverlesenen paar Zeitungen gehört die von Wikileaks ins Vertrauen gezogen wurden. Da lamentiert man lang und breit darüber wie scheiße so eine Veröffentlichung doch ist, und welche Fehler der Wikileaks-Chef doch hat, und letzlich ist man bloß eingeschnappt weil man von ihm nicht ausgesucht worden ist. So kam's mir diese Woche z.B. bei der Süddeutschen Zeitung vor. Krasses Beispiel dafür war der Kommentar des Chef-Außenpolitikers der Zeitung Stefan Kornelius, in dem er unter partieller Ausblendung der Realität alles zusammengeklaubt hat was man Assange ans Bein binden kann. Ich habe mich drüber aufgeregt, bis mir klar geworden ist daß er sich damit wohl mehr entlarvt hat als er selber realisiert.
Er schreibt über Assange: "Seine Veröffentlichungen im Namen der Freiheit richten Schaden an. Sie zerstören Politik, gefährden Menschen, können Ökonomien beeinflussen." Für einen politischen Journalisten ist das in meinen Augen ein Offenbarungseid und eine geradezu peinliche Selbstentblößung. Von daher finde ich es direkt wertvoll, ich bewundere Wikileaks dafür wie solche Falschheiten ans Tageslicht befördert werden, gerade auch die die nicht direkt in den Dokumenten stehen, sondern die die sich an den Reaktionen ablesen lassen.
Welche Politik wird zerstört? Welche Menschen werden gefährdet? In welche Richtung werden Ökonomien beeinflußt? Welcher Schaden wird verursacht?
Ist das automatisch schlecht? Was ist mit dem potentiellen Nutzen?
Ich frage mich dagegen: Was ist ein Journalist wert der nicht Politik zerstören oder besser gesagt stören will*, wenn er die Möglichkeit dazu hat? Was ist ein Journalist wert dem die Wahrheit nicht wichtiger ist als ein Risiko? Welcher selbstbewußte Journalist wäre damit zufrieden, wenn er nichts beeinflussen kann?
Die Veröffentlichung der Wahrheit wäre sogar dann zu befürworten wenn manche Leute dadurch in Gefahr kommen, denn die Wahrheit zu verheimlichen gefährdet üblicherweise ebenfalls Leute. Wahrheit ist gefährlich, weil es so viele Lügner gibt. Als krasses Beispiel kann der Irak-Krieg herhalten: Der hat hunderttausenden Menschen das Leben gekostet, und er basiert auf einer Lüge. Ohne diese Lüge würden viele davon wahrscheinlich noch am Leben sein. Wir brauchen mehr Wahrheit, nicht Leute die uns erzählen daß Wahrheit für uns gar nicht gut ist, und schon gar nicht Journalisten die uns das erzählen.
Dabei stimmt es gar nicht daß die Dokumente auf verantwortungslose Art und Weise veröffentlicht worden wären. Im Gegenteil, genau deswegen hat ja Wikileaks die Zeitungen eingespannt. Wenn es ohne Rücksicht auf Verluste nur um die Veröffentlichung gegangen wäre, dann hätte man das ganze Material einfach unbearbeitet komplett ins Netz stellen können und sich den Aufwand mit den Zeitungen sparen können.
Ist es nicht verblüffend? Ein bißchen Wahrheit, und schon konkurrieren etliche Leute, und ganze Regierungen, darum wer die absurdeste Vorstellung gibt. Wer ein bißchen Grips hat braucht die veröffentlichten Dokumente gar nicht zu lesen. Die Reaktionen der Betroffenen sagen genug.
Kommentare im üblichen Thread.
* Was soll das überhaupt bedeuten, "Politik" zu zerstören? Welche verquere Vorstellung von Politik muß man haben wenn man glaubt daß sie zerstört werden kann indem man ein paar Dokumente veröffentlicht? Das Veröffentlichen von geheimen Dokumenten ist Bestandteil und Mittel von Politik, und beileibe nicht deren Ende.
Beim Verhalten scheint es auch nicht anders zu sein. Staaten scheinen sich genauso zu verhalten wie ein 16-Jähriger, und 16-Jährige wollen's mit Staaten aufnehmen. Und auf allen Ebenen wird geheuchelt, und man biegt sich seine Wahrheit zurecht, selbst wenn man sich dabei völlig absurd verhalten muß.
Es geht natürlich um Wikileaks. Kein audiophiles Thema, ok, aber irgendwie sehe ich da auch Parallelen. Die Art und Weise wie manche Leute sich ihre Weltbilder verteidigen, und das Ausmaß an Desinformation das dabei produziert wird, kommt mir irgendwie bekannt vor. Wie im Kleinen so im Großen.
Das Gute dabei ist daß Heuchelei, Lüge und Betrug im Angesicht der Wahrheit so deutlich sichtbar werden.
Beispiel US-Diplomatenkorrespondenz. Man behauptet, die Veröffentlichungen seien nicht wirklich etwas Neues, und übertrifft sich gleichzeitig darin, immer noch monströsere Anschuldigungen auszusprechen und Gefahren an die Wand zu malen. Der Widerspruch scheint manchen gar nicht aufzufallen.
Investigativer Journalismus ist nun wirklich nichts Neues, und zu seinen Geschäftsgrundlagen gehört es, vertrauliche oder geheime Quellen anzuzapfen und zu veröffentlichen. Wikileaks ist dabei wenig mehr als eine weitere Quelle, im Grunde gibt es nur zwei Unterschiede zur Situation vor der Zeit von Wikileaks:
- Informant und investigativer Journalist brauchen nicht direkt in Kontakt zu treten, Wikileaks fungiert als Zwischenstation, die letztlich den Informantenschutz verbessert.
- Die Quellen werden von Wikileaks der interessierten Öffentlichkeit direkt zugänglich gemacht. Auch wenn die meisten Leser die Informationen nach wie vor aus der Presse entnehmen werden, so können sie doch bei genügend Interesse die Quellen auch selbst studieren, und so letztlich auch die Journalisten bei ihrer Arbeit kontrollieren.
Unter diesen Medien ist auch die New York Times, eine traditionsreiche US-Tageszeitung. Während Wikileaks sich gefallen lassen muß daß man fordert, ihre Leitfiguren wie Terroristen zu behandeln, die man ohne rechtsstaatliches Verfahren einfach ausschalten kann, muß sich die New York Times gerade einmal "unpatriotisches Verhalten" vorhalten lassen. Dabei lesen weitaus mehr Leute die Botschaftsdokumete in der Zeitung als auf der Wikileaks-Webseite. Wenn also die Veröffentlichung dieser Dokumente so übel wäre, dann wären die Zeitungen weitaus "schuldiger" als Wikileaks.
Aber die Presse hat ja noch immer ihre "Pressefreiheit". Die scheint im Moment noch etabliert genug zu sein daß man sie nicht direkt und unverblümt in Frage stellen kann. Bei Wikileaks kann man aber so tun als wäre das etwas ganz anderes und hätte mit Pressefreiheit nichts zu tun. Dabei würde jede Zeitung die etwas von sich hält eine solche Dokumentensammlung wie die Botschaftsdokumente mit Handkuß annehmen und ausschlachten, auch wenn kein Wikileaks dazwischen wäre. Und wenn sie es nicht ausschlachten würden, dann hätten sie als "freie Presse" abgedankt und wären de facto überflüssig. Wie sonst wären die diversen älteren Skandale aufgedecht worden, die in die Geschichte eingegangen sind? Welcher dieser Skandale hätte aufgedeckt werden können ohne geheime Dokumente die an die Presse durchgestochen werden? Watergate? Parteispendenaffäre?
Der Umgang mit Wikileaks ist daher entlarvend: Bei den Angriffen auf Wikileaks könnte man auch die Presse dafür einsetzen. Wer Wikileaks offen angreift äußert damit das was er auch der Presse gegenüber denkt, aber sich nicht zu sagen traut, weil die Pressefreiheit Verfassungsrang hat. Die Heuchelei wird sichtbar, und die insgeheime Einstellung auch.
Was aber fast noch interessanter ist als das Verhalten der betroffenen Regierungsvertreter ist das Verhalten mancher Medien. Im Grunde müßten die Medien Wikileaks eigentlich als eine Chance begreifen , an Material bequemer und sicherer heranzukommen. An dem Material müßten sie natürlicherweise interessiert sein, denn daraus machen sie ihre Stories. Konkurrenz ist Wikileaks eher nicht, denn wer liest schon hunderttausende Dokumente im Wortlaut (und in der Originalsprache) um sich einen Überblick zu schaffen? Das veröffentlichte Material verlangt ja geradezu nach einer Bearbeitung und Bewertung durch die Medien, und genau darin liegt Chance und Aufgabe der Medien.
Etliche Blätter und Kanäle reagieren aber so als hätten sie mit Wikileaks ein Huhn zu rupfen. Das kommt in meinen Augen einer Selbstkastration gleich. Das wirkt auf mich so als wäre den entsprechenden Medien eine vorgefilterte Pressekonferenz des US-Militärs über Guantanamo Bay lieber als ein Insassenbericht. Ist ja auch bequemer, nicht wahr? Man will ja nicht wirklich die Wahrheit wissen, für die müßte man sich ja anstrengen, und würde sich womöglich noch Feinde machen. Nächstes Mal wird man womöglich vom US-Militär zur Pressekonferenz gar nicht mehr eingeladen...
Vielleicht ist's aber auch einfach Neid. Neid daß man nicht zu den handverlesenen paar Zeitungen gehört die von Wikileaks ins Vertrauen gezogen wurden. Da lamentiert man lang und breit darüber wie scheiße so eine Veröffentlichung doch ist, und welche Fehler der Wikileaks-Chef doch hat, und letzlich ist man bloß eingeschnappt weil man von ihm nicht ausgesucht worden ist. So kam's mir diese Woche z.B. bei der Süddeutschen Zeitung vor. Krasses Beispiel dafür war der Kommentar des Chef-Außenpolitikers der Zeitung Stefan Kornelius, in dem er unter partieller Ausblendung der Realität alles zusammengeklaubt hat was man Assange ans Bein binden kann. Ich habe mich drüber aufgeregt, bis mir klar geworden ist daß er sich damit wohl mehr entlarvt hat als er selber realisiert.
Er schreibt über Assange: "Seine Veröffentlichungen im Namen der Freiheit richten Schaden an. Sie zerstören Politik, gefährden Menschen, können Ökonomien beeinflussen." Für einen politischen Journalisten ist das in meinen Augen ein Offenbarungseid und eine geradezu peinliche Selbstentblößung. Von daher finde ich es direkt wertvoll, ich bewundere Wikileaks dafür wie solche Falschheiten ans Tageslicht befördert werden, gerade auch die die nicht direkt in den Dokumenten stehen, sondern die die sich an den Reaktionen ablesen lassen.
Welche Politik wird zerstört? Welche Menschen werden gefährdet? In welche Richtung werden Ökonomien beeinflußt? Welcher Schaden wird verursacht?
Ist das automatisch schlecht? Was ist mit dem potentiellen Nutzen?
Ich frage mich dagegen: Was ist ein Journalist wert der nicht Politik zerstören oder besser gesagt stören will*, wenn er die Möglichkeit dazu hat? Was ist ein Journalist wert dem die Wahrheit nicht wichtiger ist als ein Risiko? Welcher selbstbewußte Journalist wäre damit zufrieden, wenn er nichts beeinflussen kann?
Die Veröffentlichung der Wahrheit wäre sogar dann zu befürworten wenn manche Leute dadurch in Gefahr kommen, denn die Wahrheit zu verheimlichen gefährdet üblicherweise ebenfalls Leute. Wahrheit ist gefährlich, weil es so viele Lügner gibt. Als krasses Beispiel kann der Irak-Krieg herhalten: Der hat hunderttausenden Menschen das Leben gekostet, und er basiert auf einer Lüge. Ohne diese Lüge würden viele davon wahrscheinlich noch am Leben sein. Wir brauchen mehr Wahrheit, nicht Leute die uns erzählen daß Wahrheit für uns gar nicht gut ist, und schon gar nicht Journalisten die uns das erzählen.
Dabei stimmt es gar nicht daß die Dokumente auf verantwortungslose Art und Weise veröffentlicht worden wären. Im Gegenteil, genau deswegen hat ja Wikileaks die Zeitungen eingespannt. Wenn es ohne Rücksicht auf Verluste nur um die Veröffentlichung gegangen wäre, dann hätte man das ganze Material einfach unbearbeitet komplett ins Netz stellen können und sich den Aufwand mit den Zeitungen sparen können.
Ist es nicht verblüffend? Ein bißchen Wahrheit, und schon konkurrieren etliche Leute, und ganze Regierungen, darum wer die absurdeste Vorstellung gibt. Wer ein bißchen Grips hat braucht die veröffentlichten Dokumente gar nicht zu lesen. Die Reaktionen der Betroffenen sagen genug.
Kommentare im üblichen Thread.
* Was soll das überhaupt bedeuten, "Politik" zu zerstören? Welche verquere Vorstellung von Politik muß man haben wenn man glaubt daß sie zerstört werden kann indem man ein paar Dokumente veröffentlicht? Das Veröffentlichen von geheimen Dokumenten ist Bestandteil und Mittel von Politik, und beileibe nicht deren Ende.
Sonntag, 28. November 2010
Testblödsinn
Ich lese und schreibe jetzt seit über 6 Jahren im Hifi-Forum, und ich habe den Eindruck daß sich in dieser Zeit die Bereitschaft vieler Diskutanten von einem ohnehin niedrigen Level noch weiter verringert hat, sich bei einem Test zu überlegen wie man den möglichst zielführend zu gestalten. Es wird entweder von völlig sinnfreien Tests berichtet, oder es werden solche sinnfreien Tests gefordert oder vorgeschlagen. Sämtliche Hinweise darauf was es für einen fairen und aussagekräftigen Test zu beachten gilt werden offenbar komplett ignoriert. Was dabei heraus kommt spricht oft genug schon den einfachsten Regeln der Logik und des Verstandes Hohn.
Wohlgemerkt, ich rede von "aussagekräftig", und nicht von "Beweis" oder von "wissenschaftlich"! Wenn man die Latte zu hoch legt wird sie jeder reißen. Ein Test kann auch Sinn haben wenn man keinen Beweis daraus machen kann oder wenn seine Durchführung wissenschaftlichen Prinzipien nicht voll genügt. Das Hirn sollte man aber schon einschalten, und nicht einfach drauflos testen und dann auch noch erwarten daß ein Leser daraus abgeleitete hanebüchene Schlußfolgerungen auch noch akzeptiert oder gar "respektiert".
Ein Beispiel für das was ich meine würde der Test von Dr. Kaletha in Sachen CD-Rohlingsklang bieten, der schon den Anlaß geboten hat für die jüngste Auseinandersetzung um das "Galileo-Gambit". Ich will das aber gar nicht weiter vertiefen, sonst heißt es wieder ich wäre nur an persönlichen Angriffen auf den armen Mann interessiert. Es haben auch schon Andere reichlich argumentiert warum dieser Test völlig sinnlos war und ungeeignet die vorgebliche Frage zu beantworten.
Ich nehme daher ein anderes Beispiel (manche werden sagen ein anderes Opfer). Es ist sowieso kein Problem dafür Beispiele zu finden. Mein Aufhänger ist dieser Beitrag im Hifi-Forum, mit dem Janus525 in Form eines "Testvorschlags" das Thema Kabelklang in "meinen" Thread eingeführt hat als es dort gerade um etwas ganz Anderes ging.
Ein bißchen Background zu Janus525 is aber zuerst ganz hilfreich. Im Hifi-Forum ist er zuerst aufgetaucht mit diesem Beitrag vom März letzten Jahres, mit dem er einen fast 6 Jahre alten Thread wieder zum Leben erweckte. Wie man unschwer erkennt ist das ein Beitrag, der das "Guerilla-Marketing" zwischen allen Zeilen hervorschwitzt, und wie man am darauf folgenden Diskussionsverlauf erkennen kann war es auch nötig daß ihn die Moderation darauf aufmerksam machen mußte daß er sich als gewerblich kennzeichnet, was offenbar nicht ohne Widerwillen passierte. Wer sich seine Beiträge Revue passieren läßt wird recht viele finden in denen bestimmte Produkte mehr oder weniger unmotiviert "erwähnt" werden.
So auch in besagtem Testvorschlag von heute vormittag. Der Testvorschlag selbst ist derart unsinnig daß man schon fast gezwungen ist zu vermuten daß es sich um einen Vorwand für eine Produktplatzierung handelt. Weil aber auch ohne so einen Vorwand regelmäßig solche ähnlichen Tests diskutiert werden nehme ich das mal auseinander:
Es ist auch nicht zu erkennen warum dieser Testvorschlag nun ausgerechnet ein anderes Ergebnis bringen soll wie eine unübersehbare Flut ähnlich dümmlicher Tests, die schon gemacht wurden. Warum soll's dieses Kabel nun ausgerechnet bringen, warum die "Erfahrung" eines Janus525 auch nur einen Pfifferling mehr wert sein als die ähnliche Erfahrung von unzähligen Vorgängern die ihren Glauben auch nicht seriös substanziieren konnten?
Dazu kommt noch daß Janus525 schon seit Beginn seiner Teilnahme in Forumsdiskussionen Gelegenheit genug hatte sich über die Anforderungen an solche Tests zu informieren. Viele der Kriterien könnte er in Diskussionsbeiträgen finden die unmittelbar auf ihn antworten. Daß er daraus nichts gelernt zu haben scheint macht es noch überflüssiger sich mit so einem Testvorschlag zu beschäftigen, denn man hat es offensichtlich mit jemandem zu tun der keinerlei Interesse daran hat etwas über Tests zu lernen, oder auch nur den Standpunkt seiner Diskussionspartner zur Kenntnis zu nehmen.
Solche Tests, egal ob vorgeschlagen oder durchgeführt, sind letzlich reine Beschäftigungstherapien, die verhindern sollen daß sich ein vernünftiger Gedanke durchsetzen kann. Blinder und tauber Aktionismus als Gegengift gegen unerwünschte Einsichten.
"Wie gefällt Dir der Vorschlag...?" fragt Janus525. Meine Antwort wäre: "Schieb ihn Dir meinetwegen in den Hintern!". Hier kann ich's ja schreiben.
Kommentare wie immer in diesem Thread.
Wohlgemerkt, ich rede von "aussagekräftig", und nicht von "Beweis" oder von "wissenschaftlich"! Wenn man die Latte zu hoch legt wird sie jeder reißen. Ein Test kann auch Sinn haben wenn man keinen Beweis daraus machen kann oder wenn seine Durchführung wissenschaftlichen Prinzipien nicht voll genügt. Das Hirn sollte man aber schon einschalten, und nicht einfach drauflos testen und dann auch noch erwarten daß ein Leser daraus abgeleitete hanebüchene Schlußfolgerungen auch noch akzeptiert oder gar "respektiert".
Ein Beispiel für das was ich meine würde der Test von Dr. Kaletha in Sachen CD-Rohlingsklang bieten, der schon den Anlaß geboten hat für die jüngste Auseinandersetzung um das "Galileo-Gambit". Ich will das aber gar nicht weiter vertiefen, sonst heißt es wieder ich wäre nur an persönlichen Angriffen auf den armen Mann interessiert. Es haben auch schon Andere reichlich argumentiert warum dieser Test völlig sinnlos war und ungeeignet die vorgebliche Frage zu beantworten.
Ich nehme daher ein anderes Beispiel (manche werden sagen ein anderes Opfer). Es ist sowieso kein Problem dafür Beispiele zu finden. Mein Aufhänger ist dieser Beitrag im Hifi-Forum, mit dem Janus525 in Form eines "Testvorschlags" das Thema Kabelklang in "meinen" Thread eingeführt hat als es dort gerade um etwas ganz Anderes ging.
Ein bißchen Background zu Janus525 is aber zuerst ganz hilfreich. Im Hifi-Forum ist er zuerst aufgetaucht mit diesem Beitrag vom März letzten Jahres, mit dem er einen fast 6 Jahre alten Thread wieder zum Leben erweckte. Wie man unschwer erkennt ist das ein Beitrag, der das "Guerilla-Marketing" zwischen allen Zeilen hervorschwitzt, und wie man am darauf folgenden Diskussionsverlauf erkennen kann war es auch nötig daß ihn die Moderation darauf aufmerksam machen mußte daß er sich als gewerblich kennzeichnet, was offenbar nicht ohne Widerwillen passierte. Wer sich seine Beiträge Revue passieren läßt wird recht viele finden in denen bestimmte Produkte mehr oder weniger unmotiviert "erwähnt" werden.
So auch in besagtem Testvorschlag von heute vormittag. Der Testvorschlag selbst ist derart unsinnig daß man schon fast gezwungen ist zu vermuten daß es sich um einen Vorwand für eine Produktplatzierung handelt. Weil aber auch ohne so einen Vorwand regelmäßig solche ähnlichen Tests diskutiert werden nehme ich das mal auseinander:
- Janus525 impliziert mit seinem Vorschlag daß sein "Adressat" so einen ähnlichen Test noch nie gemacht hat. Das ist so üblich wie ignorant. Man kann so oft und deutlich zu erkennen geben wie man will daß man sich mit solchen Fragen auch schon mit eigenen Versuchen beschäftigt hat, es nutzt nichts. Die bloße Tatsache daß man nicht die gleichen Ansichten vertritt wie Janus 525 wertet er de facto als Nachweis daß man solche Versuche nicht gemacht haben kann. Oder wenigstens nicht "richtig" gemacht haben kann. Das ist geradezu lachhaft angesichts der Tatsache daß die ganze Testbeschreibung höchst vage beschrieben wird, mit der einzigen Ausnahme daß das zu verwendende Kabel benannt wird. Die Message ist: Nimm dieses Kabel, alles Andere ist beinahe egal. Wobei im Falle des Mißerfolgs die Hintertür bereits bereitgehalten wird. Vage Testbedingungen mit gleichzeitiger Hintertür von "unpassenden" Anlagen macht den Test schon im Ansatz völlig wertlos, denn sollte er scheitern wäre er leicht abzutun. Janus525 kann so nicht verlieren. Die Karten sind gezinkt. Ein fairer Test muß aber geeignet sein eine Behauptung zu bestätigen oder sie zu widerlegen. Beides muß je nach Ergebnis möglich sein.
- Die beschriebenen Testmodalitäten sollten schon auch erkennen lassen wie dadurch die wohlbekannten Störfaktoren ausgeschlossen werden, die ein Ergebnis verfälschen können. Zu den wichtigsten Störfaktoren gehören die Voreingenommenheit der beteiligten Personen und weitere psychologisch bedingte Faktoren. Dann bekannte elektrische Wechselwirkungen, wie sie sich hier z.B. durch das Y-Kabel ergeben. Schließlich statistische Effekte die eine Signifikanz suggerieren können wo keine ist. Der Test soll schließlich eine bestimmte Frage klären helfen, und der Test hat keinen Sinn wenn unterschiedlichste Ursachen die gleiche Antwort produzieren können. Im vorliegenden Beispiel wird das so gut wie völlig ignoriert. Es wird suggeriert als wäre das einzig relevante Problem die Voreingenommenheit der Probanden, und als könnte man die in den Griff kriegen wenn man als Personen solche nimmt die nichts mit Hifi zu tun haben. Das ist mehr als naïv.
- Es wird keinerlei Aussage gemacht wie das Ergebnis auszuwerten ist. Man soll die Reaktionen der Tester einfach veröffentlichen, und den Rest sozusagen der "Community" überlassen. Was nach aller Erfahrung nur dazu führen kann daß sich jeder nach eigenem Gutdünken seine Relevanzkriterien nachträglich zurechtbiegt. Geklärt ist danach überhaupt nichts. Ein sinnvoller Test legt vorher fest welches Ergebnis eine Bestätigung bedeutet, welches eine Widerlegung, und welches ein Unentschieden.
Es ist auch nicht zu erkennen warum dieser Testvorschlag nun ausgerechnet ein anderes Ergebnis bringen soll wie eine unübersehbare Flut ähnlich dümmlicher Tests, die schon gemacht wurden. Warum soll's dieses Kabel nun ausgerechnet bringen, warum die "Erfahrung" eines Janus525 auch nur einen Pfifferling mehr wert sein als die ähnliche Erfahrung von unzähligen Vorgängern die ihren Glauben auch nicht seriös substanziieren konnten?
Dazu kommt noch daß Janus525 schon seit Beginn seiner Teilnahme in Forumsdiskussionen Gelegenheit genug hatte sich über die Anforderungen an solche Tests zu informieren. Viele der Kriterien könnte er in Diskussionsbeiträgen finden die unmittelbar auf ihn antworten. Daß er daraus nichts gelernt zu haben scheint macht es noch überflüssiger sich mit so einem Testvorschlag zu beschäftigen, denn man hat es offensichtlich mit jemandem zu tun der keinerlei Interesse daran hat etwas über Tests zu lernen, oder auch nur den Standpunkt seiner Diskussionspartner zur Kenntnis zu nehmen.
Solche Tests, egal ob vorgeschlagen oder durchgeführt, sind letzlich reine Beschäftigungstherapien, die verhindern sollen daß sich ein vernünftiger Gedanke durchsetzen kann. Blinder und tauber Aktionismus als Gegengift gegen unerwünschte Einsichten.
"Wie gefällt Dir der Vorschlag...?" fragt Janus525. Meine Antwort wäre: "Schieb ihn Dir meinetwegen in den Hintern!". Hier kann ich's ja schreiben.
Kommentare wie immer in diesem Thread.
Samstag, 20. November 2010
Gastbeitrag
... von Dr. h.c. Christian Böckle
Hallo Mädels
In Anbetracht der ungeheuerlichen Vorgänge im Kommentarbereich von pelmazos Blog sowie im österreichischen Hififorum (die mir unerträglichste Kopfschmerzen bereitet haben) eröffne ich hiermit einen weiteren Thread aus der Reihe "Es ist (und bleibt) ein Elend".
Mein Urteil (nach genauestem (extrem schmerzhaftem) Studium der Sachlage):
Die Audio-Esoteriker sind ganz einfach "Total kaputt im Schädel".
Um es noch weiter "auf den Punkt" zu bringen:
Wenn Kant und Galileo noch am Leben wären, so würden sie sich (in astreiner "Pulp-Fiction-Manier) den guten Holger schnappen und ihn ausgiebig mit einer Kneifzange und einem Lötkolben bearbeiten.
Aber nichtsdestotrotz:
In meiner Eigenschaft als international anerkannter promovierter Gynäko-, äh Ornithologe möchte ich eingangs kurz vogeltechnisch Stellung beziehen.
Nun.
Ornithologisch betrachtet, sind in der esoterischen Audio-Szene folgende Vogelarten anzutreffen:
Der audiophile Kaputtschädelsittich
Der esoterische Hirnrißkakadu
Der Esoterik-Spruchbeutelschädler
Der geistige Alpensegler (Opus Milba, äh Apus melba)
Der Oberstübchen-Dachstuhlbrand-Birkenzeisig
Die Single-Malt-Blaumeise
Der trinaurale Dreizehenspecht
Der Gehirnerweichungs-Speichelhäher (Garrulus Grindarius Grausus) (gehört zur Familie der Eichelhäher (Garrulus glandarius)
Der Fichtenkreuzschnabelmongo
Der Gimpel oder Dummpfaff
Der Graus-Schnäpper (Musicapa stradivari) (stammt vom Grauschnäpper ap, äh ab (Muscicapa striata)
Die Hohltaube (gehört zur Familie der Audiophögel)
Die geistige Dumpfmeise (Parus abstrusis) (gehört zur Familie der Sumpfmeisen (Parus palustris)
Die audiophile Dünnpfiff-Reiherente (Aythya fulligülla, äh fuligula)
Der gemeine Nervensäger, auch Kammerklängler genannt (gehört zur Familie der Hirnrißler und stammt vom geistigen Dünnpfeifer ab)
Der Holger-Sittich (auch Dummvogel genannt)
usw.
In aufrichtiger Trauer möchte ich den Tod des gesunden Menschenverstandes bekanntgeben.
Die Grabstätte befindet sich hier:
http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5541
und natürlich (großflächig) hier:
http://www.open-end-music.de/
Da muß man sich doch (auch ob des "Finest geistigen Desastering") voll an`s Hirn greifen.
Das EIGENTLICHE Problem in pelmazos blog beruht ALLEINIG auf dem EXTREM schrägen Denkmuster diverser, IMMENS geschwätziger KLEINER Esoterikerkreise, die im Schutze ihrer Anonymität Unmengen an geistigem Unflat im Kommentarbereich von pelmazos Blog abgesondert haben.
Es ist zum "Haare raufen".
Zuerst wird also beispielsweise von einer Handvoll hirnrissiger "Esos" im Kommentarbereich EINES EINZIGEN (von pelmazo seriös und präzise formlierten) Leitartikels von diversen Vollkoffern geistiger Sondermüll in Form EINIGER HUNDERT(!!!) "Kommentare" abgeworfen.
Und DANN wird DIESER Müll zu allem Übel auch noch pelmazo SELBST angelastet, geradeso, also ob ER diesen ganzen Müll SELBST geschrieben hätte!
Nun.
Dieser banale Vorgang inklusive Schuldzuweisung ist typisch für die "beklemmende Logik diverser überaus geschwätziger "Esoterikerkreise".
Ergo:
Das Grauen hat also einen Namen:
Nämlich:
Audio-Esoteriker.
Und das Bemerkenswerte:
Um ein Esoterikerforum "am Laufen" zu halten, bedarf es NICHT (wie bei einem "herkömmlichen" Forum) 1000er Mitglieder.
Hier genügen beispielsweise im Durchschnitt gerade mal` zehn "aktive" Mitglieder mit durchschnittlichem (esoerikertypischem) "Mitteilungsbedarf".
SO ETWAS funktioniert (beitragshochfrequent) problemlos ÜBER JAHRE hinweg.
Und wenn man sich dieses (fürchterliche) Szenario (hinsichtlich seines durchschlagkräftigen "Potentials") in den Kommentarbereich von pelmazos Blog übertragen denkt, so bedarf es nur WENIGER TAGE um einen Leitartikel-Kommentarbereich KOMPLETT zuzumüllen, und im selben Zuge PELMAZO SELBST für diesen Müll unmittelbar verantwortlich zu machen.
Zusammenfassend kann man also folgende zwei Tatsachen anmerken:
1.) ALLE Blog-Artikel pelmazos sind technisch präzise, trocken, überaus scharfsinnig, geistreich und höflich formuliert.
2.) Das EINZIGE "Problem" der von pelmazo verfaßten Blog-Artikel beruht DARAUF, daß diese Artikel gewissen Esoterikerkreisen "einfach nicht in den Kram passen", weil sie nicht deren "Apostelgeschichte" entsprechen.
Zur analytischen Veranschaulichung des esoterisch gesteuerten Elends, eingebettet in dessen beklemmende "Logik":
Nach vielen Jahren des erlittenen Elends und der tiefempfundenen abgrundtiefen Verzweiflung in diversen Audio-Foren habe ich den untrüglichen Eindruck gewonnen, daß SÄMTLICHE Esoterikerkreise die Realität ganz einfach um 180 Grand phasenverschoben wahrnehmen:
Das heißt im Detail:
JEDER logisch VOLLKOMMEN KLARE Tatbestand wird von diesen Leuten IN IHR PURES GEGENTEIL VERKEHRT wahrgenommen, geradeso, als ob bei diesen Leuten das meiste Zeug im Schädel einfach "komplett verkehrt" angeschlossen worden ist (Elektrische Fehlpolungen, sowie Kreuz-und-Quer-Verdrahtungen im (internen) Schädelbereich).
Und diese schrägen esoterischen "Denkmuster" sind mir einfach unbegreiflich, weil
diese Muster ABSOLUT UNLOGISCH sind.
Bei Aspekten, die beispielsweise einer technisch unbegabten Hausfrau oder einem Sechsjährigen SOFORT einleuchten, steht ein "gestandener erwachsender Esoteriker" total daneben.
Betrachten wir das ganze Dilemma einmal auf der Verstandes-Ebene:
Folgende Verstande sind (Audio-)Esoterikern völlig fremd:
Der gesunde Menschenverstand
Der gesunde Hausverstand
Der gesunde Haus- und Hofhund-Verstand
Der gesunde Katzenverstand
usw., usf..
Kurzum:
SÄMTLICHE gesunden Verstande werden von (Audio-)Esoterikern beleidigt.
Meine Diagnose:
Irreversible Schäden innerhalb des Denkgehäuses.
Reparatur unrentabel, äh, nicht behandelbar.
Grüße
Dr. Böckle
Nachwort des Blogwarts:
Um die wertvolle Diagnose des von mir hochgeschätzten Herrn Dr. h.c.* Böckle in den angemessenen Rahmen zu stellen habe ich mich dazu entschlossen, ausnahmsweise von meiner üblichen Praxis abzuweichen, alle Artikel selbst zu verfassen. Ich hoffe damit dem Bedürfnis meiner geschätzten Leserschaft zu entsprechen. Der Artikel ist peer-reviewed, dennoch liegen alle Rechte und Linke beim Verfasser.
* = humoris causa
Hallo Mädels
In Anbetracht der ungeheuerlichen Vorgänge im Kommentarbereich von pelmazos Blog sowie im österreichischen Hififorum (die mir unerträglichste Kopfschmerzen bereitet haben) eröffne ich hiermit einen weiteren Thread aus der Reihe "Es ist (und bleibt) ein Elend".
Mein Urteil (nach genauestem (extrem schmerzhaftem) Studium der Sachlage):
Die Audio-Esoteriker sind ganz einfach "Total kaputt im Schädel".
Um es noch weiter "auf den Punkt" zu bringen:
Wenn Kant und Galileo noch am Leben wären, so würden sie sich (in astreiner "Pulp-Fiction-Manier) den guten Holger schnappen und ihn ausgiebig mit einer Kneifzange und einem Lötkolben bearbeiten.
Aber nichtsdestotrotz:
In meiner Eigenschaft als international anerkannter promovierter Gynäko-, äh Ornithologe möchte ich eingangs kurz vogeltechnisch Stellung beziehen.
Nun.
Ornithologisch betrachtet, sind in der esoterischen Audio-Szene folgende Vogelarten anzutreffen:
Der audiophile Kaputtschädelsittich
Der esoterische Hirnrißkakadu
Der Esoterik-Spruchbeutelschädler
Der geistige Alpensegler (Opus Milba, äh Apus melba)
Der Oberstübchen-Dachstuhlbrand-Birkenzeisig
Die Single-Malt-Blaumeise
Der trinaurale Dreizehenspecht
Der Gehirnerweichungs-Speichelhäher (Garrulus Grindarius Grausus) (gehört zur Familie der Eichelhäher (Garrulus glandarius)
Der Fichtenkreuzschnabelmongo
Der Gimpel oder Dummpfaff
Der Graus-Schnäpper (Musicapa stradivari) (stammt vom Grauschnäpper ap, äh ab (Muscicapa striata)
Die Hohltaube (gehört zur Familie der Audiophögel)
Die geistige Dumpfmeise (Parus abstrusis) (gehört zur Familie der Sumpfmeisen (Parus palustris)
Die audiophile Dünnpfiff-Reiherente (Aythya fulligülla, äh fuligula)
Der gemeine Nervensäger, auch Kammerklängler genannt (gehört zur Familie der Hirnrißler und stammt vom geistigen Dünnpfeifer ab)
Der Holger-Sittich (auch Dummvogel genannt)
usw.
In aufrichtiger Trauer möchte ich den Tod des gesunden Menschenverstandes bekanntgeben.
Die Grabstätte befindet sich hier:
http://www.hififorum.at/forum/showthread.php?t=5541
und natürlich (großflächig) hier:
http://www.open-end-music.de/
Da muß man sich doch (auch ob des "Finest geistigen Desastering") voll an`s Hirn greifen.
Das EIGENTLICHE Problem in pelmazos blog beruht ALLEINIG auf dem EXTREM schrägen Denkmuster diverser, IMMENS geschwätziger KLEINER Esoterikerkreise, die im Schutze ihrer Anonymität Unmengen an geistigem Unflat im Kommentarbereich von pelmazos Blog abgesondert haben.
Es ist zum "Haare raufen".
Zuerst wird also beispielsweise von einer Handvoll hirnrissiger "Esos" im Kommentarbereich EINES EINZIGEN (von pelmazo seriös und präzise formlierten) Leitartikels von diversen Vollkoffern geistiger Sondermüll in Form EINIGER HUNDERT(!!!) "Kommentare" abgeworfen.
Und DANN wird DIESER Müll zu allem Übel auch noch pelmazo SELBST angelastet, geradeso, also ob ER diesen ganzen Müll SELBST geschrieben hätte!
Nun.
Dieser banale Vorgang inklusive Schuldzuweisung ist typisch für die "beklemmende Logik diverser überaus geschwätziger "Esoterikerkreise".
Ergo:
Das Grauen hat also einen Namen:
Nämlich:
Audio-Esoteriker.
Und das Bemerkenswerte:
Um ein Esoterikerforum "am Laufen" zu halten, bedarf es NICHT (wie bei einem "herkömmlichen" Forum) 1000er Mitglieder.
Hier genügen beispielsweise im Durchschnitt gerade mal` zehn "aktive" Mitglieder mit durchschnittlichem (esoerikertypischem) "Mitteilungsbedarf".
SO ETWAS funktioniert (beitragshochfrequent) problemlos ÜBER JAHRE hinweg.
Und wenn man sich dieses (fürchterliche) Szenario (hinsichtlich seines durchschlagkräftigen "Potentials") in den Kommentarbereich von pelmazos Blog übertragen denkt, so bedarf es nur WENIGER TAGE um einen Leitartikel-Kommentarbereich KOMPLETT zuzumüllen, und im selben Zuge PELMAZO SELBST für diesen Müll unmittelbar verantwortlich zu machen.
Zusammenfassend kann man also folgende zwei Tatsachen anmerken:
1.) ALLE Blog-Artikel pelmazos sind technisch präzise, trocken, überaus scharfsinnig, geistreich und höflich formuliert.
2.) Das EINZIGE "Problem" der von pelmazo verfaßten Blog-Artikel beruht DARAUF, daß diese Artikel gewissen Esoterikerkreisen "einfach nicht in den Kram passen", weil sie nicht deren "Apostelgeschichte" entsprechen.
Zur analytischen Veranschaulichung des esoterisch gesteuerten Elends, eingebettet in dessen beklemmende "Logik":
Nach vielen Jahren des erlittenen Elends und der tiefempfundenen abgrundtiefen Verzweiflung in diversen Audio-Foren habe ich den untrüglichen Eindruck gewonnen, daß SÄMTLICHE Esoterikerkreise die Realität ganz einfach um 180 Grand phasenverschoben wahrnehmen:
Das heißt im Detail:
JEDER logisch VOLLKOMMEN KLARE Tatbestand wird von diesen Leuten IN IHR PURES GEGENTEIL VERKEHRT wahrgenommen, geradeso, als ob bei diesen Leuten das meiste Zeug im Schädel einfach "komplett verkehrt" angeschlossen worden ist (Elektrische Fehlpolungen, sowie Kreuz-und-Quer-Verdrahtungen im (internen) Schädelbereich).
Und diese schrägen esoterischen "Denkmuster" sind mir einfach unbegreiflich, weil
diese Muster ABSOLUT UNLOGISCH sind.
Bei Aspekten, die beispielsweise einer technisch unbegabten Hausfrau oder einem Sechsjährigen SOFORT einleuchten, steht ein "gestandener erwachsender Esoteriker" total daneben.
Betrachten wir das ganze Dilemma einmal auf der Verstandes-Ebene:
Folgende Verstande sind (Audio-)Esoterikern völlig fremd:
Der gesunde Menschenverstand
Der gesunde Hausverstand
Der gesunde Haus- und Hofhund-Verstand
Der gesunde Katzenverstand
usw., usf..
Kurzum:
SÄMTLICHE gesunden Verstande werden von (Audio-)Esoterikern beleidigt.
Meine Diagnose:
Irreversible Schäden innerhalb des Denkgehäuses.
Reparatur unrentabel, äh, nicht behandelbar.
Grüße
Dr. Böckle
Nachwort des Blogwarts:
Um die wertvolle Diagnose des von mir hochgeschätzten Herrn Dr. h.c.* Böckle in den angemessenen Rahmen zu stellen habe ich mich dazu entschlossen, ausnahmsweise von meiner üblichen Praxis abzuweichen, alle Artikel selbst zu verfassen. Ich hoffe damit dem Bedürfnis meiner geschätzten Leserschaft zu entsprechen. Der Artikel ist peer-reviewed, dennoch liegen alle Rechte und Linke beim Verfasser.
* = humoris causa
Freitag, 12. November 2010
Geistige Bulimie
... eine Antwort auf Dr. Holger Kaletha.
Vor ungefähr sechs Wochen sprachen Neil deGrasse Tyson und Richard Dawkins über das Thema "The Poetry of Science" in der Howard University. Wer Englisch gut genug versteht wird am Video sicher seine Freude haben.
Die jüngste Auseinandersetzung mit Dr. Holger Kaletha, speziell seine Antwort auf meinen früheren Blog-Artikel, hat mich wieder an dieses Gespräch erinnert. Das ganze Gespräch ist interessant, aber in unserem Zusammenhang speziell relevant ist die Passage ab etwa Minute 14, wo Tyson über den Bezug zwischen der Mathematik, unseren Sinnen, und der Struktur der Welt redet. Über die Art und Weise wie Wissenschaft zu ihren Erkenntnissen kommt, und was das mit unseren Sinnen und unserer Wahrnehmung zu tun hat:
Ein CD-Spieler ist ein technisches Konstrukt dessen Funktionsweise seine Wurzeln in mathematischen Modellen hat. Die CD speichert Zahlen, keine Klänge oder Musik. Eben weil sie Zahlen speichert kann man das gleiche Medium auch als Datenspeicher für Computer benutzen. Daß man Klänge und Musik als eine Folge von Zahlen ausdrücken und dergestalt speichern kann ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit; es ist ein Ergebnis einer ziemlich umfangreichen Forschungstätigkeit, in deren Verlauf nicht nur das Hörvermögen untersucht werden mußte, sondern insbesondere auch mathematische Verfahren und Modelle zur Repräsentation von Schwingungen und von Information gefunden werden mußten. Auf diesem Schatz von Erkenntnissen fußt die Funktionsweise einer CD und des dazugehörigen Abspielgerätes.
Ohne diese mathematischen Modelle kann man die CD letzlich nicht verstehen, genausowenig wie man die atomare Welt ohne die Quantentheorie verstehen kann, oder die Astrophysik ohne die allgemeine Relativitätstheorie, die beide ebenfalls mathematische Modelle sind. Und in allen diesen Fällen muß man zum richtigen Verständnis der Funktion seine Sinne aufgeben, denn die Wahrheit folgt aus der Anwendung der Mathematik, und der dazugehörigen Werkzeuge, und nicht aus der sinnlichen Wahrnehmung.
Wer diese Modelle und Methoden tief genug aufnimmt und darin trainiert ist, für den können sie zur zweiten Natur werden, und der Umgang damit wird intuitiv, das heißt er macht sich nicht mehr bewußt daß es solche Modelle sind und die Modelle und Werkzeuge werden zu einer Art Erweiterung seiner Sinne und Fähigkeiten. So kann es passieren daß man sich bei der Wiedergabe einer CD ins Geschehen hineinversetzt fühlt, oder es kann geschehen daß man beim Blick auf ein Oszilloskopbild intuitiv auf einen Fehler aufmerksam wird ohne ihn bewußt über das mathematische Modell hergeleitet zu haben. Es ändert aber nichts daran daß die Grundlage dafür erst einmal das mathematische Modell ist. Wenn einen dieses intuitive Gefühl dazu verleitet zu glauben die Sinne hätten die Oberhand über die Mathematik gewonnen ist man auf dem Holzweg.
Fliegen kann sich intuitiv anfühlen, man steuert das Flugzeug ohne zu denken, aber das heißt nicht daß man selbst fliegt, denn es ist immer noch das Flugzeug das fliegt, und es braucht immer noch die mathematischen Modelle um eins zu bauen oder um seine Funktion zu verstehen.
Der Subjektivist, der aufgrund eines gehörten Effekts sich dem Techniker überlegen fühlt, der die Modelle kennt auf denen die Funktion der Hifi-Anlage beruht, ist daher nicht etwa der Wahrheit näher, sondern ganz einfach auf einem illusionären Egotrip. Das wird auch nicht dadurch besser daß es "Techniker" gibt die mit ihrem Wissen hochstapeln. Die "Wahrnehmungs"-Hochstapelei stellt die meist locker in den Schatten.
Für diesen Zusammenhang zwischen mathematischen Modellen und der Realität, und der Untauglichkeit der unmittelbaren Wahrnehmung für die Wahrheitsfindung gerade in technischen und wissenschaftlichen Dingen, gibt es heutzutage derartig viele schlagende Beispiele daß man schon völliger Realitätsverweigerer sein muß um das nicht zu sehen.
In der Epoche von Galilei hat es die allermeisten dieser schlagenden Beispiele noch nicht gegeben. Die über Jahrhunderte etablierte Wissenschaft beruhte auf Aristoteles, und stellte die philosophischen Prinzipien über die Naturbeobachtung. Die philosophischen Prinzipien, das heißt insbesondere auch die Mathematik. Wie wir eben gesehen haben ist die tatsächlich wichtiger und näher an der Realität als die Wahrnehmung, insofern war Aristoteles tatsächlich ein Fortschritt über die ältere Methode, die auf der direkten Wahrnehmung beruhte. Das Mißtrauen, das man zu Zeiten von Galilei gegen die direkte Wahrnehmung hatte, war berechtigt, und deswegen ist die Polemik gegenüber denen die sich von einem Blick durch das Fernrohr nicht überzeugen ließen, oder den gar nicht erst getan haben, auch so billig. Das ist eine Polemik aus der bequemen Position der Nachwelt, die den Luxus besitzt zurückblicken zu können.
Das Vertrauen auf die direkte Wahrnehmung ist älter als Aristoteles und die Mathematik. Es ist die primitivere Methode der Wahrheitsfindung. Sich auf die Mathematik zu stützen ist demgegenüber ein Fortschritt, und als solcher der Anfang der Wissenschaft. Die Erkenntnis daß die unmittelbare Wahrnehmung eben nicht der bessere Weg zur Wahrheitsfindung ist geht auf die griechische Antike zurück und ist eine grundlegende Kulturleistung.
Das heißt nicht daß die pure Mathematik automatisch korrekte Beschreibungen der Realität liefert. Man kann vor diesem Hintergrund aber vielleicht immerhin verstehen warum diejenigen Gelehrten, die sich dieses Fortschritts bewußt waren, sich dergestalt verrannt haben daß sie Postulate mathematischer Schönheit, wie z.B. der Kreisbewegung, für so "real" gehalten haben daß sie die Verifizierung für unnötig gehalten haben.
Galilei hat nicht dem alten Prinzip der unmittelbaren Wahrnehmung wieder zum Durchbruch verhelfen wollen. Das wäre auch ihm als Rückschritt erschienen. Er hat etwas ganz anderes getan, nämlich er hat das Prinzip in die Wissenschaft eingeführt daß man Theorien über die Realität experimentell verifizieren muß. Diese experimentelle Verifizierung hat sehr wenig mit der Wahrnehmung als solche zu tun, außer daß man einen Weg finden muß wie man einen Aspekt der Realität, der für so ein Experiment wichtig ist, für den Menschen beobachtbar macht.
Dieses "beobachtbar machen" bedeutet, daß man ein Instrument bauen muß was einen Effekt in die menschliche Wahrnehmbarkeit überführt. Für Galilei war sein Fernrohr so ein Instrument. Für den Konstrukteur von Hifi-Geräten ist das Oszilloskop oder der Audio-Analysator so ein Instrument. Ein Übersetzer zwischen solchen Aspekten der Realität die der direkten Wahrnehmung nicht zugänglich sind, und irgend einem menschlichen Sinn.
Bei allen diesen Instrumenten gilt daß die unmittelbare Wahrnehmung dessen was sie zeigen keinen Sinn ergibt ohne daß es dazu vorgängig ein Modell, eine Theorie gab, anhand derer die "übersetzte" Beobachtung interpretiert werden kann. Galileis Blick durch das Fernrohr wäre ohne Kopernikus' Theorie sinnlos gewesen und hätte keinerlei Erkenntnisgewinn erbracht. Nur weil diese Theorie bereits im Raum stand konnte Galilei das was er da durch das Fernrohr sah als etwas Bedeutsames und Aussagekräftiges erkennen. Als ein Argument, ein Indiz, oder sogar als einen Beweis im Streit der Welterklärungsmodelle.
Daß ihm viele zu dieser Zeit nicht gefolgt sind ist daraus ebenfalls verständlich. Um so ein Indiz überhaupt ernst genug zu nehmen muß man zuvor zur Überzeugung gekommen sein daß die "alte" Theorie in der Krise ist, daß sie also nicht genug Erklärungsvermögen für die tatsächlichen Verhältnisse hat. Das werden naturgemäß nicht alle gleichzeitig sein.
Um aber die "alte" Theorie als in der Krise befindlich erkennen zu können muß man ihre Implikationen verstehen. Man muß wissen an welchen Stellen ihre Vorhersagen mit der Realität im Widerspruch stehen. Und um das zu wissen muß man die alte Theorie gut kennen, denn wenn dieser Widerspruch durch bloße Anschauung schon offensichtlich wäre dann gäbe es diese Theorie schon längst nicht mehr.
Ich hoffe ich habe klar machen können warum es ein allzu billiger Vorwurf ist, wenn man die Leute aus Galileis Zeit dafür schmäht daß sie beim Blick durch's Fernrohr nicht gleich ihre Meinung geändert haben, oder gleich gar nicht durchblicken wollten. So ein Verhalten war aus damaliger Sicht bei weitem nicht so unvernünftig wie es heute scheint. Und erst recht nicht hat es etwas mit einer etwaigen Überlegenheit sinnlicher Wahrnehmung zu tun.
Wer aus philosophischen Erwägungen heraus heute die Wahrnehmung über die mathematisch-technischen Erkenntnisse stellen will bewegt sich damit nicht nur hinter Galilei, sondern noch hinter Aristoteles in die vorwissenschaftliche Zeit zurück. Galilei oder so gut wie jeden neuzeitlichen Wissenschaftler kann man dafür jedenfalls nicht als Kronzeugen heranziehen, ja der Versuch ist eine krasse wissenschaftstheoretische Verfehlung. Wenn dafür die narzisstisch-egoistischen Motive so klar zutage liegen wie bei Kaletha ist es eine Frechheit, ich wiederhole mich da ausdrücklich.
Man fragt sich unwillkürlich was in so einem Fall die ganzen herbeizitierten philosophischen Geister nutzen sollen, die Kaletha beschwört ohne klar zu machen inwiefern sie seine Ansicht stützen. Es wirkt auf mich wie geistige Bulimie, wo sich einer die Texte diverser Autoritäten wie in einem Anfall in sich hineinstopft, und als unverdauten Brei alsbald wieder auskotzt. Und nicht merkt wie er dadurch immer dürrer wird.
Wenn das typisch für heutige Philosophie wäre, dann wäre sie wirklich mausetot. Hier schließt sich der Kreis zu Neil deGrasse Tyson, der sich in der Diskussion nach Ende des Gesprächs auch über Philosophie äußert. Es beginnt etwa bei 3 Minuten nach der vollen Stunde.
Für Diskussionen gibt's den inzwischen bekannten Thread im Hifi-Forum.
Vor ungefähr sechs Wochen sprachen Neil deGrasse Tyson und Richard Dawkins über das Thema "The Poetry of Science" in der Howard University. Wer Englisch gut genug versteht wird am Video sicher seine Freude haben.
Die jüngste Auseinandersetzung mit Dr. Holger Kaletha, speziell seine Antwort auf meinen früheren Blog-Artikel, hat mich wieder an dieses Gespräch erinnert. Das ganze Gespräch ist interessant, aber in unserem Zusammenhang speziell relevant ist die Passage ab etwa Minute 14, wo Tyson über den Bezug zwischen der Mathematik, unseren Sinnen, und der Struktur der Welt redet. Über die Art und Weise wie Wissenschaft zu ihren Erkenntnissen kommt, und was das mit unseren Sinnen und unserer Wahrnehmung zu tun hat:
"You train yourself to abandon your senses, because you recognize how they can fool you into thinking that one thing is true that is not. You abandon them, you use your tools to do the measuring and say: OK, that's the reality! Then you make a mathematical model of that, that you can manipulate logically - 'cos math is all about the logical extension of one point to another - and then you can make new discoveries about the world that, frankly, you'll just have to get used to. [...] No longer are you justified saying: That idea in science is not true, because it doesn't make sense. Nobody cares about your senses! [...] It's math that allows you to take these incremental steps beyond the capacity of your senses, and perhaps even the capacity of your mind."Genau das liegt auch an der Wurzel der Auseinandersetzung um die Funktion des CD-Spielers und darum welche Effekte im Zusammenhang mit CD-Rohlingen möglich sind und welche nicht - dem auslösenden Thema für die Kontroverse um Kaletha. Es liegt überhaupt an der Wurzel der Auseinandersetzung zwischen den "Subjektivisten" und den "Technikern".
Ein CD-Spieler ist ein technisches Konstrukt dessen Funktionsweise seine Wurzeln in mathematischen Modellen hat. Die CD speichert Zahlen, keine Klänge oder Musik. Eben weil sie Zahlen speichert kann man das gleiche Medium auch als Datenspeicher für Computer benutzen. Daß man Klänge und Musik als eine Folge von Zahlen ausdrücken und dergestalt speichern kann ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit; es ist ein Ergebnis einer ziemlich umfangreichen Forschungstätigkeit, in deren Verlauf nicht nur das Hörvermögen untersucht werden mußte, sondern insbesondere auch mathematische Verfahren und Modelle zur Repräsentation von Schwingungen und von Information gefunden werden mußten. Auf diesem Schatz von Erkenntnissen fußt die Funktionsweise einer CD und des dazugehörigen Abspielgerätes.
Ohne diese mathematischen Modelle kann man die CD letzlich nicht verstehen, genausowenig wie man die atomare Welt ohne die Quantentheorie verstehen kann, oder die Astrophysik ohne die allgemeine Relativitätstheorie, die beide ebenfalls mathematische Modelle sind. Und in allen diesen Fällen muß man zum richtigen Verständnis der Funktion seine Sinne aufgeben, denn die Wahrheit folgt aus der Anwendung der Mathematik, und der dazugehörigen Werkzeuge, und nicht aus der sinnlichen Wahrnehmung.
Wer diese Modelle und Methoden tief genug aufnimmt und darin trainiert ist, für den können sie zur zweiten Natur werden, und der Umgang damit wird intuitiv, das heißt er macht sich nicht mehr bewußt daß es solche Modelle sind und die Modelle und Werkzeuge werden zu einer Art Erweiterung seiner Sinne und Fähigkeiten. So kann es passieren daß man sich bei der Wiedergabe einer CD ins Geschehen hineinversetzt fühlt, oder es kann geschehen daß man beim Blick auf ein Oszilloskopbild intuitiv auf einen Fehler aufmerksam wird ohne ihn bewußt über das mathematische Modell hergeleitet zu haben. Es ändert aber nichts daran daß die Grundlage dafür erst einmal das mathematische Modell ist. Wenn einen dieses intuitive Gefühl dazu verleitet zu glauben die Sinne hätten die Oberhand über die Mathematik gewonnen ist man auf dem Holzweg.
Fliegen kann sich intuitiv anfühlen, man steuert das Flugzeug ohne zu denken, aber das heißt nicht daß man selbst fliegt, denn es ist immer noch das Flugzeug das fliegt, und es braucht immer noch die mathematischen Modelle um eins zu bauen oder um seine Funktion zu verstehen.
Der Subjektivist, der aufgrund eines gehörten Effekts sich dem Techniker überlegen fühlt, der die Modelle kennt auf denen die Funktion der Hifi-Anlage beruht, ist daher nicht etwa der Wahrheit näher, sondern ganz einfach auf einem illusionären Egotrip. Das wird auch nicht dadurch besser daß es "Techniker" gibt die mit ihrem Wissen hochstapeln. Die "Wahrnehmungs"-Hochstapelei stellt die meist locker in den Schatten.
Für diesen Zusammenhang zwischen mathematischen Modellen und der Realität, und der Untauglichkeit der unmittelbaren Wahrnehmung für die Wahrheitsfindung gerade in technischen und wissenschaftlichen Dingen, gibt es heutzutage derartig viele schlagende Beispiele daß man schon völliger Realitätsverweigerer sein muß um das nicht zu sehen.
In der Epoche von Galilei hat es die allermeisten dieser schlagenden Beispiele noch nicht gegeben. Die über Jahrhunderte etablierte Wissenschaft beruhte auf Aristoteles, und stellte die philosophischen Prinzipien über die Naturbeobachtung. Die philosophischen Prinzipien, das heißt insbesondere auch die Mathematik. Wie wir eben gesehen haben ist die tatsächlich wichtiger und näher an der Realität als die Wahrnehmung, insofern war Aristoteles tatsächlich ein Fortschritt über die ältere Methode, die auf der direkten Wahrnehmung beruhte. Das Mißtrauen, das man zu Zeiten von Galilei gegen die direkte Wahrnehmung hatte, war berechtigt, und deswegen ist die Polemik gegenüber denen die sich von einem Blick durch das Fernrohr nicht überzeugen ließen, oder den gar nicht erst getan haben, auch so billig. Das ist eine Polemik aus der bequemen Position der Nachwelt, die den Luxus besitzt zurückblicken zu können.
Das Vertrauen auf die direkte Wahrnehmung ist älter als Aristoteles und die Mathematik. Es ist die primitivere Methode der Wahrheitsfindung. Sich auf die Mathematik zu stützen ist demgegenüber ein Fortschritt, und als solcher der Anfang der Wissenschaft. Die Erkenntnis daß die unmittelbare Wahrnehmung eben nicht der bessere Weg zur Wahrheitsfindung ist geht auf die griechische Antike zurück und ist eine grundlegende Kulturleistung.
Das heißt nicht daß die pure Mathematik automatisch korrekte Beschreibungen der Realität liefert. Man kann vor diesem Hintergrund aber vielleicht immerhin verstehen warum diejenigen Gelehrten, die sich dieses Fortschritts bewußt waren, sich dergestalt verrannt haben daß sie Postulate mathematischer Schönheit, wie z.B. der Kreisbewegung, für so "real" gehalten haben daß sie die Verifizierung für unnötig gehalten haben.
Galilei hat nicht dem alten Prinzip der unmittelbaren Wahrnehmung wieder zum Durchbruch verhelfen wollen. Das wäre auch ihm als Rückschritt erschienen. Er hat etwas ganz anderes getan, nämlich er hat das Prinzip in die Wissenschaft eingeführt daß man Theorien über die Realität experimentell verifizieren muß. Diese experimentelle Verifizierung hat sehr wenig mit der Wahrnehmung als solche zu tun, außer daß man einen Weg finden muß wie man einen Aspekt der Realität, der für so ein Experiment wichtig ist, für den Menschen beobachtbar macht.
Dieses "beobachtbar machen" bedeutet, daß man ein Instrument bauen muß was einen Effekt in die menschliche Wahrnehmbarkeit überführt. Für Galilei war sein Fernrohr so ein Instrument. Für den Konstrukteur von Hifi-Geräten ist das Oszilloskop oder der Audio-Analysator so ein Instrument. Ein Übersetzer zwischen solchen Aspekten der Realität die der direkten Wahrnehmung nicht zugänglich sind, und irgend einem menschlichen Sinn.
Bei allen diesen Instrumenten gilt daß die unmittelbare Wahrnehmung dessen was sie zeigen keinen Sinn ergibt ohne daß es dazu vorgängig ein Modell, eine Theorie gab, anhand derer die "übersetzte" Beobachtung interpretiert werden kann. Galileis Blick durch das Fernrohr wäre ohne Kopernikus' Theorie sinnlos gewesen und hätte keinerlei Erkenntnisgewinn erbracht. Nur weil diese Theorie bereits im Raum stand konnte Galilei das was er da durch das Fernrohr sah als etwas Bedeutsames und Aussagekräftiges erkennen. Als ein Argument, ein Indiz, oder sogar als einen Beweis im Streit der Welterklärungsmodelle.
Daß ihm viele zu dieser Zeit nicht gefolgt sind ist daraus ebenfalls verständlich. Um so ein Indiz überhaupt ernst genug zu nehmen muß man zuvor zur Überzeugung gekommen sein daß die "alte" Theorie in der Krise ist, daß sie also nicht genug Erklärungsvermögen für die tatsächlichen Verhältnisse hat. Das werden naturgemäß nicht alle gleichzeitig sein.
Um aber die "alte" Theorie als in der Krise befindlich erkennen zu können muß man ihre Implikationen verstehen. Man muß wissen an welchen Stellen ihre Vorhersagen mit der Realität im Widerspruch stehen. Und um das zu wissen muß man die alte Theorie gut kennen, denn wenn dieser Widerspruch durch bloße Anschauung schon offensichtlich wäre dann gäbe es diese Theorie schon längst nicht mehr.
Ich hoffe ich habe klar machen können warum es ein allzu billiger Vorwurf ist, wenn man die Leute aus Galileis Zeit dafür schmäht daß sie beim Blick durch's Fernrohr nicht gleich ihre Meinung geändert haben, oder gleich gar nicht durchblicken wollten. So ein Verhalten war aus damaliger Sicht bei weitem nicht so unvernünftig wie es heute scheint. Und erst recht nicht hat es etwas mit einer etwaigen Überlegenheit sinnlicher Wahrnehmung zu tun.
Wer aus philosophischen Erwägungen heraus heute die Wahrnehmung über die mathematisch-technischen Erkenntnisse stellen will bewegt sich damit nicht nur hinter Galilei, sondern noch hinter Aristoteles in die vorwissenschaftliche Zeit zurück. Galilei oder so gut wie jeden neuzeitlichen Wissenschaftler kann man dafür jedenfalls nicht als Kronzeugen heranziehen, ja der Versuch ist eine krasse wissenschaftstheoretische Verfehlung. Wenn dafür die narzisstisch-egoistischen Motive so klar zutage liegen wie bei Kaletha ist es eine Frechheit, ich wiederhole mich da ausdrücklich.
Man fragt sich unwillkürlich was in so einem Fall die ganzen herbeizitierten philosophischen Geister nutzen sollen, die Kaletha beschwört ohne klar zu machen inwiefern sie seine Ansicht stützen. Es wirkt auf mich wie geistige Bulimie, wo sich einer die Texte diverser Autoritäten wie in einem Anfall in sich hineinstopft, und als unverdauten Brei alsbald wieder auskotzt. Und nicht merkt wie er dadurch immer dürrer wird.
Wenn das typisch für heutige Philosophie wäre, dann wäre sie wirklich mausetot. Hier schließt sich der Kreis zu Neil deGrasse Tyson, der sich in der Diskussion nach Ende des Gesprächs auch über Philosophie äußert. Es beginnt etwa bei 3 Minuten nach der vollen Stunde.
Für Diskussionen gibt's den inzwischen bekannten Thread im Hifi-Forum.
Montag, 8. November 2010
Der Kommentarwahnsinn
Ich mache meinen Kommentarbereich bis auf Weiteres hier dicht.
Stattdessen habe ich im Hifi-Forum einen Thread speziell zur Kommentierung meines Blogs eröffnet, der natürlich wie alle anderen dortigen Threads den Regeln und der Moderation des Hifi-Forums unterliegen. Es ist zunächst nur ein einziger Thread für mein komplettes Blog, man wird sehen müssen inwieweit eine Aufteilung in separate Threads für einzelne Themen nötig ist.
Wer also künftig Kommentare abgeben will ist herzlich eingeladen, das dort zu tun, hier geht's jedenfalls einstweilen nicht mehr. Am Ende jedes neuen Artikels hier im Blog werdet Ihr einen Link zum entsprechenden Diskussionsthread im Hifi-Forum finden.
Ich finde es außerordentlich schade daß es so weit gekommen ist, denn ich hätte eine freie Kommentierung meiner Beiträge hier für weitaus besser gehalten, so wie das bisher möglich war. Inzwischen hat aber der Vandalismus einiger Weniger ein Ausmaß angenommen bei dem auch Unbeteiligte hineingezogen werden, bis hin zu Firmen aus dem Pro-Audio-Bereich, die nun wirklich absolut gar nichts mit diesem Blog und den Streitereien zu tun haben. Was das angeht wird es womöglich rechtliche Konsequenzen geben, das ist gegenwärtig in der Prüfung, aber ich bin nicht bereit das hier oder im Forum zu diskutieren, ich bitte also von entsprechenden Nachfragen abzusehen.
Es ist klar was das Ziel dieses Vandalismus war und ist: Mein Blog und insbesondere ich selbst soll aus dem Verkehr gezogen werden, und man schreckt nicht davor zurück eine Mobbing-Kampagne auf diejenige Person zu führen, die man hinter meinem Pseudonym vermutet. Ich kann versichern daß ich nicht beabsichtige, diesem Druck nachzugeben. Ich werde in meinem Blog genauso weitermachen wie bisher, mit Ausnahme der Kommentarmodalitäten. Warum sollte ich auch einen Rückzieher machen? Es haben sich schließlich so gut wie alle meine Aussagen bestätigt, ich bin also definitiv auf dem richtigen Weg.
Ich habe schon vor langer Zeit erklärt worin der Grund für meine Pseudonymität besteht, und wie man sieht hatte ich recht damit. Man kann sich tatsächlich nicht darauf verlassen daß sich Leute wie Dirk Jambor auf Fairness besinnen und Leute bzw. Geschäftsbeziehungen aus dem Spiel lassen die nichts mit diesem Blog zu tun haben. Es ist im Gegenteil offensichtlich daß man bereit ist, absolut alles zu unternehmen von dem man glaubt daß es mir schaden könnte, völlig egal was dabei für Kollateralschäden entstehen könnten. Und es ist ebenso offensichtlich daß sie dabei jede moralische und ethische Regel zu übertreten bereit sind die sie selber bei mir anmahnen.
Dabei wird gelogen und die Wahrheit verdreht was das Zeug hält. Man rechtfertigt eigene Regelübertretungen mit Regelübertretungen die man mir gegen alle hier offen nachlesbare Realität in die Schuhe zu schieben versucht. Man lügt sich selbst und uns Allen vor, ich beginge strafbare Handlungen, aber statt die Verfolgung der Justiz zu überlassen fühlt man sich berechtigt, mich unmittelbar an den Pranger zu stellen. Das ist der Versuch, das Recht durch einen hysterischen Lynchmob zu ersetzen.
Ich betreibe hier ein satirisches, scharfes, in offene Wunden stechendes Blog, und es ist klar daß das einigen Leuten nicht gefällt. Das heißt aber noch lange nicht daß es unfair wäre. Jeder, den ich angegriffen habe, hat die Gelegenheit sich zu verteidigen und die Vorwürfe zu entkräften. Die Schlammschlacht liegt nicht in meinem Interesse, sondern die inhaltliche Auseinandersetzung. Wer meine Beiträge ohne Hysterie und Verfolgungswahn liest wird das unschwer erkennen.
Wenn sich aber ein von mir durch den Kakau Gezogener mit persönlichen Angriffen und wahnhaft betriebenen Schlammschlachten meint zur Wehr setzen zu müssen, dann demonstriert er dadurch genau das was ich behaupte und arbeitet mir letztlich in die Hand: Er zeigt daß ich recht habe und er nackt dasteht, ohne Argument, ertappt bei seinem Schwindel. Das war und ist mir nicht unangenehm, denn wie schon mehrfach betont bin ich der Meinung daß ein des Denkens fähiger Leser die Situation durchschauen wird und diesbezüglich keine moderative Reinigungsaktion und Vormundschaft braucht. Und wer so viel Verstand nicht hat dem kann ich auch nicht helfen.
Inzwischen ist aber leider die Hysterie auf ein solches Ausmaß gestiegen daß eine inhaltliche Diskussion meiner Beiträge kaum noch eine Chance hat. Auf meinen letzten Beitrag gab es einige wenige entsprechende Kommentare, die im allgemeinen blindwütigen Geschrei völlig untergehen. Ich hätte auch einfach "Buh!" schreiben können und die Kommentare wären wohl die gleichen gewesen. Das mag ich dann auch wieder nicht akzeptieren, und zur Wahl gezwungen versuche ich es jetzt eben mal mit der Verlagerung der Diskussion ins Hifi-Forum. Das ist weniger frei und offen, aber hoffentlich auch weniger hysterisch. Ihr wißt wem Ihr's zu verdanken habt.
Was haltet Ihr davon? Kommentare dazu bitte hier.
Stattdessen habe ich im Hifi-Forum einen Thread speziell zur Kommentierung meines Blogs eröffnet, der natürlich wie alle anderen dortigen Threads den Regeln und der Moderation des Hifi-Forums unterliegen. Es ist zunächst nur ein einziger Thread für mein komplettes Blog, man wird sehen müssen inwieweit eine Aufteilung in separate Threads für einzelne Themen nötig ist.
Wer also künftig Kommentare abgeben will ist herzlich eingeladen, das dort zu tun, hier geht's jedenfalls einstweilen nicht mehr. Am Ende jedes neuen Artikels hier im Blog werdet Ihr einen Link zum entsprechenden Diskussionsthread im Hifi-Forum finden.
Ich finde es außerordentlich schade daß es so weit gekommen ist, denn ich hätte eine freie Kommentierung meiner Beiträge hier für weitaus besser gehalten, so wie das bisher möglich war. Inzwischen hat aber der Vandalismus einiger Weniger ein Ausmaß angenommen bei dem auch Unbeteiligte hineingezogen werden, bis hin zu Firmen aus dem Pro-Audio-Bereich, die nun wirklich absolut gar nichts mit diesem Blog und den Streitereien zu tun haben. Was das angeht wird es womöglich rechtliche Konsequenzen geben, das ist gegenwärtig in der Prüfung, aber ich bin nicht bereit das hier oder im Forum zu diskutieren, ich bitte also von entsprechenden Nachfragen abzusehen.
Es ist klar was das Ziel dieses Vandalismus war und ist: Mein Blog und insbesondere ich selbst soll aus dem Verkehr gezogen werden, und man schreckt nicht davor zurück eine Mobbing-Kampagne auf diejenige Person zu führen, die man hinter meinem Pseudonym vermutet. Ich kann versichern daß ich nicht beabsichtige, diesem Druck nachzugeben. Ich werde in meinem Blog genauso weitermachen wie bisher, mit Ausnahme der Kommentarmodalitäten. Warum sollte ich auch einen Rückzieher machen? Es haben sich schließlich so gut wie alle meine Aussagen bestätigt, ich bin also definitiv auf dem richtigen Weg.
Ich habe schon vor langer Zeit erklärt worin der Grund für meine Pseudonymität besteht, und wie man sieht hatte ich recht damit. Man kann sich tatsächlich nicht darauf verlassen daß sich Leute wie Dirk Jambor auf Fairness besinnen und Leute bzw. Geschäftsbeziehungen aus dem Spiel lassen die nichts mit diesem Blog zu tun haben. Es ist im Gegenteil offensichtlich daß man bereit ist, absolut alles zu unternehmen von dem man glaubt daß es mir schaden könnte, völlig egal was dabei für Kollateralschäden entstehen könnten. Und es ist ebenso offensichtlich daß sie dabei jede moralische und ethische Regel zu übertreten bereit sind die sie selber bei mir anmahnen.
Dabei wird gelogen und die Wahrheit verdreht was das Zeug hält. Man rechtfertigt eigene Regelübertretungen mit Regelübertretungen die man mir gegen alle hier offen nachlesbare Realität in die Schuhe zu schieben versucht. Man lügt sich selbst und uns Allen vor, ich beginge strafbare Handlungen, aber statt die Verfolgung der Justiz zu überlassen fühlt man sich berechtigt, mich unmittelbar an den Pranger zu stellen. Das ist der Versuch, das Recht durch einen hysterischen Lynchmob zu ersetzen.
Ich betreibe hier ein satirisches, scharfes, in offene Wunden stechendes Blog, und es ist klar daß das einigen Leuten nicht gefällt. Das heißt aber noch lange nicht daß es unfair wäre. Jeder, den ich angegriffen habe, hat die Gelegenheit sich zu verteidigen und die Vorwürfe zu entkräften. Die Schlammschlacht liegt nicht in meinem Interesse, sondern die inhaltliche Auseinandersetzung. Wer meine Beiträge ohne Hysterie und Verfolgungswahn liest wird das unschwer erkennen.
Wenn sich aber ein von mir durch den Kakau Gezogener mit persönlichen Angriffen und wahnhaft betriebenen Schlammschlachten meint zur Wehr setzen zu müssen, dann demonstriert er dadurch genau das was ich behaupte und arbeitet mir letztlich in die Hand: Er zeigt daß ich recht habe und er nackt dasteht, ohne Argument, ertappt bei seinem Schwindel. Das war und ist mir nicht unangenehm, denn wie schon mehrfach betont bin ich der Meinung daß ein des Denkens fähiger Leser die Situation durchschauen wird und diesbezüglich keine moderative Reinigungsaktion und Vormundschaft braucht. Und wer so viel Verstand nicht hat dem kann ich auch nicht helfen.
Inzwischen ist aber leider die Hysterie auf ein solches Ausmaß gestiegen daß eine inhaltliche Diskussion meiner Beiträge kaum noch eine Chance hat. Auf meinen letzten Beitrag gab es einige wenige entsprechende Kommentare, die im allgemeinen blindwütigen Geschrei völlig untergehen. Ich hätte auch einfach "Buh!" schreiben können und die Kommentare wären wohl die gleichen gewesen. Das mag ich dann auch wieder nicht akzeptieren, und zur Wahl gezwungen versuche ich es jetzt eben mal mit der Verlagerung der Diskussion ins Hifi-Forum. Das ist weniger frei und offen, aber hoffentlich auch weniger hysterisch. Ihr wißt wem Ihr's zu verdanken habt.
Was haltet Ihr davon? Kommentare dazu bitte hier.
Samstag, 30. Oktober 2010
Mißbrauchte Autoritäten
Wer als Vertreter der "technischen" Seite öfter in Diskussionen mit Subjektivisten verwickelt ist der kennt das: Das "wenn-Du-ein-richtiger-Wissenschaftler-wärst-dann-wärst-Du-bescheiden-und-wüßtest-daß-Du-falsch-liegen-kannst" Argument. Oder kürzer: "Galilei wurde vom Establishment damals auch abgelehnt - und er hatte trotzdem recht!".
Statt Galileo Galilei wird je nach Präferenz öfter auch Einstein benutzt. Andere Autoritäten fallen den Leuten selten ein.
Ein harmlos aussehendes Argument, das man sogar für geradezu selbstverständlich halten kann: Niemand kann sich anmaßen die absolute Wahrheit für sich gepachtet zu haben, und Galilei wie Einstein haben gezeigt wie falsch sogar ein wissenschaftliches Establishment liegen kann.
Und doch gehört dieses Argument zu den ignorantesten, unverschämtesten und niederträchtigsten Argumenten in den Händen eines Subjektivisten. Jedenfalls ist das meine Meinung. Ein Argument mit dem sich ein Diskussionsteilnehmer auf der Stelle selbst disqualifiziert.
Vielleicht sehe ich das deswegen so "unentspannt" weil ich besagte "Autoritäten" sehr schätze und mich ärgert wie diese bewundernswerten Leute für Ziele mißbraucht werden mit denen sie mit Sicherheit nicht einverstanden gewesen wären. Und das von Leuten die in aller Regel keinen Schimmer davon haben worin die Leistung dieser Wissenschaftler tatsächlich bestanden hat (und worin eben nicht!). Wenn diese Leute nicht im Grabe rotieren, dann deswegen weil sie längst Lagerschaden haben.
Aber hier meine Tirade gegen diese Frechheit:
Bei etwas nüchterner Betrachtung sieht die Situation etwas differenzierter aus. Zum Einen ist die historische Situation bei Galilei beileibe nicht so schwarzweiß wie von Kaletha dargestellt, zum Anderen paßt der implizierte Vorwurf nicht die Bohne auf Scheller.
Gerade Scheller hat durch das "Fernrohr" um das es dort geht mit Sicherheit öfter und intensiver geschaut als Kaletha selbst. Und nicht nur das, er hat das "Fernrohr" auseinander genommen und versucht es zu verstehen. Er ist gerade nicht der Theoretiker der sein Wissen auf der Couch oder am Schreibtisch gewinnt, sondern der Experimentator der das was er wissen will auch ausprobiert. Beide Teilnehmer sind lange und oft genug in diesem Forum in Diskussionen aufeinander getroffen daß das eigentlich klar sein müßte. Der implizierte Vorwurf von Kaletha ist daher eine reine Unverschämtheit. Da hält sich jemand aufgrund eines einzigen laienhaften Versuchs für überlegen, und meint einen ausgewiesenen Praktiker mit einem Vielfachen an Erfahrungen als engstirnigen Theoretiker darstellen zu können, der sich aus Angst vor Erkenntnis weigert "durch's Fernrohr zu blicken".
Galilei's Zeitgenossen haben sich auch keineswegs geweigert durch's Fernrohr zu blicken. Die meisten haben es tatsächlich getan. Am ehesten trifft der Vorwurf vielleicht auf Giulio Libri zu, einen betagten Professor der tatsächlich aus Gründen der Logik gegen die Jupitermonde argumentierte, und auf ein paar Philosophen in Padua. Mehr als zwanzig Professoren ließen sich aber im Hause von Galilei's Konkurrenten Magini die Sache vorführen und blickten durch's Fernrohr, waren dadurch allerdings nicht zu überzeugen. Das kann zwar dadurch erklärt werden daß sie es auch nicht sehen wollten, vielleicht war ihnen die Sache aber auch tatsächlich noch zu unklar. Man braucht kein Hellseher zu sein um anzunehmen daß die Sicht durch das Fernrohr nicht gerade deutlich war, jedenfalls nicht zu vergleichen mit dem was man mit heutigen Mitteln sehen würde. Zudem sind die wenigsten mit den Himmelskörpern genug vertraut. Galilei selbst schreibt:
Schließlich ist es auch falsch zu glauben, Galileis Erkenntnisse würden zuvorderst auf seiner sinnlichen Wahrnehmung fußen. Das tun sie genau nicht, und zwar obwohl er die Jupitermonde sinnlich wahrgenommen hat beim Blick durch's Fernrohr. Er hat im Gegenteil die Hoffnung gehabt daß er die Anderen durch diese sinnliche Erfahrung würde überzeugen können. Die Idee daß die Sonne und nicht die Erde den Mittelpunkt darstellt, um den sich die Planeten drehen, war schließlich schon vorher bekannt. Was Galilei entdeckte war "bloß" ein ziemlich schlagender Beweis für dieses heliozentrische Weltbild, oder genauer gesagt einer gegen das geozentrische Weltbild. Die neue Theorie stammt also gar nicht von ihm, er kannte sie vor seiner Entdeckung der Jupitermonde. Die Idee des heliozentrischen Weltbildes stammt ja aus der Antike, auch Kopernikus war nicht der erste.
Galilei jedenfalls hat dem heliozentrischen Weltbild mindestens zehn Jahre vor seiner Entdeckung der Jupitermonde zugeneigt. Die Theorie war also auch in seinem Kopf lange vor der Bestätigung durch das Fernrohr vorhanden, und als er die Jupitermonde entdeckt hatte war ihm natürlich sofort klar welche Bedeutung das für die schwelende Konkurrenz der kosmologischen Weltbilder hatte. Daraus dürfte klar sein daß seine Wahrnehmungen nicht die Ursache für seine Theorien sein können, sondern daß im Gegenteil die Theorien die Voraussetzung dafür waren daß die gemachten Beobachtungen auch richtig interpretiert werden konnten. Es ist also nicht so daß Galilei's Wahrnehmung recht hatte, sondern daß seine (bzw. Kopernikus') Theorie recht hatte. Galilei's Wahrnehmung ohne die "Verstärkung" des Fernrohrs war die gleiche wie die von allen Anderen, und die zeigte daß sich die Himmelskörper um die Erde drehen. Kalethas Ideologie verdreht diesen Sachverhalt in sein Gegenteil.
Was auch gleich durch ein glattes Falschzitat von ihm untermauert wird:
Die Wahrnehmung bzw. die Sinneseindrücke als Quelle der Erkenntnis hätten aber keine der beiden Seiten nach vorne gestellt, deswegen ist die Argumentation von Kaletha völlig neben der Spur. Er projiziert seine eigene Ideologie in einen Sachverhalt hinein der völlig andere Inhalte hat.
Diese Argumentationsmuster scheinen abrufbereit in vielen Subjektivisten vorhanden zu sein, und wenn eine passende Situation kommt, dann kommen sie impulsiv zum Vorschein wie in diesem Fall bei Kaletha. Manchmal kann ich das locker nehmen. Wenn es aber mit einem intellektualistischen Duktus daher kommt widert es mich an. Leider ist das genau bei diesem Argument oft der Fall.
Statt Galileo Galilei wird je nach Präferenz öfter auch Einstein benutzt. Andere Autoritäten fallen den Leuten selten ein.
Ein harmlos aussehendes Argument, das man sogar für geradezu selbstverständlich halten kann: Niemand kann sich anmaßen die absolute Wahrheit für sich gepachtet zu haben, und Galilei wie Einstein haben gezeigt wie falsch sogar ein wissenschaftliches Establishment liegen kann.
Und doch gehört dieses Argument zu den ignorantesten, unverschämtesten und niederträchtigsten Argumenten in den Händen eines Subjektivisten. Jedenfalls ist das meine Meinung. Ein Argument mit dem sich ein Diskussionsteilnehmer auf der Stelle selbst disqualifiziert.
Vielleicht sehe ich das deswegen so "unentspannt" weil ich besagte "Autoritäten" sehr schätze und mich ärgert wie diese bewundernswerten Leute für Ziele mißbraucht werden mit denen sie mit Sicherheit nicht einverstanden gewesen wären. Und das von Leuten die in aller Regel keinen Schimmer davon haben worin die Leistung dieser Wissenschaftler tatsächlich bestanden hat (und worin eben nicht!). Wenn diese Leute nicht im Grabe rotieren, dann deswegen weil sie längst Lagerschaden haben.
Aber hier meine Tirade gegen diese Frechheit:
- Da weiß Einer ganz offensichtlich von der in Frage stehenden Wissenschaft genau Null, aber daß seine eigene Wahrnehmung das Potential hat, diese Wissenschaft zu revolutionieren, daran glaubt er offenbar fest. Nur zum Vergleich: Galilei und Einstein kannten die damals etablierten Erklärungen und Denkmodelle genau. Die Subjektivisten haben von den von ihnen kritisierten Theorien keine Ahnung.
- Der Diskussionsgegner soll sich gefälligst seiner Fehlbarkeit bewußt werden, aber daß die ganze Prämisse falsch sein könnte, mit der der Subjektivist seine Wahrnehmung für bedeutend erklärt, das darf nicht gesagt werden. Wo ist da also die Fehlbarkeit des Subjektivisten geblieben?
- Das ganze Argument kommt meist zu einer Zeit in der schon aus dem Diskussionsverlauf klar wird daß es um einen pauschalen Maulkorb für den "Techniker" gehen soll. Demnach macht man sich auch gar keine Mühe ihm konkret nachzuweisen wo und warum seine Ansichten unangebracht oder zu selbstsicher sind, sondern es geht um ein pauschales Argument gegen das Selbstbewußtsein im Ganzen. Als solches ist es natürlich absurd: Niemand stellt immer alles in Zweifel, schon gar kein Wissenschaftler. So etwas würde jede konstruktive Arbeit und in der Tat das ganze Leben unmöglich machen. Man geht immer von einer Grundlage aus die man (vorläufig) nicht bezweifelt, auch und gerade die Subjektivisten tun das.
- Weder Einstein noch Galilei hätten gutgeheißen wenn sie für etwas in Anspruch genommen werden was ihrer eigenen Grundhaltung diametral entgegen steht. Beide haben große Stücke auf die Mathematik als Grundlage der Naturerkenntnis gehalten, und hätten mit Sicherheit nicht ihre eigene Wahrnehmung als Maß der Dinge ausgegeben. Schon Galilei hat in Form des Fernrohrs ein Instrument als "Wahrnehmungsverstärker" benutzt, und hat generell geradezu Pionierarbeit darin geleistet wie man auf der Grundlage mathematischer Theorie Instrumente konstruiert, die einem bei der Naturerkenntnis helfen können. Und bei Einstein ist vollends klar daß die Wahrnehmung beim Begreifen der natürlichen Erscheinungen eher hinderlich ist. Seine Relativitätstheorie und noch mehr die Quantentheorie sind ja geradezu das Gegenteil von "anschaulich" und wären mit absoluter Sicherheit nicht von jemandem gefunden worden der die Wahrnehmung obenan stellt. Einstein ist zudem ein geradezu klassisches Beispiel für einen "Theoretiker". Ihn als Kronzeugen für eine subjektivistische Sichtweise heranzuziehen ist ganz besonders absurd.
- Die Tatsache daß es ein paar Beispiele in der Vergangenheit gibt wo ein "Außenseiter" tatsächlich recht hatte und das "Establishment" unrecht, ist noch lange kein Argument dafür daß man jeden Außenseiter ernst nehmen müßte. Von 1000 solchen Außenseitern ist bestimmt weniger als einer auch nur einen Pfifferling wert, was seine Ansichten angeht. Ab und zu mag ein Spinner genial sein. Im Allgemeinen ist er einfach ein Spinner. Wenn einer mal kein Spinner ist, und wirklich die besseren Argumente auf seiner Seite hat, dann setzt er sich auch am Ende durch. Galilei und Einstein sind beide dafür ein Beispiel, allen Anfechtungen zum Trotz.
"Die Geschichte ist ja bekannt: sie weigerten sich einfach, durch das Fernrohr zu sehen, als Galilei die Jupitermonde erblickte bzw. die "krummen" Planetenbahnen.Hier biegt er sich schon die Geschichte nach seinem Gusto zurecht. Die "Ideologie" funktioniert auch bei Kaletha, nicht nur bei Anderen.
Bezeichnend ist die Begründung: Sie brauchten gar nicht durch das Fernrohr zu schauen, weil aus theoretischen Erwägungen sonnenklar sei, daß es sich bei der Wahrnehmung von Galilei nur um eine Sinnestäuschung handeln könne. Ihre Argumentation war so "gut" - immerhin stütze sie sich auf ein Jahrtausend Wissenschaftsgeschichte - daß Galilei ihr rein theoretisch erst mal nichts entgegensetzen konnte. Er war einfach sprachlos. Nur leider (oder besser: Gott sei Dank!) wissen wir: So ideologisch überzeugend die wissenschaftliche Argumentation gegenüber Galilei war, so war sie doch schlicht und einfach im Irrtum: Galileis Wahrnehmung, und nicht die ideologische Konstruktion, hatte recht!"
Bei etwas nüchterner Betrachtung sieht die Situation etwas differenzierter aus. Zum Einen ist die historische Situation bei Galilei beileibe nicht so schwarzweiß wie von Kaletha dargestellt, zum Anderen paßt der implizierte Vorwurf nicht die Bohne auf Scheller.
Gerade Scheller hat durch das "Fernrohr" um das es dort geht mit Sicherheit öfter und intensiver geschaut als Kaletha selbst. Und nicht nur das, er hat das "Fernrohr" auseinander genommen und versucht es zu verstehen. Er ist gerade nicht der Theoretiker der sein Wissen auf der Couch oder am Schreibtisch gewinnt, sondern der Experimentator der das was er wissen will auch ausprobiert. Beide Teilnehmer sind lange und oft genug in diesem Forum in Diskussionen aufeinander getroffen daß das eigentlich klar sein müßte. Der implizierte Vorwurf von Kaletha ist daher eine reine Unverschämtheit. Da hält sich jemand aufgrund eines einzigen laienhaften Versuchs für überlegen, und meint einen ausgewiesenen Praktiker mit einem Vielfachen an Erfahrungen als engstirnigen Theoretiker darstellen zu können, der sich aus Angst vor Erkenntnis weigert "durch's Fernrohr zu blicken".
Galilei's Zeitgenossen haben sich auch keineswegs geweigert durch's Fernrohr zu blicken. Die meisten haben es tatsächlich getan. Am ehesten trifft der Vorwurf vielleicht auf Giulio Libri zu, einen betagten Professor der tatsächlich aus Gründen der Logik gegen die Jupitermonde argumentierte, und auf ein paar Philosophen in Padua. Mehr als zwanzig Professoren ließen sich aber im Hause von Galilei's Konkurrenten Magini die Sache vorführen und blickten durch's Fernrohr, waren dadurch allerdings nicht zu überzeugen. Das kann zwar dadurch erklärt werden daß sie es auch nicht sehen wollten, vielleicht war ihnen die Sache aber auch tatsächlich noch zu unklar. Man braucht kein Hellseher zu sein um anzunehmen daß die Sicht durch das Fernrohr nicht gerade deutlich war, jedenfalls nicht zu vergleichen mit dem was man mit heutigen Mitteln sehen würde. Zudem sind die wenigsten mit den Himmelskörpern genug vertraut. Galilei selbst schreibt:
"In Pisa, Florenz, Bologna, Venedig und in Padua haben sehr viele durch mein Fernrohr gesehen, aber sie alle schweigen und zögern, denn die meisten sind nicht imstande, den Jupiter oder Mars, sogar kaum den Mond als Planeten zu unterscheiden."Was man sich ebenfalls klar machen muß ist, daß damals die "moderne" Art, Wissenschaft zu betreiben erst im Entstehen war, gerade auch durch Galilei, nämlich daß es dabei auf die Beobachtung der Natur ankommt, mit deren Hilfe man Theorien verifizieren oder falsifizieren kann. Die ältere Ansicht daß man zu seinen Erkenntnissen durch Anwendung von logischen und philosophischen Überlegungen kommt war zu dieser Zeit beileibe noch nicht ausgemustert, und der Professor Libri verkörpert diese Auffassung. Welche Auffassung die richtige sein würde war zu dieser Zeit noch nicht entschieden. Aus der heutigen Sicht ist es leicht ein Urteil zu fällen, aber fair wäre das nicht.
Schließlich ist es auch falsch zu glauben, Galileis Erkenntnisse würden zuvorderst auf seiner sinnlichen Wahrnehmung fußen. Das tun sie genau nicht, und zwar obwohl er die Jupitermonde sinnlich wahrgenommen hat beim Blick durch's Fernrohr. Er hat im Gegenteil die Hoffnung gehabt daß er die Anderen durch diese sinnliche Erfahrung würde überzeugen können. Die Idee daß die Sonne und nicht die Erde den Mittelpunkt darstellt, um den sich die Planeten drehen, war schließlich schon vorher bekannt. Was Galilei entdeckte war "bloß" ein ziemlich schlagender Beweis für dieses heliozentrische Weltbild, oder genauer gesagt einer gegen das geozentrische Weltbild. Die neue Theorie stammt also gar nicht von ihm, er kannte sie vor seiner Entdeckung der Jupitermonde. Die Idee des heliozentrischen Weltbildes stammt ja aus der Antike, auch Kopernikus war nicht der erste.
Galilei jedenfalls hat dem heliozentrischen Weltbild mindestens zehn Jahre vor seiner Entdeckung der Jupitermonde zugeneigt. Die Theorie war also auch in seinem Kopf lange vor der Bestätigung durch das Fernrohr vorhanden, und als er die Jupitermonde entdeckt hatte war ihm natürlich sofort klar welche Bedeutung das für die schwelende Konkurrenz der kosmologischen Weltbilder hatte. Daraus dürfte klar sein daß seine Wahrnehmungen nicht die Ursache für seine Theorien sein können, sondern daß im Gegenteil die Theorien die Voraussetzung dafür waren daß die gemachten Beobachtungen auch richtig interpretiert werden konnten. Es ist also nicht so daß Galilei's Wahrnehmung recht hatte, sondern daß seine (bzw. Kopernikus') Theorie recht hatte. Galilei's Wahrnehmung ohne die "Verstärkung" des Fernrohrs war die gleiche wie die von allen Anderen, und die zeigte daß sich die Himmelskörper um die Erde drehen. Kalethas Ideologie verdreht diesen Sachverhalt in sein Gegenteil.
Was auch gleich durch ein glattes Falschzitat von ihm untermauert wird:
"Würde und hätte - wenn meine "Wahrnehmung" wahr wäre, dann droht der "Supergau" technischen Wissens! Aha! Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor: Genau wie bei den Gegenspielern Galileis. Die Angst vor dem Supergau gab es auch dort, nämlich daß durch die unschuldige Wahrnehmung Galileis das ganze heleozentrische Weltbild zusammenzustürzen drohte."Scheller hat keineswegs vom "Supergau technischen Wissens" geredet. Das erfindet Kaletha dazu. Wenn Scheller vom Supergau geredet hat dann ging es ihm offenbar darum , klarzustellen daß technischerseits schon extreme Fehler passiert sein müssen wenn der akustische Effekt so deutlich sein soll wie beschrieben. Dann muß der Auslesevorgang des CD-Spielers so gut wie zusammengebrochen sein. Es geht Scheller um die technische Funktion des Gerätes, nicht um das technische Wissen. Das Stichwort reicht aber um bei Kaletha den Gaul durchgehen zu lassen.
"Die zweite Parallele in Deiner Argumentation: Ich verstehe nichts von Audio-Technologie. Wenn das der Fall wäre, dann würde ich ja sehen, daß das alles nur Sinnestäuschung ist. Auch das war exakt die Argumentationsstrategie von Galileis Widersachern."Nein, war es nicht. Ich wüßte nicht daß irgend jemand Galilei vorgeworfen hätte er verstünde nichts von Himmelsmechanik. Das wäre auch lächerlich gewesen angesichts der Tatsache daß er mit den klassischen Ansichten dazu sehr wohl im Detail vertraut war. Es ist deswegen eben keine Parallele, sondern ein Gegensatz zu Galilei: Kaletha versteht tatsächlich nichts von Audio-Technolgie.
"Aus rein theoretischen Erwägungen heraus wurde ein Sinneseindruck einfach a priori als Täuschung wegerklärt. Das ist natürlich sehr beruhigend für jede Theorie, eine perfekte Immunisierungsstrategie gegenüber der Wahrnehmung der Realität. Die Theorie schottet sich so nämlich schön ab: Jede mögliche Quelle des Zweifels ist verstopft: Die Erfahrung hat nichts mehr zu melden, wenn sie mit theoretischen Argumenten gleichsam "totgeschlagen" wird. Genau dieser Immunisierungsstrategie bedienen sich die technokratisch denkenden Ideologen hier so gerne im Forum. Man wird gleich überfallen mit einem Wust von technischen Erklärungen, daß angeblich nicht ist, was nicht sein kann und nicht sein darf! Von wegen Aufklärung - das ist wirklich ein krasser Widertspruch von Anspruch und Wirklichkeit. "Der eine oder andere Galilei-Gegner befleißigte sich mit Sicherheit dieser Immunisierungsstrategie, aber den Kern des Problems stellt das dennoch nicht dar. Es ging um eine grundsätzliche Auseinandersetzung darum woher eigentlich Erkenntnis kommt, und welche relative Wichtigkeit dabei der Logik und der philosophischen Überlegung zukommt, und welcher der systematischen Beobachtung der Naturphänomene. Das ist eine eine Frage die an der Wurzel der Wissenschaft sitzt. Ihre Antwort hängt letztlich damit zusammen wie man die größeren Erfolge erzielt, und die wirklich durchschlagenden Erfolge wurden erst nach Galilei erzielt, so daß man zu seinen Lebzeiten noch nicht wissen konnte wie diese Sache ausgehen würde. Galileis Gegner waren nicht einfach engstirnig. Sie aus der heutigen Sicht summarisch in diese Ecke zu stellen ist unfair, auch wenn es durchaus Beispiele für krasse Engstirnigkeit dabei gibt.
Die Wahrnehmung bzw. die Sinneseindrücke als Quelle der Erkenntnis hätten aber keine der beiden Seiten nach vorne gestellt, deswegen ist die Argumentation von Kaletha völlig neben der Spur. Er projiziert seine eigene Ideologie in einen Sachverhalt hinein der völlig andere Inhalte hat.
"Tut mir leid: Mit dieser Haltung bist Du noch nicht in der Moderne angekommen, die eigentlich in der Einsicht besteht, daß Theorien und Ideologien an der Erfahrung zu messen sind und nicht umgekehrt."Abgesehen davon daß der Vorwurf an Scheller völlig verfehlt ist, wird doch klar daß Kaletha selbst noch nicht da angekommen ist wo er sich anscheinend sieht. Er verwechselt zum Einen seine Wahrnehmung mit Erfahrung, und zum Anderen versäumt er es, sich klar zu machen daß man eine Theorie nur an etwas messen kann wenn man sie auch kennt.
"Den Einwand der sachlichen Inkomptenz gebe ich gerne zurück. Du hast auch nicht den blassesten Schimmer von Psychologie. Die Wahrnehmung zu verdächtigen ist sehr leicht - aber dafür muß man erst einmal Gründe vorlegen die in der Wahrnehmung selbst liegen und nicht anderswo. Wahrnehmungstäuschungen haben ihre Gesetzmäßigkeit. Welche konkrete Täuschung, die Du mir unterstellst, kommt denn hier in Frage, etwa dafür, daß die Chassis der jbl übersteuern, wie ich geschrieben habe. Meine Beschreibung ist äußerst differenziert - jeder Psychologe vom Fach wird Dir sagen, daß "illusionäre" Erlebnisse eine ziemlich stereotype Struktur haben. Im Grunde hast Du gar keine Einwände vorzubringen - sondern reproduzierst nur Deine Ideologie, Dein "Fachwissen" technischer Natur. Man kann natürlich auch mit Scheuklappen durch die Welt gehen und sich sehr wohl dabei fühlen!"Man braucht kein Psychologie-Diplom zu haben um beurteilen zu können wann eine Wahrnehmung real ist und wann nicht. Dafür reicht oft genug eine Prise gesunder Menschenverstand, sogar eine detailliertere technische Kompetenz braucht es dazu oftmals nicht. Daß "illusionäre Erlebnisse" eine stereotype Struktur haben ist mir allerdings auch schon aufgefallen. Damit habe ich meinen Bullshit-Detektor trainiert. Diese stereotype Struktur ist in Kalethas Beitrag deutlich zu merken, finde ich. Er scheint das bloß selber nicht zu sehen.
"Ich wiederhole mich nochmals: Die Technik bzw. das technische Wissen zeigt sich nur dann stark, wenn es nicht vorgibt, im voraus alles wissen und zu kennen, sondern sich erst mal bemüht, nach einer möglichen Erklärung zu suchen in einem Fall, den es nicht versteht. Wissen, das sich gegenüber der möglichen Falsifikation durch die Wahrnehmung mit einem Theoriekorsett abschottet, ist nicht vernünftig, sondern hochmütig ideologisch. Und Hochmut kommt schließlich irgendwann mal vor den Fall - siehe Galilei!"Das Problem besteht ja - wie so oft - nicht darin, daß "wir" (in diesem Fall mindestens mal Scheller und ich) nicht verstünden was in diesem Fall Sache ist. Wir haben ja mehr als genug mögliche Erklärungen. Wir werden in solchen Fällen immer als ratlos dargestellt, dabei akzeptiert man bloß unsere Erklärungen nicht. Man braucht die Erklärung nicht umständlich zu suchen, denn sie liegt auf der Hand! Und vor der Falsifikation durch Wahrnehmung schotten nicht wir uns ab, sondern die Subjektivisten, und zwar durch ein Ideologiekorsett das kein bißchen weniger theoretisch ist als das was man uns vorwirft.
Diese Argumentationsmuster scheinen abrufbereit in vielen Subjektivisten vorhanden zu sein, und wenn eine passende Situation kommt, dann kommen sie impulsiv zum Vorschein wie in diesem Fall bei Kaletha. Manchmal kann ich das locker nehmen. Wenn es aber mit einem intellektualistischen Duktus daher kommt widert es mich an. Leider ist das genau bei diesem Argument oft der Fall.
Abonnieren
Posts
(
Atom
)